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Ingo Stiller (22.02.2018, 12:08)
Guude

Mal wieder eine nette Frage zu MT940 :-)
In der Umsatzzeile "61" gibt es das Subfield 4 "Währungsart" (bzw. denletzten Buchstaben des Währungscodes)

Für was soll diese Feld gut sein?
Laut verschiedener Beschreibungen ist er Betrag im Subfield 5 in der Kontowährung und jene wird ja durch die Zeile "60x" im Subfield 4 vorgegeben..

Bei Zahlungen mit einer anderen Währung als der Kontowährung wirdja der Betrag in die Kontowährung (bei einer der beteiligten Banken) umgerechnet bzw. gleich als Gegenwert angesetzt.
Soll dieses SF4 "Währungsart" ein Merker sein, dass der Betrag in einer anderen Währung angewiesen wurde?

Oder anders rum gefragt, kann es überhaupt passieren, das Betragsfelder*) im MT940 abweichen von der Kontowährung ausgewiesen werden?

*) Klar, im Verwendungszwecke kann alles möglich stehe, auch Beträge in allen möglichen Währungen. Aber darum geht es nicht

Gruß Ingo
Matthias Hanft (22.02.2018, 12:30)
Ingo Stiller schrieb:
> In der Umsatzzeile "61" gibt es das Subfield 4 "Währungsart" (bzw. den letzten Buchstaben des Währungscodes) [...]
> Oder anders rum gefragt, kann es überhaupt passieren, das Betragsfelder*) im MT940 abweichen von der Kontowährung ausgewiesen werden?


Zwischen 1999 und 2001 war das ständig der Fall. Das Konto konnte zu
dieser Zeit in "DEM" oder "EUR" geführt werden, und Überweisungen sind
in der Umsatzzeile 61 demzufolge wild durcheinander mit "M" oder "R"
(als "letztem Währungsbuchstaben") reingekommen.

Ob das auch mit "echten" Fremdwährungen (USD oder so) passiert, müsste
ich mal nachschauen. Wenn, dann sehr selten, aber ganz ausschließen
möchte ich das auf Anhieb nicht.

Gruß Matthias.
Ingo Stiller (22.02.2018, 16:42)
Am Donnerstag, 22. Februar 2018 11:30:44 UTC+1 schrieb Matthias Hanft:

Hi Mathias

Mein Kollege "bastelt" gerade am Einlesen von Kontoauszügen

> Zwischen 1999 und 2001 war das ständig der Fall. Das Konto konnte zu
> dieser Zeit in "DEM" oder "EUR" geführt werden, und Überweisungen sind
> in der Umsatzzeile 61 demzufolge wild durcheinander mit "M" oder "R"
> (als "letztem Währungsbuchstaben") reingekommen.


Ich habe ihm das mit DEM/EUR erklärt worauf gleich berechtigte Rückfragen kamen:
1. "Wurden unter einem DEM-Kopfsatz tätsächlich EUR-Beträge (und vis a vis) angegeben oder war das nur ein Merker, dass der original Betrag in EUR war?"

> Ob das auch mit "echten" Fremdwährungen (USD oder so) passiert, müsste
> ich mal nachschauen. Wenn, dann sehr selten, aber ganz ausschließen
> möchte ich das auf Anhieb nicht.


2. "Wenn es zu einer Endung mehrere Währungen gibt, welches ist es dann?"
3. "Wenn die Beträge in unterschiedliche Währungen sind, zu welchem Kurs werden diese umgerechnet? In der Buchhaltung sollte ja schon der 'richtige' Wert auftauchen"
4. "Wie sieht es mit 'Bestätigungsbuchungen' und Rückläufernaus. Ist diese identisch der angewiesenen Währung. "
5. (kam von mir) "Gibt es im MT940 Gegenwert-Anweisungen und wie werden diese ausgewiesen"

