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René Marquardt (09.01.2020, 05:06)
Kennt das ausser mir noch einer und hat vielleicht ne digitale Aufnahme davon?
Chr. Maercker (10.01.2020, 08:33)
René Marquardt wrote:
> Kennt das ausser mir noch einer und hat vielleicht ne digitale Aufnahme davon?


Nur live, z.B. Anno 1980, KorlMorxStodt Hbf. Einzige Spezialität des
Hauses: braune Salzbrühe mit leckeren Mehlklumpen, genannt "Gulaschsuppe".
Gunter Kühne (10.01.2020, 12:52)
Am 10.01.20 um 07:33 schrieb Chr. Maercker:
> René Marquardt wrote:
>> Kennt das ausser mir noch einer und hat vielleicht ne digitale Aufnahme davon?

> Nur live, z.B. Anno 1980, KorlMorxStodt Hbf. Einzige Spezialität des
> Hauses: braune Salzbrühe mit leckeren Mehlklumpen, genannt "Gulaschsuppe".

Nacht Samstags und Sonntag Früh, so gegen 02,00 Uh,r Mitropa Dresden-
Neustadt.
Treffpunkt aller namhaften Diskotheken. ( Nebst Gefolge und Grupis )
Standard: Soljanka.
Konnte man immer schön sehen was am Tage so übrig war.

MfG

Achso Zeitrahmen so ca 1977 bis 1980. kann größer gewesen sein doch dann
ohne mich ausser 1984
Chr. Maercker (13.01.2020, 17:04)
Gunter Kühne wrote:
> Standard: Soljanka.
> Konnte man immer schön sehen was am Tage so übrig war.


ACK, wobei Soljanka viel schöner klingt und vor allem viel kürzer ist
als Wurschtreste-Verwertungsbrühe. ;-)
Gunter Kühne (13.01.2020, 17:35)
Am 13.01.20 um 16:04 schrieb Chr. Maercker:
> Gunter Kühne wrote:
>> Standard: Soljanka.
>> Konnte man immer schön sehen was am Tage so übrig war.

> ACK, wobei Soljanka viel schöner klingt und vor allem viel kürzer ist
> als Wurschtreste-Verwertungsbrühe. ;-)

Wobei da selbst die Bratenreste reingschnippelt wurden.
Notalls kam eben noch bissel Mehr zitrone und Paprika nebst Gurken hinzu.

;-)
Peter Blancke (13.01.2020, 17:58)
Am 2020-01-13, Gunter Kühne <kuehne123> schrieb:
> Am 13.01.20 um 16:04 schrieb Chr. Maercker:


>> wobei Soljanka viel schöner klingt und vor allem viel kürzer ist
>> als Wurschtreste-Verwertungsbrühe. ;-)


> Wobei da selbst die Bratenreste reingschnippelt wurden.


Also wie früher zu Hause. In der Samstagsuppe ließ Mutter alles
verschwinden, was sich in der Woche so angesammelt hatte. Und die
Suppen blieben in allerbester Erinnerung!

Mit dem weisen Spruch "Das hat die Marktfrau alles mit abgewogen!"
kam rein gar nichts um.

> Notalls kam eben noch bissel Mehr zitrone und Paprika nebst Gurken
> hinzu.


Zitrone immer, das mnacht die Sache ein wenig frischer.

Gruß,

Peter Blancke
Torsten Mueller (13.01.2020, 18:42)
Peter Blancke <blancke> schrieb:

>> Notalls kam eben noch bissel Mehr zitrone und Paprika nebst Gurken
>> hinzu.

> Zitrone immer, das mnacht die Sache ein wenig frischer.


Der Russe, der noch selber Soljanka gekocht hat, hatte keene Zitrone.
Woher denn? Die erforderliche Säure wurde in der Regel durch saure
Gurken plus ordentlich saure Sahne hergestellt.

T.M.
Ignaz Isebrecht (13.01.2020, 22:38)
Am 13.01.20 um 16:04 schrieb Chr. Maercker:

> ACK, wobei Soljanka viel schöner klingt und vor allem viel kürzer ist
> als Wurschtreste-Verwertungsbrühe. ;-)


Der korrekte Fachbegriff ist allerdings: "Kühlhaus-Spätlese".

Ignaz
Florian Ritter (13.01.2020, 23:26)
Am Montag, 13. Januar 2020 17:42:56 UTC+1 schrieb Torsten Mueller:

>> Zitrone immer, das mnacht die Sache ein wenig frischer.


> Der Russe, der noch selber Soljanka gekocht hat, hatte keene Zitrone.
> Woher denn? Die erforderliche Säure wurde in der Regel durch saure
> Gurken plus ordentlich saure Sahne hergestellt.


Nach meiner Kenntnis war bei der DDR-Variante von Soljanka
die Flüssigphase im wesentlichen Gurkenwasser.
Ums Jahr 2000 war ich in Rußland, wir aßen allabendlich
im Spielkasino, Soljanka war auf der Karte, es war
eine Suppe, hatte aber mit der DDR-Version so gut wie garnix
gemein - FR
Paul (14.01.2020, 00:20)
Am 13.01.2020 um 17:42 schrieb Torsten Mueller:
> Peter Blancke <blancke> schrieb:
> Der Russe, der noch selber Soljanka gekocht hat, hatte keene Zitrone.
> Woher denn? Die erforderliche Säure wurde in der Regel durch saure
> Gurken plus ordentlich saure Sahne hergestellt.
> T.M.

