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Peter Einstein (16.04.2020, 19:42)
Ich bin schon zwei Monate krank geschrieben weil Corona meinen OP-Termin
im Krankenhaus zunichte gemacht hat.
Inzwischen hat sich bei mir eine andere "Krankheit" ergeben, durch die
bedingt eine Mini-OP erforderlich ist und auch durchgeführt werden kann.
Dieser Eingriff würde bedueten, dass ich 2-3 Wochen krank geschrieben
würde.
Die Frage ist nun:
Muss mein Hausarzt die Folgebescheingung für die Krankmeldung
auststellen, oder der Arzt, der die anstehende OP durchführt? Kann oder
muss überhaupt der Arzt, der die Mini-Op durchführt, überhaupt eine
Folgescheinigung ausstellen, oder bleibt das Ganze beim Hausarzt, der
die vorigen Folgebscheinigungen ausgestellt hat?
w-buechsenschuetz (19.04.2020, 11:32)
Der Arbeitgeber (AG) erfährt sowieso grundsätzlich nichts über den Grund der AU-Bescheinigung. Daher sollte es auch egal sein, ob eine AU-Folgebescheinigung aufgrund der ursprüngl. Erkrankung oder einer neu hinzugekommenen ausgestellt wird.

Bzgl. des Ausstellers wird zumindest bei Abwesenheit des Hausarztes eine Folgebescheinigung auch von anderen Ärzten akzeptiert.

Wichtig könnte es für die Lohnforthzahlung sein, ob du wg. der gleichen Erkrankung oder einer neuen arbeitsunfähig bist. Wenn es eine neue Erkrankung ist, beginnt für diese die Lohnfortzahlung von vorne. Daher wäre es evtl. sinnvoll, keine Folgebescheinigung, sondern eine neue Erstbescheinigung vorzulegen. Die kann natürlich jeder dazu berechtigte Arzt ausstellen.

Thomas Hochstein (19.04.2020, 14:45)
w-buechsenschuetz schrieb am 19.04.2020:

> Der Arbeitgeber (AG) erfährt sowieso grundsätzlich nichts über den
> Grund der AU-Bescheinigung. Daher sollte es auch egal sein, ob eine
> AU-Folgebescheinigung aufgrund der ursprüngl. Erkrankung oder einer
> neu hinzugekommenen ausgestellt wird.


Keineswegs - denn das ist, wie Du in der Folge ja auch schreibst, für
die Entgeltfortzahlung von Bedeutung, und es interessiert im Falle
einer längerdauernden oder immer wieder auftretenden Erkrankung den
Arbeitgeber im Zweifel durchaus, ob er nun weiter die Kosten tragen
muss oder stattdessen die Krankenkasse Krankengeld zu zahlen hat.
Peter Einstein (20.04.2020, 21:47)
Am 19.04.2020 um 14:45 schrieb Thomas Hochstein:
> w-buechsenschuetz schrieb am 19.04.2020:
> Keineswegs - denn das ist, wie Du in der Folge ja auch schreibst, für
> die Entgeltfortzahlung von Bedeutung, und es interessiert im Falle
> einer längerdauernden oder immer wieder auftretenden Erkrankung den
> Arbeitgeber im Zweifel durchaus, ob er nun weiter die Kosten tragen
> muss oder stattdessen die Krankenkasse Krankengeld zu zahlen hat.


So ist es - mein Arbeigeber hat bei der Krankenkasse nachgefragt, ob es
sich bisher immer um die gleiche Krankheit handelt, weil Unterbrechungen
zwischen den Krankmeldungen waren. Meine Krankenkasse sagte mir, dass
mein Arbeitgeber berechtigt ist nachzufragen und Auskunft wird ihm
gegeben! So wurden einfach alle Krankmeldungen der selben Krankeit
addiert und schon war ich über den 6 Wochen!
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