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Diedrich Ehlerding (14.04.2019, 16:47)
Marc Haber schrieb am 14.04.19 um 12:12:

> Wenn Du nicht weißt, was passiver Rechtsschutz ist, hast Du (a) zu
> wenig Ahnung vom Haftungsrecht und (b) nicht nachgeschaut. Das
> qualifiziert Dich in diesem Thema zu einem Nicht-Gesprächspartner.


Ich weiß, was passiver Rechtsschutz ist. Für den war es zu spät, denn
die Forderung war durch den Vergkleich schon (anteilig) anerkannt und
ausgeglichen.

Auch wenn die Versicherung anbietet, die Abwehr unberechtihgter
Forderungen zu unterstützen, so ändert das trotzdem nichts daran, dass
(so wie du die Sache schilderst) nach dem Vergleich, den der Mieter
geschlossen hat, nichts mehr abzuwehren ist. Der Vermieter hatte keine
Forderungen mehr, die es abzuwehren galt; die waren mit dem Vergleich
und der Zahlung erledigt.
Markus Luft (14.04.2019, 21:24)
Am Fri, 12 Apr 2019 21:53:58 +0200 schrieb Kathinka Wenz:

> Wolfgang Schreiber <wolfi.schreiber> wrote:
> Wenn es mehr als normale Abnutzung ist, dann ja.
> Aber was soll denn da wirklich kaputt gehen? Mir fehlt da gerade die
> Fantasie.

Es fehlt Dir nicht an Phantasie, sondern nur an der entsprechend
negativen emotionalen Einstellung gegenüber Rauchern. Wenn man das
ernst nähme, dann wären mindestens ein Drittel der Bestandswohnungen ja
kaputt und unbewohnbar, weil da eben mal ein Raucher drin gewohnt hat.
Tatsächlich bemerken auch Leute mit dieser starken Emotionalität das
nicht, wenn die Wohnung normal renoviert wurde.
Vielleicht kann da ein darauf ausgebildeter Hund noch was riechen oder
man kann das in der Spurenanalytik anhand gewisser Tracer-Elemente
noch nachweisen. Der Glaube an etwas verleiht Menschen schlicht
übermenschliche Fähigkeiten. ;-)
Ich finde das auch immer sehr interessant mit einer angeblichen
Katzenhaarallergiebei manchen. Die sind dann angeblich super
empfindlich und wenn sie dann Kontakt zu mir haben, passiert gar Nix,
obwohl ich das entsprechende Eiweiß haufenweise an mir habe. Dieses
Eiweiß ist ubiquitär und läßt sich sogar in Polareis nachweisen...

Aber um mal zum Thema zurückzukommen, es geht auch einfach. Ich
beziehe gerade eine neue Wohnung und mein neuer Vermieter hat mich
gebeten da nicht drin zu rauchen. Die Vormieter waren wohl starke
Raucher und er hätte Mühe bei der Renovierung gehabt. Ich habe ihm das
einfach versprochen, zumal ich das in der Wohnung aus diversen Gründen
auch nicht so gern mag und ich da einfach durch die Terassentür gehen
kann und dann im Garten stehe. Ich habe dann an diversen Stellen
festgestellt, daß er das wohl auch teilweise mit Küchenfett
verwechselt hat, eine Dunstabzugshaube fehlte auch. Das, was ich da an
Überbleibseln (Da wo er wohl nicht geputzt hatte), war jedenfalls
eindeutig Fett. Später meinte er dann, ab und an in der Wohnung
rauchen sei nicht so schlimm. Mach ich aber nicht, ich gehe auf die
Terasse. Ich mag das schon allein deshalb nicht, weil die Sachen, die
man nicht regelmäßig reinigen oder Waschen kann, einfach nach Rauch
stinken.
Marc Haber (15.04.2019, 07:30)
Wolfgang Schreiber <wolfi.schreiber> wrote:
>Der Notar war bisher die einzige Möglichkeit, ein Rauchverbot in einem
>Mietvertrag rechtssicher zu verankern, die hier noch nicht widerlegt
>worden ist.


Auch notariell beurkundete AGB sind AGB. Das wurde zutreffend in
diesem Thread gesagt.
Wolfgang Schreiber (15.04.2019, 07:35)
> Auch notariell beurkundete AGB sind AGB. Das wurde zutreffend in
> diesem Thread gesagt.


Aber nicht, wenn der Notar mit seinem Siegel bestätigt und beglaubigt,
dass man sich in seiner Kanzlei und vor ihm in ergebnisoffenen,
individuellen Verhandlungen auf ein Rauchverbot verständigt hat.

Oder doch? Dann habe ich abermals den Glauben an die Menschheit verloren.

Schöne Osterwoche
Wolfgang
Frank Kozuschnik (15.04.2019, 11:17)
> [Marc Haber:]
>> Auch notariell beurkundete AGB sind AGB. Das wurde zutreffend in
>> diesem Thread gesagt.


Wolfgang Schreiber:

> Aber nicht, wenn der Notar mit seinem Siegel bestätigt und beglaubigt,
> dass man sich in seiner Kanzlei und vor ihm in ergebnisoffenen,
> individuellen Verhandlungen auf ein Rauchverbot verständigt hat.


Der Notar kann halt nur seine eigenen Wahrnehmungen beurkunden. Er wird
dazu keine Wertungen treffen ("ergebnisoffen") oder gar Rechtsfolgen
("keine AGB") verbindlich festschreiben.
Marc Haber (15.04.2019, 13:27)
Frank Kozuschnik <franko> wrote:
>Wolfgang Schreiber:
>Der Notar kann halt nur seine eigenen Wahrnehmungen beurkunden. Er wird
>dazu keine Wertungen treffen ("ergebnisoffen") oder gar Rechtsfolgen
>("keine AGB") verbindlich festschreiben.


Und, wenn er dürfte, würde er Kasperltheater als solches erkennen
können. Auch die teuersten Vorleser Deutschland sind üblicherweise
hochqualifizierte Fachkräfte mit jahrelanger Erfahrung.

Grüße
Marc

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