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Hannes Kuhnert (13.08.2019, 12:52)
Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?

Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?

[Zielgruppe bei Bedarf gern ändern!]
Marcel Mueller (13.08.2019, 14:16)
Am 13.08.19 um 12:52 schrieb Hannes Kuhnert:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?
> Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Alle belasteten Bauteile sind besonders oft betroffen, da sie mehr auf
Kante genäht sind. Also Elkos, der MOSFET und der Anlaufwiderstand.
Allerdings ziehen alle bis auf letzteren i.a. noch andere Bauteile mit
ins Grab.

Da allerdings Notebooks noch öfter verrecken als die Netzteile bzw.
einfach veralten, ist die ganze Diskussion gegenstandslos. Wenn ein
Netzteil verreckt, holt man sich einfach ein gebrauchtes von einem
verstorbenen oder ausgemusterten Notebook.

Marcel
Guido Grohmann (13.08.2019, 15:12)
Hannes Kuhnert schrieb:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?
> Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Ja, Elkos sterben da drin gerne. Manche blähen auf, andere ergießen
ihren Inhalt über die Platine oder es fault einfach ein Bein ab.

Guido
Axel Berger (13.08.2019, 17:33)
Hannes Kuhnert wrote:
> Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Wenn keine Sicherung fliegt und keine interne durchgebrannt ist (wenn ja
?berbr?cken und mit 100-W-Gl?hbirne als Vorwiderstand testen), dann
wechsele zur Probe einmal den kleinsten aller Elkos in der N?he der
Trennung zwischen Prim?r- und Sekund?rseite.

Wenn Kurzschlu? kann es der Gleichrichter der Prim?rseite sein.
Holger (13.08.2019, 18:51)
Am 13.08.19 um 12:52 schrieb Hannes Kuhnert:

> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?


Lötstellen.

Holger
Bastian Lutz (13.08.2019, 20:08)
Hallo Hannes!

Am 13.08.2019 um 12:52 schrieb Hannes Kuhnert:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?
> Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Wie hast du das diagnostiziert? Evtl. ist das Notebook das Problem? Hast
du direkt am Netzteil die Spannung gemessen?

Oft gehen z. B. Elkos kaputt. Dann kommt aber oft noch Spannung raus,
aber zu zappelig fuer empfindl. Digital-Elektronik.

Aber ein Notebook-Netzteil ist einfach durch ein (Universal-)Netzteil zu
ersetzen. Spannung ist bei den Universal-Dinger oft einstellbar (sollte
moeglichst genau stimmen), das Netzteil muss einen gewissen
Mindest-Strom liefern, kann also auch staerker sein (steht oft beides
auf dem alten bzw. auf dem Notebook) und ggf. muss man den Stecker
ummontieren (Polaritaet beachten, steht oft auch auf dem alten Netzteil
bzw. dem Notebook).

Bastian Lutz
Hergen Lehmann (13.08.2019, 21:32)
Am 13.08.19 um 12:52 schrieb Hannes Kuhnert:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?
> Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Vorab:

- In einem Schaltnetzteil liegen hohe Spannungen (>300V) vor, die noch
lange Zeit nach dem Ziehen des Netzsteckers vorhanden sein können. Akute
Lebensgefahr!

- Erst mal schauen, was ein passendes Ersatznetzteil beim Chinamann
(ebay) kostet. Oft ist das so billig, das sich nicht mal die Mühe zum
Öffnen des Gehäuses lohnt.

Falls die Reparatur dann immer noch auf dem Wunschzettel steht:

1. Schau nach einer defekten Sicherung auf der Primärseite. Falls das
zutrifft, ist wahrscheinlich der MOSFET durchlegiert, und das wiederum
hat meist eine Kaskade von Folgeschäden zur Verfügung => Tonne.

2. Siebelko (aufgebläht/ausgelaufen?) und den Gleichrichter prüfen.

3. Nächste beliebte Kandidaten wären ein kleiner Elko (Siebung der
Versorgungsspannung für das Steuer-IC) sowie ein hochohmiger Widerstand
(Anlaufwiderstand) auf der Primärseite.

Hergen
Klaus Dahlwitz (13.08.2019, 21:48)
Am 13.08.2019 um 12:52 schrieb Hannes Kuhnert:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?


Bei mir war es ein Kabelbruch.

Klaus, mit immer-dabei-Rucksack-Notebook
Wolfgang Martens (14.08.2019, 00:39)
Am 13.08.2019 um 12:52 schrieb Hannes Kuhnert:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt? Geben
> bestimmte Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?

Typischerweise geht kaputt was heiß wird: Elkos, Netzgleichrichter,
schlecht auf einem Kühlkörper montierte Bauteile.

