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Heinz-Mario Frühbeis (29.11.2018, 14:04)
Hallo Leute,

die Geschwindigkeiten sind ja in der Tat "mega".
Aber wo wird diese ja wirklich sch**sseng**le Geschwindigkeit nutzbar sein?

Beim Booten..., ja, statt sechzehn Sekunden, sechs Sekunden.
Ladezeiten, ja, bei z. Bsp. Spielen, oder großen Dateien, bei mir hat z.
Bsp. eine Sketchup-Datei runde 1,3 GB, oder bei mir div.
Paint.Net-Dateien mit runden 1,8 GB/pro.

Aber sonst? Wo kann sich eine M.2-SSD wirklich austoben?

Und wie sieht das eigentlich mit dem SSD/Prozessor-Verhältnis aus?
Könnte es sein, daß diese M.2-SSD tatsächlich schneller lesen, als ein
Prozessor liefern könnte?

Bin gespannt. :)

Mit Gruß
Heinz-Mario Frühbeis
Hergen Lehmann (29.11.2018, 14:34)
Am 29.11.18 um 13:04 schrieb Heinz-Mario Frühbeis:

> Aber sonst? Wo kann sich eine M.2-SSD wirklich austoben?


Datenbankserver sind *der* klassische Anwendungsfall, bei dem
IO-Leistung kritisch ist. Allerdings wird man dort meist RAID-Controller
und Hotswap-Wechselrahmen einsetzen wollen, so das M.2 außen vor bleibt.

Im Heimbereich sehe ich als wesentlichen Vorteil kompaktere
Gehäuse-Bauformen, weil keine Laufwerkschächte mehr benötigt werden.
Die Geschwindigkeit wird (je nach Typ der SSD) auch mit einer
SATA-Anbindung erreicht und bei einem Desktop-PC nur selten abgefragt,
so das das eher in die Rubrik "Schwanzverlängerung" fällt.

> Und wie sieht das eigentlich mit dem SSD/Prozessor-Verhältnis aus?
> Könnte es sein, daß diese M.2-SSD tatsächlich schneller lesen, als ein
> Prozessor liefern könnte?


Kommt drauf an, was du unter "liefern" verstehst.
Aber ja, wenn die zu schreibenden Daten erst berechnet werden müssen,
oder die gelesenen Daten noch verarbeitet (dekodiert, dekomprimiert,
etc) werden müssen, dürfte regelmäßig der Prozessor zum Engpass werden.
Shinji Ikari (29.11.2018, 18:00)
Guten Tag

Heinz-Mario Frühbeis <Div> schrieb

>Aber wo wird diese ja wirklich sch**sseng**le Geschwindigkeit nutzbar sein?


Dort, wo man Datenbanken durchwuehlen muss, sequentiell groessere
Datenmengen lesen oder schreiben muss, groessere Mengen temporaeren
Speicher nutzen muss, etc...
Durchsuch mal eine hunderte GB grosse Datenbank ohne Index
Such alle Emails in einem riesigen Mailarchiv
Schneide Videos, etc...

>Aber sonst? Wo kann sich eine M.2-SSD wirklich austoben?


s.o.

>Und wie sieht das eigentlich mit dem SSD/Prozessor-Verhältnis aus?


Das haengt (auch) davon ab, was der Pozessor mit den Daten machen
soll. Wenn die bei einer Suche nur so durchrauschen ist die SSD der
Geschwindigkeitsbegrenzende Faktor.
Wenn man hingegen wilde Effekte In Videos einrechnen laesst ist schon
eher die CPU/GPU der begrenzende Faktor.

>Könnte es sein, daß diese M.2-SSD tatsächlich schneller lesen, als ein
>Prozessor liefern könnte?


Aktuell: nein, denn dann waeren sie flotter als der Cache der CPU und
das ist sehr unwahrscheinlich.
Wenn, dann ist eher die PCIe-Anbindung eine GRenze. M2 laeuft aktuell
mit maximal 4 PCIe-Lanes. Eine CPU kan davon weit mehr gleichzeitig
ansprechen.
Marcel Mueller (29.11.2018, 19:53)
Am 29.11.18 um 13:04 schrieb Heinz-Mario Frühbeis:
> die Geschwindigkeiten sind ja in der Tat "mega".
> Aber wo wird diese ja wirklich sch**sseng**le Geschwindigkeit nutzbar sein?
> Beim Booten..., ja, statt sechzehn Sekunden, sechs Sekunden.


Nein, statt 16 Sekunden 16 Sekunden. Booten mit SSD ist nie I/O-bound
auch nicht bei einer einfachen SSD. Den eigentlich eklatanten Vorteil
von SSDs misst man in IOPS und nicht in MB/s.

