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Axel Berger (25.03.2015, 03:52)
Unabhängig davon, ob das mit dem Absturz in Frankreich irgendetwas zu
tun haben könnte oder nicht, sind die Öldämpfe im Passagierraum und
Cockpit ein neues Phänomen. Vor wenigen Jahren hat man nie etwas
ähnliches gehört. Gab es da eine technische Änderung? Hat ein Schlips
etwas "überflüssiges" und "unnötig teures" abgeschafft und eine nette
Prämie kassiert?
Ole Jansen (25.03.2015, 08:23)
Am 25.03.2015 um 02:52 schrieb Axel Berger:
> Unabhängig davon, ob das mit dem Absturz in Frankreich irgendetwas zu
> tun haben könnte oder nicht, sind die Öldämpfe im Passagierraum und
> Cockpit ein neues Phänomen.


Du meinst so was wie Öl in der Zapfluft oder angesaugtes
Enteisungsmittel?

> Vor wenigen Jahren hat man nie etwas
> ähnliches gehört.


Heute wird mehr darüber geredet.

> Gab es da eine technische Änderung? Hat ein Schlips
> etwas "überflüssiges" und "unnötig teures" abgeschafft und eine nette
> Prämie kassiert?


So eine Frage wird der Komplexität des Problems nicht gerecht.

Wenn es Dich wirklich interessiert:

<http://www.bfu-web.de/DE/Publikationen/Statistiken/Tabellen-Studien/Tab2014/Studie_Fume_Events_2014.pdf?__blob=publicationFile >

O.J.
gUnther nanonüm (25.03.2015, 13:16)
"Axel Berger" <Axel_Berger> schrieb im Newsbeitrag
news:5892
> Unabhängig davon, ob das mit dem Absturz in Frankreich irgendetwas zu
> tun haben könnte oder nicht, sind die Öldämpfe im Passagierraum und
> Cockpit ein neues Phänomen. Vor wenigen Jahren hat man nie etwas
> ähnliches gehört. Gab es da eine technische Änderung? Hat ein Schlips
> etwas "überflüssiges" und "unnötig teures" abgeschafft und eine nette
> Prämie kassiert?


Hi,
gabs immer schon, aber früher war die Ursache sofort klar. Heutzutage sind
die Lüftungsanlagen so komplex, daß sich ein Stink aus dem Heckverdichter
zuerst vorne links bemerkbar macht, warum auch immer. Und es riecht nach
Kohlroulade mit Vanillesauce...die Vielzahl an Ölen und
Hydraulikflüssigkeiten werden ja nicht auf Geruch hin designt. Was also wo
raussifft, erkennt der Fluggast nicht mehr aus dem Handgelenk. Früher war
das sofort klar, alles wird grün im Gesicht, kotzt los und rennt raus.
Bodo Mysliwietz (25.03.2015, 20:01)
Am 25.03.2015 um 02:52 schrieb Axel Berger:
> Unabhängig davon, ob das mit dem Absturz in Frankreich irgendetwas zu
> tun haben könnte oder nicht, sind die Öldämpfe im Passagierraum und
> Cockpit ein neues Phänomen.


Nein. Sie sind nur nicht seit Jahrzehnten in den medien breit getreten.

> Vor wenigen Jahren hat man nie etwas
> ähnliches gehört.


Ich schätze mal das ich in den letzten knapp 10 Jahren dazu immer wieder
was in den öffentlichen Medien vernommen habe.

> Gab es da eine technische Änderung? Hat ein Schlips
> etwas "überflüssiges" und "unnötig teures" abgeschafft und eine nette
> Prämie kassiert?


Das Thema ist schon uralt (~50er/60er). Am Ende hat sich infolge von
Materialverbesserungen (Dichtungsmaterial) und Kerosinkosten die
Zapfluft aus den Triebwerken gegenüber den unabhängigen
Turbokompressoren durchgesetzt.

Meines wissens nach gibt es für die Internationale Luftfahrt nichtmal
verpflichtend Luftfilter und Sensoren. Und scheinbar versucht man auf
ganzer Brandbreite das Thema bei Luftfahrgesellschaften und afaik auch
dem Luftfahrtbundesamt "totzuschweigen".

Afaik hat vor eltichen Jahren auch mal ein Journalistenteam Abstriche
aus diversen Flügzeugen genommen und untersuchen lassen - mit teils
verherenden Ergebnissen.
Franz Glaser (25.03.2015, 20:08)
Am 25.03.2015 12:16, schrieb gUnther nanonüm:
> Hi,
> gabs immer schon,


Das glaube ich nicht. Heutzutage ist sowas sicher schon längst
gesetzlich verboten und mit fünferlei ISOs wöchentlich auditiert auch noch.

Da kann das nicht sein. Nie Mals!

GL
Bodo Mysliwietz (25.03.2015, 20:08)
Am 25.03.2015 um 19:01 schrieb Bodo Mysliwietz:

Imho ein sehr guter Rechercheansatz sind die Stichwörter: Fume event

Nachschlag:




gUnther nanonüm (25.03.2015, 23:12)
"Bodo Mysliwietz" <druidefix_yz010> schrieb im Newsbeitrag
news:e9u1

> Afaik hat vor eltichen Jahren auch mal ein Journalistenteam Abstriche aus
> diversen Flügzeugen genommen und untersuchen lassen - mit teils
> verherenden Ergebnissen.