Bei Kleinnetzteilen <2A häufig auch die zu knapp dimensionierte
Gleichrichterdiode sekundär, manchmal hört man dann ein Ticken, weil
der Regler trotz Überstrom immer wieder versucht anzulaufen.
Für den unvergossenen Fall empfiehlt sich ein paar 5A/100V Schottky
bereitzuhalten:


Bei 0mA primär: Sicherung (z.B. nach Überpannungspuls)

mfG W.Martens
Falk Dµebbert (14.08.2019, 06:09)
Am 13.08.19 um 12:52 schrieb Hannes Kuhnert:
> Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Wenn kein Leistungs-Halbleiter den Hitzetod gestorben ist, ist
typischerweise ein Kondensator gealtert, dass sein ESR oder Leckstrom
soweit anstieg, dass nichts mehr schwingt.

Falk D.
Alexander Schreiber (15.08.2019, 00:32)
Hannes Kuhnert <hannes.kuhnert> wrote:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?
> Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Der Klassiker: Elektrolytkondensatoren, die das Zeitliche gesegnet haben?

Man liest sich,
Alex.
Martin Gerdes (16.08.2019, 15:15)
Bastian Lutz <newsnspam> schrieb:

>> Ich habe hier ein Netzteil liegen, das aufgehört hat zu funktionieren.
>> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
>> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
>> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
>> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


> Wie hast du das diagnostiziert? Evtl. ist das Notebook das Problem? Hast
> du direkt am Netzteil die Spannung gemessen?


> Oft gehen z. B. Elkos kaputt. Dann kommt aber oft noch Spannung raus,
> aber zu zappelig fuer empfindl. Digital-Elektronik.


Es könnte auch sein, daß das Netzteil mit einem tauben Elko nicht mehr
anschwingt.

> Aber ein Notebook-Netzteil ist einfach durch ein (Universal-)Netzteil zu
> ersetzen.


Das geht, das halte ich aber für die zweitbeste Idee.

>Spannung ist bei den Universal-Dinger oft einstellbar


Das ist ggf. ein entscheidender Nachteil.

>ggf. muss man den Stecker ummontieren (Polaritaet beachten


Das halte ich für die größere Gefahr. Wenn man die Spannung verpolt(Wie
schnell ist so ein Adapter falschrum aufgesteckt!), kann es sein, daß
man für dieses Notebook dann kein Netzteil mehr braucht (und auch sonst
keine Zubehörteile mehr).

Bei einem gängigen Modell würde ich versuchen, das genau passende
Ersatznetzteil zu besorgen (kann auch ein "kompatibles" sein). Damit ist
der oben geschilderte, fatale Fehler des Verpolens ausgeschlossen.

Ich habe für mein Notebook mittlerweile 4 funktionierende Netzteile im
Betrieb, eins habe ich bei Ebay nachgekauft, zwei sind von vorherigen
Notebooks der gleichen Firma übriggeblieben und passen.

PS: Wenn man kein Elektronikfreak mit passender Ausrüstung ist, versucht
man nicht, ein Teil zu reparieren, was man für maximal 20 Euro
nachkaufen kann -- auch wenn das prinzipiell natürlich möglich ist.
Gerald Oppen (17.08.2019, 16:48)
Am 13.08.19 um 12:52 schrieb Hannes Kuhnert:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?
> Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Anfangen würde ich bei den Kondensatoren...

Gerald
Gerrit Heitsch (18.08.2019, 18:45)
On 8/13/19 12:52 PM, Hannes Kuhnert wrote:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?
> Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Elkos checken, die sind Fehlerquelle Nr. 1. Gerne mal ein kleiner Elko
auf der Primärseite der beim Anlaufen hilft. Ansonsten der Primärelko,
also der mit 400V oder mehr.

Wenn es keiner davon ist wirds komplexer.

Gerrit
Ignatios Souvatzis (31.08.2019, 10:48)
Hannes Kuhnert wrote:
> Was geht an Notebook-Netzteilen typischerweise kaputt?
> Ich habe hier ein Netzteil liegen, dass aufgehört hat zu funktionieren.
> Optisch ist für mich kein Schaden erkennbar, bis auf die Gehäuseöffnung,
> die ich zu verantworten habe. Zwar habe ich keine ernste Reparatur-Ambition.
> Aber den Defekt würde ich gern nachzuvollziehen. Geben bestimmte
> Netzteil-Bauteile besonders häufig den Geist auf?


Meines Wissens gibt's zwei Hauptverdächtige:

a) ein Elektrolytkondensator, der durch ständig zu heissen Betrieb
irgendwann aufgibt und sich aufbläht (also keine flache Kappe,
bzw. die Zylinderform ebenfalls aufgeblasen und gekrümmt), ggfls.
mit Folgeschäden. Falls keine, durch Ersatz mit einem hinreichend
spannungs- und temperaturfesten gleichen Typs trivial zu beheben. Ich kenne
Leute, die sowas zumindest bei eigenen von Natur aus offen/aufschraubbar
gebauten Netzteilen ab und zu reparieren.

b) wg. zu kleiner Dimensionierung durchgebrannter Schalttransistor.
Der einzige Spezialist fuer sowas, den ich kenne, ist seit einigen
Jahren in Rente und nicht mehr zur Hand.

-is

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