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Bernhard Kuemel (09.12.2017, 15:39)
Hi agr!

Bzw. wenn man jemand bei einem Duell toetet. Also z.B. verabreden, mit
einer einschuessigen Pistole, gehen, umdrehen, beide schiessen (fast)
gleichzeitig.

Anders koennte es sein, wenn eine zuerst schiesst, verfehlt und man dann
ruhig zielt und schiesst, oder bei einem Degenduell eine schon verletzt
am Boden liegt und man sie ersticht.

lg, Bernhard
albeit (09.12.2017, 18:01)
"Bernhard Kuemel" <bernhard> schrieb im Newsbeitrag
news:mf51
[..]
> Encrypt emails.
> GPG:
>


Was hast du für Ideen?

Krieg auch kein Mord.

Ist Krieg herrscht Recht - "Kriegsrecht"

Das ist alles nicht interessant

Die Unabhängigkeit ist interessant.

Da nehme ich niemand etwas weg.

Ich bringe niemand um.

Ich erreiche nur mein Recht - die Freiheit.

Wenn dann aufgestanden wird:

"Du zoist keine Steiarn."
"Du wiast nua erhoiten."

Sie sollen mir ein Stück Straße geben.

Ich werde es schon erhalten.

Man muss das auch dürfen.
Bernhard Z (09.12.2017, 18:18)
Bernhard Kuemel <bernhard> wrote:
> Bzw. wenn man jemand bei einem Duell toetet. Also z.B. verabreden, mit
> einer einschuessigen Pistole, gehen, umdrehen, beide schiessen (fast)
> gleichzeitig.
> Anders koennte es sein, wenn eine zuerst schiesst, verfehlt und man dann
> ruhig zielt und schiesst, oder bei einem Degenduell eine schon verletzt
> am Boden liegt und man sie ersticht.


Im StG 1852 beschäftigte sich das XIX. Hauptstück "Von dem Zweikampfe" mit
Duellen. Die Legaldfinition eines Zweikampfes war in § 158. Kam es zu
einem Todesfall sprach der Gesetzgeber in § 161 leg.cit. von "Todtschläger"
und drohte eine schwere Kerkerstrafe zwischen 10 und 20 Jahren an.

Dies war gegenüber dem Mord (§§ 134, 136 leg.cit.) eine Privilegierung, da
Mord "mit dem Tode bestraft" werden sollte.

Also rechtshistorisch würde ich nicht von Mord sprechen. (Quelle:
) )

Im StGB konnte ich das Wort "Duell" oder "Zweikampf" nicht finden. Bei
Deinen Beispielfällen kommt es mEn nach auf die subjektive Seite an. Beim
Pistolenduell Absatz 1 tendiere ich zu einem bedingten Vorsatz und damit einer
Strafbarkeit nach §§ 15 (1) 2. Halbsatz iVm, 75 StGB.

Bei Absatz 2 wird es schon eindeutiger. In beiden Fällen ist mEn nach zu
Recht von einer Tötungsabsicht auszugehen, weshalb ich schon eine
Strafbarkeit nach §§ 15 (1), 75 StGB, evt. sogar §§ 15 (2), 75 StGB bejahen
würde.

lg Bernhard
albeit (09.12.2017, 18:18)
Meine Beziehung zur Republik Österreich läuft dann über einen Beamten im
österreichischen Außenministerium;

jemand mit einer diplomatischen Grundbildung.

Ich möchte nicht groß auffallen.

Ich möchte eine Ruhe haben.

Ich möchte nicht dazugehören.

Ich gehöre auch nicht dazu.
albeit (09.12.2017, 18:23)
"albeit" <albeit> schrieb im Newsbeitrag
news:9bh1
> Meine Beziehung zur Republik Österreich läuft dann über einen Beamten im
> österreichischen Außenministerium;
> jemand mit einer diplomatischen Grundbildung.
> Ich möchte nicht groß auffallen.
> Ich möchte eine Ruhe haben.
> Ich möchte nicht dazugehören.
> Ich gehöre auch nicht dazu.


Ich brauche eigentlich keine große Straße.

Jetzt war ich schon wieder mit dem Fahrrad unterwegs.

Ich habe keine Waffen.

Ich bin ein Nichts. Ich bin ein Niemand.

Ich komme nie in die Zeitung.
albeit (09.12.2017, 18:47)
Wenn der fette Kim mit Atomraketen droht, muss ich Knickserl nach Nordkorea
machen.

Ich esse mich satt. Aber ich hätte den Diktator notwendig, dem die Leute
verhungern.
Bernhard Kuemel (09.12.2017, 19:46)
On 12/09/2017 05:18 PM, Bernhard Z wrote:
> Im StGB konnte ich das Wort "Duell" oder "Zweikampf" nicht finden. Bei
> Deinen Beispielfällen kommt es mEn nach auf die subjektive Seite an. Beim
> Pistolenduell Absatz 1 tendiere ich zu einem bedingten Vorsatz und damit einer
> Strafbarkeit nach §§ 15 (1) 2. Halbsatz iVm, 75 StGB.


