expertenaustausch > rec.tiere.* > rec.tiere.katzen

Markus Luft (25.08.2019, 20:18)
Am Sun, 25 Aug 2019 09:33:49 +0200 schrieb Dietz Proepper:

> Markus Luft wrote:
> An der Stelle eine kleine Werbung - eine der Katzen von BALAG ist eine
> kleine Streunerin, im Sommer häufig mal für 3-5 Tage weg. Und als
> anständige Dosenöffner macht man sich natürlich große Sorgen.

Das ist auch der Hauptzweck der Klappe.
Maya ist eben keine Streunerin. Normalerweise kommt die morgens, kurz
bevor mein Wecker geht, heim. Aber sie ist eben nicht immer dann da.
Normalerweise befindet sie sich dann in Rufweite und kommt dann, wenn
ich mit meinem hausmeistergroßen Schlüsselbund klappere. Aber eben
nicht immer. Da habe ich mir immer große Sorgen gemacht, war auf der
Arbeit den ganzen Tag gedanklich abgelenkt und bin dann oft früher
nach Hause. Jetzt macht mein Smartphone "miau" und ich bin beruhigt.
Oder wie oft bin ich klappernd durch die Gegend gelatscht, während
Madame schon wieder daheim war...

> Allerdings gibt es da inzwischen (Online-)GPS-Tracker (in unserem Fall
> tractive) für knappe EUR 50, das Jahresabo für Mobilfunk und
> Servernutzung kostet nochmal so viel. Akkulaufzeit 3-4 Tage, Genauigkeit
> ausreichend um bei niedrigem Akkustand Katz und Tracker zu finden.

Das wäre natürlich das Beste. Man findet die Katze auch dann, wenn ihr
ernsthaft etwas passiert ist. Wie hoch ist denn da die Genauigkeit?
Bei meinem Smartphone läßt die ja oft zu wünschen übrig.
Ich habe das aber nicht gekauft, weil das Halsband die Katze an Leib
und Leben gefährdet. Auch diese angeblichen Sicherheitsverschlüsse.
Mich würde jetzt aber ihr neues Revier interessieren.
In ihrem alten Revier wußte ich das vermutlich ziemlich genau. Da war
auch fast alles offen und ich konnte fast überall hin. Da haben wir
Nachts oft ausgedehnte Spaziergänge gemacht und wenn sie alleine los
war, habe ich zumindest gesehen aus welcher Ecke sie zu mir kam.
Ich würde hier vor allem wissen wollen, ob sie die Dorfstraße
tatsächlich nicht überquert. Diese Straße grenzt direkt an ihren
Garten und ist die einzige ernsthafte Gefahr in Punkto Auto, bislang
habe ich sie aber nur am Gartenende am Hang sitzen sehen, da sind auch
Mäuse. Auf der anderen Seite des Hauses ist eh nur Alles T-30 und bei
uns ist das dazu noch eine Sackgasse.
Zur zeit weiß ich ziemlich genau wo sie ist. Die größte
Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte sind schattige Plätze direkt am
Haus.

Ich hätte am Dienstag übrigens fast selbst eine Katze getötet. In Höhe
einer kleinen Häuseransammlung hinter Holtsee sah ich plötzlich etwas
rechts vorm Auto lang rennen. Ich habe dann eine Vollbremsung gemacht
und sah dann wie in Zeitlupe eine Katze von recht nach links vorm Auto
lang rennen. Ich habe mich dann im Spiegel vergewissert, daß die Katze
die andere Straßenseite erreicht hatte und dort in einem Busch
verschwunden ist. Die Katze muß extrem schnell
gewesen sein, denn da
galt nur ein Tempolimit von 70 km/h und nicht 50 oder gar 30 km/h wie
bei den Ortsdurchfahrten. Ich wollte oder habe da schon wieder
beschleunigt, denn es war das letzte Haus auf meiner Höhe.
Mir ist da schon mit dem schwatten "Apothekenkater" nicht ganz
geheuer. Den sehe ich zwar deutlich, aber vielleicht rennt der
trotzdem mal los? Da fahre ich aber sowieso immer langsamer als
erlaubt und lasse großzügigen Abstand nach rechts. Ich finde auch, man
könnte da T-30 von der Schule auch bis dahin verlängern, am besten bis
zu mir. :-) Dafür gäbe es tatsächlich auch ernster zu nehmende
Argumente. Die müßte ich vielleicht mal mit Fotos untermauern und
damit zur Bürgermeistersprechstunde gehen.