Fragen über Frage, von denen zu 99% wohl nichts eintreten wird, aber das 1% ärgert dann den Kunden: "Konnte ihr das nicht voraussehen" :-)

Gruß Ingo
Matthias Hanft (22.02.2018, 19:56)
Ingo Stiller schrieb:
> Ich habe ihm das mit DEM/EUR erklärt worauf gleich berechtigte Rückfragen kamen:


OMG... das ist zwar verständlich, dass er das wissen will, aber nach meiner
30jährigen Erfahrung ist das nicht eindeutig vorhersehbar, weil jede Bank
ihr eigenes Süppchen kocht. Man kann zwar einiges abfangen, aber grundsätz-
lich gilt da: "Expect the unexpected!"

> 1. "Wurden unter einem DEM-Kopfsatz tätsächlich EUR-Beträge (und vis a vis) angegeben oder war das nur ein Merker, dass der original Betrag in EUR war?"


Ich hab grad mal ein paar Stichproben gemacht. Die Postbank hat DEM-Last-
schriften auf einem EUR-Konto so geliefert:

:60F:C000929EUR678,26
:61:0010021002DR24,44N005NONREF
:86:005?00LASTSCHRIFT?103901?205.200.235.320 01/25092000?21 47.
80 DM 24.44 EUR?2210/00 PREMIERE A. -39.90?2310/00 MIETE D
ECODER -7.90?3048050000?310000353037?32PREMIERE WORLD?34000?62/
OCMT/DEM47,80/?63/CHGS/DEM0,00/

und die Hypobank EUR-Sammelaufträge auf DEM-Konten so:

:60F:C000929DEM16524,20
:61:0010021002CM343,89N050NONREF
:86:079?00SAMMELAUFTR?103913?20?32DTAUS 02.10.00?34001?62/OCMT/E
UR175,83/?63/CHGS/EUR0,00/

Wurde also wohl doch umgerechnet und der Originalbetrag in :86:62
gemeldet. Wobei der :61:-letzte-Buchstabe ja eh wahlfrei ist. Wenn
die Währung in :61: die gleiche ist wie die in :60:, kam der oft
gar nicht:

:60F:C990128DEM835,93
:61:9901290129C2019,05NTRFNONREF
:86:081?00VGT?106171?3076251020?31240301135

Wobei die damals etwas übertrieben haben - in der DEM/EUR-Zeit haben
manche Banken den OCMT auch mitgeliefert, wenn überall eh dieselbe
Währung drinstand:

:60F:C981230DEM58077,19
:61:9812311231CM511,35N050
:86:079?00SAMMELAUFTR?103901?20?32DTAUS 31.12.98?34008?62/OCMT/D
EM511,35/?63/CHGS/DEM0,00/

Weil ich irgendeine Erinnerung an USD-Überweisungen hatte, hab ich
mal in den MT940 der letzten 30 Jahre nach "USD" gesucht und u.a.
das hier gefunden, bei der Hypobank:

:60F:C090522EUR3742,81
:61:0905250525D5561,87NMSCNONREF
/OCMT/USD7768,51/
:86:005?00AHHBCI?100537?20AH HBCI?21AZMAT25050983212?22VMWARE INTERNA
TIONAL LIMITE?23USD 7.768,51?24Prov. EUR
5,00?27KURS EUR/USD 1,39800000?28XYZ GMBH, PARTNER ID 111
577?290 IUL-ORDER, TICKET-I?32VMWARE INTERNATIONAL LIMITE?6
0D REF.00D57RI?61N.50056FIUL.REF?63AWV-Meldung beac
hten

oder bei der Postbank:

:60F:C090331EUR159,14
:61:0904010401DR24,36N040TPBA90401AL05
:86:210?00BTX AUSLAND?103760?20KAZNIC ORGANIZATION?21BETRAG: 30,2
4 USD?22BANK: KZKOKZKXXXX KTO: /001?23070471?24INVOICE 12345/NIC?
25 ABCD.KZ?26 SEMIPALATIN?27IHRE REFERENZ?2
8BTX 409830?29ENTGELT:1,50 EUR?32ZAHLUNG IN DAS AUSLAND ----?33
, REFERENZ: TPBA90401AL05?34886?60KURS 1 EURO = 1,3227 USD?61ZAHL
UNG 30,24 USD?62/OCMT/EUR24,36/?63/CHGS/EUR0,00/

wobei bei letzterem witzigerweise der "OCMT" angeblich EUR sind,
obwohl definitiv USD überwiesen wurden.

