expertenaustausch > soc.* > soc.verkehr

Metin Eskesehir (16.07.2003, 11:51)
Hallo!

Aus dem Hamburger Abendblatt vom 15. 7. 2003:

<http://www.abendblatt.de/daten/2003/07/15/186474.html>

----->>>>>

A 1: Ein Hamburger rast in den Tod
Bad Oldesloe: Audi-Fahrer verliert bei Tempo 200 die Kontrolle.

Von Alexander Sulanke

Bad Oldesloe - Drei zerbeulte Autos im Straßengraben, die Fahrbahn
übersät mit Trümmern und Gepäckstücken, ein Leichenwagen auf der rechten
Spur. Ein Mann ist tot, vier Menschen sind verletzt: tragisches Ende
einer rasanten Fahrt auf der A 1.

Für einen 47 Jahre alten Hamburger können die Notärzte nichts mehr tun.
Der Mann war mit seinem dunkelblauen Audi 80 Kombi auf der linken Spur
auf einen dunkelroten Opel Astra Kombi aufgefahren. Dabei wurde er aus
seinem Auto geschleudert. Nach Schätzung des Opel-Fahrers soll der
Hamburger mit etwa 200 Stundenkilometern herangerast sein.

Der Astra-Fahrer (40) aus Lensahn (Kreis Ostholstein) ist mit Frau (39)
und Tochter (13) auf dem Rückweg aus einem Kurzurlaub. Die Familie hat
gerade die Ausfahrt Bad Oldesloe hinter sich gelassen, als der Vater im
Rückspiegel den Audi heranrauschen sieht.

Offenbar gerät der Audi-Fahrer mit den linken Rädern auf den
unbefestigten Randstreifen an der Mittelleitplanke und verliert die
Kontrolle über seinen Wagen. Der Audi schleudert, kracht mit voller
Wucht ins Heck des Opel, überschlägt sich mehrfach und bleibt
schließlich im rechten Straßengraben stehen. Der Fahrer wird
herausgeschleudert und erleidet dabei tödliche Kopfverletzungen.

Durch den Aufprall überschlägt sich auch der Opel, der noch einen
schwarzen Fiat Panda mit von der Fahrbahn reißt. Die dreiköpfige Familie
aus Lensahn kommt zur Behandlung in die Asklepios-Klinik nach Bad
Oldesloe. Der Panda-Fahrer, ein 20 Jahre alter Rostocker, erleidet einen
Schock.

Die Autobahnpolizei geht davon aus, dass die "völlig unangepasste
Geschwindigkeit" des Audi-Fahrers den Unfall ausgelöst hat. Der
Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 25 000 Euro.

Auf der Autobahn staute sich der Verkehr während der Bergungsarbeiten in
Richtung Norden auf drei Kilometern.

erschienen am 15. Jul 2003 in Ahrensburg

----->>>>>

Nun ja, wer hier den Fahrfehler begangen hat und damit das Leben anderer
Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt hat, steht ja in diesem Fall
ausser Frage. Tragischerweise wurde der Unfallverursacher aus dem
Genpool entfernt und bekommt somit keine weitere Gelegenheit zum Begehen
von lebensgefaehrdenden Verkehrsverstößen. Interessant ist auch, dass
trotz fehlender Geschwindigkeitsbegrenzung eine Geschwindigkeit von 200
km/h als "voellig unangepasst" gilt.

-Metin.
Ralf Reske (16.07.2003, 12:22)
"Metin Eskesehir" <eskesehir> schrieb im Newsbeitrag
news:rch1

> Offenbar gerät der Audi-Fahrer mit den linken Rädern auf den
> unbefestigten Randstreifen an der Mittelleitplanke und verliert die
> Kontrolle über seinen Wagen.


> Nun ja, wer hier den Fahrfehler begangen hat und damit das Leben anderer
> Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt hat, steht ja in diesem Fall
> ausser Frage.


Niemand hat hier einen Fahrfehler begangen.
Wäre der Randstreifen befestigt gewesen, dann der Audifahrer eine Chance
gehabt.

Ralf Reske
Christian Huebner (16.07.2003, 12:34)
Da haben wir ja schon wieder so einen putzigen
Frank-Werner-ich-heule-morgens-mit-der-Presse-Verschnitt.