> Seitdem wissen wir - ihr Hauptrevier ist ca. 700m von der Wohnung
> entfernt, nächstes Waldstück.


700 m, für ne Katze ganz schön ordentlich. Wobei das Revier in
ländlichen Regionen ja eh größer sein soll.
Maya hatte in jungen Jahren vielleicht mal 300 m. Das hatte sich im
Laufe der Jahre reduziert. Zur Zeit scheinen ihr die angrenzenden
Gärten und die Sackgasse vorm Haus zu reichen, da war ich auch schon
mit ihr und Garfield. Die beiden Kater warteten dann jeweils treudoof,
bis die Dame aus dem Schuhgeschäft kam, um dann in den Klamottenladen
zu gehen, usw., vor dem Geschäft, bis die Dame genug gesehen hatte und
nach Hause wollte.

Die Idee mit dem Livetracking gefällt mir aber schon, das ist eben
das, was der besorgte Katzenhalter wissen will.
Ich vergleiche da ganz gern Katzen mit Kindern und wenn ich da an
meine Kindheit denke, war es ganz gut, daß unsere Eltern so gar keine
Kontrollmöglichkeit hatten. Die hätten sich dauernd Sorgen gemacht und
uns am Ende noch eingesperrt. Der große Unterschied ist da nur, wenn
ein Kind tot auf der Straße klebt, werden die Eltern das erfahren und
nicht noch jahrelang hoffen, daß das Kind noch zurückkehrt. Aber es
gibt natürlich auch verschwundene Kinder, manche tauchen wieder auf
und manche nie. 99% tauchen wieder auf.

BTW: Ist das von Dir "beworbene" Katzenfindegerät zufällig jenes,
welches bei der wissenschaftlich begleiteten Untersuchung in
Weimar(?) verwendet wurde, das Gleiche?
Dietz Proepper (25.08.2019, 21:54)
Markus Luft wrote:

> Am Sun, 25 Aug 2019 09:33:49 +0200 schrieb Dietz Proepper:
> Das wäre natürlich das Beste. Man findet die Katze auch dann, wenn ihr
> ernsthaft etwas passiert ist. Wie hoch ist denn da die Genauigkeit?


Effektiv sehr gut. Im "normalen" Modus werden nur Veränderungen um ein
paar Meter geloggt, d.h. der Lock kann schon mal 2h alt sein. Oder wenn
der Tracker unter einem Auto sitzt.
Im "aktiven" Modus (frisst viel Strom) hat man meist nach ein paar
Sekunden die Position auf 2-3m.

> Bei meinem Smartphone läßt die ja oft zu wünschen übrig.


Hmm, weniger als 2-3m sind auch mit letzterem bei mir eher die Regel.

> Ich habe das aber nicht gekauft, weil das Halsband die Katze an Leib
> und Leben gefährdet. Auch diese angeblichen Sicherheitsverschlüsse.


Oh, Bienchen hat ihren Tracker schon zweimal erfolgreich wo hin gehängt.
Ich halte die Gefährdung für sehr überschaubar.

> Mich würde jetzt aber ihr neues Revier interessieren.


Dafür ist so ein Teil perfekt.

>> Seitdem wissen wir - ihr Hauptrevier ist ca. 700m von der Wohnung
>> entfernt, nächstes Waldstück.

> 700 m, für ne Katze ganz schön ordentlich. Wobei das Revier in
> ländlichen Regionen ja eh größer sein soll.


Naja, 30% der Zeit ist sie maximal 100m von zuhause. Aber wenn sie in
ihr Revier "zieht", dann meistens für 1-4 Tage. Dort hat sie einen
Radius von vielleicht 400m.

> Die Idee mit dem Livetracking gefällt mir aber schon, das ist eben
> das, was der besorgte Katzenhalter wissen will.


Oh, es ist eher Neugier. Das ist eine 2-jährige Katze, recht groß und
recht kräftig. Die kommt schon klar. Und seitdem sie im Alter von ca. 10
Monaten ihren Schwanz verlor (vmtl, Auto und max 5cm hatten gefehlt) hat
sie auch einen Heidenrespekt vor Straßen und Autos.