Hi,
glücklicherweise ist die Luft im Flieger absichtlich dünner und trocken,
sodaß selbst gebrannte Kinder ihre Lieblingschemikalien nicht
wiedererkennen. Und wenn, wars eben die Putze mit ihrem Allzweckreiniger :-)
Bodo Mysliwietz (26.03.2015, 22:12)
Am 25.03.2015 um 22:12 schrieb gUnther nanonüm:
> "Bodo Mysliwietz" <druidefix_yz010> schrieb im Newsbeitrag
> news:e9u1
> Hi,
> glücklicherweise ist die Luft im Flieger absichtlich dünner und trocken,
> sodaß selbst gebrannte Kinder ihre Lieblingschemikalien nicht
> wiedererkennen. Und wenn, wars eben die Putze mit ihrem Allzweckreiniger
> :-)


Das wäre schon ein sehr exoktischer Reiniger wenn man der starke
Rückstände von TCP o.ä. im Flieger verursacht. Da könnte selbst der
"Spinatfehler" in dem Labor zu solch erstaunlichen Ergebnissen verhelfen.

Aber nun wissen wir ja über die Ursache die auch höchst plausibel ist.
Leider, weil das etwas ist was man nie ausschalten kann - da nicht
technisch. Tja, und dank 9.11 haben wir einbruchsichere Cockpittüren
..... SCHEIße
gUnther nanonüm (26.03.2015, 23:16)
"Bodo Mysliwietz" <druidefix_yz010> schrieb im Newsbeitrag
news:jiu1

> Das wäre schon ein sehr exoktischer Reiniger wenn man der starke
> Rückstände von TCP o.ä. im Flieger verursacht. Da könnte selbst der
> "Spinatfehler" in dem Labor zu solch erstaunlichen Ergebnissen verhelfen.


Hi,
Du mußt Deinen Ironiedetektor mal eichen. Die Cockpitstory bei Kotzattacken
ist dann eben "...da hat die Putze wohl zuviel Mr.Pepper gesprüht..." :-)

> Aber nun wissen wir ja über die Ursache die auch höchst plausibel ist.
> Leider, weil das etwas ist was man nie ausschalten kann - da nicht
> technisch. Tja, und dank 9.11 haben wir einbruchsichere Cockpittüren ....
> SCHEIße


Das ist eben der Preis, wenn man Amiland zu seinen "Freunden" zählt. Sowas
wirds noch öfter geben.

Im Flieger gibts doch ein Telefon unabhängig vom Cockpit. Damit ruft man die
Leitstelle an, die den Flieger weitgehend fernsteuern kann, jedenfalls
gewisse Manöver einleiten kann. Die hatten doch Minuten Zeit dazu. Waren
doch schon über bewohntem Gebiet (Nizza?).
Oder kannte der Pilot die Nummer nicht auswendig?
Bodo Mysliwietz (27.03.2015, 19:35)
Am 26.03.2015 um 22:16 schrieb gUnther nanonüm:

> Im Flieger gibts doch ein Telefon unabhängig vom Cockpit. Damit ruft man
> die Leitstelle an, die den Flieger weitgehend fernsteuern kann,
> jedenfalls gewisse Manöver einleiten kann. Die hatten doch Minuten Zeit
> dazu. Waren doch schon über bewohntem Gebiet (Nizza?).
> Oder kannte der Pilot die Nummer nicht auswendig?


So viel ich weiß gibt es in Passagierflugzeugen keine "Fernsteuerung"
(Autopilot) die den pilot zwangsweise umgeht, der Pilot also nicht
abschalten könnte. Imho wäre die Mißbrauchsgefahr viel zu groß.

So ein System müsste man, imho, hochverschlüsselt aufsetzen und dann
noch mehrere Autoritätsbereich einbinden. --> Luftüberwachung,
Fluggesellschaft ....

Quasi wie der "böse rote Knopf" den auch nicht einer alleine aktivieren
kann.
gUnther nanonüm (27.03.2015, 22:50)
"Bodo Mysliwietz" <druidefix_yz010> schrieb im Newsbeitrag
news:3eu2

> So viel ich weiß gibt es in Passagierflugzeugen keine "Fernsteuerung"
> (Autopilot) die den pilot zwangsweise umgeht, der Pilot also nicht
> abschalten könnte. Imho wäre die Mißbrauchsgefahr viel zu groß.


Hi,
wimre gibts zumindest Pläne in Amiland. Was davon schon funzt, weiß ich
nicht. Im Zuge der Echsenmenschenparanoia um 9/11 gabs aber die Geschichte
eines Experimentalfliegers, der ganz in der Nähe herumschwirrte und
Verkehrsflugzeuge fernlenkte...

> So ein System müsste man, imho, hochverschlüsselt aufsetzen und dann noch
> mehrere Autoritätsbereich einbinden. --> Luftüberwachung, Fluggesellschaft
> ....


Insbesondere muß man nahe dran sein und viele Daten auslesen. Dafür sind im
heutigen Signalgewitter nicht viele Kanäle frei. Aber Triebwerksüberwachung
gibts, und "Update" im Fluge auch. Um aus einem gezielten Crash einen
normalen Absturz zu machen, reicht das doch.

> Quasi wie der "böse rote Knopf" den auch nicht einer alleine aktivieren
> kann.


Wie wir gesehen haben, kann das doch einer. Es tat bislang nur keiner.
Die Amis haben gerade jede Menge ihrer "Rotknopfindianer" geschaßt. Diese
haben im Dienst gepennt und dennoch bei Tests die "Erfordernisse" erbracht.
Also "gecheated". Wie genau, wird natürlich nicht verraten. Vielleicht per
Seilzug an den Schlüsselschaltern?