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Daniel Schober (07.04.2004, 11:38)
Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach einer IR-Sende und- Empfangsdiode.
Lt. Angaben brauche ich eine Wellenlänge von 800nm. Das Problem ist, daß
Reichelt und Conrad alles weit entfernt von 800nm hat.
Kennt jemand Bezugsquellen für 3mm IR-Sende und Empfangsdioden?
Oder: wie genau muß der Wert 800nm eingehalten werden? Ich frage, weil
Conrad eine Sendediode mit 880nm im Programm hat.
Natürlich würde auch ein IR-Transistor als Empfänger gehen!

Besten Dank!

Verschnupfte Grüße
Daniel
Bernd Mayer (07.04.2004, 12:29)
Daniel Schober wrote:
> ich bin auf der Suche nach einer IR-Sende und- Empfangsdiode.
> Lt. Angaben brauche ich eine Wellenlänge von 800nm. Das Problem ist, daß
> Reichelt und Conrad alles weit entfernt von 800nm hat.
> Kennt jemand Bezugsquellen für 3mm IR-Sende und Empfangsdioden?
> Oder: wie genau muß der Wert 800nm eingehalten werden? Ich frage, weil
> Conrad eine Sendediode mit 880nm im Programm hat.
> Natürlich würde auch ein IR-Transistor als Empfänger gehen!


Hallo Daniel,

ein Blick ins Datenblatt lohnt sich weil da ein wesentlicher Teil Deiner
Fragen beantwortet wird.

HTH

Bernd Mayer
Daniel Schober (07.04.2004, 13:45)
Hi,

> ein Blick ins Datenblatt lohnt sich weil da ein wesentlicher Teil Deiner
> Fragen beantwortet wird.
> HTH


Na ja, nicht so ganz. Dort steht nur, Lambda bei If und dann noch delta
Lambda also mA(f)nm.
Ist das das richtige Diagramm, an dem ich mich orientieren muß?
Ein weiteres Problem ist, daß die "Gegenseite", die mit meiner Bastellei
kommunizieren soll, nahezu unbekannt ist. Wer es nachlesen will und wissen
will, was ich versuche zu bauen:



Grüße
Daniel
Uwe Hercksen (07.04.2004, 14:30)
Daniel Schober schrieb:

> Ein weiteres Problem ist, daß die "Gegenseite", die mit meiner Bastellei
> kommunizieren soll, nahezu unbekannt ist. Wer es nachlesen will und wissen
> will, was ich versuche zu bauen:
>


Hallo,

man wird sich dort schlicht und einfach verschrieben haben. 800 nm ist
nämlich noch im sichtbaren Bereich, rot geht von etwa 650 bis 810 nm.

Wenn Du also an dem Fluke Scopemeter kein rotes Licht siehst wird es
sich um 880 nm handeln.

Bye
Daniel Schober (07.04.2004, 15:02)
HiHo!!

>>


> man wird sich dort schlicht und einfach verschrieben haben. 800 nm ist
> nämlich noch im sichtbaren Bereich, rot geht von etwa 650 bis 810 nm.
> Wenn Du also an dem Fluke Scopemeter kein rotes Licht siehst wird es
> sich um 880 nm handeln.


Aaaaaah! Das ist doch mal 'ne Antwort, mit der ich was anfangen kann.
(Wie unglaublich bildend so ne NG sein kann (muß auch mal gesagt werden)
:-)))

Besten Dank für die Antwort. Werde dann heute Abend mal in das Löchlein
gucken!

Grüße
Daniel
Bernhard H (08.04.2004, 10:03)
"Uwe Hercksen" <hercksen> schrieb im
Newsbeitrag news:0304

> Hallo,
> man wird sich dort schlicht und einfach verschrieben haben. 800 nm ist
> nämlich noch im sichtbaren Bereich, rot geht von etwa 650 bis 810 nm.
> Wenn Du also an dem Fluke Scopemeter kein rotes Licht siehst wird es
> sich um 880 nm handeln.
> Bye


Also 800nm würde ich nicht mehr als sichtbar (für das
menschliche Auge) bezeichnen! Normalerweise gibt man
400-700nm als den sichtbaren Wellenlängenbereich an. Unter
findet man eine
schöne Darstellung der Farben und der Augenempfindlichkeit
bei der jeweiligen Wellenlänge.

Bye,
Bernhard
Martin Lenz (08.04.2004, 11:35)
Bernhard H schrieb:
[..]
> findet man eine
> schöne Darstellung der Farben und der Augenempfindlichkeit
> bei der jeweiligen Wellenlänge.


Ich würde das auch etwa so sehen, gerade deswegen hab ich mich
gewundert, daß man IrDA-Transmitter (Nokia 6x10 Hand und Laptop) bzw.
CD-Laserdioden (780nm) noch schwach rot glimmen sehen kann (im dunklen).