> Ich vergleiche da ganz gern Katzen mit Kindern und wenn ich da an
> meine Kindheit denke, war es ganz gut, daß unsere Eltern so gar keine
> Kontrollmöglichkeit hatten.


Oh, die Hölle wäre gnädig gewesen im Vergleich dazu, unangemeldet mal
drei Tage nicht heim zu kommen ;-). Insofern.

> BTW: Ist das von Dir "beworbene" Katzenfindegerät zufällig jenes,
> welches bei der wissenschaftlich begleiteten Untersuchung in
> Weimar(?) verwendet wurde, das Gleiche?


Ich glaube nicht. Die hatten iirc reine GPS-Logger, d.h. alle paar Tage
werden die Daten von Hand ausgelesen. Die GPS-Logger halten auch gerne
mal 20 Tage.
Markus Luft (26.08.2019, 12:23)
Am Sun, 25 Aug 2019 21:54:01 +0200 schrieb Dietz Proepper:

> Markus Luft wrote:
> Effektiv sehr gut. Im "normalen" Modus werden nur Veränderungen um ein
> paar Meter geloggt, d.h. der Lock kann schon mal 2h alt sein. Oder wenn
> der Tracker unter einem Auto sitzt.
> Im "aktiven" Modus (frisst viel Strom) hat man meist nach ein paar
> Sekunden die Position auf 2-3m.
> Hmm, weniger als 2-3m sind auch mit letzterem bei mir eher die Regel.

Ich habe das gerade mal ausprobiert, bei einer mehr als ausreichenden
Anzahl von Satelliten meint das Smartphone so 3-10 m. Das sowas dann in
Häuserschluchten u.U. gar nicht mehr funktioniert ist mir klar.
Mir ist nur schon öfter aufgefallen, daß mich z.B. Osmand öfter mal
10-30 m in der Kartendarstellung daneben anzeigt.
Das Öffi mir sehr oft ziemlich abwegige Haltestellen anbietet, halte
ich mal für einen Bug.
10 m Unsicherheit sind schon ziemlich doof. Das können dann mal locker
4 Häuser sein in denen die Katze eingesperrt ist.

>> Ich habe das aber nicht gekauft, weil das Halsband die Katze an Leib
>> und Leben gefährdet. Auch diese angeblichen Sicherheitsverschlüsse.

> Oh, Bienchen hat ihren Tracker schon zweimal erfolgreich wo hin gehängt.
> Ich halte die Gefährdung für sehr überschaubar.

Mayas erster TA in KI hat mir da aber was ganz anderes erzählt und
beklagt wie viele Katze er schon euthanasieren mußte oder Gliedmaßen
amputieren mußte.
Die testen oder designen so einen Verschluss ja nicht unter realen
Bedingungen. Katzen sind auch nicht doof, wenn der Verschluss nach 1-3
Versuchen nicht aufgeht und so einfach soll der sich ja auch nicht
öffnen, versuchen sie eben mit den Gliedmaßen unter das Halsband zu
kommen und dann folgen schwerste neurologische Schäden und die
Amputation.
Man kann die Katzen eh nicht dauerhaft mit dem Halsband rumlaufen
lassen.

>> Mich würde jetzt aber ihr neues Revier interessieren.

> Dafür ist so ein Teil perfekt.

Ich glaube, ich würde aber lieber nicht wissen wollen, daß sie doch
regelmäßig die Dorfstraße quert. Mit meinen analogen Methoden der
Revierauskundschaftung bin ich mir sehr sicher, daß sie es z.Z. nicht
tut.
In ihrem alten Revier war es eben ziemlich offen und ich kannte jedes
Loch im Zaun und wo eins fehlte, habe ich eins gemacht. :-)

> Naja, 30% der Zeit ist sie maximal 100m von zuhause. Aber wenn sie in
> ihr Revier "zieht", dann meistens für 1-4 Tage. Dort hat sie einen
> Radius von vielleicht 400m.

