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Thomas Heier (30.05.2020, 19:33)
Moin!

Vielleicht kann mir mal jemand was vorrechnen...

Fotografiert werden sollen Vögel, 1,8 / 0,75 m Spannweite (Flug, 2
Sorten) bzw. 46 / 90 cm Größe (laut Wikipedia). Dichteste Entfernung
(laut Luftbild) 160 m.

Die Kamera ist eine EOS M100 (APS-C, Crop 1,6), zur Verfügung stehen
folgende Zooms:
EF-M 55-200mm
EF-S 55-250mm (incl. Adapter)

Reicht die Ausrüstung, um die Vögel nahezu (66 - 85%) bildfüllend
aufzunehmen?

Stativ nehme ich mit, wackel ist kein Argument.

Wer noch Lust auf eine zweite Frage hat:

Seehunde, 30-40 Meter Entfernung, 170cm Länge, und Kegelrobben,
Michael Quack - Visual Pursuit (30.05.2020, 21:38)
On 30.05.2020 19:33, Thomas Heier wrote:
> Moin!
> Vielleicht kann mir mal jemand was vorrechnen...


Als alter Regular solltest Du diese Seite kennen:


APS-C, 250mm, 160m Entfernung -> Bildfeld ~ 10m x 16m.

Also nee, reicht nicht.
[..]
Thomas Heier (30.05.2020, 23:26)
Michael Quack - Visual Pursuit <michael.quack> wrote:

> Als alter Regular solltest Du diese Seite kennen:


Naja, das Alter... Mit deinen Werten habe ich die Seite nutzen können,
wenn auch nicht ohne Gegenfrage: Ist der Crop-Faktor bei der Berechnung
gar nicht relevant?
Christian Thomas (31.05.2020, 00:07)
Am 30.05.2020 um 23:26 schrieb Thomas Heier:
> Michael Quack - Visual Pursuit <michael.quack> wrote:
>> Als alter Regular solltest Du diese Seite kennen:

> Naja, das Alter... Mit deinen Werten habe ich die Seite nutzen können,
> wenn auch nicht ohne Gegenfrage: Ist der Crop-Faktor bei der Berechnung
> gar nicht relevant?


Er ist relevant. Durch die Auswahl des Aufnahmeformats "APS-C 17x25"
wird er mehr oder weniger genau berücksichtigt (der M100-Sensor misst
lt. Canon 22,3 mm x 14,9 mm).
Stell mal Kleinbild ein ("35mm") und das Bildfeld wird 23 m x 15 m.

Grüße aus dem Saaletal

Christian
Christian Thomas (31.05.2020, 00:25)
Am 30.05.2020 um 19:33 schrieb Thomas Heier:
> Moin!
> Vielleicht kann mir mal jemand was vorrechnen...
> ...

Da muss nicht viel gerechnet werden. Schau Dir Wolgang Puffes Graureiher
von neulich an (die unbeschnittene Version) und bedenke, dass der Vogel
150 m entfernt und die effektive Brennweite 3000 mm war (539 mm *
Cropfaktor).
Der Graureiher entspricht etwa Deinen Vorgaben (behauptet Wikipedia).

Der sehr grobe Augenschein ergibt, dass 250 mm Brennweite keinesfalls
reichen.

Grüße aus dem Saaletal

Christian
Jürgen Gerkens (31.05.2020, 09:11)
Am 30.05.2020 um 19:33 schrieb Thomas Heier:

[..]
> Stativ nehme ich mit, wackel ist kein Argument.
> Wer noch Lust auf eine zweite Frage hat:
> Seehunde, 30-40 Meter Entfernung, 170cm Länge, und Kegelrobben,


Dazu brauche ich nicht zu rechnen, sag's mal so mit folgendem Bild:



Der kleine Falke hockte bei uns morgens auf der Baustelle. Seine Eltern
hatten ausgerechnet den Kasten über dem Baugerüst gewählt, obwohl eine
versetzte Wand weiter Plan B hin. Durch diesen Umstand war deren Brut
dann also, kaum aus dem Ei gepellt, den Blick auf Bob den Baumeister
gewohnt.

Bedeutete für mich, dass die kleinen Falken mich unüblich nah heran
ließen. Das Bild oben zeigt einen der Falken mit 500 mm, Bild
unbeschnitten und da kam ich auf 5m ran. Das klappt sonst nur beim
Falkner. 200 oder 250 mm kannst Du also knicken.

Die sind bisweilen schon im Zoo oder Wildpark zu kurz.