Martin
Bernd Mayer (08.04.2004, 14:01)
Daniel Schober wrote:
> Na ja, nicht so ganz. Dort steht nur, Lambda bei If und dann noch delta
> Lambda also mA(f)nm.
> Ist das das richtige Diagramm, an dem ich mich orientieren muß?
> Ein weiteres Problem ist, daß die "Gegenseite", die mit meiner Bastellei
> kommunizieren soll, nahezu unbekannt ist. Wer es nachlesen will und wissen
> will, was ich versuche zu bauen:
>


Hallo Daniel,

schau Dir doch mal die Farbempfindlichkeitskurve einer lieferbaren
Empfängerdiode an. Bei denen die ich mir angesehen habe (z.B. von Sony,
Telefunken, Siemens, TRW, Sharp) sind diese breitbandig empfindlich und
es wird bei der Spezifikation halt die Wellenlänge für maximale
Empfindlichkeit angegeben. In der Praxis bedeutet das, dass man wohl
Kompromisse eingehen kann. Auch wenn man die Empfängerdiode nicht kennt
kann man versuchen da aus der Nähe mal direkt hinzusenden mit einer
Sendediode aus der Bastelkiste oder einer die günstig erhältlich ist und
deren Daten näherungsweise passen: irgendwas wird wohl durchkommen für
erste Tests die dann Anhaltspunkte liefern ob die Reichweite dann genügt
oder ob noch Optimierungen notwendig sind.

z.B. hier:


Im Diagram "Relative spectral sensitivity" kann man erkennen, dass die
Bandbreite für 50 % Empfindlichkeit von 840 nm bis 1080 nm geht und bei
20 % 800 nm bis 1130 nm.

Oder hier:


Da wird z.B. angegegeben: Spektraler Bereich der Fotoempfindlichkeit S =
10 % von Smax l 400 ... 1150 nm für die BPX90.

HTH

Bernd Mayer
Bernd Mayer (08.04.2004, 14:23)
Bernd Mayer wrote:
> Daniel Schober wrote:


> >


Nachtrag:

Da steht ja auch:

"The IR LED is a garden variety IR diode, as found in all TV remote
controls etc. As an IR detector you can use either an IR photodiode
(plugged in in "reverse" i.e. reverse biased), or an IR phototransistor.
A phototransistor has higher gain which means the detected signal is
cleaner. A photodiode will work just equally well. Choice depends on
which one happens to be cheaper... :o)"

So wie ich das verstehe, ist die exakte Bauteilwahl nicht so arg
kritisch (garden variety) und man kann günstig erhältliche Teile
verwenden z.B. von Pollin.

HTH

Bernd Mayer
Martin Schönegg (08.04.2004, 14:31)
> schau Dir doch mal die Farbempfindlichkeitskurve einer lieferbaren
> Empfängerdiode an. Bei denen die ich mir angesehen habe (z.B. von Sony,
> Telefunken, Siemens, TRW, Sharp) sind diese breitbandig empfindlich und
> es wird bei der Spezifikation halt die Wellenlänge für maximale
> Empfindlichkeit angegeben. In der Praxis bedeutet das, dass man wohl
> Kompromisse eingehen kann.


Hallo,
ich meine mich erinnern zu können, dass bei einem Elektorprojekt mit der
SPDI-Schnittstelle auch mal das Problem der exotischen Wellenlänge auftrat.
Gelöst wurde es mit einer weissen LED, die hat der Wellenlängen üppig
irgendwas wird schon passen.

Viel Glück

Martin
Daniel Schober (08.04.2004, 14:39)
Hi,

> "The IR LED is a garden variety IR diode, as found in all TV remote
> controls etc. As an IR detector you can use either an IR photodiode
> (plugged in in "reverse" i.e. reverse biased), or an IR phototransistor.
> A phototransistor has higher gain which means the detected signal is
> cleaner. A photodiode will work just equally well. Choice depends on
> which one happens to be cheaper... :o)"
> So wie ich das verstehe, ist die exakte Bauteilwahl nicht so arg
> kritisch (garden variety) und man kann günstig erhältliche Teile
> verwenden z.B. von Pollin.


Danke für deine Antworten. Sag mal, stelle ich mich zu doof an, oder warum
finde ich bei Pollin keine IR-Dioden. Ich habe unter Bauelemente -->
Aktiv --> Opto gesucht aber nichts gefunden.
Ich denke mal exakt sollte die Bauteilwahl nicht sein, aber "nahe dran". Ich
könnte mir vorstellen, (vorausgesetzt die 800nm stimmen) daß die Sendediode
183776 vom Conrad nicht funktionieren wird. Die geht erst bei ~900nm los
(müsste nachschauen).

