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Matthias Kohrs (22.05.2020, 10:44)
Hammer das



hier schon gehabt?

Ich glaub nicht.

CYA! Matthias
Alexander Goetzenstein (22.05.2020, 11:27)
Hallo,

Am 22.05.20 um 10:44 schrieb Matthias Kohrs:
>


Du hast mir soeben den Freitag verdorben.

Es ist wieder einmal wie so oft: es werden überbordende und praxisfremde
Forderungen erhoben (mein Drucker wäre lauter als es ein Motorrad bei
Vollgas sein dürfte) für alle rechtstreuen Bürger, die mit Fehlverhalten
Derjenigen begründet werden, die sich ohnehin nicht daran halten.
Vollkommen daneben, nicht zielführend -aber populistisch. Wie immer... :-(

Ach ja: die Pflicht, ein Fahrtenbuch zu führen, ist ein
Grundrechtseingriff, der besser und vor allem im Einzelfall begründet
werden sollte, finde ich. Aber sowas scheint ja zur Zeit modern zu sein.
Andreas Portz (22.05.2020, 12:22)
Alexander Goetzenstein schrieb:

> Am 22.05.20 um 10:44 schrieb Matthias Kohrs:
>>


Thematisch ergänzend:


> Es ist wieder einmal wie so oft: es werden überbordende und praxisfremde
> Forderungen erhoben (mein Drucker wäre lauter als es ein Motorrad bei
> Vollgas sein dürfte)


Dein Drucker steht neben dir (vermutlich in einer nach außen Geräusch
gedämmten Wohnung), eine Panigale (vgl. obigen Artikel) fährt mit ihren
legalen 107 Dezibel (oder mehr, vgl. Artikel) an mir vorbei.
Wenn sie - im Wettstreit mit deinem Drucker - Vollgas bekommt, sogar
"deutlich lauter".

> Ach ja: die Pflicht, ein Fahrtenbuch zu führen, ist ein
> Grundrechtseingriff, der besser und vor allem im Einzelfall begründet
> werden sollte, finde ich. Aber sowas scheint ja zur Zeit modern zu sein.

Ich lese im Zusammenhang mit dem Fahrtenbuch was von "Rechtsverstößen
nicht ermittelbarer Fahrer". Klingt für mich nicht Standardsituationen,
sondern eher dem von dir erwähnten Einzelfall und eine Begründung für
das Fahrtenbuch wird ja auch gleich erwähnt: nicht ermittelbarer Fahrer.
Es fand also eine (wie auch immer geartete bzw. vom Halter (nicht)
'unterstützte') Ermittlung statt. Somit haben wir die von dir geforderte
Begründung. Passt.

-Andreas
Thomas Schade (22.05.2020, 12:54)
On 22.05.2020 10:44, Matthias Kohrs wrote:

> Hammer das
>
> hier schon gehabt?


Wir wohnen am Ortsende an einer beliebten und entsprechend stark
frequentierten Ausflugsstraße. Logischerweise hat es dort an Wochenenden
oder bei schönem Wetter ein hohes Verkehrsaufkommen.
Wofür mir jegliches Verständnis fehlt ist aber, dass so gut wie jeder
Fahrer, egal ob Auto oder Motorrad, sich bemüßigt fühlt, bereits 200 m
vor dem Ortsendeschild stark zu beschleunigen. Mit entsprechender
Lärmentwicklung. Zusätzlicher Fahrspaß ist damit nicht verbunden, es
geht eh nur geradeaus weiter; man könnte also genauso gut erst am
Ortsende beschleunigen. Der dadurch erzielte Zeitgewinn lässt sich
bestenfalls in Bruchteilen von Zehntelsekunden ausdrücken.
Es sind diese intelligenzgeminderten Vollpfosten, die mit ihrem
präpubertären, vorzeitigen Gaserguss für solche Initiativen sorgen. Mein
Verständnis gilt somit auch eher dieser Initiative als diesen Trotteln.
Sogar angesichts der Tatsache, dass ich von dieser Initiative selbst
betroffen wäre. Ursächlich sind aber eben nicht die Initiatoren sondern
die Toren, denen es an Selbstbeherrschung fehlt. Und denen völlig egal
ist, dass alle anderen Fahrer unter ihrem fahrerischen Unvermögen leiden.