Das ist ja eher Katerverhalten und wenn die nicht entmannt wurden
sowieso.
Wenn's sehr warm wird, kann Maya aber auch plötzlich
unternehmungslustig werden. Heute Nacht wohl eher nicht, obwohl es
wieder ziemlich warm geworden ist, hat sie mehrfach auf Garfiels
Terasse vor einem Busch gesessen. Ich schätze, sie wird bald wieder
mit Mäusen ankommen.

>> Die Idee mit dem Livetracking gefällt mir aber schon, das ist eben
>> das, was der besorgte Katzenhalter wissen will.

> Oh, es ist eher Neugier. Das ist eine 2-jährige Katze, recht groß und
> recht kräftig. Die kommt schon klar. Und seitdem sie im Alter von ca. 10
> Monaten ihren Schwanz verlor (vmtl, Auto und max 5cm hatten gefehlt) hat
> sie auch einen Heidenrespekt vor Straßen und Autos.

Maya hat leider nicht so einen großen Respekt vor Autos, nur vor sehr
großen und lauten. In ihren alten Revier hat sie oft auf der Straße
vorm Haus gesessen und sich in aller seelenruhe geputzt. Und wenn dann
doch ein Auto kam ist sie auch erst spät und ziemlich gemütlich
gewichen.
Auf dem Weg zur Arbeit habe ich schon wieder einige totgefahrene Tiere
gesehen, sogar ein Schaf.

>> Ich vergleiche da ganz gern Katzen mit Kindern und wenn ich da an
>> meine Kindheit denke, war es ganz gut, daß unsere Eltern so gar keine
>> Kontrollmöglichkeit hatten.

> Oh, die Hölle wäre gnädig gewesen im Vergleich dazu, unangemeldet mal
> drei Tage nicht heim zu kommen ;-). Insofern.

Maya war erst einmal 24 h nicht daheim, da wußte ich aber wo sie
steckte. In ihren altem Revier hat sie nur ganz selten tagsüber
draußen gepennt, in ihrem neuen Revier macht sie das öfter, läßt sich
aber schon alle paar Stunden blicken. Zu meinem Ersatunen ist sie
trotz des Katzenwetters tagsüber bis Mittags drin und kommt auch Abend
öfter zum Kuscheln. Bislang war sie eigentlich nur im Winter eine
Kuschelkatze.
[..]
Dietz Proepper (26.08.2019, 12:39)
Markus Luft wrote:

> Am Sun, 25 Aug 2019 21:54:01 +0200 schrieb Dietz Proepper:
> Mayas erster TA in KI hat mir da aber was ganz anderes erzählt und
> beklagt wie viele Katze er schon euthanasieren mußte oder Gliedmaßen
> amputieren mußte.


Ja, man hört viele Horrorgeschichten.

> Die testen oder designen so einen Verschluss ja nicht unter realen
> Bedingungen.


Das bezweifle ich.

> Katzen sind auch nicht doof, wenn der Verschluss nach 1-3
> Versuchen nicht aufgeht und so einfach soll der sich ja auch nicht
> öffnen, versuchen sie eben mit den Gliedmaßen unter das Halsband zu
> kommen und dann folgen schwerste neurologische Schäden und die
> Amputation.


Zum einen, daher die Empfehlung, das Band relativ "eng" anzulegen, zum
anderen, wenn die Katze ernsthaften Widerwillen gegen ein Band erkennen
lässt, dann ist das halt nix für sie.

> Man kann die Katzen eh nicht dauerhaft mit dem Halsband rumlaufen
> lassen.


Man kann. Mein erster hatte über 2a eines - nie Probleme. Die jetzige
fühlt sich durch das Halsband auch gar nicht gestört. Sonst würde ich
ihr natürlich keines umlegen.
Markus Luft (26.08.2019, 14:49)
Am Mon, 26 Aug 2019 12:39:33 +0200 schrieb Dietz Proepper:

> Markus Luft wrote:
> Ja, man hört viele Horrorgeschichten.

Und sie sind leider wahr.
<http://www.tierheim-guetersloh.de/335.html>
Was fehlt ist die Möglichkeit der Risikoabschätzung. Beim Tierarzt
schlagen natürlich die durch Halsbänder schwer verletzten Katzen auf
und nicht die, wo nix passierte.

>> Die testen oder designen so einen Verschluss ja nicht unter realen
>> Bedingungen.

> Das bezweifle ich.

