expertenaustausch > sci.* > sci.philosophie

Tina (03.04.2006, 19:36)
Hallo ihr,
wie beantworte ich mir meine Frage nach dem Sinn meines Lebens?
Erfülle ich schon das für mich vom Schicksal vorgesehene Lebensziel,
wenn ich mir diese Frage stelle? Oder beginnt erst alles, wenn ich den
Sinn gefunden habe und mir dessen bewußt geworden bin?
Peter Niessen (03.04.2006, 19:56)
Am Montag, April 2006 19:36, schrieb Tina:

> Hallo ihr,
> wie beantworte ich mir meine Frage nach dem Sinn meines Lebens?
> Erfülle ich schon das für mich vom Schicksal vorgesehene Lebensziel,
> wenn ich mir diese Frage stelle? Oder beginnt erst alles, wenn ich den
> Sinn gefunden habe und mir dessen bewußt geworden bin?


Da bist du in der falschen Gruppe.
Wissenschaftliche Philosophie ist kein Beichtstuhl wo einem der Pfarrer
nach längeren Gesprächen über die Unbilden des eigenen Seins etwas aufträgt
oder die Absolution erteilt.
Halte es mit Erich Kästner:
"Es gibt nichts gutes ausser man tut es."
Bei deiner Frage könnte das bedeuten zuerst mal philosophische
Grundkonzepte kennenzulernen.
Karsten W. (03.04.2006, 20:45)
Hallo,
wie wärs mit der Antwort: Die Frage nach dem Sinn ist eine Frage. Sie
ist also auf die Sprache angewiesen. Ebenso wäre jede Antwort auf
Sprache angewiesen. So bevor du nach einer Antwort auf die Frage
suchst, frage: Reicht Sprache aus, um die Antwort zu fassen?

Gruß,
Karsten.

Tina wrote:
[..]
Michael Weber (03.04.2006, 21:16)
[3 Apr 2006 10:36:35 -0700/Tina]
> Hallo ihr,
> wie beantworte ich mir meine Frage nach dem Sinn meines Lebens?
> Erfülle ich schon das für mich vom Schicksal vorgesehene Lebensziel,
> wenn ich mir diese Frage stelle? Oder beginnt erst alles, wenn ich den
> Sinn gefunden habe und mir dessen bewußt geworden bin?


Beim Suchen nach dem Sinn des Lebens besteht die Gefahr, die Hälfte
davon zu verpassen. Zumindest hätte man dann den Unsinn des Lebens
gefunden ;-)

grüsse
michael
etdelladent (03.04.2006, 22:03)
"Beim Suchen nach dem Sinn des Lebens besteht die Gefahr, die Hälfte
davon zu verpassen. Zumindest hätte man dann den Unsinn des Lebens
gefunden ;-) "

Pauschalisieren kann jeder! Ich auch :-))
Klingt dir das nicht auch relativ undifferenziert?
Ich würde wohl eher sagen: Erst die Suche nach dem Sinn des Lebens
erfüllt eben dieses, und schafft eine unendliche Bandbreite an
Möglichkeiten die Antwort auf alle Fragen zu finden.

P.s. Vielleicht haben wir sie ja auch schon lange gefunden, wissen nur
nichts davon!^^
Peter Einstein (03.04.2006, 22:25)
Tina wrote:
> Hallo ihr,
> wie beantworte ich mir meine Frage nach dem Sinn meines Lebens?
> Erfülle ich schon das für mich vom Schicksal vorgesehene Lebensziel,
> wenn ich mir diese Frage stelle? Oder beginnt erst alles, wenn ich
> den
> Sinn gefunden habe und mir dessen bewußt geworden bin?


Den Sinn des Lebens gibt es nicht so wie du denkst. Um den Sinn
begreifen zu können müßtest du über dir 'stehen' um das beurteilen zu
können und das kannst du nicht. Was du kannst ist das Beste aus deinem
Leben zu machen.
Michael Weber (03.04.2006, 23:23)
[3 Apr 2006 13:03:20 -0700/etdelladent]
> "Beim Suchen nach dem Sinn des Lebens besteht die Gefahr, die Hälfte
> davon zu verpassen. Zumindest hätte man dann den Unsinn des Lebens
> gefunden ;-) "
> Pauschalisieren kann jeder! Ich auch :-))
> Klingt dir das nicht auch relativ undifferenziert?
> Ich würde wohl eher sagen: Erst die Suche nach dem Sinn des Lebens
> erfüllt eben dieses,


Ist das nicht ein wenig undifferenziert?

> und schafft eine unendliche Bandbreite an
> Möglichkeiten die Antwort auf alle Fragen zu finden.