Stativ? Wenn Tiere sich bewegen hilft Dir kein Stativ. ;-)
Frank Hammerschmidt (31.05.2020, 09:38)
Am 31.05.2020 um 09:11 schrieb Jürgen Gerkens:
[..]
> Falkner. 200 oder 250 mm kannst Du also knicken.
> Die sind bisweilen schon im Zoo oder Wildpark zu kurz.
> Stativ? Wenn Tiere sich bewegen hilft Dir kein Stativ. ;-)


Abgesehen davon, dass eine kleine Berechnung genauer und
aussagekräftiger als einer Deiner Satzfälle ist: Ein sehr schlechtes
Foto - ein kleines Tier vom rücksichtslosen Fotografen an die Wand gedrückt.

Schöne Grüße
Frank
Gregor Szaktilla (31.05.2020, 10:30)
Am 31.05.20 um 09:11 schrieb Jürgen Gerkens:
> Am 30.05.2020 um 19:33 schrieb Thomas Heier:
>> Stativ nehme ich mit, wackel ist kein Argument.

> Stativ? Wenn Tiere sich bewegen hilft Dir kein Stativ. ;-)


Auch nicht, wenn man das Tier damit beschwert?

SCNR

Gregor
Helmut Faugel (31.05.2020, 10:53)
Am 30.05.2020 um 19:33 schrieb Thomas Heier:
[..]
> EF-S 55-250mm (incl. Adapter)
> Reicht die Ausrüstung, um die Vögel nahezu (66 - 85%) bildfüllend
> aufzunehmen?


Nie und nimmer!

Also die Sache ist die, du willst zB. 1,8 m die zu zwei Drittel das Bild
füllen aus 160 m aufnehmen und willst die nötige Brennweite wissen.

Das ist eine einfache Sache:

Bildbreite: 1,8/(2/3) m = 2,7 m
Sensorbreite: 22,2 mm

Abbildungsmaßstab = Bildbreite/Sensorbreite = 120 (gerundet)

Entfernung: 160 m

Brennweite = Entfernung / Abbildungsmaßstab = 1333 mm

Und dann kommt noch die Luftunruhe hinzu die bei langen Brennweiten
ab 30 - 40 Meter Entfernung oft Bilder matschig macht.

> Stativ nehme ich mit, wackel ist kein Argument.
> Wer noch Lust auf eine zweite Frage hat:
> Seehunde, 30-40 Meter Entfernung, 170cm Länge, und Kegelrobben,


Kannst du jetzt selbst ausrechnen.
Jochen Petry (31.05.2020, 14:20)
Am 31.05.20 um 10:53 schrieb Helmut Faugel:
> Am 30.05.2020 um 19:33 schrieb Thomas Heier:
>> ---


>> Wer noch Lust auf eine zweite Frage hat:
>> Seehunde, 30-40 Meter Entfernung, 170cm Länge, und Kegelrobben,

> Kannst du jetzt selbst ausrechnen.


Nicht nötig, Seehunde oder Kegelrobben knipsen man am Besten aus 20 bis
50 cm Entfernung.
Dann ist ein Superweitwinkel oder Fisheye das Werkzeug der Wahl.
Dabei gilt es negative Entfernungen zu vermeiden.

Und natürlich nimmt man zwei Blitze, mit einem bekommt man sonst den
Bildwinkel nicht ausgeleuchtwt.

Bis dähmnäxt
jochen
Juergen Thome (31.05.2020, 14:46)
Jochen Petry <jochen> wrote:
> Am 31.05.20 um 10:53 schrieb Helmut Faugel:
> Nicht nötig, Seehunde oder Kegelrobben knipsen man am Besten aus 20 bis
> 50 cm Entfernung.
> Dann ist ein Superweitwinkel oder Fisheye das Werkzeug der Wahl.
> Dabei gilt es negative Entfernungen zu vermeiden.
> Und natürlich nimmt man zwei Blitze, mit einem bekommt man sonst den
> Bildwinkel nicht ausgeleuchtwt.


Ich glaub Dir kein Wort.



Natürlich war für ein richtiges Hobbyisten-Foto hier der CO2-Verbrauch
schon arg klein.

Gruß
Jürgen
Jochen Petry (31.05.2020, 15:12)
Am 31.05.20 um 14:46 schrieb Juergen Thome:
> Jochen Petry <jochen> wrote:
> Ich glaub Dir kein Wort.


In ihrem natürlichen Element suchen sie gerne mal Kontakt zu Menschen.
Dann kommen sie auch ab und an mal auch zu nah, bzw knabbern am Equipment.
Oder man bekommt sie gar nicht zu Gesicht.

>


Sieht nach einem Knastbruder aus.

> Natürlich war für ein richtiges Hobbyisten-Foto hier der CO2-Verbrauch
> schon arg klein.


Ich achte im Wasser eher auf meinen Luftverbrauch.
Wobei Luft auch nicht immer die beste Lösung ist.
Oder auch gar keine.

Wobei CO2 Toleranz sehr gut trainierbar ist, aber das ist ein anderes Thema.