Du glaubst allen Ernstes die würden das entweder berechnen
(Kräftevektoranalyse) oder Katzen in freier Wildbahn statistisch
erfassen?
Die hersteller wissen überhaupt wenig über Katzen.
Bei Mayas von ihren Vorhaltern verpaßten Halsband, war der Nachweis
ein leichtes. Der Tierarzt hat mir gezeigt, wie das
"Sicherheitshalsband" sich eben nicht öffnet.

> Zum einen, daher die Empfehlung, das Band relativ "eng" anzulegen, zum
> anderen, wenn die Katze ernsthaften Widerwillen gegen ein Band erkennen
> lässt, dann ist das halt nix für sie.

Da fängt doch schon das erste Problem an.
Mal abgesehen davon, daß die Katze sich da nicht mehr pflegen kann,
kann man das Band zu eng anlegen und die Katze kriegt ein
"Chaingang-Syndrom", man kann auch das Halsband zu locker anlegen und
der Katze gelingt es mit den Vorderläufen unter das Band zu kommen,
mit der entsprechenden Gefahr schwerer und schwerster bis tödlicher
Verletzungen.

>> Man kann die Katzen eh nicht dauerhaft mit dem Halsband rumlaufen
>> lassen.

> Man kann. Mein erster hatte über 2a eines - nie Probleme. Die jetzige
> fühlt sich durch das Halsband auch gar nicht gestört. Sonst würde ich
> ihr natürlich keines umlegen.


Wieso haben die überhaupt ein Halsband wenn sie kein Ortungssystem
dran haben?

Bei Maya war das damals von den Vorhaltern schon eine überflüssige
Aktion, die Katze war damals schon tätowiert und auch bei Tasso
registriert. Ich habe sie dann nur noch chippen lassen.

Ob Maya das lästig war, weiß ich nicht, ihr blieb ja eh keine Wahl.
Als es ab war hat sie erstmal den Kopf geschüttelt und sich da geputzt
und gekratzt. Hmm?...
Dietz Proepper (26.08.2019, 20:20)
Markus Luft wrote:

> Am Mon, 26 Aug 2019 12:39:33 +0200 schrieb Dietz Proepper:
> Du glaubst allen Ernstes die würden das entweder berechnen
> (Kräftevektoranalyse) oder Katzen in freier Wildbahn statistisch
> erfassen?


Ich glaube allen Ernstes, dass ich mit der Hand ganz gut abschätzen
kann, wie viel Kraft nötig ist um den Verschluss zu öffnen.

Und z.B. bei den Bändern von Trixi, die ich früher mal verwendete war's
ähnlich. Ich denke, da hat schon jemand ein wenig mit gedacht.

> Die hersteller wissen überhaupt wenig über Katzen.
> Bei Mayas von ihren Vorhaltern verpaßten Halsband, war der Nachweis
> ein leichtes. Der Tierarzt hat mir gezeigt, wie das
> "Sicherheitshalsband" sich eben nicht öffnet.


Ja, Müll gibt es. Am Tracker ist ein Magnetverschluss, der vielleicht
200g Last hält. Das ist zu wenig, um sich damit zu strangulieren.

> Da fängt doch schon das erste Problem an.
> Mal abgesehen davon, daß die Katze sich da nicht mehr pflegen kann,
> kann man das Band zu eng anlegen und die Katze kriegt ein
> "Chaingang-Syndrom", man kann auch das Halsband zu locker anlegen und
> der Katze gelingt es mit den Vorderläufen unter das Band zu kommen,
> mit der entsprechenden Gefahr schwerer und schwerster bis tödlicher
> Verletzungen.


Komisch. Meine Katzen und ich hatten damit nie Probleme.

> Wieso haben die überhaupt ein Halsband wenn sie kein Ortungssystem
> dran haben?


Tiger war gerne auch mal ein paar Tage weg und hat sich dann gerne wo
einquartiert. Auf dem Halsband stand mein Name und meine Telefonnummer.

Bei Bienchen habe ich vor dem Tracker einfach mit einem normalen Band
getestet, wie sie's annimmt. Hat nichtmal beim ersten Anlegen gezuckt.
Markus Luft (27.08.2019, 15:14)
Am Mon, 26 Aug 2019 20:20:20 +0200 schrieb Dietz Proepper:

> Markus Luft wrote:
> Ich glaube allen Ernstes, dass ich mit der Hand ganz gut abschätzen
> kann, wie viel Kraft nötig ist um den Verschluss zu öffnen.
> Und z.B. bei den Bändern von Trixi, die ich früher mal verwendete war's
> ähnlich. Ich denke, da hat schon jemand ein wenig mit gedacht.