Grüße
Daniel
Bernd Mayer (08.04.2004, 14:57)
Daniel Schober wrote:
> Hi,
> Danke für deine Antworten. Sag mal, stelle ich mich zu doof an, oder warum
> finde ich bei Pollin keine IR-Dioden. Ich habe unter Bauelemente -->
> Aktiv --> Opto gesucht aber nichts gefunden.


Hallo Daniel,

ich hatte da kleine Platinen zum Ausschlachten von Fernseh-IR-empfänger
(wie ja auch in der Anleitung empfohlen) für wenige cent gesehen

HTH

Bernd Mayer
Michael Eggert (08.04.2004, 21:33)
On Thu, 08 Apr 2004 11:35:50 +0200, Martin Lenz
<m.lenz> wrote:

Hi!

>> Also 800nm würde ich nicht mehr als sichtbar (für das
>> menschliche Auge) bezeichnen!


>Ich würde das auch etwa so sehen, gerade deswegen hab ich mich
>gewundert, daß man IrDA-Transmitter (Nokia 6x10 Hand und Laptop) bzw.
>CD-Laserdioden (780nm) noch schwach rot glimmen sehen kann (im dunklen).


Das liegt halt daran, weil Du Dir dann grad richtig Leistung ins Auge
brätst. Die Empfindlichkeit nimmt halt langsam ab, in den Rand-
bereichen kann man das durch Leistung kompensieren - aber nicht lange.

Gruß,
Michael.
kai-martin knaak (09.04.2004, 00:10)
On Thu, 08 Apr 2004 14:31:44 +0200, Martin Schönegg wrote:

> ich meine mich erinnern zu können, dass bei einem Elektorprojekt mit der
> SPDI-Schnittstelle auch mal das Problem der exotischen Wellenlänge
> auftrat. Gelöst wurde es mit einer weissen LED, die hat der Wellenlängen
> üppig irgendwas wird schon passen.


Sicher, dass ein schmalbandiger Empfänger das Problem war? Dafür
müsste man AFAIK einigen Aufwand in Form von Interferenz-Filtern treiben.

Die "Empfänger-Dioden" sind in allen Fällen, die Du bezahlen willst,
letztlich ein PN-Übergang in Silizium. Dessen Empfindlichkeit ist bei
etwa 950 nm am höchsten und fällt dann zu höheren Wellenlängen
drastisch ab. In Richtung der kürzeren Wellenlängen, also sichtbarem
Licht ist der Abfall der Empfindlichkeit viel langsamer und reicht auch im
Blauen bei 420 nm noch aus, um Digi-Kameras zu einem korrekten Eindruck
von Kornblumen zu verhelfen.
Das ist die durch die Festkörperphysik vorgegebene Empfindlichkeit. Die
ist bei allen Silizium-Photodioden gleich. Wenn bestimmte Bauteile doch
als "IR-Diode" gehandelt werden, dann liegt das an einem zusätzlichen
Absorptions-Filter für sichtbares Licht, den diese Dioden in Form einer
schwarz erscheinenden Kunststoff-Ummantelung verpasst bekommen haben.

Merke: Die Empfindlichkeit wird durch Filter höchstens geringer.
Das kann aber durchaus im Sinne der Anwendung sein, wenn Störungen durch
Tageslicht vermieden werden sollten.

Tipp zum Experimentieren: Man nehme BPW34.
Das ist _das_ Standard-Modell mit vernünftigen Specs und vor allem einem
Preis in der Art, wie man ihn bei Elektronik-Bauteilen gewöhnt ist. Von
der BPW34 gibt es auch die üblichen Modifikationen von "IR" bis
"UV-enhanced". Trotz der recht großenen empfindlichen Fläche hält sich
die Kapazität in Grenzen und mit entsprechendem Verstärker kommt man
locker In den 10MHz-Bereich. Die meisten anderen Photodioden haben die
Tendenz als "Sonderform" eine "Sonderpreis" zu kosten. (Das ist jetzt
etwas übertrieben dargestellt, kommt aber so in etwa hin)

---<(kaimartin)>---

PS: Bei Kommunikations-Wellenlängen 1300nm und 1500nm tun die billigen
Si-Dioden leider nicht mehr und man weicht auf Indium-Gallium-Arsenid
(InGaAs) aus.
Michael Eggert (09.04.2004, 00:23)
On Fri, 09 Apr 2004 00:10:43 +0200, kai-martin knaak
<kmkn> wrote:

Hi!

>PS: Bei Kommunikations-Wellenlängen 1300nm und 1500nm tun die billigen
>Si-Dioden leider nicht mehr und man weicht auf Indium-Gallium-Arsenid
>(InGaAs) aus.


Oder auf Germanium, wenn man zuviel Geld hat.

Gruß,
Michael.

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