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J.Malberg (12.05.2020, 08:08)


Wer überall Nazis sieht, sollte mit der Paranoia mal zum Pyschiater.
J.Malberg (12.05.2020, 08:08)
Sorry falsche Gruppe.
Arno Welzel (12.05.2020, 12:57)
J.Malberg:

>
> Wer überall Nazis sieht, sollte mit der Paranoia mal zum Pyschiater.


Benedikt Kuhn, der geschäftsführer der Firma "Bembel with Care GmbH",
die Apfelwein produzieren, ist anlässlich des Kriegsendes am 8. Mai 1945
mit einem schwarzem Hemd, Rangabzeichen und eisernem Kreuz am Kragen
aufgetreten. Ich halte das zumindest für fragwürdig. Dass manche Leute
damit ein Problem haben, finde ich nicht überraschend.
J.Malberg (12.05.2020, 14:13)
> Benedikt Kuhn, der geschäftsführer der Firma "Bembel with Care GmbH",
> die Apfelwein produzieren, ist anlässlich des Kriegsendes am 8. Mai 1945
> mit einem schwarzem Hemd, Rangabzeichen und eisernem Kreuz am Kragen
> aufgetreten.


Er schrieb, dass er das Bild auf einer Fetischparty gemacht hat, also eher ein Fetisch statt politischer Ausrichtung.
Arno Welzel (12.05.2020, 18:09)
J.Malberg:

>> Benedikt Kuhn, der geschäftsführer der Firma "Bembel with Care GmbH",
>> die Apfelwein produzieren, ist anlässlich des Kriegsendes am 8. Mai 1945
>> mit einem schwarzem Hemd, Rangabzeichen und eisernem Kreuz am Kragen
>> aufgetreten.

> Er schrieb, dass er das Bild auf einer Fetischparty gemacht hat, also eher ein Fetisch statt politischer Ausrichtung.


Ah ja - und sein Ausspruch "Der 08.05. ist kein Tag der Befreiung!" und
diverse andere Äußerungen, den Eindruck hinterlassen, dass Benedikt Kuhn
eher rechts in der Reichsbürgerszene verortet ist, sind sicher auch nur
unglücklich formulierte Meinungsäußerungen, die niemals so gemeint
waren, gell?
Ludger Averborg (12.05.2020, 22:45)
On Tue, 12 May 2020 18:09:34 +0200, Arno Welzel
<usenet> wrote:

>"Der 08.05. ist kein Tag der Befreiung!"


Das ist wohl sehr personenabhängig.

Für Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Sinti,
Homosexuelle und und und war er das ohne Zweifel.

Für mich (damals 8 Jahre alt), meine Schwester, meine Eltern
und die, die um mich herum lebten war es ganz sicher keine
Befreiung. OK, die allierten Luftangriffe,
Tieffliegerangriffe, Bombennächte waren vorüber, aber der
Hunger wurde mit wachsender Ausplünderung (Abbau von
Eisenbahnen, Abbau von Hochspannungsleitungen, Ausplünderung
der Fabriken) immer schlimmer. 800 kcal war zum sterben zu
viel und zum leben zu wenig.

Nein, als Befreiung habe ich (und die Menschen meiner
Umgebung) das Kriegsende nicht empfunden.

l.
Stefan Krieg (13.05.2020, 13:40)
Ludger Averborg <ludger_averborg> wrote:
> On Tue, 12 May 2020 18:09:34 +0200, Arno Welzel
> <usenet> wrote:
> Das ist wohl sehr personenabhängig.
> Für Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Sinti,
> Homosexuelle und und und war er das ohne Zweifel.
> Für mich (damals 8 Jahre alt), meine Schwester, meine Eltern
> und die, die um mich herum lebten war es ganz sicher keine
> Befreiung.