"Die Antwort auf alle Fragen"...genial.

Was es schafft, ist mir eine unendliche Zeitspanne an Grübellei, an
deren Ende nur ein Glaube stehen kann, den man ebenso gut auch beim
Friseur hätte kriegen können. Wieviele Bandbreiten stehen schon in
den Biliotheken zum Thema.

Wenn man aus der Natur weiss, dass das Leben keinen Sinn hat,
sondern ein Schauspiel unglaublich komplexen Chaos ist, ist doch
die geäusserte Suche nach einem Sinn schon Zeitvertreib des
Intellekts. Hätte das Leben einen Sinn, müsste es ein finales Ziel
geben. Welches?

Vielleicht ist der beste Sinn der, sich einfach nur daran zu
erfreuen. Die Suche nach einem Sinn könnte das jedoch vereiteln,
weil es keine finale Antwort geben kann. Das Sein gibt sich schon
selbst einen Sinn, um existieren zu können. Das eine glaubt an
Gott, das andere an Aliens. Ein Drittes an Aldi Nord. Und so sind
sie alle happy. Mehr zählt nicht.

grüsse
michael
Wolfram Heinrich (03.04.2006, 23:41)
Am 3 Apr 2006 10:36:35 -0700 schrieb Tina:

> Hallo ihr,
> wie beantworte ich mir meine Frage nach dem Sinn meines Lebens?
> Erfülle ich schon das für mich vom Schicksal vorgesehene Lebensziel,
> wenn ich mir diese Frage stelle? Oder beginnt erst alles, wenn ich den
> Sinn gefunden habe und mir dessen bewußt geworden bin?


Also, mir scheint, du bist über den Berg. Wer sich solche Fragen stellt,
dem geht es so gut, daß er sich solche Fragen und das Nachdenken drüber
leisten kann.
Gratulation.

Ciao
Wolfram
Peter Niessen (04.04.2006, 00:17)
Am Montag, April 2006 23:23, schrieb Michael Weber:

>> und schafft eine unendliche Bandbreite an
>> Möglichkeiten die Antwort auf alle Fragen zu finden.

> "Die Antwort auf alle Fragen"...genial.


Quark Das ist Einfach:
42
klaus.roggendorf051254283 (04.04.2006, 09:07)
"Wolfram Heinrich" <alfons_hemul> schrieb im Newsbeitrag
news:7dlg
> Am 3 Apr 2006 10:36:35 -0700 schrieb Tina:
> > Hallo ihr,
> > wie beantworte ich mir meine Frage nach dem Sinn meines Lebens?
> > Erfülle ich schon das für mich vom Schicksal vorgesehene Lebensziel,
> > wenn ich mir diese Frage stelle? Oder beginnt erst alles, wenn ich den
> > Sinn gefunden habe und mir dessen bewußt geworden bin?


> Also, mir scheint, du bist über den Berg. Wer sich solche Fragen stellt,
> dem geht es so gut, daß er sich solche Fragen und das Nachdenken drüber
> leisten kann.
> Gratulation.
> Ciao
> Wolfram


Der Mensch ist ein Sinnwesen vom Anfang bis zu seinem Ende und
was er an der Mitwelt, am Du und Wir bewirkt, das war sein Sinn,
das ist sein Lebenswerk.
Jeder Mensch macht mit jedem Gedanken, Tun und/oder Lassen
die Welt besser oder schlechter.

Nach Viktor Frankl stellst gar nicht Du die Frage nach dem Sinn,
sondern das Leben stellt an Dich die Sinnfragen, meist Fragen, die
Dir jetzt nur bewußt werden und auf die Du ,vielleicht unbewußt handelnd,
schon oft geantwortet hast. Du mußt für diese Sinnfragen, die das Leben im
Übermaß und stets neu stellt, aus pragmatischen Gründen ethische-
prinzipielle Antworten parat haben. Sie begründen individuell-moralische
Verhaltensweisen ebenso, wie die Sittenlehren von Menschengruppen
oder Philosophen.

Der Sinn des Lebens vollzieht sich im v e r n ü n f t i g , s i n n v o l l
rechtfertigten l e b e n s f ö r d e r l i c h e n Mitgestalten, im gedeihlichen
Erleben des Lebens.

Das natürlich entscheidende Kriterium und der be- u. unbewußte
Sinn allen Lebens ist das Streben nach gelingendem Leben, aufgehoben
und erfüllt im natürlich-gesellschaftlichen Ganzen. Denn die natürlichen/
gesellschaftlichen/konstitutionellen Gegebenheiten bestimmen mit ihren
Kausalbeziehungen unseren Lebensraum, die Bedingungen und Grenzen
unseres Seins und somit auch unseres "ethisch-richtigen "Sollens zu
gedeihlichem, möglichst optimal entfalteten Leben.