Das hatte ich auch gar nicht in Zweifel gestellt. Nur die Hersteller
testen sowas nicht oder unrealistisch.
Bei Mayas ehemaligen Halsband mußte der Kraftvektor nur in der Nähe
des verschlusses, grob senkrecht dazu, angreifen und schon ließ es sich
nicht mehr öffnen, auch von Menschen nicht.

>> Die hersteller wissen überhaupt wenig über Katzen.
>> Bei Mayas von ihren Vorhaltern verpaßten Halsband, war der Nachweis
>> ein leichtes. Der Tierarzt hat mir gezeigt, wie das
>> "Sicherheitshalsband" sich eben nicht öffnet.

> Ja, Müll gibt es. Am Tracker ist ein Magnetverschluss, der vielleicht
> 200g Last hält. Das ist zu wenig, um sich damit zu strangulieren.

Kannst Du ja mal ausprobieren. Einfach um etwas wickeln, was ungefähr
Katzenhalsumfamg hat und mit einem Schraubendreher unter den Verschluß
gehen und in mehrere Richtungen ziehen. Am besten wär natürlich mit
Katze dran.

> Komisch. Meine Katzen und ich hatten damit nie Probleme.

Weiß Du gar nicht. Vielleicht haben sie sich auch schon mal selbst
befreien können.
Bei Maya habe ich mal beobachtet, wie sie sich in so Schlingpflanzen
verheddert hatte. Als es nicht mehr weiter ging, ist sie erst panisch
geworden, dann aber ruhig und ist dann langsam wieder zurückgekrochen.
Wenn sie irgendwo durch will, sich das dann aber doch als zu eng
erweist, dann geht sie schnell wieder zurück und versucht nicht sich
doch mit Gewalt durch zu quetschen.
Katzen sind nicht doof und besitzen eine gewisses physikalisches
Grundverständnis.
Aus Experimenten weiß man, daß Katzen Galilei kennen. Wenn man etwas
in einen offenen Karton tut, den hochhebt und dann umdreht, erwarten
Katzen, daß da etwas rausfällt. Maya prüft Äste auf denen sie gerade
balanciert auf Festigkeit, wenn der zu wackelig wird. Das Prinzip der
Wippe kennt sie anscheinend auch.
Manche sachen will sie anscheinend nicht lernen, z.B. das man am
besten nicht menschliche Behausungen betritt, weil man da leicht
eingesperrt werden kann. *Seufz*

> Tiger war gerne auch mal ein paar Tage weg und hat sich dann gerne wo
> einquartiert. Auf dem Halsband stand mein Name und meine Telefonnummer.

Aus dem Grund haben ihr auch die Vorbesitzer ein Halsband verpasst.
Das ist bei Maya eben nur schwachsinnig. Es schützt nicht davor, daß
Arschlöcher die Katze nicht mehr rausrücken und der Halter kann über
die Tätowierung oder beim Tierheim/Tierarzt über den Chip ausfindig
gemacht werden. Und wer die Tätowierung tatsächlich nicht bemerkt,
wird sich dann eh an das nächste Tierheim wenden, wenn er die Katze
nicht haben will.
M.Igrant (27.08.2019, 17:39)
Wer einer Katze ein Halsband anlegt, soll Tag und Nacht mit Hemd und
Kravatte verbringen mŸssen. Viel Spass mit dem Druck auf die Gurgl!
Dietz Proepper (27.08.2019, 23:05)
M. Igrant wrote:

> Wer einer Katze ein Halsband anlegt, soll Tag und Nacht mit Hemd und
> Kravatte verbringen müssen. Viel Spass mit dem Druck auf die Gurgl!