Also muss man wohl doch nicht mit unterschiedlichen Währungen in
:60: und :61: rechnen, aber damit, dass der /OCMT/ in :61: *oder*
in :86:62 vorkommen kann (oder vielleicht sogar beides?). Auf jeden
Fall können die :86:6x-Verwendungszwecke auf dann kommen, wenn
:86:20-29 gar nicht vollständig benutzt wurde. Ansonsten schreibt
jede Bank ihre eigenen Romane in den Verwendungszweck...

> 2. "Wenn es zu einer Endung mehrere Währungen gibt, welches ist es dann?"


Keine Ahnung.

> 3. "Wenn die Beträge in unterschiedliche Währungen sind, zu welchem Kurs werden diese umgerechnet? In der Buchhaltung sollte ja schon der 'richtige' Wert auftauchen"


Zu dem Kurs, den die umrechnende Bank für richtig hält. Wobei man
aufpassen muss, wenn z.B. 15 EUR weniger ankommen als der Absender
abgeschickt hat: Das kann die absendende Bank abgezogen haben, die
empfangende, oder - und das ist besonders böse - irgendeine Bank
"unterwegs". Sowas wird *nicht* explizit in der Buchung ausgewiesen
- es kommt halt einfach weniger an.

> 4. "Wie sieht es mit 'Bestätigungsbuchungen' und Rückläufern aus. Ist diese identisch der angewiesenen Währung. "


Kann ich nix dazu sagen - hatte ich in der Konstellation nie.

> 5. (kam von mir) "Gibt es im MT940 Gegenwert-Anweisungen und wie werden diese ausgewiesen"


Siehe oben, /OCMT/ in :61: oder in :86:62.

> Fragen über Frage, von denen zu 99% wohl nichts eintreten wird, aber das 1% ärgert dann den Kunden: "Konnte ihr das nicht voraussehen" :-)


Nein, das kann man nicht (alles) voraussehen. Echt nicht.

Gruß Matthias.
Ingo Stiller (26.02.2018, 13:11)
Am Donnerstag, 22. Februar 2018 18:56:26 UTC+1 schrieb Matthias Hanft:
> Ansonsten schreibt jede Bank ihre eigenen Romane in den Verwendungszweck....


Hi Matthias
Ich muss dich nochmals "belästigen" :-)
Beim Lesen der Romane kam jetzt die Frage auf, wie Gebühren ausgewiesen werden.
Und zwar sei folgender (theoretischer?) Fall gegeben:
Ein Überweisungsauftrag (mit einer Transaktion) wird an die Bank weitergegeben.
Die Überweisung kann nicht stattfinden, weil das Empfängerkonto nicht "auffindbar" ist.
Die Bank verlangt nun Gebühren für die nicht stattgefundene Überweisung.
Sei der Betrag 100 EUR und die Gebühr 5 Euro

Wird in MT940

1) Das Konto zuerst kreditorisch mit 105 Euro belastet und dann die 100 Euro (für die eine/einzige Transaktion) wieder gugeschrieben.

2) Das Konto nur mit 5 Euro belastet.