Metin Eskesehir <eskesehir> wrote in news:bf376f$abrch$1@ID-
132623.news.uni-berlin.de:

> Aus dem Hamburger Abendblatt vom 15. 7. 2003:


> Für einen 47 Jahre alten Hamburger können die Notärzte nichts mehr tun.
> Der Mann war mit seinem dunkelblauen Audi 80 Kombi auf der linken Spur
> auf einen dunkelroten Opel Astra Kombi aufgefahren. Dabei wurde er aus
> seinem Auto geschleudert.


Nicht angeschnallt -> Darwin.

> Nach Schätzung des Opel-Fahrers soll der
> Hamburger mit etwa 200 Stundenkilometern herangerast sein.


Abschaetzung von Geschwindigkeiten aus einem Blick in den
Rueckspiegel sind praktisch unmoeglich.

> Die Autobahnpolizei geht davon aus, dass die "völlig unangepasste
> Geschwindigkeit" des Audi-Fahrers den Unfall ausgelöst hat. Der
> Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 25 000 Euro.


Ein Depp weniger, zum Glueck hat's niemand anders erwischt.

> Nun ja, wer hier den Fahrfehler begangen hat und damit das Leben
> anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt hat, steht ja in diesem
> Fall ausser Frage.


Ja.

> Tragischerweise wurde der Unfallverursacher aus dem Genpool entfernt
> und bekommt somit keine weitere Gelegenheit zum Begehen von
> lebensgefaehrdenden Verkehrsverstößen.


Schade dass du so denkst.

> Interessant ist auch, dass trotz fehlender Geschwindigkeitsbegrenzung
> eine Geschwindigkeit von 200 km/h als "voellig unangepasst" gilt.


[ ] Du weisst was der Begriff 'angepasste Geschwindigkeit' bedeutet
[ ] Du weisst wie schnell der Audi war

[ ] Du weisst irgendwas

Chris
Ruediger Schmucker (16.07.2003, 12:36)
Metin Eskesehir <eskesehir> schrieb :

> Nun ja, wer hier den Fahrfehler begangen hat und damit das Leben
> anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt hat, steht ja in
> diesem Fall ausser Frage. Tragischerweise wurde der
> Unfallverursacher aus dem Genpool entfernt und bekommt somit keine
> weitere Gelegenheit zum Begehen von lebensgefaehrdenden
> Verkehrsverstößen. Interessant ist auch, dass trotz fehlender
> Geschwindigkeitsbegrenzung eine Geschwindigkeit von 200 km/h als
> "voellig unangepasst" gilt.


Tja, das kann man aber nunmal leider nicht generell sagen.
Wenn die Fahrbahn frei und gut ausgebaut ist spricht wenig dagegen da
auch mal 250 km/h und mehr zu fahren.

Offenbar war die Fahrbahn aber nicht frei sonst hätt er keine 2 weiteren
Wagen schrotten und eine Familie ins Krankenhaus befördern können.
Daher "unangepasste Geschwindigkeit".

R
Thorwald Brandwein (16.07.2003, 13:08)
Metin Eskesehir <eskesehir> schrieb:

> Interessant ist auch, dass trotz fehlender Geschwindigkeitsbegrenzung
> eine Geschwindigkeit von 200 km/h als "voellig unangepasst" gilt.


Was soll schon wieder die Andeutung eines vermeintlichen Zusammehanges von
_angepasster_ Geschwindigkeit und zulässiger Höchstgeschwindigkeit?
Kein Wunder, wenn immer mehr Leute auf die schwachsinnige Idee kommen,
angepasste Geschwindigkeit wäre eine Folge irgendwelcher permanenter oder
allgemeiner Tempolimits - im Umkehrschluss einige auf die Idee kommen,
jedes nicht verbotene Tempo für angepasst zu halten.....
Da kann man nur sagen: "Zurück in die Fahrschule!"

Grüße
Thorwald Brandwein
Ingo Menger (16.07.2003, 17:15)
Metin Eskesehir <eskesehir> wrote in message news:rch1

> Tragischerweise wurde der Unfallverursacher aus dem
> Genpool entfernt und bekommt somit keine weitere Gelegenheit zum Begehen
> von lebensgefaehrdenden Verkehrsverstößen.