Und heute bekommst Du auf die Soljanka einen Klecks Sprühsahne dauf,
brrr... :-(

Paule
René Marquardt (14.01.2020, 01:16)
On Monday, January 13, 2020 at 3:26:29 PM UTC-6, Florian Ritter wrote:
> Am Montag, 13. Januar 2020 17:42:56 UTC+1 schrieb Torsten Mueller:
> Nach meiner Kenntnis war bei der DDR-Variante von Soljanka
> die Flüssigphase im wesentlichen Gurkenwasser.
> Ums Jahr 2000 war ich in Rußland, wir aßen allabendlich
> im Spielkasino, Soljanka war auf der Karte, es war
> eine Suppe, hatte aber mit der DDR-Version so gut wie garnix
> gemein - FR


Sollte zwar eigentlich ein Musik-Thread werden und keiner ueber
die Mitropa-Soljanka, aber es sei dem Publikum beschieden, dass
sich Mutti Merkel oeffentlich dazu bekannt hat, Fan von Soljanka,
Letscho und Schaschlyk zu sein.
Frank Nitzschner (14.01.2020, 06:20)
Chr. Maercker schrieb :

> ACK, wobei Soljanka viel schöner klingt und vor allem viel kürzer ist
> als Wurschtreste-Verwertungsbrühe. ;-)


Bestellt wurde aber eine "Soli"...
Nebenname: "Kellnerkotze";-)

Grüsse
Frank
drstrange2006 (14.01.2020, 06:21)
Am Montag, 13. Januar 2020 17:42:56 UTC+1 schrieb Torsten Mueller:
> Peter Blancke <blancke> schrieb:
> Der Russe, der noch selber Soljanka gekocht hat, hatte keene Zitrone.
> Woher denn? Die erforderliche Säure wurde in der Regel durch saure
> Gurken plus ordentlich saure Sahne hergestellt.
> T.M.


Der Nachkriegssowjetunionler hatte eigene sowjetische Zitronen
und er hatte sogar Oliven, die bei Soljanka eine nicht unwichtige
Rolle spielen. Das man "besorgen" mußte ist klar aber Zitronen wird
bei vielen sauren Suppen offiziell mit eingesetzt.
Oliven gingen uns in der Zone ja völlig ab. Ich glaub die gabs nicht mal im Deli.
Ansonsten stimmt es: auch SALZ-Gurken und saure Sahne sind unverzichtbar.

Hab hier ein russisches Suppenkochbuch da steht das alles drin.

BGE
Torsten Mueller (14.01.2020, 09:14)
drstrange2006 schrieb:

> Der Nachkriegssowjetunionler hatte eigene sowjetische Zitronen und er
> hatte sogar Oliven, die bei Soljanka eine nicht unwichtige Rolle
> spielen.


Ich gloob fast nich, daß es in der Sowjetunion eine Gegend gab, die eine
Olivenkultur aktiv betrieb. Ich dachte zuerst an den Kaukasus, Südseite,
Armenien, Georgien, dort gibt's ja auch Wein. Aber diese Karte zeigt
interessanterweise ein Anbaugebiet auf der Krim:



Es ist aber auch kaum zu glauben, daß Oliven irgendwo in der SU eine
nennenswerte Rolle gespielt haben sollen.

T.M.

P.S.: Bulgarien, 1978, flimmernde Mittagshitze. Man steht vor einem
einzelnen fremdartigen Baum mit sehr fremdartigen schwarzen Früchten.
"Das sind wahrscheinlich Oliven." Man weiß es nicht genau, nie hat
jemand welche gesehen. "Bäh, schmeckt nicht. Kinder, eßt das nicht. Die
sind wahrscheinlich noch nicht reif." Spuck.
Chr. Maercker (14.01.2020, 10:56)
Peter Blancke wrote:
[Soljanka klingt viel schöner und ist kürzer als
Wurschtreste-Verwertungsbrühe]

>> Wobei da selbst die Bratenreste reingschnippelt wurden.


> Also wie früher zu Hause. In der Samstagsuppe ließ Mutter alles
> verschwinden, was sich in der Woche so angesammelt hatte. Und die
> Suppen blieben in allerbester Erinnerung!


Noch besser schmeckte es, wenn die Reste in der Pfanne landeten. Das
nannte sich dann "gedrängte Wochenübersicht".

>> Notalls kam eben noch bissel Mehr zitrone und Paprika nebst Gurken
>> hinzu.


> Zitrone immer, das mnacht die Sache ein wenig frischer.


Gurken einklich auch, obwohl Gewürzgurken ab Mitte 1970er inne DDR auch
nicht mehr regelmäßig zu haben waren.

Weiter südlich wird Gammelfleisch mittels Knoblauch, Chili und Curry
genießbar gemacht. Hab einmal gesehen, wie Fleisch auf einem Basar in
Baku gehandelt wurde, da wird man schnell zum Vegetarier. ;-)

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