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Pascal Le Bail (31.10.2019, 15:53)
Seit einem Jahr habe ich eine Österreichcard, und seit mehr als einem
Monat kümmere ich mich um deren Verlängerung (im ÖBB-Jargon "Erneuerung"
genannt). Dennoch wurde mein Antrag bis heute 31.10. (dem letzten
Geltungstag der alten Karte) nicht bearbeitet.

Ich hatte im Vorjahr den gesamten Betrag in bar bezahlt und wollte dies
auch heuer bei der Verlängerung tun. Aus diesem Grund ging ich, nachdem
ich am 25.9. das Angebot zur Verlängerung der Karte per Zahlungsanweisung
erhalten hatte, am 28.9. ins ÖBB-Reisezentrum. Dort gab man mir das
Antragsformular, auf dem ich alle Daten (die denen ja bereits bekannt
sind) wieder eintragen musste, und kreuzte "Erneuerung" an.

Der Versuch der Mitarbeiterin, den Antrag zu erfassen, schlug aber fehl,
denn ich war zu früh dran. Die Vorlaufzeit darf maximal einen Monat
betragen, und ich solle am 2.10. wiederkommen. Leider hatte ich dann
einen unvorhergesehenen Krankenhausaufenthalt, sodass ich erst am 12.10.
wieder im ÖBB-Reisezentrum vorsprach, das Formular abgab und bezahlte.

Natürlich erhielt ich auch eine "vorläufige Österreichcard". Diese hat
aber Nachteile: Solange die echte nicht ausgestellt wurde (und man deren
Nummer nicht kennt), sind keine kostenlosen Online-Reservierungen
möglich. Außerdem kann man mit der "Vorläufigen" online auch keine
kostenpflichtigen Tickets, bei denen die ÖC-"Ermäßigung" berücksichtigt
wird, buchen (z.B. internationale oder Nightjet-Tickets).

Das alles gibt's dann nur im Reisezentrum, was einen Zeit- und
Komfortverlust darstellt (online kann man sich beim RJ ja sogar den
genauen Sitzplatz aussuchen wie im Theater, das geht im Reisezentrum
nicht).

Nun, knapp drei Wochen nach der Bestellung und Bezahlung fragte ich heute
im Reisezentrum nach und erhielt die Auskunft, dass mein Antrag noch
nicht einmal bearbeitet wurde - und man mir daher auch die Nummer der
neuen Karte nicht mitteilen kann (die ändert sich nämlich, wenigstens das
konnte ich in Erfahrung bringen).

Meine Fragen:

* Hat jemand (mit etwas Insiderwissen) eine Ahnung, warum das so lange
dauert? Schließlich wurde der Erneuerungsantrag ja im Reisezentrum
elektronisch erfasst. Was muss also im Zuge der ausständigen
"Bearbeitung" noch getan werden, bis die Kartennummer vergeben werden
kann? Das ist jetzt keine Beschwerde, sondern ich möchte einfach
verstehen, was hier abläuft.

* Warum darf die Vorlaufzeit bei einer Erneuernung nur einen Monat
betragen, wenn man möglicherweise innerhalb dieser Zeit die neue Karte
gar nicht bekommt?

* Funktioniert das besser, wenn man die Verlängerung nicht bar, sondern
per Zahlungsanweisung bezahlt? Wahrscheinlich ja - vor allem, weil man
das bereits früher erledigen kann, als es im Reisezentrum möglich ist.

* Warum kann man dem Kunden kein kontiniuerliches "Reise-Erlebnis"
bieten? Allein dadurch, dass sich die Kartennummer bei der Erneuerung
ändert, hat man zum Zeitpunkt des Wechsels der Karte immer mit Ärger zu
rechnen (mit der alten Karte kann man online z.B. keine Gratis-
Reservierungen für den Zeitraum der Gültigkeit der neuen machen; man kann
die neue aber selbst dann, wenn man sie schon hat, online erst nach
Ablauf der alten benutzen)?

