expertenaustausch > etc.* > etc.beruf.selbstaendig

Rüdiger Silberer (28.06.2003, 02:03)
Jockel Hofmann beliebte zu schreiben:
>Am Freitag, 27. Juni 2003 17:35 schreibselte Peter Racz:
>> Urlabsanspruch hat man 4 Wochen, und nicht mehr, das ist richtig, daß
>> muß ich noch einkalkulieren.

>Üblich sind eher 5 oder 6.


Ja, normal sind 30 Arbeitstage.

Dazu kommen noch bezahlte Feiertage, je nach Bundesland zwischen 12-14
Tage pro Jahr. Wobei manche aufs Wochenende fallen können wenn der AG
Glück hat.

ade
Rüdiger
Jochen Kriegerowski (28.06.2003, 07:56)
"Erwin Denzler" <denzler> schrieb

> Die gesetzestreuen Privatkunden und die Filialketten können ihn dann
> problemlos beauftragen - zwar etwas teurer als Schwarzarbeit, aber
> immer noch billiger als Malermeister Kalevar und trotzdem steuerlich
> absetzbar, mit Gewährleistung und nicht strafbar. Und ich vermute mal,
> er kann auch ohne Meisterprüfung fachlich perfekt ein Wohnzimmer oder
> eine Aldi-Filiale renovieren.


Richtig. Und damit reihe auch ich mich wieder ein in die Gruppe der
potentiellen Kunden. Wie etliche andere auch. Tapezieren mag ich
nicht, Schwarzarbeit mag ich noch weniger, und Malermeister Kalevar
ist mir zu teuer.

Und genau *das* dürfte der Sinn dieser (trotzdem nicht ganz zu
Ende gedachten) Regelung sein.

Gruß
Jochen
Matthias Kryn (28.06.2003, 10:08)
Rüdiger Silberer <Argentum.Etigraph> schrieb:

> Ja, normal sind 30 Arbeitstage.


Nicht wirklich. Vielleicht bei Längergedienten, aber Einsteiger kenne
ich tatsächlich mit 24 bis 26 Arbeitstagen.

Grüße
Matthias
Gerhard Faehling (28.06.2003, 11:02)
"Matthias Kryn" schrieb:

> Üblich sind zwischen 24 und 30 _Arbeits_tage.
> Im Handel haben ältere bzw. altgediente Mitarbeiter auch schon mal 36
> Werktage Urlaub.


ich kenne eine Dame, die schon Ewigkeiten bei einem Handelsunternehmen
ist, die hat 34 Arbeitstage Urlaub. Und sie hat eine 5-Tage-Woche.

Aber das gibt es da ansonsten auch nicht mehr, obwohl der Betrieb
insgesamt sehr sozial eingestellt ist.

Ciao

Gerhard
Daniel Roedding (28.06.2003, 11:04)
"Horst Kalevar" <Kalevar> wrote:

> ich hab gerade auf einer Submission den prog. Zerfall einer Ich-AG
> erlebt. 26 Bewerber für Malerarbeiten, das Feld tummelt sich zwischen
> 60.000 und 80.000 EUR, günstigster Bieter mit 33.441,- und 3% Nachlaß
> eine Ich-AG.


Vermutlich wird die Ich-AG dabei sogar gar nicht so schlecht fahren,
wenn nicht das Kriterium der Leistungsfähigkeit des Betriebes zuschlägt,
die ja prinzipbedingt begrenzt ist. Ich bin mal gespannt, wann die
ersten Ich-AGs sich zu Bietergemeinschaften zusammentun, um dem
Problem der Leistungsfähigkeit zu entgehen. Formal sollte das ja
bei öffentlichen Aufträgen durchaus gehen. Gleichermaßen darf eine
Ich-AG ja durchaus Subaufträge vergeben.

Eher frage ich mich, ob besagte Ich-AG mit Planeinnahmen von
ca. 32 Tsd. Euro überhaupt noch eine Ich-AG ist. Lag das Umsatzlimit
nicht niedriger?

Daniel
Susanne Dieter (28.06.2003, 11:24)
Daniel Roedding schrieb:

> Vermutlich wird die Ich-AG dabei sogar gar nicht so schlecht fahren,
> wenn nicht das Kriterium der Leistungsfähigkeit des Betriebes zuschlägt,
> die ja prinzipbedingt begrenzt ist. Ich bin mal gespannt, wann die
> ersten Ich-AGs sich zu Bietergemeinschaften zusammentun, um dem
> Problem der Leistungsfähigkeit zu entgehen.


Kann nicht mehr lange dauern.