Was bedeutet 75?
David Seppi (09.12.2017, 19:52)
Bernhard Kuemel schrieb:

> Bzw. wenn man jemand bei einem Duell toetet. Also z.B. verabreden, mit
> einer einschuessigen Pistole, gehen, umdrehen, beide schiessen (fast)
> gleichzeitig.


Vermutlich ist es Mord.

§ 75 StGB:

| Mord
|
| § 75. Wer einen anderen tötet, ist mit Freiheitsstrafe von zehn bis zu
| zwanzig Jahren oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe zu bestrafen.

Vorsatz sollte kein Problem sein, jedenfalls wenn das Duell mit der
Schußwaffe ausgeführt wird. Es ist davon auszugehen, daß beide
Duellanten zumindest ernsthaft angenommen haben, daß sie den anderen
durch den Schuß töten könnten, und sich damit abgefunden haben.

Einen privilegierten Fall sehe ich höchstens dann, wenn sich jemand im
Zorn zu einem Duell hinreißen läßt und dieses dann sofort stattfindet.
(Das wäre dann Totschlag, § 76)
Ansonsten erfolgt der Schuß ja nicht mehr innerhalb der Gemütsbewegung.

Tötung auf Verlangen (§ 77) scheidet aus, da der andere ja nicht
sterben, sondern das Duell gewinnen will.

Rechtfertigungsgründe gibt es auch keine. Notwehr liegt nicht vor,
da man sich ja nicht verteidigt. Einwilligung ist bei Tötungsdelikten
auch kein Rechtfertigungsgrund.

> Anders koennte es sein, wenn eine zuerst schiesst, verfehlt und man dann
> ruhig zielt und schiesst, oder bei einem Degenduell eine schon verletzt
> am Boden liegt und man sie ersticht.


Das ist dann erst recht Mord.
David Seppi (09.12.2017, 19:54)
Bernhard Z schrieb:

> Also rechtshistorisch würde ich nicht von Mord sprechen. (Quelle:
> ) )


Aktuell (nach dem StGB 1974) ist es aber klar Mord.

> Im StGB konnte ich das Wort "Duell" oder "Zweikampf" nicht finden. Bei
> Deinen Beispielfällen kommt es mEn nach auf die subjektive Seite an. Beim
> Pistolenduell Absatz 1 tendiere ich zu einem bedingten Vorsatz und damit einer
> Strafbarkeit nach §§ 15 (1) 2. Halbsatz iVm, 75 StGB.


Auch bei bedingtem Vorsatz liegt Mord vor. ;-)
David Seppi (09.12.2017, 20:04)
Bernhard Kuemel schrieb:

> On 12/09/2017 05:18 PM, Bernhard Z wrote:
>> Im StGB konnte ich das Wort "Duell" oder "Zweikampf" nicht finden. Bei
>> Deinen Beispielfällen kommt es mEn nach auf die subjektive Seite an. Beim
>> Pistolenduell Absatz 1 tendiere ich zu einem bedingten Vorsatz und damit einer
>> Strafbarkeit nach §§ 15 (1) 2. Halbsatz iVm, 75 StGB.

> Was bedeutet 75?


§ 75 StGB (Mord)
Bernhard Z (09.12.2017, 20:17)
David Seppi <dseppi> wrote:
> Bernhard Z schrieb:
>> Im StGB konnte ich das Wort "Duell" oder "Zweikampf" nicht finden. Bei
>> Deinen Beispielfällen kommt es mEn nach auf die subjektive Seite an. Beim
>> Pistolenduell Absatz 1 tendiere ich zu einem bedingten Vorsatz und damit einer
>> Strafbarkeit nach §§ 15 (1) 2. Halbsatz iVm, 75 StGB.

> Auch bei bedingtem Vorsatz liegt Mord vor. ;-)


Was ich ja auch geschrieben habe. (nur hab ich mich beim Vorsatz vertan,
da ist natürlich § 5 StGB gemeint. Wobei § 15 (Versuch) ja auch eine Rolle
spielen dürfte.

Es ist halt fraglich - und in casu täterfreundlich auszulegen - ob es
zulässig ist, bei einem "Pistolenduell" davon auszugehen, ob "der Täter
diese Verwirklichung [den Tod des anderen Duellanten Anm] ernstlich für
möglich hält und sich mit ihr abfindet." (§ 5 (1) StGB).

Dazu müsste Bernhard noch weitere Details liefern (auch hinsichtlich der
verwendeten Waffen).

Hinsichtlich der anderen Tötungsdelikte kann ich Deine Überlegungen
nachvollziehen.

