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Ralf Brinkmann (02.02.2020, 13:57)
Moin zusammen!

Ich hoffe, hier ist noch jemand und kann mir helfen.

Eine Freundin möchte auf ihrem Windows-Rechner gerne einzelne Musikfiles
(MP3 oder anderes Format, vielleicht sogar direkt von CD) in Midi-Files
(*.mid) konvertieren. Ziel ist es, dass ein Freund daraus später mit
Hilfe eines Mac-Programms Noten herauslesen kann.

Nach eifrigem Herumgoogeln habe ich Audacity versucht, das kenne ich
noch von früher.

Das MP3-File ließ sich laden und abspielen, der Menüpunkt "Datei -
Exportieren - MIDI exportieren" ist jedoch ausgegraut.

Auch der auf
unter
Punkt 5 beschriebene Weg über "Andere nicht komprimierte Dateien" auf
der Registerkarte "Dateityp" - SDS (Midi Sample Dump Standard)" brachte
eine Fehlermeldung "Kann Audio nicht in dieses Format exportieren".

Fehlt da noch irgendein PlugIn oder gibt es einen anderen Weg oder
Trick?

Falls das mit Audacity entgegen der Beschreibung überhaupt nicht geht,
was gibt es sonst für eine Möglichkeit, die Eurer Erfahrung nach
gute/brauchbare Midi-Files erzeugt?

Gruß, Ralf
HR Ernst (02.02.2020, 14:40)
Am Sun, 2 Feb 2020 12:57:06 +0100 schrieb Ralf Brinkmann:

[..]
> was gibt es sonst für eine Möglichkeit, die Eurer Erfahrung nach
> gute/brauchbare Midi-Files erzeugt?
> Gruß, Ralf


Hast du mit den richrigwen Begriffen gesucht?

Daraus:


oder
Windows 10 mp3 zu midi

"Hervorragend" ;-(, dass mal wieder nicht das genaue B$ genannt wird!
-> Glaskugel...
Ralf Brinkmann (02.02.2020, 15:23)
Hallo HR!

*HR Ernst*:

> Am Sun, 2 Feb 2020 12:57:06 +0100 schrieb Ralf Brinkmann:


>> Eine Freundin möchte auf ihrem Windows-Rechner [...]


> Hast du mit den richrigwen Begriffen gesucht?
>


Habe ich.

> Daraus:
>


Diese Trefferseite, die es immer wieder als Unterseite zu verschiedenen
Domains gibt, habe ich gelesen und zum Teil durchgeackert. Da ich aber
kaum alle dort angegebenen Lösungen selbst testen kann, habe ich auf
Erfahrungen seitens des hier versammelten Fachpublikums gehofft. Ich war
ja sogar schon weiter, nämlich eben bei Audacity. Womit es aber leider
nicht wie erhofft klappt.

> oder
> Windows 10 mp3 zu midi


Auch probiert.

> "Hervorragend" ;-(, dass mal wieder nicht das genaue B$ genannt wird!
> -> Glaskugel...


Dass es nicht Windows 95 oder ähnlich sein wird, dürfte klar sein. Deine
überaus hilfreiche Antwort war nicht mehr als "Kannst Du nicht selber
googeln!" Wie immer.

Gruß, Ralf
HR Ernst (02.02.2020, 16:27)
Am Sun, 2 Feb 2020 14:23:33 +0100 schrieb Ralf Brinkmann:

[..]
> Dass es nicht Windows 95 oder ähnlich sein wird, dürfte klar sein. Deine
> überaus hilfreiche Antwort war nicht mehr als "Kannst Du nicht selber
> googeln!" Wie immer.


Dass die Musikindustrie nicht gerade begeistert sein dürfte, wenn "Hinz
und Kunz" "normale" Audio-Dateien nach *.mid-Dateien mit allen Tonspuren
konvertieren könnte, dürfte einleuchtend sein. Dann wäre übelstem Kopieren
und Daten-/Soundklau Tür und Tor geöffnet.

