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Armin Wolf (15.10.2007, 11:53)
Situation:

Unternehmer, der bisher jedes Wirtschaftsgut mit konkreter Bezeichnung im
Anlagevermögen ausgewiesen hat, und auch die GWG nach der Sofortabschreibung im
Anlagespiegel (= Inventarverzeichnis) stehen läßt. Die WG, insbes. Einrichtung
und EDV- Komponenten sind mit der Inventarnummer gekennzeichnet. (Auch zum
steuerlich eindeutigen Trennen zwischen Ware und Inventar)

Frage:

Gibt es nach der neuen Regelung eine Möglichkeit, die WG zwischen 150 und 1.000
EUR namentlich im Anlageverzeichnis zu führen, und diese WG einzeln in 5 Jahren
abzuschreiben, oder ist man nun gezwungen, diese WG in einem Posten
zusammenzufassen, und dann manuell ein zusätzliches Inventarverzeichnis zu
führen.

Die Software erlaubt beim Einbuchen jedes WG sofort die Erfassung der
steuerlichen Nutzungsdauer, und die Ausgabe des kompletten
Inventarverzeichnisses ist nur noch ein Mausklick entfernt. Jetzt müßte jedes WG
dem Jahres- Sammelposten zugewiesen werden, und in der Auswertung stünde dann
nur noch "Pool 2008", was für das Inventarverzeichnis, mit der Inventarnummer
auf den WG nicht zielführend ist.

Die steuerlichen Auswirkungen der geänderten Abschreibungsregeln sind Gesetz,
und sollen akzeptiert werden. Jedoch soll die interne Unternehmensdokumentation,
die sich bewährt hat, nicht geändert werden. Auch besteht eine leichte Ablehnung
dagegen, Handels- und Streuerrechtlich unterschiedliche Inventare zu führen,
denn handelsrechtlich ist folgender Vorgang äußerst fragwürdig:

__________________________________________________ _

- Kauf einer EDV- Komponente (Bildschirm) für den Arbeitsplatz
- nach 1/2 Jahren wird exakt dieser gebrauchte Bildschirm verkauft,
da ein Kunde genau dieses Modell wünschte.
- Also Neukauf eines "Ersatzwirtschaftsgutes"

Ergebnis:

Ende 2009 (Nur ein Bildschirm vorhanden)
Im Pool 2008 steht: 2/5 der AHK des verkauften WG
Im Pool 2009 steht: 4/5 der AHK das neuen WG.

-> Das Anlagevermögen wird überbewertet, Handelsrechtlich muß der
Restbuchwert ausgebucht werden, genauso, wie das WG aus der
Inventarkartei entnommen wird.
Armin Wolf (15.10.2007, 11:56)
> 2/5
Korrektur: 3/5
mibu (Michael Buchenrieder) (15.10.2007, 13:22)
On 15 Okt., 11:53, Armin Wolf <Bîtte_keine...@mail.invalid> wrote:

[...]

> Frage:
> Gibt es nach der neuen Regelung eine Möglichkeit, die WG zwischen 150 und 1.000
> EUR namentlich im Anlageverzeichnis zu führen, und diese WG einzeln in 5 Jahren
> abzuschreiben, oder ist man nun gezwungen, diese WG in einem Posten
> zusammenzufassen, und dann manuell ein zusätzliches Inventarverzeichniszu
> führen.


die Regeln für gWg ab 2008 haben sich bewertungsrechtlich massiv
verändert. Einen
kohärenten Zusammenhang zwischen Anlageverzeichnis (oder
Anlagebuchhaltung)
und dem gWg-Pool des jeweiligen Wirtschaftsjahres kann es ab 2008
faktisch
nicht mehr geben. Insoferne ist m.E. festzustelle, dass das
Unternehmen seine
zweifellos bewährte Dokumentationsmethodik wird drastisch verändern
müssen.

Ich empfehle hierzu die Übersicht des BWL-Boten



die die Problematik der geänderten Gesetzgebung gut aufarbeitet.

Michael
Matthias Hanft (15.10.2007, 13:31)
mibu (Michael Buchenrieder) schrieb:
> Ich empfehle hierzu die Übersicht des BWL-Boten
>
> die die Problematik der geänderten Gesetzgebung gut aufarbeitet.