Anmerkung: Die neue Jahreskarte der Wiener Linien hatte ich drei Tage
nach Beauftragung der Verlängerung im Postkasten. Ebenso vor zwei Jahren
eine Jahreskarte des Verkehrsverbundes Ost-Region. Wenn man will, geht es
also.
Ulf.Kutzner (31.10.2019, 17:56)
Am Donnerstag, 31. Oktober 2019 14:53:48 UTC+1 schrieb Pascal Le Bail:

> Seit einem Jahr habe ich eine Österreichcard, und seit mehr als einem
> Monat kümmere ich mich um deren Verlängerung (im ÖBB-Jargon "Erneuerung"


Ist ja auch sinnvoll. Du bekommst kein weiteres Ablaufdatum
auf die vorhandene Karte gestempelt, sondern eine neue Karte.

[..]
> Natürlich erhielt ich auch eine "vorläufige Österreichcard". Diese hat
> aber Nachteile: Solange die echte nicht ausgestellt wurde (und man deren
> Nummer nicht kennt)


Die Nummer der vorläufigen ist für derlei Vorteilsinanspruchnahme
unbehelflich?

Gruß, ULF
Johann Mayerwieser (31.10.2019, 18:00)
Am Thu, 31 Oct 2019 13:53:47 +0000 schrieb Pascal Le Bail:

> Natürlich erhielt ich auch eine "vorläufige Österreichcard".


Meine Partnerin hat bei der VC Senior 3 vorläufige Vorteilscard bekommen,
bis sie die Verlängerung geschafft haben.
Pascal Le Bail (31.10.2019, 18:55)
Ulf.Kutzner wrote:

> Die Nummer der vorläufigen ist für derlei Vorteilsinanspruchnahme
> unbehelflich?


Auf der steht keine Kartennummer drauf. Nur die Nummer des
Bestellscheines, und die hilft nicht.
Hans Bachner (31.10.2019, 20:23)
Johann Mayerwieser schrieb am 31.10.2019 um 17:00:
> Am Thu, 31 Oct 2019 13:53:47 +0000 schrieb Pascal Le Bail:
>> Natürlich erhielt ich auch eine "vorläufige Österreichcard".

> Meine Partnerin hat bei der VC Senior 3 vorläufige Vorteilscard bekommen,
> bis sie die Verlängerung geschafft haben.


War das während der Umstellung auf die fotolose Variante (mit
gleichzeitigem Wechsel des Kartenproduzenten, wimre)? Da gab es in der
Tag enorme Wartezeiten.

Bei der Vorteilscard Senior ist das aber egal - erstens braucht man beim
Buchen keine Kartennummer anzugeben und außerdem ändert sich diese bei
einer Verlängerung nicht.

Könnte höchstens sein, dass die vorläufige Karte im Ausland nicht
akzeptiert wird - das weiß ich nicht.

Hans.
Johann Mayerwieser (31.10.2019, 22:00)
Am Thu, 31 Oct 2019 19:23:37 +0100 schrieb Hans Bachner:

> War das während der Umstellung auf die fotolose Variante (mit
> gleichzeitigem Wechsel des Kartenproduzenten, wimre)? Da gab es in der
> Tag enorme Wartezeiten.


Nein, die VC hätte März verlängert werden sollen. Irgenwann im Oktober
hat sie ein Schaffner mit der abgelaufenen Vorläufigen erwischt, aber ein
Auge zugedrückt.
Pascal Le Bail (30.11.2019, 08:56)
Zwischenstand einen Monat später - und sieben Wochen nach "Erneuerung"
und vollständiger Bezahlung der Österreichcard:

Ich habe die Karte noch immer nicht, und der Auftrag wurde laut Auskunft
am Bahnhof immer noch nicht bearbeitet.

Angeblich sei das aber normal, man sei derzeit stark im Rückstand. (Ich
rufe in Erinnerung: Auf der ÖBB-Website steht, dass die Karte spätestens
zehn Tage nach der Bestellung zugesandt wird).