Tonstudios, Möchtegern-Musiker und -Bands würden sich allerdings freuen...
Das Notenschreiben und Klaviaturen-/Partituren-Erstellen würde auch
aussterben.

Aber: "Nichts ist unmöglich..."
Ralf Brinkmann (02.02.2020, 16:37)
Hallo HR!

*HR Ernst*:

> Dass die Musikindustrie nicht gerade begeistert sein dürfte, wenn "Hinz
> und Kunz" "normale" Audio-Dateien nach *.mid-Dateien mit allen Tonspuren
> konvertieren könnte, dürfte einleuchtend sein. Dann wäre übelstem Kopieren
> und Daten-/Soundklau Tür und Tor geöffnet.


Darum geht es doch gar nicht. Jemand möchte einfach Musik, die ihm oder
ihr gefällt, zum Üben auf dem Akkordeon nachspielen. Und nicht für alle
Musikstücke gibt es Noten. Ich muss das aber auch nicht begründen.

> Aber: "Nichts ist unmöglich..."


Genau. Es gibt ja anscheinend Software, die das kann. Nur eben
unterschiedlich gut bis gar nicht. Und diese Gruppe ist unter anderem
dafür da, um sich über Audio über Computer auszutauschen. Und ich hoffe,
dass überhaupt noch jemand außer uns beiden mitliest und dass jemand so
etwas bereits ausprobiert hat und Hinweise geben kann.

Gruß, Ralf
Heiko Kürschner (03.02.2020, 08:36)
Hi,

> Eine Freundin möchte auf ihrem Windows-Rechner gerne einzelne Musikfiles
> (MP3 oder anderes Format, vielleicht sogar direkt von CD) in Midi-Files
> (*.mid) konvertieren.


1. MP3, WAV, ... sind Dateien, die einen Mix von hörbaren Schallwellen
unterschiedlicher Frequenzen enthalten
2. Midi ist eine ASCII-basierte Anweisungssprache für tonerzeugende Geräte

Das bedeutet, die Software müßte in Millisekundenabständen sämtliche
Frequenzen aus der Tondatei herausziehen, die dann verschiedenen
Instrumenten zuordnen, Tondauern berechnen, Obertöne rausrechnen, ...

Da kommt man mit Instrument in der Hand etwas Harmoniekunde und anhören
und versuchen nachzuspielen eher ans Ziel und hat dabei noch was gelernt
und geübt.

> Ziel ist es, dass ein Freund daraus später mit
> Hilfe eines Mac-Programms Noten herauslesen kann.


Aus einer sauber gesetzten Mididatei kein Problem, bei Mitschnitt eines
nicht ganz strait spielenden Musikers schon aufwändiger. Denn Output von
sogenannten Wav2Midi-Programmen - viel Spaß, bring Zeit mit.

Grüße
Kürsche
Heiko Kürschner (03.02.2020, 09:17)
Am Sun, 02 Feb 2020 12:57:06 +0100 schrieb Ralf Brinkmann:

> Auch der auf
> unter
> Punkt 5 beschriebene Weg über "Andere nicht komprimierte Dateien" auf
> der Registerkarte "Dateityp" - SDS (Midi Sample Dump Standard)" brachte
> eine Fehlermeldung "Kann Audio nicht in dieses Format exportieren".
> Fehlt da noch irgendein PlugIn oder gibt es einen anderen Weg oder
> Trick?


Das nützt Dir nichts. Mach Dich mal kundig, was SDS ist.
Kleiner Tip: Midi Sample _Dump_ Standard

Grüße
Kürsche
Patrick Rudin (05.02.2020, 21:46)
Heiko Kürschner wrote:
> Das bedeutet, die Software müßte in Millisekundenabständen sämtliche
> Frequenzen aus der Tondatei herausziehen, die dann verschiedenen
> Instrumenten zuordnen, Tondauern berechnen, Obertöne rausrechnen, ...


Ich hab mich auch schon gefragt, ob und wie gut die im Link erwähnten
kommerziellen Programme das können. Können die auch Akkorde sauber
analysieren? Auch bei Streichern, Drums und mehrstimmigem Gesang?