Geh' sterben, Assi.
Dietz Proepper (27.08.2019, 23:39)
Markus Luft wrote:

> Am Mon, 26 Aug 2019 20:20:20 +0200 schrieb Dietz Proepper:
> Das hatte ich auch gar nicht in Zweifel gestellt. Nur die Hersteller
> testen sowas nicht oder unrealistisch.
> Bei Mayas ehemaligen Halsband mußte der Kraftvektor nur in der Nähe
> des verschlusses, grob senkrecht dazu, angreifen und schon ließ es
> sich nicht mehr öffnen, auch von Menschen nicht.


Und wie realistisch ist das Szenario? Die Verschlüsse, welche ich kenne,
erlauben einen gegen die Auflassrichtung zeigenden Vektor maximal bei
recht unrealistischen Szenarien.

>> Ja, Müll gibt es. Am Tracker ist ein Magnetverschluss, der vielleicht
>> 200g Last hält. Das ist zu wenig, um sich damit zu strangulieren.

> Kannst Du ja mal ausprobieren. Einfach um etwas wickeln, was ungefähr
> Katzenhalsumfamg hat und mit einem Schraubendreher unter den Verschluß
> gehen und in mehrere Richtungen ziehen. Am besten wär natürlich mit
> Katze dran.


Oh, ich habe das natürlich gemacht. Wie geschrieben - ca. 200g Last und
auf.

> Weiß Du gar nicht. Vielleicht haben sie sich auch schon mal selbst
> befreien können.


Vielleicht lauert vor dem Haus ein Wolf.

> Bei Maya habe ich mal beobachtet, wie sie sich in so Schlingpflanzen
> verheddert hatte. Als es nicht mehr weiter ging, ist sie erst panisch
> geworden, dann aber ruhig und ist dann langsam wieder zurückgekrochen.
> Wenn sie irgendwo durch will, sich das dann aber doch als zu eng
> erweist, dann geht sie schnell wieder zurück und versucht nicht sich
> doch mit Gewalt durch zu quetschen.


Siehste. Sind doch gar nicht so dumm, die Fellnasen.

>> Tiger war gerne auch mal ein paar Tage weg und hat sich dann gerne wo
>> einquartiert. Auf dem Halsband stand mein Name und meine
>> Telefonnummer.

> Aus dem Grund haben ihr auch die Vorbesitzer ein Halsband verpasst.


Bei Tiger war es eine gute Sache. Der ist das letzte Jahr seines Lebens
alle zwei Wochen in die Demenzabteilung des naheliegenden Wohnstifts
gewandert. (Und auch woanders hin. Rekord, ca. 7km.) Die Insassen haben
ihn geliebt. Er durfte dann - nach Abspreche - auch gelegentlich dort
übernachten.

> Das ist bei Maya eben nur schwachsinnig. Es schützt nicht davor, daß
> Arschlöcher die Katze nicht mehr rausrücken


Wie meinen? Wenn jemand eine Sache, die mir gehört nicht heraus rückt,
dann rufe ich die 110, bestelle eine Streife und dann geht das ruck-
zuck. Also, juristisch gesprochen.

> und der Halter kann über
> die Tätowierung oder beim Tierheim/Tierarzt über den Chip ausfindig
> gemacht werden. Und wer die Tätowierung tatsächlich nicht bemerkt,
> wird sich dann eh an das nächste Tierheim wenden, wenn er die Katze
> nicht haben will.


Oh, das Halsband kam nach der fünften oder so Abholung im Tierheim.

Nee, im Ernst. Die Halsbandpanik ist imho massiv übertrieben. Man sollte
das Teil halt kritisch prüfen, notfalls den Entriegelungsmechanismus
etwas nachbessern, aber dann sollte das schon passen. Und wenn Katz
partout kein Halsband mag, dann kann man's ohnehin vergessen. Meine
Erfahrung - 2/3 Katzen haben keine Probleme damit, und wenn man es
angemessen anlegt, dann passt das auch.

Der M.Igrant hat vermutlich das Problem, dass man ihn 40a am
Kettenwürger gehalten hat. Das hinterlässt Spuren. Warum man den
räudigen Köter hernach aber frei gelassen hat entzieht sich allerdings
meiner Kenntnis.
Markus Luft (07.09.2019, 20:11)
Am Tue, 27 Aug 2019 23:39:08 +0200 schrieb Dietz Proepper:

> Markus Luft wrote:
> Und wie realistisch ist das Szenario? Die Verschlüsse, welche ich kenne,
> erlauben einen gegen die Auflassrichtung zeigenden Vektor maximal bei
> recht unrealistischen Szenarien.