Meine Befürchtung, dass die Bestellung irgendwo verloren gegangen wäre,
sei unberechtigt. Momentan würden gerade die Bestellungen aus dem Oktober
bearbeitet, sodass ich mit einer baldigen Lösung des Problems rechnen
könne.

Das Personal am Schalter hat offenbar keine Möglichkeit, in irgendeiner
Weise nachzuforschen. Die können nur vertrösten.

Auf meine mittlerweile zwei Anfragen per Web-Formular (die erste ist
bereits 3½ Wochen alt) habe ich (abgesehen von der Autoreply) bisher
keine Antwort erhalten. Auch das ist ungewöhnlich: meine Anfragen zu
anderen Themen wurden bisher immer innerhalb von längstens 10 Tagen
beantwortet.

Wenn die vier Wochen voll sind und ich bis dahin weiterhin nichts gehört
habe, werde ich mich mit der Sache an die APF wenden. Denn offenbar ist
das kein Einzelfall, und ich möchte zumindest eine Erklärung dafür haben,
was hier läuft - und eine Aussage dazu, ob es irgendeine Möglichkeit
gibt, die Karte "unterbrechungsfrei" zu verlängern.
Johann Mayerwieser (30.11.2019, 11:20)
Am Sat, 30 Nov 2019 06:56:44 +0000 schrieb Pascal Le Bail:

> Wenn die vier Wochen voll sind und ich bis dahin weiterhin nichts gehört
> habe, werde ich mich mit der Sache an die APF wenden. Denn offenbar ist
> das kein Einzelfall, und ich möchte zumindest eine Erklärung dafür
> haben,
> was hier läuft - und eine Aussage dazu, ob es irgendeine Möglichkeit
> gibt,
> die Karte "unterbrechungsfrei" zu verlängern.


Meiner Partnerin habens die Vorteilscard anstandslos 3 Mal an einer
Personenkassa verlängert. An der extremen Länge war sie aber selbst
schuld, sie hat die Kennzahl bei der Überweisung nicht richtig angegeben.
Hat bei ihr keine Zusatzkosten verursacht wie bei meinem Sohn, dem das
bei einer Anonymverfügung passiert ist.
Pascal Le Bail (30.11.2019, 11:33)
Johann Mayerwieser wrote:

> Meiner Partnerin habens die Vorteilscard anstandslos 3 Mal an einer
> Personenkassa verlängert.


Eine "Vorläufige" bekomme wohl auch ich jederzeit. Das Problem ist aber,
dass die Nummer der alten Karte nicht mehr gültig ist und die
"Vorläufige" keine Nummer hat.

Das führt dazu, dass man alles, was man normalerweise online machen kann
(Gratis-Reservierungen, Buchung von Nachtzügen oder internationalen
Tickets mit Berücksichtigung der Ermäßigung), nur am Schalter erledigen
kann. Man bekommt dann online nicht einmal Preisausküfte, denn auch die
gibt es nur, wenn man die Kartennummer in seinem Account hinterlegt hat.

Für einen Vielfahrer (und nur für einen soclhen zahlt sich die ÖC
überhaupt aus) ist das ein deutlicher Komfort-Verlust.

Bei der Vorteilscard ist das anders, da muss man online die Nummer nicht
hinterlegen, sondern nur angeben, dass man eine VC hat - und schon wird
die Ermäßigung berücksichtigt.
Michael Zink (30.11.2019, 23:44)
On Sat, 30 Nov 2019 09:33:45 -0000 (UTC), Pascal Le Bail wrote:

>Für einen Vielfahrer (und nur für einen soclhen zahlt sich die ÖC
>überhaupt aus) ist das ein deutlicher Komfort-Verlust.


Hast Du eigentlich mal wegen einer Entschädugung für diesen Verlust
oder Ersatz evtl. finanz. Schäden nachgefragt?

