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Mathias Fuhrmann (02.03.2019, 12:51)
Eine provozierende Frage ...;-)

Ich nutze seit ca. 2 Jahrzehnte als Privatmensch E-Mail, mit einigen
Wechseln der Provider.
Da kamen mit der Zeit natürlich viele 'Adressen' zusammen, und einige
von denen sind noch aktiv, werden sporadisch auch abgerufen.
Ich will sie noch nicht löschen, es könnte ja sein, daß einer der
ehemaligen Bekannten noch lebt und schreibt.

Bei diesen Alt-Adressen finde ich ab und zu eine Spam-E-Mail (bei gmail
oft recht viele), bei meinen jetzigen 'Haupt-Nutz-Adressen'
(Bestellungen und Privatkorrespondenz) kommt nahezu kein Spam mehr
herein.
Meine einfachen Filter auf den Servern sind minimal, nur wenn mich
früher jemand zu stark nervte.
Natürlich schaue ich ab und zu in den dort evtl. vorhandenen Spamordner.

Hat nun der Spam tatsächlich nachgelassen oder habe ich nur zusätzlich
etwas Glück?
Ralph Aichinger (02.03.2019, 12:56)
Mathias Fuhrmann <yz.shueznaa> wrote:
> Hat nun der Spam tatsächlich nachgelassen oder habe ich nur zusätzlich
> etwas Glück?


Beides.

Ich habe einen völlig ungefilterten Account, mit dem ich auch hier
poste, bei dem ich im Moment alle Maßnahmen gegen Spam (bis auf
Greylisting IIRC) abgedreht habe, und ich hab eigentlich nur eine
Sorte Spam in nennenswertem Ausmaß, irgendwas chinesisches, das sicher
relativ einfach zu filtern wäre.

In der Firma haben wir Google Mail, da kommt überhaupt kein Spam
rein.

Ich denke viele dieser Aktivitäten haben sich auf Facebook und
Instagram verlegt.

/ralph
Mathias Fuhrmann (02.03.2019, 13:22)
Ralph Aichinger schrieb:

> Ich habe einen völlig ungefilterten Account, mit dem ich auch hier
> poste, bei dem ich im Moment alle Maßnahmen gegen Spam (bis auf
> Greylisting IIRC) abgedreht habe, und ich hab eigentlich nur eine
> Sorte Spam in nennenswertem Ausmaß, irgendwas chinesisches, das sicher
> relativ einfach zu filtern wäre.


Wen wundert es; angeblich gibt es sie nicht. ;-)
Andreas M. Kirchwitz (02.03.2019, 14:25)
Mathias Fuhrmann <yz.shueznaa> wrote:

> Hat nun der Spam tatsächlich nachgelassen oder habe ich nur zusätzlich
> etwas Glück?


Statistiken mit absoluten Zahlen habe ich nie gemacht, doch die
deutliche Mehrheit des täglichen Mailaufkommens ist weiterhin Spam.
Gängige Tools mit ihrem ausgefeilten Scoring-System filtern den Spam
aber inzwischen zuverlässig weg, ohne dass man viel tunen muss (und
vielleicht besser auch gar nicht mehr sollte), denn es funktioniert
einfach so. Bayes-Datenbanken und Greylisting kann man sich meiner
Meinung nach schenken.

Kunden von professionellen Mail-Anbietern könnten meinen, es gäbe
überhaupt keinen Spam (mehr), doch bein Blick in den Spam-Ordner
wird einen meist kotzübel, weil man dort häufig erwünschte Mail
findet. Die Filterung ist extrem aggressiv. Die Provider sind wohl
der Meinung, dass es besser ist, die Kunden verlieren valide Mail,
statt auch nur eine einzige Spam-Mail im Postfach zu haben.

Mail bietet bekanntlich keinerlei Garantien, weder über die
Geschwindigkeit der Beförderung noch ob die Mail überhaupt
angekommen ist, trotzdem war das früher ein so bemerkenswert
zuverlässiger Dienst, dass die Nutzer ihn für 100% zuverlässig
hielten.

Inzwischen ist Mail einfach nur noch Dreck. Man schickt eine Mail
irgendwo hin, und vielleicht kommt sie an oder nicht. Eigentlich
rechnet man überhaupt nicht mehr damit, dass Mail wirklich ankommt,
außer man kennt sein Gegenüber bereits von früheren Mailwechseln.