> Formal sollte das ja
> bei öffentlichen Aufträgen durchaus gehen. Gleichermaßen darf eine
> Ich-AG ja durchaus Subaufträge vergeben.
> Eher frage ich mich, ob besagte Ich-AG mit Planeinnahmen von
> ca. 32 Tsd. Euro überhaupt noch eine Ich-AG ist. Lag das Umsatzlimit
> nicht niedriger?


Nein, 25.000 EUR Gewinn ist möglich. Aber selbst wenn die Ich-AG mehr
hat, muss kein Fördergeld zurückgezahlt werden, es gibt nur nächstes
Jahr keines mehr.

Für die ominöse vereinfachte Buchführung, die ganz groß angekündigt
wurde und jetzt vielleicht gar nicht durch den Bundesrat kommt, war
ein Umsatz von 17.500 EUR vorgegeben. Die hat diese Ich-AG allerdings
schon überschritten.

Gruß

Susanne
Matthias Kryn (28.06.2003, 11:30)
Gerhard Faehling <gf.news> schrieb:

> ich kenne eine Dame, die schon Ewigkeiten bei einem
> Handelsunternehmen ist, die hat 34 Arbeitstage Urlaub. Und sie hat
> eine 5-Tage-Woche.


Oha. Das ist aber bestimmt in den 70er Jahren ausgehandelt worden.

> Aber das gibt es da ansonsten auch nicht mehr, obwohl der Betrieb
> insgesamt sehr sozial eingestellt ist.


34 Arbeitstage ist gigantisch gut - habe ich bis jetzt noch nie
gehört.

Grüße
Matthias
Jörg Fritzsche (28.06.2003, 15:07)
"Susanne Dieter" <susanne.dieter> schrieb im Newsbeitrag
news:ad38

[snip]

> Für die ominöse vereinfachte Buchführung, die ganz groß angekündigt
> wurde und jetzt vielleicht gar nicht durch den Bundesrat kommt, war
> ein Umsatz von 17.500 EUR vorgegeben. Die hat diese Ich-AG allerdings
> schon überschritten.


Du meinst sicher das "Kleinunternehmerförderungsgesetz".
Nach Ablehnung durch den Bundesrat liegt es AFAIK z.Zt. im
Vermittlungsauschuss.

Nur als Ergänzung..

MfG,
Jörg
Jochen Kriegerowski (28.06.2003, 16:49)
"Horst Kalevar" <Kalevar> schrieb

> [X] Du hast den Sinn von Maschineneinsatz verstanden. (mach bitte selbst
> ein Kreuz und enttäusch mich nicht)


Done ;-)

> Ich schaffe mir doch keine teueren Geräte an um höhere Preise zu
> verlangen. Der Endverbraucher erfragt doch in 90% aller Fälle einen
> Preis, den Stundenlohn erfährt er doch selten. Durch den
> Maschineneinsatz kann ich die Lohnminuten stark reduzieren und billiger
> anbieten.
> Beispiel EFH, Betondecke glatt und weiß streichen, Wände mit Rauhfaser
> tapezieren und weiß streichen.
> Deckenfläche 200m², Wandfläche 500 m²


Ich glaube, du hast mich da mißverstanden:

Wenn ich Malerarbeiten für ein EFH ausschreibe (kommt gelegentlich vor)
ist das etwas anderes, als wenn ich privat meine Wohnung (oder sogar
nur Teile davon) renovieren lasse.

> Mit Maschineneinsatz:
> ...
> Zusammen 4450 Minunten oder 2 Mann á 37 Std.
> Also 74 Std * 33 EUR = 2442 EUR
> Gerätekosten: ~ 100 EUR


In Ordnung. Aber bei z.B. 13 m² Decke spachteln und streichen wie oben
und 30 m² Wand tapezieren wirst auch du kaum mit Maschinen anfangen, oder?
Und deine Kalkulation wird vermutlich bei solchen Kleinstaufträgen auch anders
aussehen, wogegen ja auch nichts einzuwenden ist.

> Dazu kommen fast 1,5 Wochen Zeitersparnis, also wann kann ich anfangen?


Du kannst mir ja mal deine Adresse schicken.

Gruß
Jochen
Hans- Peter Walther (28.06.2003, 17:20)
Peter Racz wrote:

> Das möchte ich schon wissen, wie der Faktor 2,3 zustande
> kommt. Ich war kurz davor einen Mann, Softwareentwickler
> (Anfänger), einzustellen. Meine Steuerberaterin hat
> ausgerechnet, daß, wenn ich ihm X Euro Zahle, so kostet das
> mir 1.22 X, also um 22 % mehr. Ort ist Berlin. Noch dazu kommt
> seine Ausrüstung, Büro, Licht, Heizung, usw.