> Aber sonst? Wo kann sich eine M.2-SSD wirklich austoben?


Bei Benchmarks!
Und beim Files kopieren. Wobei sich natürlich die Frage stellt, warum
man eine 1GB-Datei /zweimal auf demselben Medium/ haben will. Und wenn
Netzwerk, USB oder was auch immer dazwischen ist, wird es nichts, mit
der Übertragungsrate.

> Und wie sieht das eigentlich mit dem SSD/Prozessor-Verhältnis aus?
> Könnte es sein, daß diese M.2-SSD tatsächlich schneller lesen, als ein
> Prozessor liefern könnte?


Ja, das tut sogar eine alte Festplatte, wenn die Aufgabe zum Beispiel
Video-Transkodierung lautet. ;-)

Aber Tatsächlich sind die Aufgaben, die eine CPU mit diesen
Geschwindigkeiten erledigen kann, stark begrenzt. Selbst bei
Verschlüsseln wird es schon eng.

Marcel
Tim Ritberg (29.11.2018, 23:02)
Am 29.11.18 um 13:34 schrieb Hergen Lehmann:

> Im Heimbereich sehe ich als wesentlichen Vorteil kompaktere
> Gehäuse-Bauformen, weil keine Laufwerkschächte mehr benötigt werden. Intel NUC.


> Kommt drauf an, was du unter "liefern" verstehst.
> Aber ja, wenn die zu schreibenden Daten erst berechnet werden müssen,
> oder die gelesenen Daten noch verarbeitet (dekodiert, dekomprimiert,
> etc) werden müssen, dürfte regelmäßig der Prozessor zum Engpass werden.


Nein, die CPU ist nicht der Engpass. Die PCI Express-Lanes sind der Engpass.

Tim
Heinz-Mario Frühbeis (30.11.2018, 13:04)
Am 29.11.18 um 18:53 schrieb Marcel Mueller:
> Am 29.11.18 um 13:04 schrieb Heinz-Mario Frühbeis:
> Nein, statt 16 Sekunden 16 Sekunden. Booten mit SSD ist nie I/O-bound
> auch nicht bei einer einfachen SSD. Den eigentlich eklatanten Vorteil
> von SSDs misst man in IOPS und nicht in MB/s.


Ich bin mir dann wohl nicht ganz sicher, aber ich meine, daß mein
Rechner mit "normaler" SSD schneller bootet, als mit 'ner HDD...
Deswegen ging/gehe ich einklich davon aus, daß es mit 'ner M.2-SSD noch
schneller ist...

> Bei Benchmarks!
> Und beim Files kopieren. Wobei sich natürlich die Frage stellt, warum
> man eine 1GB-Datei /zweimal auf demselben Medium/ haben will. Und wenn
> Netzwerk, USB oder was auch immer dazwischen ist, wird es nichts, mit
> der Übertragungsrate.
> Ja, das tut sogar eine alte Festplatte, wenn die Aufgabe zum Beispiel
> Video-Transkodierung lautet. ;-)


Video-Transkodierung war mir eigentlich schon im Sinn, aber das eben,
mehr oder weniger, als einziges, vielleicht dann eben noch, wenn ich
große Dateien lade, oder wenn mein RAM mal wieder voll ist und der SWAP
dann schneller ist, was dann wohl eigentlich sein sollte, da ja bis zu
sieben Mal schneller...

> Aber Tatsächlich sind die Aufgaben, die eine CPU mit diesen
> Geschwindigkeiten erledigen kann, stark begrenzt. Selbst bei
> Verschlüsseln wird es schon eng.


Mein quasi erster Gedanke war: "Kauf' ich...! Jetzt, sofort, will ich
haben!" (Also 'ne M.2-SSD).

*Ich* jedenfalls bräuchte dann aber 'en neues Mainboard..., aber das ist
dann wieder 'ne andere Geschichte. Z.Z. habe ich ja immer noch den
i3-6100 (3,7 GHz) mit Windows-7 und meinen sechzehn GB RAM auf zwei
Bänken, und wenn ich da mal 'nen wirklich schnelleren Prozessor haben
möchte, dann käme ich an Generation >= 7 nicht mehr drum herum, was dann
eben bedeuten tät, daß ich Windows-10 einsetzen müsste..., und da
überlege ich z.Z., wie es ist, wenn ich meine Linux-Distribution
komplett verschlüssele. Aber das ist eben 'ne ganz andere Geschichte...

Mit Gruß
Heinz-Mario Frühbeis
Shinji Ikari (30.11.2018, 16:51)
Guten Tag

Heinz-Mario Frühbeis <Div> schrieb

>Mein quasi erster Gedanke war: "Kauf' ich...! Jetzt, sofort, will ich
>haben!" (Also 'ne M.2-SSD).


