expertenaustausch > etc.* > etc.beruf.selbstaendig

Lutz Schulze (15.12.2015, 21:26)
Am Tue, 15 Dec 2015 19:58:36 +0100 schrieb Marc Haber:

> Lutz Schulze <lschulze> wrote:
> Bei Investition in Immobilien dürfte das nur schwerlich möglich sein.


Und was macht man da, wenn die Einnahmen mal wegbrechen?

Wobei: die selbstgenutzte sollte wegen der ersparten Miete weiter zu
unterhalten sein, eine vermietete sich durch die Miete weiter tragen.

Wo ist mein Denkfehler?

Lutz
Marc Haber (15.12.2015, 22:03)
Lutz Schulze <lschulze> wrote:
>Am Tue, 15 Dec 2015 19:58:36 +0100 schrieb Marc Haber:
>Und was macht man da, wenn die Einnahmen mal wegbrechen?


Man spezifiziert eine zurückhaltende Regeltilgung und steckt in guten
Jahren die weiteren Überschüsse in eine entsprechend großzügig
verhandelte Sondertilgung.

Wenn man das erst mit gut über 40 anfängt, ist die Chance, das Objekt
mit der Regeltilgung vor dem Ende der Erwerbstätigkeit abbezahlt zu
bekommen, nahe null. Man spekuliert also beim Einstieg in diese Form
der Altersversorgung darauf, hinreichend viele "gute Jahre" zu haben,
um wenigstens das selbstgenutzte Haus am Ende bezahlt zu haben.

Wenn jetzt die staatliche Rente nochmal 15-20 % vom Brutto abschöpft,
geht diese Rechnung nicht mal mehr für das selbstgenutzte Haus auf.

>Wobei: die selbstgenutzte sollte wegen der ersparten Miete weiter zu
>unterhalten sein, eine vermietete sich durch die Miete weiter tragen.
>Wo ist mein Denkfehler?


Die Zinsen sind so niedrig, dass man mit einer vermieteten Immobilie
trotz steuerlicher Geltendmachung der Zinsen und Abschreibung keinen
Verlust mehr macht ;-)

Grüße
Marc
Stefan Froehlich (16.12.2015, 01:25)
On Tue, 15 Dec 2015 19:03:42 Marc Haber wrote:
> Lutz Schulze <lschulze> wrote:
> >Bei einer Pflichtversicherung bin ich sofort dabei wenn _alle_
> >einzahlen.


So ist das hier (sonst wäre es ja auch keine Pflichtversicherung).

> ... und wenn es Regelungen gibt, die Leuten, die seit 20 Jahren
> denken, privat vorsorgen zu müssen, vor den sonst zu erwartenden
> sechsstelligen Verlusten schützt.


Mit diesem Problem müssen wir uns zum Glück nicht herumschlagen,
weil opt-out niemals ein Thema gewesen ist. Wie man das sinnvoll
wieder konsolidieren könnte, weiss ich auch nicht. Eventuell einfach
die Leute, die bereits draussen sind, draussen lassen, aber weitere
opt-outs nicht mehr gestatten. Ist dann zwar ein bisschen unfair,
aber das ist bei Übergangsregelungen schwer zu vermeiden.

Servus,
Stefan
Martina Diel (16.12.2015, 08:44)
* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:

> Lutz Schulze <lschulze> wrote:
>>Bei einer Pflichtversicherung bin ich sofort dabei wenn _alle_ einzahlen.


> ... und wenn es Regelungen gibt, die Leuten, die seit 20 Jahren
> denken, privat vorsorgen zu müssen, vor den sonst zu erwartenden
> sechsstelligen Verlusten schützt.


Freelancer sind Unternehmer, die damit rechnen müssen, dass die
Nachfrage nach ihrem Produkt/ihrer Dienstleistung sich im Laufe der Zeit
verändert, ebenso wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen, unter denen
sie hergestellt/erbracht werden.
Marc Haber (16.12.2015, 10:14)
Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:
>Freelancer sind Unternehmer, die damit rechnen müssen, dass die
>Nachfrage nach ihrem Produkt/ihrer Dienstleistung sich im Laufe der Zeit
>verändert, ebenso wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen, unter denen
>sie hergestellt/erbracht werden.


Ich kenne Deine Lebenssituation ein bisschen und weiß, dass Du Dir das
Einzahlen "für nix" in die gesetzliche Rentenversicherung locker
leisten kannst. Ich hab ein Haus abzubezahlen. Eigentlich zwei. Da
kann ich mir eine Belastung in der Größenordnung von 15 - 20 % nur
leisten, wenn ich erhebliche Abstriche an anderer Stelle mache. Und
das würde ich nur sehr ungerne tun, weil ich weiß, dass aus derzu
erwartenden Staatlichen Rente vermutlich nichtmal die Telefonrechnung
bezahlbar sein wird.