Diese Wahrheiten, unsere Annäherung an sie, b e s t i m m e n unser Sein.

Deshalb ist die emotionale und rationale Bildung, die Selbst-und
Welterkenntnis die Basis gelingenden menschlichen Lebens.
Sinnvoll,vernünftig und gut ist folglich stets das n a c h h a l t i g optimal
l e b e n s f ö r d e r n d e Tun und Lassen, so wie die Mitwirkung eines
jeden an der Gestaltung des natürlichen und gesellschaftlichen Ganzen.

Jeder so gut er kann, aber nicht weniger.

Dieses Streben ist nicht nur die Basis des individuell und gesellschaftlich
glückenden , gelingenden Lebens in größtmöglicher Freiheit, sondern
das entscheidende Kriterium und der Maßstab für menschliches Verhalten.

Grüße
Klaus
Hermann Riemann (04.04.2006, 09:11)
Tina schrieb:

> wie beantworte ich mir meine Frage nach dem Sinn meines Lebens?


Untersuche Deine Gefühle und Instinkte.
Sonst versuchst Du leicht etwas logisch zu ergründen,
ohne die passenden Grundlagen zu kennen.

> Erfülle ich schon das für mich vom Schicksal vorgesehene Lebensziel,


Es gibt einige Lebensziele, etwa Familienleben,
gesellschaftliche Akzeptanz, Erreichen von Vorstellungen.
aber als Schicksal gilt da nur die mehr oder weniger
zufällig entstandenen Lebensbedingungen.

> wenn ich mir diese Frage stelle?


Wenn Dir entsprechend wichtig ist.

> Oder beginnt erst alles, wenn ich den
> Sinn gefunden habe und mir dessen bewußt geworden bin?


Es ist für Dich alles da, solange Du es erlebst.
Ein Teil ist vorbei, an anderer kommt noch.

Hermann
dessen dieseitige Wiedergaben
jenseitiger virtueller Beziehungen
zu viele Fehler enthielten,
um dauerhaft glaubwürdig zu bleiben.
Peter Niessen (04.04.2006, 10:11)
Am Dienstag, April 2006 9:07, schrieb klaus.roggendorf051254283:

Miserables Deutsch im Beispiel:

> Das natürlich entscheidende Kriterium und der be- u. unbewußte
> Sinn allen Lebens ist das Streben nach gelingendem Leben, aufgehoben
> und erfüllt im natürlich-gesellschaftlichen Ganzen. Denn die natürlichen/
> gesellschaftlichen/konstitutionellen Gegebenheiten bestimmen mit ihren
> Kausalbeziehungen unseren Lebensraum, die Bedingungen und Grenzen
> unseres Seins und somit auch unseres "ethisch-richtigen "Sollens zu
> gedeihlichem, möglichst optimal entfalteten Leben.


Sprach der Pfarrer von der Kanzel.

> Diese Wahrheiten, unsere Annäherung an sie, b e s t i m m e n unser Sein.


Wenn es wahr ist, kannst du der interessierten Menscheit doch bestimmt
mitteilen warum das so ist.
Peter Niessen (04.04.2006, 10:13)
Am Dienstag, April 2006 9:11, schrieb Hermann Riemann:

> Es ist für Dich alles da, solange Du es erlebst.
> Ein Teil ist vorbei, an anderer kommt noch.
> Hermann
> dessen dieseitige Wiedergaben
> jenseitiger virtueller Beziehungen
> zu viele Fehler enthielten,
> um dauerhaft glaubwürdig zu bleiben.


Öh ja
Was sagt denn dein Pfleger dazu?
Hermann Riemann (04.04.2006, 10:44)
Peter Niessen schrieb:

> Was sagt denn dein Pfleger dazu?


Welcher?

der?

Hermann
hoffend dieses Niveau getroffen zu haben.
Peter Niessen (04.04.2006, 12:09)
Am Dienstag, April 2006 10:44, schrieb Hermann Riemann:

> Peter Niessen schrieb:
> Welcher?
>
> der?
> Hermann
> hoffend dieses Niveau getroffen zu haben.


"dieseitige Wiedergaben jenseitiger virtueller Beziehungen" [Hermann]

Hälst du für eine intelligente Äusserung denkender Menschen?
Oder meint das etwa eine Seance mit den Geistern Verstorbener?

Ähnliche Themen