Wohl kaum tragisch, sondern gerecht.

> Interessant ist auch, dass
> trotz fehlender Geschwindigkeitsbegrenzung eine Geschwindigkeit von 200
> km/h als "voellig unangepasst" gilt.


In einer Schrottkarre wie Audi 80 ist das wahrscheinlich überall so.
W. H. Greiner (16.07.2003, 17:22)
Metin Eskesehir schrieb in dem Posting
<bf376f$abrch$1>:

[..]
>Nun ja, wer hier den Fahrfehler begangen hat und damit das Leben anderer
>Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt hat, steht ja in diesem Fall
>ausser Frage.


Einspruch!

Um erst auf den unbefestigten Mittelstreifen zu geraten, dort ins
Schleudern zu geraten und dann - schleudernd - immer noch mit "voller
Wucht" in das Heck des Vorausfahrenden zu krachen, muß der Audi auch
bei schon sehr geringem Abstand immer noch sehr erheblichen
Geschwindigkeitsüberschuß gehabt haben; auch wenn der Audi in der Spur
geblieben wäre, hätte er bei so viel Tempoüberschuß den Aufprall
vermutlich nicht mehr vermeiden können. Dafür gibt's aber nur zwei
mögliche Erklärungen:

a) (weniger wahrscheinlich:) Der Audi-Fahrer war trotz hoher
Geschwindigkeit am Steuer eingeschlafen

b) (wahrscheinlicher:) Der Opel-Fahrer ist dem von hinten kommenden
Audi-Fahrer mit einem Spurwechsel ohne Ankündigung und ohne
ausreichenden Blick in den Spiegel direkt vor den Bug gefahren;
angesichts der Tempodifferenz konnte der nicht mehr bremsen, versuchte
noch auf den Randstreifen auszuweichen und kollidierte dann eben doch.
Daß die Insassen des Opel das nicht aussagen (der Audifahrer kann ja
nicht mehr...), ist angesichts der Interessenlage wohl klar.

Immer wieder erstaunlich, wie bei solchen Unfällen der schnellere
Beteiligte allein wegen seiner Geschwindigkeit vorverurteilt und die
wahrscheinlichste Unfallursache (im Wortsinn rücksichtsloser
Spurwechsel des Vorausfahrenden) gar nicht erst in Betracht gezogen
wird :-(

Gruß, Walter
Frank K. (16.07.2003, 18:13)
Hi,

"W. H. Greiner" schrieb:

> Um erst auf den unbefestigten Mittelstreifen zu geraten, dort ins
> Schleudern zu geraten und dann - schleudernd - immer noch mit "voller
> Wucht" in das Heck des Vorausfahrenden zu krachen, muß der Audi auch
> bei schon sehr geringem Abstand immer noch sehr erheblichen
> Geschwindigkeitsüberschuß gehabt haben; auch wenn der Audi in der Spur
> geblieben wäre, hätte er bei so viel Tempoüberschuß den Aufprall
> vermutlich nicht mehr vermeiden können. Dafür gibt's aber nur zwei
> mögliche Erklärungen:


In dem UP stand nichts davon, das der Opel auf der linken Spur unterwegs
war. Schleudernde Autos haben nun mal die dumme Angewohnheit mehr als
nur eine Fahrspur zu benutzen. Ohne Schleudern wäre der Audi wohl
einfach an dem Opel vorbeigefahren.

Grüßle
Frank Klatte
Jan-Christoph Langner (16.07.2003, 18:39)
> Interessant ist auch, dass
> trotz fehlender Geschwindigkeitsbegrenzung eine Geschwindigkeit von 200
> km/h als "voellig unangepasst" gilt.


nö eigentlich nicht.
auf der A250 (Raserautobahn *g*) kann man bei viel Verkehr (was selten
vorkommt) halt auch keine 200 Sachen fahren. Und wenn mans doch tut ist es
"völlig unangepasst". Wo liegt jetzt das Problem?
Volker Neurath (16.07.2003, 22:23)
Metin Eskesehir wrote:

>von lebensgefaehrdenden Verkehrsverstößen. Interessant ist auch, dass
>trotz fehlender Geschwindigkeitsbegrenzung eine Geschwindigkeit von 200
>km/h als "voellig unangepasst" gilt.