Grüße
Marc
Lutz Schulze (16.12.2015, 10:36)
Am Tue, 15 Dec 2015 21:03:53 +0100 schrieb Marc Haber:

>>> Bei Investition in Immobilien dürfte das nur schwerlich möglich sein.

>>Und was macht man da, wenn die Einnahmen mal wegbrechen?

> Man spezifiziert eine zurückhaltende Regeltilgung und steckt in guten
> Jahren die weiteren Überschüsse in eine entsprechend großzügig
> verhandelte Sondertilgung.


Das habe ich damals auch so gemacht, durch 2 Kredite mit verschiedenen
Laufzeiten. Lief dann besser als gedacht, nach 11 Jahren war ich durch.
Allerdings war das Objekt wahrscheinlich wesentlich günstiger - das
entscheidet aber jeder selbst, inclusive der Vor- und Nachteile.

Lutz
Richard Lechner (16.12.2015, 18:24)
Am Tue, 15 Dec 2015 17:29:08 +0000 schrieb Stefan Froehlich:

> Aber jedes Mal, wenn ich hier meine, dass die österreichische Variante
> (kompatible Pflicht-Rentenversicherung für Unselbständige und
> Selbständige, in der man bequem beliebig oft hin- und herwechseln kann,
> ohne irgendwelche Ansprüche zu verlieren) geschickt ist, werde ich hier
> niedergemacht, dass man als Selbständiger doch um Himmels Willen keine
> Pflichtversicherung haben möchte...
> Irgendeinen Tod muss man wohl sterben.


Das Dumme ist das du nur 1,78% gutgeschrieben bekommst! Wenn ich 10 Jahre
52k einzahle dann bekomme ich Brutto 903.- Euro pro Jahr mehr. Also
alleine für die 10 Jahre Zwangsbeitrag müsstest du schon 56 Jahre
Pensionist sein und dann bist nur Eben ohne jegliche Zinsen!

Angeblich ist das System ja nicht nachhaltig aber das Geschäft würde ich
als Versicherung sofort machen.

Das Problem sind die ganzen Parasiten und die aufgeblasene Verwaltung,
zuviele faule Maden und zuwenig Speck.
Martina Diel (18.12.2015, 09:18)
* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:

> Ich kenne Deine Lebenssituation ein bisschen und weiß, dass Du Dir das
> Einzahlen "für nix" in die gesetzliche Rentenversicherung locker
> leisten kannst.


Was nicht heißt, dass ich gerne Geld verschwenden würde.

> Ich hab ein Haus abzubezahlen. Eigentlich zwei. Da
> kann ich mir eine Belastung in der Größenordnung von 15 - 20 % nur
> leisten, wenn ich erhebliche Abstriche an anderer Stelle mache.


Da bewahrheitet sich dann wieder mal, dass man nicht alle Eier in
denselben Korb legen soll. :-\
Marc Haber (18.12.2015, 10:00)
Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>Da bewahrheitet sich dann wieder mal, dass man nicht alle Eier in
>denselben Korb legen soll. :-\


Hab ich ja nicht.

Grüße
Marc
Martina Diel (18.12.2015, 10:08)
* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:

> Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>>Da bewahrheitet sich dann wieder mal, dass man nicht alle Eier in
>>denselben Korb legen soll. :-\


> Hab ich ja nicht.


Weil es *zwei* Häuser sind?
Marc Haber (18.12.2015, 11:33)
Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:
>> Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>>>Da bewahrheitet sich dann wieder mal, dass man nicht alle Eier in
>>>denselben Korb legen soll. :-\

>> Hab ich ja nicht.

>Weil es *zwei* Häuser sind?


Weil ich auch noch andere Bausteine meiner Altersversorgung habe. Da
sind auch einige dabei, die ich ohne größeren Verlust an bereits
eingezahltem Kapital beitragsfrei stellen oder gar auflösen könnte,
aber das ist der geringere Anteil, und es würde mir weh tun, dies tun
zu müssen, weil ich in eine "neue" Pflichtversicherung einzahlen muss,
die mir wegen meines bereits forgeschrittenen Alters nicht einmal
garantiert, dass ich meine Einlagen zurückbekomme.

Das ist einfach ein Geschäft, bei dem ich nur verlieren kann. Dabei
ist aktuell alles prima, das müsste man nur so lassen wie es ist und
alles ist fein.

Grüße
Marc
Martina Diel (18.12.2015, 13:26)
* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:

> Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>>* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:
>>> Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>>>>Da bewahrheitet sich dann wieder mal, dass man nicht alle Eier in
>>>>denselben Korb legen soll. :-\


>>> Hab ich ja nicht.


>>Weil es *zwei* Häuser sind?


> Weil ich auch noch andere Bausteine meiner Altersversorgung habe.


Dann ist es doch gut.