Ciao
Toscha
T. (22.05.2020, 13:25)
Matthias Kohrs schrieb:
> Hammer das
>
> hier schon gehabt?


bestimmt schon öfter und so wirklich neu ist das doch alles auch nicht,
oder?

Aber ich find's gut.

Moppet fahren kann man auch ohne Krachtüte als Auspuff und ich finde es
ein absolutes Unding, das irgendwelche italienischen Hersteller wegen
irgendwelchen Sonderregelungen immer noch Krachtüten verkaufen dürfen.

Genauso ein Unding ist es, das irgendwelche Schwachmaten um einen
Alteisen-Rahmen 'ne Mega-Krachtüte aufbauen, weil's für den Rahmen
seinerzeit noch keine Lärmbegrenzung gab.

Und wenn dann amerikanische Schrott-Metall-Anbieter einen eigentlich
leisen Stromer absichtlich mit irgendwelchen Umlenkgetrieben maximal
laut machen, fällt mir dazu schon gar nix mehr ein.

So gesehen alles okay, allerdings wäre es schön, wenn man das mal
effektiver kontrollieren würde, weil's sonst nix bringt.

Das gilt allerdings auch für Dosen-fahrende-Handy-Telefonierer,
schnell-noch-rote-Ampel-Fahrer und 3te-Reihe-Parker. Alle ignorieren es,
weil's nicht kontrolliert und schon gar nicht geahndet wird.

Aber für 5 km/h zu schnell gibt's dann schon ein Knöllchen :-/
Andreas Karrer (22.05.2020, 14:23)
* Matthias Kohrs <matthias.kohrs>:
> Hammer das
>
> hier schon gehabt?


Ich bin (als Motorrad-, Auto-, Fahrradfahrer und Fussgänger) mit allen
Punkte eher mehr als weniger einverstanden. Was natürlich überhaupt
nicht geht, ist, solche Vorschriften nur für Motorräder einzuführen,
die müssen für Autos ebenso gelten. "Sport"-Auspuffanlagen,
Klappenauspuff usw. gehören verboten, ohne Bestandesschutz.

Zu 1: Es reicht leider nicht, nur die maximal mögliche
Lärmentwicklung eines Fahrzeugs zu beschränken, die nur in einem
absurden Fahrzustand auftritt (das ist aber auch wichtig), es muss auch
der Lärm in ganz normalen Fahrzuständen limitiert werden (also 4./5.
Gang bei Tempo 50), sowie der Lärm in realen, aber hmnja
anstrengenderen Fahrzuständen (z.B. 2. Gang bei 10% Steigung und 80
km/h).

Zu 5: Kann man machen, ist aber vergebliche Liebenmüh, insbesondere
5b, Förderung von e-Töffs -- die werden für längere Zeit ein
Nischenprodukt bleiben.

Zu 7: Da ist halt die Frage, wie das gehandhebt wird. Wenn es bei ein
paar neuralgischen Punkten bleibt, so 1 bis 3 pro Flächenbundesland,
finde ich das ok. Es *gibt* wirklich Gegenden, an denen man an
Wochenenden ob des Töff- und Spochtwagenlärms nicht mehr froh wird.
Man könnte auch andere Massnahmen ins Auge fassen, z.B. komplettes
Fahrverbot für Motorfahrzeuge an allen ungeraden Tagen auf
Pässen, die keine wirkliche Verbindungsfunktion haben -- in der CH
etwa Klausen, Albula, Flüela, Furka, Splügen, Bernardino, Susten,
Gotthard. Ja, ich fahr halt ab und zu auch Pässe mit dem Fahrrad :-)

8-10 sind rein deutsche Probleme, die man anderswo längst zur
Zufriedenheit gelöst hat (Halterhaftung), das könnte D auch mal auf
die Reihe kriegen.