Nö. sie war fuer das Kfahrerische (Nicht) Koennen des Audi-Fahrers
"voellig unangepasst".

Volker
W. H. Greiner (16.07.2003, 23:38)
Frank K. schrieb in dem Posting
<3F1579AD.6D393FFA>:

>In dem UP stand nichts davon, das der Opel auf der linken Spur unterwegs
>war.


Das stand da sogar wörtlich:
------------------- snip -----------
>Der Mann war mit seinem dunkelblauen Audi 80 Kombi auf der linken Spur
>auf einen dunkelroten Opel Astra Kombi aufgefahren. ------------------- snip --------------


Gruß, Walter
klaus hinz (17.07.2003, 08:08)
> Einspruch!
[..]
> noch auf den Randstreifen auszuweichen und kollidierte dann eben doch.
> Daß die Insassen des Opel das nicht aussagen (der Audifahrer kann ja
> nicht mehr...), ist angesichts der Interessenlage wohl klar.


Doppelter Einspruch,

der schnellere hatte darauf vertraut das aufgrund seiner hohen
Geschwindigkeit der langsamere ausweicht, der hat ihn aber zu spät
gesehen und bei der Punktbremsung hat sich der Audifahrer verschätzt.
Er war wesentlich zu schnell und aus war es.

Die Szenen, dass schnelle Fahrzeuge auf den letzten 2 Metern erst
geschwinidgkeitsgleich sind und auf den letzten Metern erst bremsen
sehe ich oft genug wenn ich auf der rechten Spur fahre und von anderen
überholt werde. Dann passiert es oft, dass dann Dritte so aufbremsen.

Und du, du bist für mich ein Depp!

Gruß

Klaus
Metin Eskesehir (17.07.2003, 09:33)
klaus hinz wrote:

> Die Szenen, dass schnelle Fahrzeuge auf den letzten 2 Metern erst
> geschwinidgkeitsgleich sind und auf den letzten Metern erst bremsen
> sehe ich oft genug wenn ich auf der rechten Spur fahre und von anderen
> überholt werde. Dann passiert es oft, dass dann Dritte so aufbremsen.


So koennte es auch bei dem Unfall auf A 5 geschehen sein, wo man hier in
der NG der tödlich verunglückten Frau einen Fahrfehler unterstellt.
Sollte sich dieser wahrscheinlich auch von der Polizei ermittelte
Verdacht erhaerten, steht einer Anklage wegen fahrlaessiger Toetung in
Tatmehrheit mit Fahrerflucht nichts mehr im Wege.

-Metin.
Ralf Reske (17.07.2003, 11:02)
"klaus hinz" <klaushinzkunz> schrieb im Newsbeitrag
news:f927
> Und du, du bist für mich ein Depp!


Aber holla. Du weisst wohl nicht wer der liebe Walter ist ?

Ralf Reske
Ralf Reske (17.07.2003, 11:10)
"W. H. Greiner" <whgreiner> schrieb im Newsbeitrag
news:9031
> Immer wieder erstaunlich, wie bei solchen Unfällen der schnellere
> Beteiligte allein wegen seiner Geschwindigkeit vorverurteilt und die
> wahrscheinlichste Unfallursache (im Wortsinn rücksichtsloser
> Spurwechsel des Vorausfahrenden) gar nicht erst in Betracht gezogen
> wird :-(


Völlig korrekt. Immer wieder kommt es vor, dass Autofahrer
in rücksichtloser Art und Weise einfach auf der BAB stehen bleiben.
Die fadenscheinige Begründung lautet dann, hier wäre ein sogenannter
Stau entstanden.
Kommt dann ein erfahrener Schnellfahrer daher und lässt sich auf
solchen Dummschwatz nicht ein, d.h. er kracht da voll rein,
ist man mit der Vorverurteilung "überhöhte Geschwindigkeit"
schnell bei der Hand.

Ralf Reske

Ähnliche Themen