Es gibt dazu anscheinend keinerlei (statistische) Untersuchungen.
Mein Gedankengang ist einfach folgender:
Wenn mir quasi jeder Tierarzt von schweren und schwersten
Halsbandverletzungen aus der eigenen Praxis berichten kann und aber
nur ganz wenige freilaufende Katzen überhaupt ein Halsband tragen, ist
das Risiko nicht zu vernachlässigen.

> Siehste. Sind doch gar nicht so dumm, die Fellnasen. Ja, ungefähr so schlau wie ein 2-3 jähriges Kind.


> Bei Tiger war es eine gute Sache. Der ist das letzte Jahr seines Lebens
> alle zwei Wochen in die Demenzabteilung des naheliegenden Wohnstifts
> gewandert. (Und auch woanders hin. Rekord, ca. 7km.) Die Insassen haben
> ihn geliebt. Er durfte dann - nach Abspreche - auch gelegentlich dort
> übernachten.
> Wie meinen? Wenn jemand eine Sache, die mir gehört nicht heraus rückt,
> dann rufe ich die 110, bestelle eine Streife und dann geht das ruck-
> zuck. Also, juristisch gesprochen.

Und genau in dem Fall ist das Halsband nutzlos.
Es war, glaube ich letztes Jahr, da hat eine Frau in Lübeck regelrecht
Katzen entführt. Die wurde aber zufällig beobachtet und konnte
letztlich von der Polizei ausfindig gemacht werden.

Das Halsband schütz nicht davor, daß jemand eine Katze stiehlt oder dem
Halter unterschlägt.
Wer möchte, daß die Katze wieder zu ihrem Halter zurück kehren kann,
kann an Hand der Tätowierung schon mal erkennen, daß die Katze
wenigstens schon mal in menschlicher Obgut war und braucht sich bloß,
sofern er von Tasso nix weiß, einfach an das nächste Tierheim oder an
einen Tierarzt wenden.
Der Chip hat andere Vorteile, aber den großen Nachteil, daß seine
Existenz ohne Lesegerät verborgen bleibt.

>> und der Halter kann über
>> die Tätowierung oder beim Tierheim/Tierarzt über den Chip ausfindig
>> gemacht werden. Und wer die Tätowierung tatsächlich nicht bemerkt,
>> wird sich dann eh an das nächste Tierheim wenden, wenn er die Katze
>> nicht haben will.

> Oh, das Halsband kam nach der fünften oder so Abholung im Tierheim.

Wozu braucht man da ein Halsband?
Die Katzen kann dort von Patienten allensfalls stundenweise
festgehalten werden. Da wird sich doch wohl das Pflegepersonal drum
kümmern, daß eine Katze dann wenigstens wieder frei gelassen wird.
Wenn Maya da länger als freiwillig verbleiben müßte, würde sie den Ort
vermutlich dann in Zukunft eh meiden.
Maya ist eher so ein Fall für's unabsichtliche Einsperren. Wenn
irgendwo eine Tür oder ein Fenster aufsteht, kann sie sich da schon
mal umsehen, wenn sie glaubt die Luft ist rein. Ansonsten hält sie
sich von Fremden fern. So vertrauensseelig wie in ihren ersten
Lebensjahren ist sie Menschen gegenüber schon lange nicht mehr.
> Nee, im Ernst. Die Halsbandpanik ist imho massiv übertrieben. Man sollte
> das Teil halt kritisch prüfen, notfalls den Entriegelungsmechanismus
> etwas nachbessern, aber dann sollte das schon passen. Und wenn Katz
> partout kein Halsband mag, dann kann man's ohnehin vergessen. Meine
> Erfahrung - 2/3 Katzen haben keine Probleme damit, und wenn man es
> angemessen anlegt, dann passt das auch.


> Der M.Igrant hat vermutlich das Problem, dass man ihn 40a am
> Kettenwürger gehalten hat. Das hinterlässt Spuren. Warum man den
> räudigen Köter hernach aber frei gelassen hat entzieht sich allerdings
> meiner Kenntnis.


Tja, auch so eine geschundene Seele. Immerhin liebt er noch Katzen,
also noch nicht ganz hoffnungslos.
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