Naja, dass M2 (SATA) nicht gleich M2 (NVM) ist weisst Du aber?

>*Ich* jedenfalls bräuchte dann aber 'en neues Mainboard...,


....oder einen geeigneten PCIe Slot und Adapter.
Marcel Mueller (30.11.2018, 20:27)
Am 30.11.18 um 12:04 schrieb Heinz-Mario Frühbeis:
> Ich bin mir dann wohl nicht ganz sicher, aber ich meine, daß mein
> Rechner mit "normaler" SSD schneller bootet, als mit 'ner HDD...
> Deswegen ging/gehe ich einklich davon aus, daß es mit 'ner M.2-SSD noch
> schneller ist...


Eine SSD ist mindestens 50-mal schneller als eine Platte, manchmal auch
500- oder mehr. Der Unterschied ist so eklatant, dass kaum eine andere
Komponente des Rechners da mithalten kann. Deshalb ist eine SSD
eigentlich *niemals der Flaschenhals* beim Booten. Eine schnellere SSD
wartet nur schneller auf Kommandos.

Nur wenige Anwendungsfälle profitieren von sehr hohen Übertragungsraten.
Booten gehört nicht dazu.

> Video-Transkodierung war mir eigentlich schon im Sinn, aber das eben,
> mehr oder weniger, als einziges, vielleicht dann eben noch, wenn ich
> große Dateien lade, oder wenn mein RAM mal wieder voll ist und der SWAP
> dann schneller ist, was dann wohl eigentlich sein sollte, da ja bis zu
> sieben Mal schneller...


Der Unterschied zwischen verschiedenen SSDs ist messbar, aber so gut wie
nie spürbar. (Irgendwelche Ausnahmen mit besonders missratenen
SSD-Exemplaren bestätigen bestimmt die Regel.)

>> Aber Tatsächlich sind die Aufgaben, die eine CPU mit diesen
>> Geschwindigkeiten erledigen kann, stark begrenzt. Selbst bei
>> Verschlüsseln wird es schon eng.

> Mein quasi erster Gedanke war: "Kauf' ich...! Jetzt, sofort, will ich
> haben!" (Also 'ne M.2-SSD).


Das fällt dann aber auch nur in die Kategorie "viel hilft viel".

> *Ich* jedenfalls bräuchte dann aber 'en neues Mainboard..., aber das ist


Dann nehme doch eine SATA-SSD, so wie alle anderen auch, die keinen M.2
Port haben. Die SATA SSDs sind für den Hausgebrauch auch schnell wie die
Feuerwehr.

> dann wieder 'ne andere Geschichte. Z.Z. habe ich ja immer noch den
> i3-6100 (3,7 GHz) mit Windows-7 und meinen sechzehn GB RAM auf zwei
> Bänken, und wenn ich da mal 'nen wirklich schnelleren Prozessor haben
> möchte, dann käme ich an Generation >= 7 nicht mehr drum herum, was dann
> eben bedeuten tät, daß ich Windows-10 einsetzen müsste..., und da


Win10, dunkles Kapitel. Aber das brauchst Du in ein paar Wochen sowieso,
weil gerade etliche böse Buben die Zero-Day Exploits für Win7
zurückhalten, um sie erst einzusetzen, wenn MS in ein paar Wochen die
Fehler /nicht mehr beseitigt/, jedenfalls nicht für Privatuser ohne
Wartungsvertrag. Das steigert deren Wert ungemein.

> überlege ich z.Z., wie es ist, wenn ich meine Linux-Distribution
> komplett verschlüssele. Aber das ist eben 'ne ganz andere Geschichte...


Komplettverschlüsselung unter Linux ist kein Problem. Die astronomischen
Übertragungsraten der SSDs sind damit aber Geschichte, wenn Du nicht auf
die eingebaute Hardwareverschlüsselung mancher SSDs vertraust. Spürbar
ist dieser Nachteil aber wohl i.A. dennoch nicht.

Marcel
Marc Haber (30.11.2018, 21:08)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Komplettverschlüsselung unter Linux ist kein Problem.


Richtig.

>Die astronomischen
>Übertragungsraten der SSDs sind damit aber Geschichte, wenn Du nicht auf
>die eingebaute Hardwareverschlüsselung mancher SSDs vertraust.


Unsinn. Der gespürte Geschwindigkeitsgewinn entsteht aus dem Wegfall
von Spurwechselzeiten. Lese ich mit Volldampf linear von meiner SSD
(was für mich als Video-nicht-nutzer ein völlig unrealistischer
Usecase ist), ist dies in Zeitalter von AES-NI nicht CPU-bound (und
war es vorher auch nicht).