Ein weiterer spannender Punkt wäre, ob bei Vorliegen diverser
Körperverletzungsdelikte (auf objektiver und subjektiver Tatseite!) eine
Einwilligung nach § 90 StGB möglich wäre, oder an der
Sittenwidrigkeitsklausel scheitern würde.

Dazu gefunden habe ich nur RIS-Justiz RS RS0092903 (OGH 12Os184/77) wo der
OGH von einer Einzelfallentscheidung ausgeht. (Disclaimer: Ich habe nur den
Rechtsatz gelesen, nicht das ganze Erkenntnis).

lg Bernhard
albeit (09.12.2017, 21:45)
"albeit" <albeit> schrieb im Newsbeitrag
news:9sh1
> "albeit" <albeit> schrieb im Newsbeitrag
> news:9bh1
> Ich brauche eigentlich keine große Straße.
> Jetzt war ich schon wieder mit dem Fahrrad unterwegs.
> Ich habe keine Waffen.
> Ich bin ein Nichts. Ich bin ein Niemand.
> Ich komme nie in die Zeitung.


Das Auto blieb in der Garage.

Das fällt keinem Richter ein.

"Strikt, streng, straff"

Ein kleine Depperte gefällt auch "links-liberalen" Zeitungen.

Sie ist etwa zehn Jahre jünger als ich.

Von ihr wird bereichtet, als ob sie wer ist.

Sie ist ein Niemand.

Sie ist eine Verbrecherin, eine Schädigerin.

Sie ist - wo sie ist - am falschen Platz.
albeit (09.12.2017, 21:52)
"albeit" <albeit> schrieb im Newsbeitrag
news:tnr1
> Das Auto blieb in der Garage.
> Das fällt keinem Richter ein.
> "Strikt, streng, straff"
> Ein kleine Depperte gefällt auch "links-liberalen" Zeitungen.
> Sie ist etwa zehn Jahre jünger als ich.
> Von ihr wird berichtet, als ob sie wer ist.
> Sie ist ein Niemand.
> Sie ist eine Verbrecherin, eine Schädigerin.
> Sie ist - wo sie ist - am falschen Platz.


Ist es heute bacherlwarm in Ihrem Zweitwohnsitz, Frau Magister?

Ihrem exklusiven Körper - geht ihm nichts ab?

[Ich möchte jetzt wirklich aufhören.]
David Seppi (10.12.2017, 12:39)
Bernhard Z schrieb:

> David Seppi <dseppi> wrote: [...]
>> Auch bei bedingtem Vorsatz liegt Mord vor. ;-)

> Was ich ja auch geschrieben habe.


Achso, dann habe ich Dich falsch verstanden.

> Es ist halt fraglich - und in casu täterfreundlich auszulegen - ob es
> zulässig ist, bei einem "Pistolenduell" davon auszugehen, ob "der Täter
> diese Verwirklichung [den Tod des anderen Duellanten Anm] ernstlich für
> möglich hält und sich mit ihr abfindet." (§ 5 (1) StGB).


Gute Frage ? da kenne ich mich mit der Erfolgswahrscheinlichkeit von
Duellen zu wenig aus. Hängt dann wohl von der Waffe und der Erfahrung
des Täters ab.

> Ein weiterer spannender Punkt wäre, ob bei Vorliegen diverser
> Körperverletzungsdelikte (auf objektiver und subjektiver Tatseite!) eine
> Einwilligung nach § 90 StGB möglich wäre, oder an der
> Sittenwidrigkeitsklausel scheitern würde.
> Dazu gefunden habe ich nur RIS-Justiz RS RS0092903 (OGH 12Os184/77) wo der
> OGH von einer Einzelfallentscheidung ausgeht. (Disclaimer: Ich habe nur den
> Rechtsatz gelesen, nicht das ganze Erkenntnis).


Das ganze Erkenntnis ist leider nicht im RIS.

Wenn das Duell einen eher sportlichen Charakter hat, dürfte die
Einwilligung sogar den guten Sitten entsprechen. Dafür dürfte aber
IMHO die Verletzung kein Ziel der Tätigkeit sein.
Duelle mit Schädigungsabsicht sind ja gesellschaftlich eher geächtet.
johannes richter (13.12.2017, 02:37)
David Seppi <dseppi> wrote:
> Bernhard Z schrieb:
> [...]
> Achso, dann habe ich Dich falsch verstanden.
> Gute Frage ? da kenne ich mich mit der Erfolgswahrscheinlichkeit von
> Duellen zu wenig aus. Hängt dann wohl von der Waffe und der Erfahrung
> des Täters ab.


Ich hab von weder noch eine Ahnung - aber wenn ich mich umdreh, um auf
wen zu schiessen - ist nicht davon auszugehen, dass ich den Tod dieser
Person fuer moeglich hielt und mich davon abgefunden hab?! Klingt fuer
mich laienhaft nach /dem/ Fall fuer sowas. Was sonst sollt ich getan
haben in dem Moment des Umdrehens und Schiessens?

Gruesse,
johannes.

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