Mail funktioniert nur noch sinnvoll innerhalb von Organisationen,
und dort ist es dann merkwürdigerweise auch stets das mit Abstand
wichtigste Kommunikationsmedium.

Schade, schade ... Andreas
Ralph Aichinger (02.03.2019, 14:35)
Andreas M. Kirchwitz <amk> wrote:
> Inzwischen ist Mail einfach nur noch Dreck. Man schickt eine Mail
> irgendwo hin, und vielleicht kommt sie an oder nicht. Eigentlich
> rechnet man überhaupt nicht mehr damit, dass Mail wirklich ankommt,
> außer man kennt sein Gegenüber bereits von früheren Mailwechseln.
> Mail funktioniert nur noch sinnvoll innerhalb von Organisationen,
> und dort ist es dann merkwürdigerweise auch stets das mit Abstand
> wichtigste Kommunikationsmedium.


Das ist Unsinn.

Auch ziwschen Organisationen und im Geschäftsverkehr ist Mail heute
das dominante Kommunikationsmittel, wenn auch nicht 100% zuverlässig
(was ist das schon).

Oder: Wie würdest du bei Firma XY fragen, ob es das Produkt Z, Bestellnummer
783273 auch in 26x75mm Größe gibt?

Wie würdest du in deinem Magistrat oder Gemeindeamt nachfragen, was man
für das Duplikat einer Geburtsurkunden benötigt?

nur als zwei Beispiele. Natürlich kann man sich sicher auch durch
endlose Telefonhotlines quälen um eine mündliche Auskunft zu bekommen,
von der vermtulich eine Woche später keiner mehr was wissen will ;)

/ralph
Arno Welzel (02.03.2019, 15:25)
Mathias Fuhrmann:

[...]
> Hat nun der Spam tatsächlich nachgelassen oder habe ich nur zusätzlich
> etwas Glück?


Du hast nur Glück.

Auf meinem Server hatte ich für etwa 60 Postfächer in den letzten 7
Stunden etwa 32000 direkt beim Zustellversuch abgelehnten Spam und
nochmal rund 4000 Mails, die SpamAssassin als verdächtig betrachtet.
Macht rein statistisch rund 85 Spamversuche pro Tag und Empfänger.
Tim Landscheidt (02.03.2019, 15:26)
"Andreas M. Kirchwitz" <amk> wrote:

> [?]


> Kunden von professionellen Mail-Anbietern könnten meinen, es gäbe
> überhaupt keinen Spam (mehr), doch bein Blick in den Spam-Ordner
> wird einen meist kotzübel, weil man dort häufig erwünschte Mail
> findet. Die Filterung ist extrem aggressiv. Die Provider sind wohl
> der Meinung, dass es besser ist, die Kunden verlieren valide Mail,
> statt auch nur eine einzige Spam-Mail im Postfach zu haben.


> [?]


Wobei sie auch noch nicht einmal definieren wollen, was ?va-
lid? bedeuten soll. Ich antwortete (!) neulich auf die Mail
einer Gmail-Nutzerin, von einer korrekt konfigurierten SPF-
Domain, ohne Anhänge und anderem Schnickschnack, und Google
wies diese mit einem lapidaren ?5.7.1? und einem Hinweis auf
eine Hilfeseite ab. Dort wurden unter anderem die ?Postmas-
ter Tools? empfohlen, also (mittels DNS-Eintrag) dafür ange-
meldet, nur um zu erfahren, dass man erst einige Hundert (!)
Mails erfolgreich (!) an Gmail-Nutzer schicken müsste, um
eine Analyse zu erhalten. Das heißt, auch ein gutwilliger
und kooperativer Mailserver-Betreiber wird in dem Regen ste-
hen gelassen ? entweder, man gehört zu dem erlauchten Kreis,
die alternative Kanäle zu dem entsprechenden Google-Team ha-
ben, oder man hat halt Pech gehabt.

Wenn es da ein Kartellverfahren oder eine Sammelklage gäbe,
wäre mir das durchaus ein paar Euro wert.

Tim
Arno Welzel (02.03.2019, 15:26)
Ralph Aichinger:

> Mathias Fuhrmann <yz.shueznaa> wrote:
> Beides.
> Ich habe einen völlig ungefilterten Account, mit dem ich auch hier
> poste, bei dem ich im Moment alle Maßnahmen gegen Spam (bis auf
> Greylisting IIRC) abgedreht habe, und ich hab eigentlich nur eine
> Sorte Spam in nennenswertem Ausmaß, irgendwas chinesisches, das sicher
> relativ einfach zu filtern wäre.
> In der Firma haben wir Google Mail, da kommt überhaupt kein Spam
> rein.