Vielleicht heißt der Tag deshalb ausführlich ?Gedenktag der Befreiung vom
Nationalsozialismus und vom Zweiten Weltkrieg? und nicht ?Tag der Befreiung
der Havixbecker Jugend von der Aussicht im Volkssturm zu fallen aber dafür
hungern zu müssen?.
Ich kann da nicht aus eigener Erinnerung berichten, aber habt ihr euch denn
bis zum Kriegsende täglich die Bäuche vollgeschlagen?
Ludger Averborg (13.05.2020, 14:52)
On 13 May 2020 11:40:23 GMT, Stefan Krieg
<Stefan.Krieg> wrote:

>Ludger Averborg <ludger_averborg> wrote:
>Ich kann da nicht aus eigener Erinnerung berichten,


Ist ja auch gar nicht nötig. Kommentare absondern dazu
kannst du ja auch ohne was zu wissen.

l.
Stefan Krieg (13.05.2020, 19:46)
Ludger Averborg <ludger_averborg> wrote:
> On 13 May 2020 11:40:23 GMT, Stefan Krieg
> <Stefan.Krieg> wrote:
> Ist ja auch gar nicht nötig. Kommentare absondern dazu
> kannst du ja auch ohne was zu wissen.


Ich brauche auch keine eigene Erinnerung an die Machtergreifung, um eine
Meinung oder Wissen dazu zu haben. ?Wissen? erlangt man nicht nur durch
Erfahrung.

Wenigtens freut mich, dein Wissen gemehrt zu haben, *wovon* genau die Welt
befreit wurde und woran an diesem Tag gedacht wird.
Werner Holtfreter (13.05.2020, 20:39)
Stefan Krieg wrote:

> Ich kann da nicht aus eigener Erinnerung berichten, aber habt ihr
> euch denn bis zum Kriegsende täglich die Bäuche vollgeschlagen?


Ich kann zumindest berichten, was mir als Kind erzählt wurde, wenn
ich manchmal darum bat "erzähle doch mal was vom Krieg":

Das Hungern begann erst *nach* dem Krieg. Das war zumindest die Lage
in kleinen Städten, die nicht unmittelbar von der Bombardierung der
Wohngebiete betroffen waren.
Ludger Averborg (13.05.2020, 22:36)
On 13 May 2020 17:46:48 GMT, Stefan Krieg
<Stefan.Krieg> wrote:

>Wenigtens freut mich, dein Wissen gemehrt zu haben, *wovon* genau die Welt
>befreit wurde


Ja, ich hatte das auch erhofft. Für mich war es Balsam, als
Adenauer tönte "Ich wünsche auf keinen Fall eine deutsche
Armee". Und ich war entsetzt, als das Militär wieder
eingeführt wurde und verzweifelt, als deutsche Soldaten
wieder in fremde Länder einmarschierten und dort töteten.

Hat nicht geklappt mit der Befreiung vom Militär.

Wer, wenn nicht wir, hätte wissen müssen das Krieg keine
Möglichkeit ist.
OK, die die es noch erlebt haben sind fast schon alle tot.

l.

l.
Werner Holtfreter (14.05.2020, 00:08)
Ludger Averborg wrote:

> Für mich war es Balsam, als Adenauer tönte "Ich wünsche auf
> keinen Fall eine deutsche Armee".


:-)

Adenauer hat natürlich die Wiederbewaffnung vorangetrieben, in der
Hoffnung oder zumindest mit der Begründung, so sei Souveränität
wieder herzustellen, die wir - um Schäuble zu folgen - nach 1945
nie wieder vollständig erlangt haben.

Eigentlich hätte Adenauer klar sein müssen, dass der Sieger den
ehemaligen Kriegsgegner nur aus Eigeninteresse wieder bewaffnet. Es
ist natürlich schwer zu sagen, wie sich die Geschichte entwickelt
hätte, wenn man es den Westalliierten allein überlassen hätte, ihre
Beute vor dem Zugriff der Russen zu schützen.

> Und ich war entsetzt, als das Militär wieder
> eingeführt wurde und verzweifelt, als deutsche Soldaten
> wieder in fremde Länder einmarschierten und dort töteten.


Ja, immerhin das war einige Jahrzehnte lang undenkbar. Dann meinten
machtgeile Politiker, dass die deutsche Rolle - und die der
betreffenden Politiker - durch Kriegsteilnahme gestärkt werden kann
und logen uns vor, D würde am Hindukusch verteidigt.
Arno Welzel (14.05.2020, 12:01)
Werner Holtfreter:

> Ludger Averborg wrote:
> :-)
> Adenauer hat natürlich die Wiederbewaffnung vorangetrieben, in der
> Hoffnung oder zumindest mit der Begründung, so sei Souveränität
> wieder herzustellen, die wir - um Schäuble zu folgen - nach 1945
> nie wieder vollständig erlangt haben.