> Da sind auch einige dabei, die ich ohne größeren Verlust an bereits
> eingezahltem Kapital beitragsfrei stellen oder gar auflösen könnte,
> aber das ist der geringere Anteil, und es würde mir weh tun, dies tun
> zu müssen, weil ich in eine "neue" Pflichtversicherung einzahlen
> muss, die mir wegen meines bereits forgeschrittenen Alters nicht
> einmal garantiert, dass ich meine Einlagen zurückbekomme.


Tja nu...
*Wehtun* würde es natürlich jedem, wenn er Geld "wegwirft" und dazu
gezwungen wird. Andererseits geht man nunmal mit jeder Geldanlage und
Altersvorsoroge ein Risiko ein - ich auch mit meiner.

> Das ist einfach ein Geschäft, bei dem ich nur verlieren kann. Dabei
> ist aktuell alles prima, das müsste man nur so lassen wie es ist und
> alles ist fein.


Wie schon gesagt: ich sehe es als Stärke *echter* Unternehmer, flexibel
zu reagieren. Besitzstandswahrung ist was für Beamte, Investitionsschutz
was für Konzerne, die TTIP wollen ;-)
Manfred Schulz (18.12.2015, 13:59)
Am 18.12.2015 um 12:26 schrieb Martina Diel:
> Wie schon gesagt: ich sehe es als Stärke*echter* Unternehmer, flexibel
> zu reagieren. Besitzstandswahrung ist was für Beamte, Investitionsschutz
> was für Konzerne, die TTIP wollen


Naja, ganz so einfach ist es nicht. Für meinen Teil ist ein großer
Brocken meiner Altersvorsorge ein kleines Mietshaus.
Um bei den Eiern zu bleiben: das ist so ein dickes Ei, davon hat man
leider nicht mehrere und es ist dann auch nur noch Kapazität da für
ganz, ganz kleine weitere Eier. In ganz kleinen Körben. Und mit der
Flexibilität ist es bei einer solchen Anlage auch nicht so weit her. Im
machbaren Rahmen versucht man das Risiko zu begrenzen (z.B. geringe
laufende Tilgung, hohe Sondertilgungsoption), aber gegen so krude
gesetzliche Änderungen ist es wirklich schwer sich zu wappnen. Den
Verdruss darüber kann ich gut nachvollziehen.
Und habe vor ein paar Jahren die "Notbremse" gezogen, nicht mehr als
Freiberufler aufzutreten sondern als GmbH, schaltet viel politisch
angeschobenen Blödsinn aus. Auf den ersten Blick scheint das unnötige
Kosten zu produzieren (tut es ja auch), aber insgesamt ist deren Betrag
so überschaubar und die Tatsache, daß man den Kopf frei hat zum Arbeiten
so wertvoll, daß ich es nicht bereue.
M.
Martina Diel (18.12.2015, 15:01)
* Manfred Schulz <ng_2022>:

> Am 18.12.2015 um 12:26 schrieb Martina Diel:
>> Wie schon gesagt: ich sehe es als Stärke*echter* Unternehmer, flexibel
>> zu reagieren. Besitzstandswahrung ist was für Beamte, Investitionsschutz
>> was für Konzerne, die TTIP wollen


> Naja, ganz so einfach ist es nicht. Für meinen Teil ist ein großer
> Brocken meiner Altersvorsorge ein kleines Mietshaus.
> Um bei den Eiern zu bleiben: das ist so ein dickes Ei, davon hat man
> leider nicht mehrere und es ist dann auch nur noch Kapazität da für
> ganz, ganz kleine weitere Eier. In ganz kleinen Körben. Und mit der
> Flexibilität ist es bei einer solchen Anlage auch nicht so weit her.


Stimmt.
Aber niemand ist gezwungen, seine Altersvorsorge genau so zu gestalten.

> Im machbaren Rahmen versucht man das Risiko zu begrenzen (z.B. geringe
> laufende Tilgung, hohe Sondertilgungsoption), aber gegen so krude
> gesetzliche Änderungen ist es wirklich schwer sich zu wappnen. Den
> Verdruss darüber kann ich gut nachvollziehen.


Klar, aber ich finde das Argument "ich habe so geplant, also muss das
jetzt so weiterlaufen" etwas schwach für eine Selbständigen-Gruppe.
Marc Haber (18.12.2015, 15:38)
Manfred Schulz <ng_2022> wrote:
>Und habe vor ein paar Jahren die "Notbremse" gezogen, nicht mehr als
>Freiberufler aufzutreten sondern als GmbH, schaltet viel politisch
>angeschobenen Blödsinn aus.


Diesen aber sehr wahrscheinlich nicht. Jedenfalls nicht, wenn es nur
eine Einpersonengmbh ist. Und wenn man sich einen Teilhaber rein holt,
ist dieser bereits wieder ein Risiko. Und zwar ein nicht ganz kleines.

Grüße
Marc

Ähnliche Themen