Die dortige Forderung >>Ein einzelnes Konto "Geringwertige Wirtschafts-
güter" reicht ab 2008 nicht mehr. In jedem einzelnen Jahr ist jetzt
vielmehr der Zugang an geringwertigen Wirtschaftsgütern auf dem
jeweiligen GWG-Konten des betreffenden Jahres zu erfassen.<< halte
ich für Unsinn. Siehe

Gruß Matthias.
Matthias Kryn (15.10.2007, 19:34)
mibu (Michael Buchenrieder) schrieb:

> Ich empfehle hierzu die Übersicht des BWL-Boten
>
> die die Problematik der geänderten Gesetzgebung gut
> aufarbeitet.


Ich halte den Schluss, dass für jedes Jahr ein eigenes Konto
anzulegen ist, für weit hergeholt. Man kann es so machen, aber
nötig ist es nicht. Eine einfache Tabellenkalkualtion kann
Wunder wirken.

Grüße
Matthias
Armin Wolf (15.10.2007, 21:09)
"Matthias Kryn" schrieb

> Ich halte den Schluss, dass für jedes Jahr ein eigenes Konto
> anzulegen ist, für weit hergeholt. Man kann es so machen, aber
> nötig ist es nicht. Eine einfache Tabellenkalkualtion kann
> Wunder wirken.


Auf diese Idee wäre ich nie gekommen...

Im 1. WJ sind die 20% eindeutig.
Im 2. WJ gibt es den EB- Betrag, und die neuen Kontenbewegungen.

der alte EB wird mit dem Betrag von Vorjahr abgeschrieben, und
die AFA des aktuellen Jahres sind 20% der Kontenbewegungen.

Vie Luxus wäre es, für die Abschreibung der einzelnen Jahre je einen
Buchungssatz anzulegen.

Im Anlageverzeichnis wird selbstverständlich pro WJ ein eigener Pos-
ten angelegt, die aber alle auf einem Konto gebucht werden.
Alexander Schröder (15.10.2007, 21:46)
Matthias Hanft wrote:
> mibu (Michael Buchenrieder) schrieb:
> Die dortige Forderung >>Ein einzelnes Konto "Geringwertige Wirtschafts-
> güter" reicht ab 2008 nicht mehr. In jedem einzelnen Jahr ist jetzt
> vielmehr der Zugang an geringwertigen Wirtschaftsgütern auf dem
> jeweiligen GWG-Konten des betreffenden Jahres zu erfassen.<< halte
> ich für Unsinn.


Da sich die Praxis meist am DATEV SKR 03 oder SKR 04 orientiert, wird
sich das wohl auch nicht durchsetzen.

Zu den aufgrund der Unternehmensteuerreform neu eingefügten Konten:


Alex
Jens Müller (15.10.2007, 23:28)
Alexander Schröder schrieb:

> Zu den aufgrund der Unternehmensteuerreform neu eingefügten Konten:
>


Ihre Sitzung wurde beendet!
Bitte starten Sie die Anwendung neu.
Armin Wolf (16.10.2007, 08:23)
"Jens Müller" schrieb im Newsbeitrag

> Alexander Schröder schrieb:
>> Zu den aufgrund der Unternehmensteuerreform neu eingefügten Konten:
>>

> Ihre Sitzung wurde beendet!
> Bitte starten Sie die Anwendung neu.


Neu starten und beim Suchen die 0903068 eingeben:

Matthias Hanft (16.10.2007, 09:07)
Armin Wolf schrieb:
> Neu starten und beim Suchen die 0903068 eingeben:
>


Die "Neustart-URL" lautet (leicht merkbar)

Gruß Matthias.
Daniel Zauft (18.10.2007, 22:09)
Matthias Hanft wrote:
> Armin Wolf schrieb:
>> Neu starten und beim Suchen die 0903068 eingeben:
>>

> Die "Neustart-URL" lautet (leicht merkbar)
> Gruß Matthias.


.... und noch direkter:



Grüße

Daniel

(geht mit jeder Dok #)
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