Weil Google massiv filtert. Wer einen eigenen Mailserver betreibt, kann
ein Lied davon singen, wie schwer es ist, an GMail überhaupt irgendwas
zugestellt zu bekommen.

> Ich denke viele dieser Aktivitäten haben sich auf Facebook und
> Instagram verlegt.


Schön wär's.
Marc Haber (02.03.2019, 16:05)
Arno Welzel <usenet> wrote:
>Weil Google massiv filtert. Wer einen eigenen Mailserver betreibt, kann
>ein Lied davon singen, wie schwer es ist, an GMail überhaupt irgendwas
>zugestellt zu bekommen.


Das gepaart mit den MENGEN an Müll, den ich jeden Tag von Google an
eigene Mailadressen, aber vor allen Dingen an von mir geloesene
Mailinglisten etc ertragen muss, lässt mit jeden Tag erneut den Hut
hochgehen.

Nicht, dass die anderen großen Freemailer so viel besser wären, aber.

Grüße
Marc
Michael Unger (02.03.2019, 16:12)
On 2019-03-02 11:51, "Mathias Fuhrmann" wrote:

> [...]
> Hat nun der Spam tatsächlich nachgelassen oder habe ich nur zusätzlich
> etwas Glück?


Das "Abfischen" von Usenet-Adressen ist wohl tatsächlich aus der Mode
gekommen; meine "From:"-Adresse ist eine reine Spam-Sink, an eine etwa
zehn Jahre alte "Reply-To:"-Adresse kommt immer noch massenhaft Spam,
der natürlich von SpamGourmet nach der 20. Mail konsequent entsorgt wird.

Bei einigen (deutschen) Tourismus-Organisationen scheint es üblich zu
sein, für die Zusendung gedruckter Unterlagen außer der postalischen
auch eine Mail-Adresse _zwingend_ zu verlangen; an diese wird dann
umgehend ein niemals bestellter "Newsletter" verschickt. Seitdem nutze
ich in solchen Fällen ausschließlich SpamGourmet-Adressen mit geringem
Limit.

In den letzten Monaten kamen öfter Werbe-Mails von deutschen Firmen (bei
denen ich tatsächlich Kunde bin, mich jedoch niemals für irgendeinen
"Newsletter" angemeldet hatte), die sich auf Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. f
DS-GVO ("berechtigtes Interesse") berufen haben; anscheinend wird das
als "General-Ermächtigung" verstanden. Wenn das mehr als einmal
vorkommt, kann ich durchaus unwirsch werden.

Michael
Arno Welzel (02.03.2019, 17:40)
Andreas M. Kirchwitz:

[...]
> Inzwischen ist Mail einfach nur noch Dreck. Man schickt eine Mail
> irgendwo hin, und vielleicht kommt sie an oder nicht. Eigentlich


Wozu Adressen wie spamfence.net natürlich nicht beitragen, gell? ;-)

> rechnet man überhaupt nicht mehr damit, dass Mail wirklich ankommt,
> außer man kennt sein Gegenüber bereits von früheren Mailwechseln.


Kann ich nicht bestätigen. Hier funktioniert Mail für die Kommunikation
mit diversen Leuten mit Abstand am zuverlässigsten. Und ja, auch die
Adresse, die ich im Usenet verwende, wird von mir auch gelesen und auf
Wunsch beantwortet.
Arno Welzel (02.03.2019, 17:41)
Arno Welzel:

> Mathias Fuhrmann:
> [...]
> Du hast nur Glück.
> Auf meinem Server hatte ich für etwa 60 Postfächer in den letzten 7
> Stunden etwa 32000 direkt beim Zustellversuch abgelehnten Spam und


s/Stunden/Tage
Andreas M. Kirchwitz (03.03.2019, 03:49)
Ralph Aichinger <ra> wrote:

> Auch ziwschen Organisationen und im Geschäftsverkehr ist Mail heute
> das dominante Kommunikationsmittel, wenn auch nicht 100% zuverlässig
> (was ist das schon).