Bissel blauäugig gerechnet. Wir kalkulieren
(Dienstleistungsbereich, sehr wenig Fixkostenanteil) über den
Daumen mit 1,95.

> Ich wollte ihm 2000 EURO Zahlen, dann sind meine Kosten 2440
> EUR, plus 500 EUR für Büro warm, plus 200 EUR pro Monat für
> Geräte, PC, etc. Ich bin jetzt bei 3140 EUR. Was mache ich
> falsch? Wo ist der Faktor 2.3?


Willst du auch was an ihm verdienen?
;-)
mfg
Walther
Edgar Warnecke (28.06.2003, 17:51)
Am Sat, 28 Jun 2003 11:22:43 +0200, schrieb Martin Hentrich :

>klaus strohe bemerkte am Sat, 28 Jun 2003 10:19:55 :
>>X-Complaints-To: abuse

>Wer mag?


Hmmm, ~>:-|

Markus wuerde noelen, dass er auf ein Posting antwortete :-(

Dieses Mal nicht, beim nexten Mal rappelt's. Dann weise ich ihn auf
den Gnadenhof fuer behinderte Pferde ein ;-)

Edg@r
Edgar Warnecke (28.06.2003, 17:52)
Am Sat, 28 Jun 2003 11:30:51 +0200, schrieb Matthias Kryn :

>34 Arbeitstage ist gigantisch gut - habe ich bis jetzt noch nie
>gehört.


Oppa ist schwerbehindert, der hatte afaik 36 Tage.

Edg@r
Susanne Dieter (28.06.2003, 18:55)
Jörg Fritzsche wrote:

> Du meinst sicher das "Kleinunternehmerförderungsgesetz".
> Nach Ablehnung durch den Bundesrat liegt es AFAIK z.Zt. im
> Vermittlungsauschuss.


Yepp, hast Recht, das habe ich verdient nach meiner Pingeligkeit mit der
Umsatzsteuer.

Trotzdem bleibe ich bei öminös, sinnlos, groß werbewirksam angekündigt
und bis jetzt nichts dabei herausgekommen.

Gruß

Susanne
Martin Hentrich (28.06.2003, 19:12)
Susanne Dieter bemerkte am Sat, 28 Jun 2003 18:55:06 +0200:

>Trotzdem bleibe ich bei öminös, sinnlos, groß werbewirksam angekündigt
>und bis jetzt nichts dabei herausgekommen.


ACK und nochmals ACK

Ein "Kleinunternehmerförderungsgesetz" ist in der vorgelegten Form
pompös, weil es nur einen Scheineffekt hat und nur ein Potemkinsches
Dorf schafft, daß sich ignorante Politiker gegenseitig vorführen.

Die Grenzen zur Vereinfachung sollten um ein mehrfaches größer sein.

Es ist docherstaunlich, daß seit der Festlegung der Grenzen z. B. von
32.000 DM damals oder von 48.000 für die Gewerbesteuer viele Jahre mit
Inflation gekommen und gegangen sind, während jährlich die
Beitragsbemessungsgrenzen der SV angepaßt wurden, nicht jedoch diese und
viele andere Werte.

Martin
Rüdiger Silberer (28.06.2003, 20:03)
Hans- Peter Walther beliebte zu schreiben:
>Peter Racz wrote:
>Bissel blauäugig gerechnet. Wir kalkulieren
>(Dienstleistungsbereich, sehr wenig Fixkostenanteil) über den
>Daumen mit 1,95.


Sehe ich auch so. Faktor 1,22 berücksichtigt ja lediglich den
AG-Anteil zur Sozialversicherung.

Wie schon teilweise geschrieben wurde, kommen dazu Urlaub, Feiertage,
Krankheitstage, Fortbildung, Arbeitsplatz, interne Verwaltungskosten
(bei einem Angestellten fällt das nicht ins Gewicht, bei 40 schon
eher) Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld.

Und dann kommt noch dazu, daß man selten jede Arbeitsstunde einem
Kunden verrechnen kann.

>> Ich wollte ihm 2000 EURO Zahlen, dann sind meine Kosten 2440
>> EUR, plus 500 EUR für Büro warm, plus 200 EUR pro Monat für
>> Geräte, PC, etc. Ich bin jetzt bei 3140 EUR. Was mache ich
>> falsch? Wo ist der Faktor 2.3?

>Willst du auch was an ihm verdienen?
>;-)


Das kommt erschwerend hinzu.

ade
Rüdiger

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