Bis dähmnäxt
jochen
Juergen Thome (31.05.2020, 16:22)
Jochen Petry <jochen> wrote:
> Am 31.05.20 um 14:46 schrieb Juergen Thome:
> In ihrem natürlichen Element suchen sie gerne mal Kontakt zu Menschen.
> Dann kommen sie auch ab und an mal auch zu nah, bzw knabbern am Equipment.
> Oder man bekommt sie gar nicht zu Gesicht.


Mein Einwand hat Spuren von Humor enthalten. Ich kenne meine Naturfilme.

>>

> Sieht nach einem Knastbruder aus.


Er hat lebenslänglich.
Das kann sich bei den Haltungsbedingungen im Saarbrücker Zoo ziehen.

>> Natürlich war für ein richtiges Hobbyisten-Foto hier der CO2-Verbrauch
>> schon arg klein.

> Ich achte im Wasser eher auf meinen Luftverbrauch.
> Wobei Luft auch nicht immer die beste Lösung ist.
> Oder auch gar keine.
> Wobei CO2 Toleranz sehr gut trainierbar ist, aber das ist ein anderes Thema.


Ich war war mal als Kettenraucher filterloser Kippen recht widerstandsfähig
gegen Kohlenmonixid.

Und die Luft anhalten konnte ich immer bis zum Auftauchen. Ich erinnere
mich, wie es im Sommer im Schwimmbad mit konstantem Üben je immer weiter
ging. Das waren die Zeiten, als das "Springen vom Beckenrand" noch nicht
verboten war und der Bademeister einen ohne Einspruchsmöglichkeit zu
abendlichen Reinigungsarbeiten verdonnern konnte.

Gefühlt kurz nach dem Krieg.

Gruß
Jürgen
Wolf gang P u f f e (31.05.2020, 19:44)
Am 31.05.2020 um 14:20 schrieb Jochen Petry:
> Am 31.05.20 um 10:53 schrieb Helmut Faugel:
> Nicht nötig, Seehunde oder Kegelrobben knipsen man am Besten aus 20 bis
> 50 cm Entfernung.
> Dann ist ein Superweitwinkel oder Fisheye das Werkzeug der Wahl.
> Dabei gilt es negative Entfernungen zu vermeiden.


Ein Reh zu fotografieren scheint ja ähnlich kompliziert zu sein,
wie ich irgendwann bei jemandem in der Fotocommunity gesehen habe:


Wie gesagt, das war Fremdzeigen und nicht meine Fotos!
Jürgen Gerkens (31.05.2020, 20:30)
Am 31.05.2020 um 09:38 schrieb Frank Hammerschmidt:

> Abgesehen davon, dass eine kleine Berechnung genauer und
> aussagekräftiger als einer Deiner Satzfälle ist:


Nichts zeigt die Verhältnisse anschaulicher auf als die Praxis. :-)

> Ein sehr schlechtes Foto - ein kleines Tier vom
> rücksichtslosen Fotografen an die Wand gedrückt.


Standbild aus einer Actioncam, vor dem Brutplatz am Telekran befestigt:


Nistkasten oben rechts oberhalb der Plattform an der Hauswand, direkt
überm Bildrand. Beschwerden also bitte an dien Elternvögel richte, die
statt dem ruhigeren Kasten, eine Wand versetzt nebenan, ausgerechnet
über einer jahrelang aktiven Baustelle einziehen mußten.

=> Wir müssen da den ganzen Tag notgedrungen entlang, selbst wenn dort
ein rosa Einhornbaby sitzen würde. Das ist ein Versorgungsbetrieb. Alle
vier kleinen Falken hockten ständig direkt neben den Türen zu unseren
Anlagen oder der Hausecke am Weg. Als ich dann während meiner Wege
gleich mal samt Tele kam, hat die das auch nicht weiter gejuckt, als ob
die Bauarbeiter samt Schubkarre vorbei tippeln.

Die Babyfalken standen drei Tage lang immer wieder neben oder zwischen
den Gebäuden und Anlagen an der Wand, eben um Abstand zum
Baustellenverkehr zu haben. Naturnah Piepmatz fotografieren, nicht da
und nicht dann.

Klar wäre eine Perspektive am Boden günstiger gewesen, sonst, aber bei
Glassplitter, Schotter und Reifen mordenden Nägeln? Erst mal verpissen
und 'ne Unterlage organisieren, den kleinen Kerl damit dann wirklich
erschrecken? Och nö. Naturnah mache ich dann anders:



Das andere Bild zeigt dafür wirklich sehr nett, was man bei 500mm
Brennweite am Vollformat bei 5m aufs Bild bekäme. Über 200/250mm aus
160m braucht man sich dann also gar keinen Kopp mehr zu machen und genau
das zeigt mein Foto eben genau auf.

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