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Louis Noser (26.12.2019, 12:08)
Hallo miteinander
So wie ich das als Laie verstehe, ist Asbest deshalb so gefährlich, weil
deren Fasern in die kleinsten Strukturen wie Zellen oder sogar Erbmasse
von lebenden Körpern (Menschen, Tiere) eindringen können. Das ist wohl
deshalb möglich, weil die Asbestfasern eine ähnliche Grösse wie diese
lebenen Strukturen aufweisen.

So gesehen müssten eingentlich auch alle Nanopartikel (100 nm oder
kleiner) ein ähnlich hohes Gesundheitsrisiko darstellen wie Asbest, weil
auch sie so winzig klein sind.

Wie seht Ihr das?

Grüsse
Louis
Beate Goebel (26.12.2019, 14:09)
Louis Noser schrieb am 26 Dez 2019

> So gesehen müssten eingentlich auch alle Nanopartikel (100 nm oder
> kleiner) ein ähnlich hohes Gesundheitsrisiko darstellen wie
> Asbest, weil auch sie so winzig klein sind.
> Wie seht Ihr das?


Nennt sich Feinstaub...

Beate
Holger Korn (26.12.2019, 15:14)
Am 26.12.2019 um 11:08 schrieb Louis Noser:

> So gesehen müssten eingentlich auch alle Nanopartikel (100 nm oder
> kleiner) ein ähnlich hohes Gesundheitsrisiko darstellen wie Asbest, weil
> auch sie so winzig klein sind.


Asbest ist eine langgesteckte Faser die im Gegensatz zu gedwöhnlichem
Grobstaub durch den Schleim nicht ausgehustet werden kann.

Nano (und Mikro und Piko und Femto usw) ist kleiner und dringt
zusätzlich in den Blutkreislauf.
ist an sich nichts un gewöhnliches: Kleinstpartikel etwa auch Pollen und
Umweltstäube wie gesteinsabrieb usw) kommen auf der Erde schon immer vor.

Wenn dies dramatisch wäre, gäbe es keine Menschen oder nichtmal Leben

kritisch wird es wenn zuviel davon da ist (also im Sandsturm ist es
nicht gut, im normalen Wüstenklima geht es)
oder wenn die Stäube besondere biochemische Eigenschaften haben (Gift
oder Hormon)

> Wie seht Ihr das?


ganz normal: meide einfach den Sandsturm oder den direkten Qualm beim
Lagerfeuer.
Lutz Meisinger (31.01.2020, 18:10)
Am 26.12.2019 um 14:14 schrieb Holger Korn:
[..]
> oder Hormon)
> ganz normal: meide einfach den Sandsturm oder den direkten Qualm beim
> Lagerfeuer.


Schwieriger wird es wenn Nanopartikel im Wasser oder im Essen sind. Zur Zeit wird das noch nicht
viel sein, aber irgendwann dringt das zerfallene Plastik ins noch so tief geförderte Grundwasser ein.

L.
Holger Korn (01.02.2020, 16:39)
Am 31.01.2020 um 17:10 schrieb Lutz Meisinger:

> Schwieriger wird es wenn Nanopartikel im Wasser oder im Essen sind. Zur Zeit wird das noch nicht
> viel sein, aber irgendwann dringt das zerfallene Plastik ins noch so tief geförderte Grundwasser ein.


unkritisch: es gibt zugegeben nur wenige Versuche. aber derzeit zeigt
sich, dass Mikroplastik (also mikro und Nano und piko und femto) nicht
im gewebe verarbeitet wird und wie gewöhnliche Ballaststoffe die
Verdauung durchwandern.

auch Giftstoffe die drangelagert sind sind mit gleicher Wirkung ob
direkt in gleichen Konzentration oder eben angelagert am Staub.
Dieser Staub ist so betrachtet kein katalysator für chemische Vorgänge
Lutz Meisinger (01.02.2020, 18:09)
Am 01.02.2020 um 15:39 schrieb Holger Korn:
> Am 31.01.2020 um 17:10 schrieb Lutz Meisinger:
> unkritisch: es gibt zugegeben nur wenige Versuche. aber derzeit zeigt
> sich, dass Mikroplastik (also mikro und Nano und piko und femto) nicht
> im gewebe verarbeitet wird und wie gewöhnliche Ballaststoffe die
> Verdauung durchwandern.
> auch Giftstoffe die drangelagert sind sind mit gleicher Wirkung ob
> direkt in gleichen Konzentration oder eben angelagert am Staub.
> Dieser Staub ist so betrachtet kein katalysator für chemische Vorgänge

Danke. Bleibt für mich noch die Frage nach Allergien. Ich bin allergisch gegen Formaldehyd und habe
früher bei IKEA heftige Niesanfälle bekommen. Außerdem zersetzt sich das Zeug ja im Körper auch und
könnte mit anderen körperfremden Stoffen reagieren. Aber das ist vermutlich ein weites Feld insofern
ja auch dauernd neue Stoffe dazukommen.

Grüße
L.
Holger Korn (02.02.2020, 14:08)
Am 01.02.2020 um 17:09 schrieb Lutz Meisinger:

> Danke. Bleibt für mich noch die Frage nach Allergien. Ich bin allergisch gegen Formaldehyd und habe
> früher bei IKEA heftige Niesanfälle bekommen. Außerdem zersetzt sich das Zeug ja im Körper auch und
> könnte mit anderen körperfremden Stoffen reagieren. Aber das ist vermutlich ein weites Feld insofern
> ja auch dauernd neue Stoffe dazukommen.


Allergies können vorwiegend gegen chemisch aktive Stoffe auftreten.
Natürlich meist Eiweise, aber grundsätzlich alles was dem Immunsystem
kritisch vorkommt

da der Staub egal in welcher Grösse nicht reagiert. (das ist ja das
Problem beim Plastik: es reagiert zu langsam und zersetzt sich deswegen
nicht chem isch, sondern nur mechanisch und wird zu immer kleiner
werdenden Partikeln mikro nano piko femto)

die Allergene die vorhanden sind, sind ja auch ohne den Plastikstaub
vorhanden. Ja bei Pollen sind diese sogar natürlicher feinstaub.
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