Meiner Meinung nach ist der Lärm in der Tat das grösste Problem beim
Motorrad. Das hängt vor allem mit dieser mMn völlig irrationalen
Vorstellung vom "tollen Sound" zusammen, also, welche Arten von Lärm
von der gerade besprochenen Klientel als "angenehm" empfunden werden.
Harleyfahrer faseln vom "Herzschlag Amerikas", der aus ihren V2s
rauströte, Porschefahrer von ihrem "Boxersound" usw. Da wird es immer
Meinungsverschiedenheiten geben, also ist die einzige vernünftige
Möglichkeit, den Lärm so gut wie möglich zu vermeiden. Guter "Sound"
ist für mich schlicht: Abwesenheit von. Das Wort "Sound" sollte mMn im
Zusammenhang mit Motorrädern und Autos komplett vermieden und durch
"Lärm" ersetzt werden.

Ich weiss, dass ich diesbezüglich in Motorradkreisen ziemlich alleine
bin. Na, dann tobt mal schön.

- Andi
Eric Bruecklmeier (22.05.2020, 14:27)
Am 22.05.2020 um 14:23 schrieb Andreas Karrer:

[viel Richtiges]

> Ich weiss, dass ich diesbezüglich in Motorradkreisen ziemlich alleine
> bin.


Absolut nicht...
Andre Igler (22.05.2020, 14:31)
Am 22.05.20 um 14:27 schrieb Eric Bruecklmeier:
> Am 22.05.2020 um 14:23 schrieb Andreas Karrer:
> [viel Richtiges]
>> Ich weiss, dass ich diesbezüglich in Motorradkreisen ziemlich alleine
>> bin.

> Absolut nicht... schon überhaupt nicht ?


addio
Tilmann Runck (22.05.2020, 18:04)
On 22.05.20 14:23, Andreas Karrer wrote:

> Ich weiss, dass ich diesbezüglich in Motorradkreisen ziemlich alleine
> bin. Nein, bist du nicht.


Und dass die Zulassungsbestimmungen arg schräg sind kann man schon daran
ablesen, dass wir es mit unseren konzeptionell > 50 Jahre alten
GP-Rennern hinbekommen auf den meisten Rennstrecken fahren zu dürfen, es
aber reichlich moderne Superbikes gibt, die das schon im Serienzustand
nicht mehr dürfen (Klappenauspuff & Co sei 'Dank').

Just my 2cts

Tilmann
Matthias Kohrs (22.05.2020, 22:06)
Am 22.05.2020 um 13:25 schrieb T.:
> So gesehen alles okay, allerdings wäre es schön, wenn man das mal
> effektiver kontrollieren würde, weil's sonst nix bringt.
> Das gilt allerdings auch für Dosen-fahrende-Handy-Telefonierer,
> schnell-noch-rote-Ampel-Fahrer und 3te-Reihe-Parker. Alle ignorieren es,
> weil's nicht kontrolliert und schon gar nicht geahndet wird.


So ist es.

Umgekehrt sorgt eine Geschwindigkeitsbegrenzung kaum für Aufregung; aber
sobald an der Stelle jemand einen Blitzer aufstellt, ist das Geschrei groß.

> Aber für 5 km/h zu schnell gibt's dann schon ein Knöllchen :-/


Äh, ja, wie denn sonst?

Für die Selbstverständlichkeit, mit der viele Fahrer zu der auf dem
Schild angegebenen Höchstgeschwindigkeit noch die Mehrwertsteuer
addieren, gibt es keine gute Begründung.