Auf Wiederlesen

Michael
Johann Mayerwieser (01.12.2019, 12:34)
Am Sat, 30 Nov 2019 09:33:45 +0000 schrieb Pascal Le Bail:

> Eine "Vorläufige" bekomme wohl auch ich jederzeit. Das Problem ist aber,
> dass die Nummer der alten Karte nicht mehr gültig ist und die
> "Vorläufige"
> keine Nummer hat.
> Das führt dazu, dass man alles, was man normalerweise online machen kann
> (Gratis-Reservierungen, Buchung von Nachtzügen oder internationalen
> Tickets mit Berücksichtigung der Ermäßigung), nur am Schalter erledigen
> kann. Man bekommt dann online nicht einmal Preisausküfte, denn auch die
> gibt es nur, wenn man die Kartennummer in seinem Account hinterlegt hat.


Schreib einen Brief an die Vorständin Mag. Michaela Huber - unter Anderem
auch zuständig für Vertrieb:

oder/und an
Vorstand Mag. Heinz Freunschlag, unter anderem auch zuständig für
Digitale Mobilität.



Diese alte Methode, Briefe zu schreiben, scheint heutzutage besser zu
funktionieren als alles andere.
Pascal Le Bail (01.12.2019, 16:46)
Ich schrieb:

> Auf meine mittlerweile zwei Anfragen per Web-Formular (die erste ist
> bereits 3½ Wochen alt) habe ich (abgesehen von der Autoreply) bisher
> keine Antwort erhalten.


Heute (Sonntag!) um 7 Uhr früh bekam ich eine E-Mail vom Kundendienst,
wonach die Karte nun im System erfasst sei und ich sie bald bekommen
würde. Auch die Nummer der Karte wurde mir mitgeteilt.

Eine Begründung für die lange Dauer steht ebenfalls in der Nachricht: Im
September und Oktober würden immer die meisten Karten bestellt, daher
könne es zu dieser Zeit zu Verzögerungen kommen.
Pascal Le Bail (01.12.2019, 16:49)
Michael Zink wrote:

> Hast Du eigentlich mal wegen einer Entschädugung für diesen Verlust oder
> Ersatz evtl. finanz. Schäden nachgefragt?


Das dürfte wenig Aussicht auf Erfolg haben. Schließlich wird im Vertrag
nirgends garantiert, dass man die besagten Dinge online erledigen könne.

Es wird nicht einmal generell die Möglichkeit der Gratis-Reservierung
zugesagt. Sie wird in der Werbung zwar angeführt, aber als
"außervertragliche Zusatzleistung" betitelt.
Pascal Le Bail (01.12.2019, 16:52)
Johann Mayerwieser wrote:

> Schreib einen Brief an die Vorständin Mag. Michaela Huber - unter
> Anderem auch zuständig für Vertrieb:
> oder/und
> an Vorstand Mag. Heinz Freunschlag, unter anderem auch zuständig für
> Digitale Mobilität.


Gute Idee. Das werde ich tatsächlich tun. Mein Fall scheint nun zwar
erledigt zu sein, aber vielleicht möchte ich die Karte auch nächstes Jahr
wieder "erneuern" und mir dabei Ärger ersparen.
David Seppi (02.12.2019, 13:24)
Johann Mayerwieser schrieb:

> Meiner Partnerin habens die Vorteilscard anstandslos 3 Mal an einer
> Personenkassa verlängert. An der extremen Länge war sie aber selbst
> schuld, sie hat die Kennzahl bei der Überweisung nicht richtig angegeben.
> Hat bei ihr keine Zusatzkosten verursacht wie bei meinem Sohn, dem das
> bei einer Anonymverfügung passiert ist.


Verständlich. Bei der Vorteilscard geht's ja um eine Kundin, die nicht
verärgert werden sollte ("Kundenservice"), während eine fehlerhafte
Überweisung den Zweck der Anonymverfügung zumindest teilweise vereitelt.

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