> Da kommt man mit Instrument in der Hand etwas Harmoniekunde und anhören
> und versuchen nachzuspielen eher ans Ziel und hat dabei noch was gelernt
> und geübt.


Ja, bei Melodien geht das gut. Ich wollte aber auch schon bestimmte
Akkorde rausfinden und hab irgendwann aufgegeben. Ist nicht alles so
simpel wie Status Quo....

Grüsse

Patrick
Peter Sauter (06.02.2020, 07:19)
Am 05.02.2020 um 20:46 schrieb Patrick Rudin:
> Heiko Kürschner wrote:
> Ich hab mich auch schon gefragt, ob und wie gut die im Link erwähnten
> kommerziellen Programme das können. Können die auch Akkorde sauber
> analysieren? Auch bei Streichern, Drums und mehrstimmigem Gesang?

Das einzige Programm, was ich kenne um solche Akkorde in mehreren Spuren
wirklich gut zu erkennen ist das kommerzielle Programm Melodyne.

D.h. aber noch lange nicht, das ein Programm eine vernüftige
sinnvolle Notation angeben kann, wie es ein Mensch macht.
Midi sind zudem Ansteuerungs-Kommandos und da recht das Standard-Midi
Intervall nicht aus (weil zu grob) um bestimmte Artikulationen
abzubilden. Deswegen hat die Midi-Organisation Midi2.0 geschaffen:


/wiki/Musical_Instrument_Digital_Interface#MIDI_2.0

Das erste Midi2.0 fähige Masterkeyboard wurde erst vor
kurzem auf der NAMM 2020 von Roland vorgestellt:



D.h. es wird noch ein Weile Dauern bis Musikinstrumente und
Softwareprogramme (DAWs z.B.) Midi2.0 können.
Heiko Kürschner (07.02.2020, 13:32)
Am Wed, 05 Feb 2020 20:46:46 +0100 schrieb Patrick Rudin:

> Können die auch Akkorde sauber analysieren? Auch bei Streichern, Drums
> und mehrstimmigem Gesang?


Nunja, man kann an den Frequenzen erkennen, wo es Peaks gibt.
Aber ein Am von einem C6 zu unterscheiden, bedarf dann wohl wohl doch
einer Intelligenz.
Und Streicher auseinanderhalten, wo jede Violine ein paar andere Obertöne
hat - selbst Bratsche von Violine von einander zu unterscheiden, wird
sehr lange nicht machbar sein.
Auch Streicher von Drums zu unterscheiden kann problematisch werden, wenn
die Pizzicato spielen.
Schau Dir mal ein Frequenzspektrum von ein bischen Musik an. Rechne die
Peaks in Töne um.

Hier mal von einem ausgebildeten Baritonsänger ein gesungenes 'u' im Ton
a (440 Hz):

Bariton.u.mit.Saengerformant.png

So sieht dann z.B. Wolfsgehäul aus:

(Von Musik habe ich nichts passendes gefunden) Mann sieht, das sie bei
knapp 500 Hz (Ton h) ihren Grundton haben. Und dann bei rund 550 Hz (Ton
cis) und etwas bei rund 750 Hz (Ton fis); h-c#-f# => Mit etwas gutem
Willen also ein F#sus4-Akkord. ;-)
Bei Musik sieht man es allerdings etwas besser.

Grüße
Kürsche
HR Ernst (07.02.2020, 14:07)
Am Sun, 2 Feb 2020 12:57:06 +0100 schrieb Ralf Brinkmann:

[..]
> was gibt es sonst für eine Möglichkeit, die Eurer Erfahrung nach
> gute/brauchbare Midi-Files erzeugt?
> Gruß, Ralf


"Der Freund einer Freundin" sollte sich entweder
- die Mühe machen und die Harmonien selbst heraushören und notieren oder
- sich dabei von jemandem, der sich auskennt und das Gehör und das
Musikverständnis hat, helfen lassen oder
- die Noten im Internet suchen oder
- die Noten kaufen.
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