Wenn das Tempolimit unangemessen ist, ist das ein Thema für die Politik,
nicht für die Verkehrsüberwachung.

CYA! Matthias
Harald Meyer (23.05.2020, 11:57)
Am 22.05.2020 14:31:28 +0200 meinte Andre Igler:

>Am 22.05.20 um 14:27 schrieb Eric Bruecklmeier:
>schon überhaupt nicht … .... gleich gar nicht.


Meine alten R65 (1983) und R86RS Avon (1984) sind subjektiv leiser(!)
und smoother im Sound als meine R1200RS (2015) mit Klappensteuerung.

R65: 84 / 88 dB(A) Fahr-/Standgeräusch lt.Fahrzeugschein
R86RS: 81 / 94 db(A) dto.
R1200RS: 75 / 94 dB(A) dto.

Keine Ahnung, auf welcher Grundlage das jeweils ermittelt wurde, aber
im Vergleich mit den alten 2V-Boxern ist die R12R ein Krawallmopped.
Die Probefahrtmaschine hatte seinerzeit 'ne Akrapovic-Tüte - da wußte
ich gleich, dass ich mir DIE vom Verkäufer NICHT aufschwatzen lasse!

Beste Grüße -Harald-
Marc Stibane (24.05.2020, 21:19)
Thomas Schade <toscha> wrote:

> Wofür mir jegliches Verständnis fehlt ist aber, dass so gut wie jeder
> Fahrer, egal ob Auto oder Motorrad, sich bemüßigt fühlt, bereits 200 m
> vor dem Ortsendeschild stark zu beschleunigen.


Dafür sollte doch ein stationärer Blitz 20m vor dem Ortsendeschild
reichen. Amortisiert sich in kurzer Zeit und erfreut dann den
Kämmerer...
Thomas Schade (24.05.2020, 22:39)
On 24.05.2020 21:19, Marc Stibane wrote:
> Thomas Schade <toscha> wrote:
> Dafür sollte doch ein stationärer Blitz 20m vor dem Ortsendeschild
> reichen. Amortisiert sich in kurzer Zeit und erfreut dann den
> Kämmerer...


Das fände meine volle Zustimmung. :)

Ciao
Toscha
Gerhard Hoffmann (24.05.2020, 23:06)
Am 24.05.20 um 22:39 schrieb Thomas Schade:
> On 24.05.2020 21:19, Marc Stibane wrote:
> Das fände meine volle Zustimmung.  :)


Gibt's hier in der Nähe, in Wiebelkirchen/Saar Richtung Ottweiler.

Mir ist mal jemand eine geschlagene Viertelstunde vor der
Stoßstange rumgekrochen, keine Chance vorbeizukommen.
Immer n - 15 . Ultranervig.

Am Ortsausgang hat er dann plötzlich Gas gegeben, das war eine
Punktlandung. Objektiv schon irgendwie unverdient, aber ich
bekenne mich voll zu meiner Schadenfreude.

Gruß, Gerhard
Thomas Schade (24.05.2020, 23:15)
On 24.05.2020 23:06, Gerhard Hoffmann wrote:

> Mir ist mal jemand eine geschlagene Viertelstunde vor der
> Stoßstange rumgekrochen, keine Chance vorbeizukommen.
> Immer n - 15 . Ultranervig.
> Am Ortsausgang hat er dann plötzlich Gas gegeben, das war eine
> Punktlandung. Objektiv schon irgendwie unverdient, aber ich
> bekenne mich voll zu meiner Schadenfreude.


:)

Das kann ich wiederum voll verstehen. Umgekehrt ähnlich, Trutschen, die
außerorts bei erlaubten 100 km/h mit 80 vor sich hin toteln und einem im
Weg stehen, am Ortseingangsschild aber dann gerade mal auf 70 runter
bremsen. Da freut sich der Schade dann auch, wenn's blitzt.

Ciao
Toscha

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