Die Domains großer Organisationen oder Firmen stehen oftmals auf
gegenseitigen Whitelists oder werden vom gleichen Dienstleister
betrieben, so dass die Mail technisch sozusagen intern bleibt.
Klar, das klappt dann ohne Probleme.

Sobald aber Privatleute involviert sind, die sich eines größeren
Anbieters für Privatmail bedienen, ist Mail oft ein Glücksspiel.

Mail ist kaputt. Ich verwende Mail nur noch, wenn ein Kontakt
anders nicht sinnvoll zu erreichen ist. Lieber warte ich eine
halbe Stunde in der Telefon-Hotline, als mehrere Stunden zu
recherchieren, über welches Stöckchen mal wieder gesprungen
werden muss, um die neusten Fallstricke irgendeines Spam-Filters
zu umschiffen.

Wenn ich Mail-Adressen von beispielsweise GMail oder Yahoo sehe,
dann weiß ich schon, dass ich es gar nicht erst versuchen brauche.

Brieftauben sind zuverlässiger ... Andreas
Ralph Aichinger (03.03.2019, 09:47)
Andreas M. Kirchwitz <amk> wrote:
> Sobald aber Privatleute involviert sind, die sich eines größeren
> Anbieters für Privatmail bedienen, ist Mail oft ein Glücksspiel.


Unsinn. Ich betreibe meinen eigenen Mailserver hinter einer DSL-Leitung,
mit folgender Konfiguration:

root@pi:~# debconf-show exim4-config |tail -6
* exim4/hide_mailname: false
* exim4/dc_relay_domains: h5.or.at; aisg.at
* exim4/mailname: pi.h5.or.at
* exim4/dc_other_hostnames: pi.h5.or.at; h5.or.at; mail.h5.or.at;
* exim4/dc_postmaster: ralph
* exim4/dc_eximconfig_configtype: internet site; mail is sent and received directly using SMTP

Ich verwende diese Mail für alles was nicht die Arbeit betrifft, nicht nur
fürs Usenet, sondern auch für alle Internetshops, zum Fahrkarten kaufen,
für Behördenanfragen, für diverse Authentifizierungen ...

Ich habe genau in zwei Situationen Probleme:

* Einerseits scheint es Firmen zu geben, deren Validierungsmechanismen
nicht glauben, daß ra eine echte Adresse ist (keine
Ahnung, vielleicht zu viele Punkte oder 2 Zeichen sind zu lang). Da
dürfte z.B. diese Firma die die KNX-Software vertreibt drunterzufallen,
"KNX-Association", die sind völlig merkbefreit diesbezüglich, weil man
sie auch nicht vernünftig anders diesbezüglich kontaktieren kann.

* Andererseits passiert es mir selten, daß kurze Testmails im Spamfilter
von Google hängenbleiben. Z.B. wenn man nur einen Punkt in den Mailbody
schreibt, oder nur "Probe 3" oder sowas. Sobald man ein oder zwei Sätze
reinschreibt, dann hab ich keine Probleme mehr. Und ja, ich verwende
meinen Mailserver gerade zur Fehlersuche sehr gern, weil die Logs von
Exim deulich aussagekräftiger sind, als was man bei gehosteten Anbietern
als Rückmeldung kriegt.

> Mail ist kaputt. Ich verwende Mail nur noch, wenn ein Kontakt
> anders nicht sinnvoll zu erreichen ist. Lieber warte ich eine
> halbe Stunde in der Telefon-Hotline, als mehrere Stunden zu
> recherchieren, über welches Stöckchen mal wieder gesprungen
> werden muss, um die neusten Fallstricke irgendeines Spam-Filters
> zu umschiffen.


Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich hab viel viel öfter auf
Leute hier absichtlich kaputtgemachter Mailadresse (ganzwichtig)
geantwortet als mir echte Mails nicht an echte Empfänger durchgegangen
sind.

> Wenn ich Mail-Adressen von beispielsweise GMail oder Yahoo sehe,
> dann weiß ich schon, dass ich es gar nicht erst versuchen brauche.


Du dramatisierst und/oder hast Paranoia.

/ralph
Mathias Fuhrmann (03.03.2019, 12:42)
Ralph Aichinger schrieb:

> Einerseits scheint es Firmen zu geben, deren Validierungsmechanismen
> nicht glauben, daß ra eine echte Adresse ist


Ich glaubte es auch nicht, sie funktioniert tatsächlich und wird
zugestellt. ;-)
Ralph, entschuldige die Störung.

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