Gemeint ist wohl der Vortrag von Schäuble im Jahr 2011. Und obwohl das
nun schon fast 10 Jahre her ist und Schäuble damit nicht meinte, dass
die BRD kein souveräner Staat ist, wird es wohl von der entsprechednen
Klientel auch noch viele Jahre zitiert, weil es ihnen als Argument gegen
die Anerkennung der BRD als souveräner Staat dient:

<https://www.welt.de/politik/article13757549/Die-oeffentliche-und-die-verborgene-Seite-der-Krise.html>

Zitat:

Schäuble leitete diese Passage seiner Rede mit den Worten ein: ?Die
Kritiker, die meinen, man müsse eine Kongruenz zwischen allen
Politikbereichen haben, die gehen ja in Wahrheit von dem
Regelungsmonopol des Nationalstaates aus.?

Diese durch das Völkerrecht geschützte Souveränität sei aber in Europa
spätestens mit den beiden Weltkriegen ?längst ad absurdum geführt? worden.

Und weil dies so sei, formulierte er jenen folgenschweren Satz: ?Und wir
in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll
souverän gewesen.?

Deswegen sei der Versuch, in der europäischen Einigung, ?eine neue Form
von governance zu schaffen?. In dieser neuen Form gebe es dann halt
nicht eine politische Ebene, die für alles zuständig sei und, gestützt
auf ?völkerrechtliche Verträge, bestimmte Dinge auf andere überträgt?.
Nein, so stellt sich Schäuble die Zukunft Deutschlands und Europas nicht
vor.

(Zitat Ende)
Werner Holtfreter (14.05.2020, 17:39)
Arno Welzel wrote:

> Werner Holtfreter:
> Gemeint ist wohl der Vortrag von Schäuble im Jahr 2011. Und obwohl
> das nun schon fast 10 Jahre her ist


Wenn man alt ist, vergehen die Jahre wie im Flug.

> und Schäuble damit nicht meinte, dass die BRD kein souveräner
> Staat ist,


Das hat er ja auch nicht gesagt. Gesagt hat er, dass D kein *voll*
souveräner Staat ist.

> wird es wohl von der entsprechednen Klientel auch noch viele Jahre
> zitiert,


Hoffentlich korrekt, statt wie von dir behauptet, verkürzt.

> weil es ihnen als Argument gegen die Anerkennung der BRD als
> souveräner Staat dient


Das mag ja sein, entwertet das Zitat jedoch nicht.

Am besten, man schaut sich das Video selbst an. Schäuble beklagt die
fehlende volle Souveränität Deutschlands natürlich nicht, sondern

| sagte es [...] einfach mal so dahin, weil er die Preisgabe
| nationaler Souveränitätsrechte an das von Angela Merkel geplante
| neue Europa herunterspielen möchte.

Auch das steht in deinem Artikel und bedarf keines weiteren
Kommentars.

<https://www.welt.de/politik/article13757549/Die-oeffentliche-und-die-verborgene-Seite-der-Krise.html>
Arno Welzel (14.05.2020, 19:36)
Werner Holtfreter:

> Arno Welzel wrote:
> Wenn man alt ist, vergehen die Jahre wie im Flug.
> Das hat er ja auch nicht gesagt. Gesagt hat er, dass D kein *voll*
> souveräner Staat ist.


Das ist manchen Leuten egal. Die werden nur herumkrakeelen, dass ja
sogar Schäuble gesagt hat, dass Deutschland nicht souverän ist und die
BRD deswegen kein echter Staat ist.

>> wird es wohl von der entsprechednen Klientel auch noch viele Jahre
>> zitiert,

> Hoffentlich korrekt, statt wie von dir behauptet, verkürzt.


Abgesehen davon, dass ich nichts behauptet haben, werden im Zweifelsfall
werden "Reichsbürger" und ähnlich eingestellte Leute sich wie immer nur
genau das herauspicken, was Ihnen gerade nützlich erscheint und das dann
auch gerne soweit verfälschen, dass am Ende eine vollkommen andere
Aussage dabei herauskommt.

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