Gruß Ingo
Ingo Stiller (28.02.2018, 10:03)
Am Montag, 26. Februar 2018 12:11:45 UTC+1 schrieb Ingo Stiller:
> Die Überweisung kann nicht stattfinden, weil das Empfängerkontonicht "auffindbar" ist.
> Die Bank verlangt nun Gebühren für die nicht stattgefundene Überweisung.
> Sei der Betrag 100 EUR und die Gebühr 5 Euro


So, ich hatte ein sehr nettes Gespräch mit einer Landesbank aus BW :-)

Gebühren*) von 3 Euro gibt es, wenn die Überweisung nicht ausgeführt werden kann.
Auf dem MT940 tauchen immer zwei Zeilen auf
1. 100 Euro werden abgebucht
2. 97 Euro werden wieder gutgeschrieben.
Im Verwendungstext kann man dann raus interpretieren, dass 3 Euro Entgelt*)angefallen sind

*) Sorry, war nicht korrekt. Gebühren gibt es nur bei öffentlichen Kassen, hier muss es Preise oder Entgelte heißen :-)

Gruß Ingo
Matthias Hanft (28.02.2018, 11:12)
Ingo Stiller schrieb:
> 1) Das Konto zuerst kreditorisch mit 105 Euro belastet und dann die 100 Euro (für die eine/einzige Transaktion) wieder gugeschrieben.


Ich kenne das (von "meinen" Banken) nur so. Denn i.d.R. kommt die
Retoure eh erst am nächsten Tag zurück, und dann ist die Belastungs-
buchung ja schon passiert. Der Fall, dass das Zeug gar nicht erst
weggeschickt wird, kommt im Real Life eigentlich kaum vor.

Gruß Matthias.
Matthias Hanft (28.02.2018, 11:15)
Ingo Stiller schrieb:
> Gebühren*) von 3 Euro gibt es, wenn die Überweisung nicht ausgeführt werden kann.


Generell? Oder nur bei Auslandsüberweisungen? Von Inlandsüberweisungen
kenne ich das (von "meinen" Banken) bisher nicht, da kommt das Geld
halt einfach wieder zurück (und kostnix). Werden die Banken jetzt
erfinderisch und fangen damit an, auch dafür schon Geld zu ver-
langen? Naja, den Banken gehts derzeit ja sooo schlecht...

> Auf dem MT940 tauchen immer zwei Zeilen auf
> 1. 100 Euro werden abgebucht
> 2. 97 Euro werden wieder gutgeschrieben.
> Im Verwendungstext kann man dann raus interpretieren, dass 3 Euro Entgelt*) angefallen sind


Ja, die meisten Infos schreiben die Banken i.d.R. im "freien Format"
irgendwo in den Verwendungszweck. Da kann man sie dann kreativ wieder
herauszusammenfieseln :-)

Gruß Matthias.
Ingo Stiller (28.02.2018, 11:56)
Am Mittwoch, 28. Februar 2018 10:15:44 UTC+1 schrieb Matthias Hanft:
> Ingo Stiller schrieb:
> Generell? Oder nur bei Auslandsüberweisungen? Von Inlandsüberweisungen
> kenne ich das (von "meinen" Banken) bisher nicht, da kommt das Geld
> halt einfach wieder zurück (und kostnix). Werden die Banken jetzt
> erfinderisch und fangen damit an, auch dafür schon Geld zu ver-
> langen?



Diese Praxis ist von der Bank bestätigt worden.
Die 10 Euro werden fällig, falls die Überweisung beleghaft eingereicht wurde

>Naja, den Banken gehts derzeit ja sooo schlecht... Von mir auch ein herzliches Beileid *grins*


> > Im Verwendungstext kann man dann raus interpretieren, dass 3 Euro Entgelt*) angefallen sind

> Ja, die meisten Infos schreiben die Banken i.d.R. im "freien Format"
> irgendwo in den Verwendungszweck. Da kann man sie dann kreativ wieder
> herauszusammenfieseln :-)


Der Kollege flucht gerade, weil er bei der Interpretation (inkl. C/D-Kennzeichen und GVCs) immer wieder auf neue, kreative "Ideen" stößt :-)

Gruß Ingo
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