Grüße
Marc
Horst Nietowski (30.11.2018, 22:15)
Am 30.11.2018 um 20:08 schrieb Marc Haber:
> Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
> Richtig.
> Unsinn. Der gespürte Geschwindigkeitsgewinn entsteht aus dem Wegfall
> von Spurwechselzeiten.


NVME sind wohl deshalb schneller, weil sie ohne grossartiges Protokoll
direkt an den PCI-Lanes haengen. Wenn man aber mehr als eins dieser
Geraete nutzt, dann muessen sie sich die Lanes (falls nicht mehr genug
frei sind) teilen, so dass man an Geschwindigkeit verliert.
Horst Nietowski (30.11.2018, 22:39)
Am 29.11.2018 um 13:04 schrieb Heinz-Mario Frühbeis:
> Hallo Leute,
> die Geschwindigkeiten sind ja in der Tat "mega".
> Aber wo wird diese ja wirklich sch**sseng**le Geschwindigkeit nutzbar sein?
> Beim Booten..., ja, statt sechzehn Sekunden, sechs Sekunden.
> Ladezeiten, ja, bei z. Bsp. Spielen, oder großen Dateien, bei mir hat z.
> Bsp. eine Sketchup-Datei runde 1,3 GB, oder bei mir div.
> Paint.Net-Dateien mit runden 1,8 GB/pro.


> Aber sonst? Wo kann sich eine M.2-SSD wirklich austoben?


Bei manchen Spielen auf jeden Fall. Fahr mal in GTA 5 (hohe Details)
richtig schnell durch die Stadt und du wirst merken, dass eine normale
HD die Daten nicht schnell genug bereitstellen kann, um dies ohne
Nachladeruckler zu bewerkstelligen. Na gut, eine normale SSD wird auch
schnell genug sein, denke ich.
Marcel Mueller (01.12.2018, 09:22)
Am 30.11.18 um 20:08 schrieb Marc Haber:
> Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>> Die astronomischen
>> Übertragungsraten der SSDs sind damit aber Geschichte, wenn Du nicht auf
>> die eingebaute Hardwareverschlüsselung mancher SSDs vertraust.

> Unsinn. Der gespürte Geschwindigkeitsgewinn entsteht aus dem Wegfall
> von Spurwechselzeiten.


Weiß ich. Und hättest Du den letzten Satz nicht weggeschnitten, hätte da
gestanden, dass es nicht spürbar ist.

> Lese ich mit Volldampf linear von meiner SSD
> (was für mich als Video-nicht-nutzer ein völlig unrealistischer
> Usecase ist), ist dies in Zeitalter von AES-NI nicht CPU-bound (und
> war es vorher auch nicht).


In der Klasse >= 1GB/s wird die Aussage eng.

Marcel
Marcel Mueller (01.12.2018, 09:26)
Am 30.11.18 um 21:39 schrieb Horst Nietowski:
> Bei manchen Spielen auf jeden Fall. Fahr mal in GTA 5 (hohe Details)
> richtig schnell durch die Stadt und du wirst merken, dass eine normale
> HD die Daten nicht schnell genug bereitstellen kann, um dies ohne
> Nachladeruckler zu bewerkstelligen.


Du weißt schon, dass es hier nur um M.2 NVME vs. SATA geht. ;-)

Dass HDDs zum Geschwindigkeitslevel von 1993 zurückgekehrt sind, ist
mittlerweile hinlänglich bekannt. Mein 486er hatte knapp 70 IOPS auf der
HDD. Das schafft so manche aktuelle Platte nicht.

> Na gut, eine normale SSD wird auch
> schnell genug sein, denke ich.


Logisch.

Marcel
Marc Haber (01.12.2018, 10:47)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Am 30.11.18 um 20:08 schrieb Marc Haber:
>> Lese ich mit Volldampf linear von meiner SSD
>> (was für mich als Video-nicht-nutzer ein völlig unrealistischer
>> Usecase ist), ist dies in Zeitalter von AES-NI nicht CPU-bound (und
>> war es vorher auch nicht).

>In der Klasse >= 1GB/s wird die Aussage eng.


Das stimmt; mein neuester Rechner ist ein Thinkpad X260.

Grüße
Marc
Marc Haber (01.12.2018, 10:49)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Dass HDDs zum Geschwindigkeitslevel von 1993 zurückgekehrt sind, ist
>mittlerweile hinlänglich bekannt. Mein 486er hatte knapp 70 IOPS auf der
>HDD. Das schafft so manche aktuelle Platte nicht.


Die sind halt alle auf riesengroße Kapazität optimiert. 1993 waren 500
MB eine _richtig_ große und sackteure Platte. Ein
500-MB-Fujitsu-Ziegel aus dieser Zeit dient mir seit ca der
Jahrtausendwende als Türstopper.

Grüße
Marc