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Frank Klatte (17.10.2006, 20:52)
Hi,

letztens habe ich was gelesen, wo unterschieden wurde ob (1) positive
Einkünfte vorliegen und (2) die Absicht vorliegt, positive Einkünfte zu
erzielen.

So rein interessehalber - was ist denn steuerrechtlich der Unterschied,
zwischen

a) 1 (Einkünfte liegen vor) zutrifft und 2 (Absicht Einkünfte zu
erzielen) nicht zutrifft?

und

b) wenn 1 zutrifft und 2 ebenfalls zutrifft?

Gibt es da einen Unterschied? Oder bräuchte man tatsächlich die im Fall
a) erzielten Einkünfte in der Steuererklärung nicht angeben?
Falls dem so wäre - bis zu welcher Größenordnung ist es denn noch
glaubhaft, das keine Absicht vorlag Einkünfte zu erzielen?

Grüßle
Frank K.
Axel Böhm (17.10.2006, 21:49)
Am Tue, 17 Oct 2006 20:52:50 +0200 schrieb Frank Klatte
<Frank>:

>So rein interessehalber - was ist denn steuerrechtlich der Unterschied,
>zwischen
>a) 1 (Einkünfte liegen vor) zutrifft und 2 (Absicht Einkünfte zu
>erzielen) nicht zutrifft?
>und
>b) wenn 1 zutrifft und 2 ebenfalls zutrifft?


Bei der Einkommensteuer sind Einkünfte steuerbar, wenn die
entsprechende Tätigkeit mit Gewinn- bzw. Überschusserzielungsabsicht
unternommen wird. Dabei ist es unerheblich, ob die Einkünfte positiv
oder negativ sind.
Liegt die Absicht nicht vor sind die positiven Einkünfte nicht
steuerbar und somit auch nicht steuerpflichtig und negative Einkünfte
nicht abzugsfähig.

Das FA kann jedoch die Absicht des Steuerpflichtigen schwer ermitteln
und stellt daher gerne auf das tatsächliche Vorliegen von positiven
Einkünften ab. Fehlt dem Steuerpflichtigen jedoch die Absicht, sollte
er hiergegen vorgehen.

>Gibt es da einen Unterschied? Oder bräuchte man tatsächlich die im Fall
>a) erzielten Einkünfte in der Steuererklärung nicht angeben?


Ich schreibe dann im Anschreiben zur Steuererklärung, dass Einkünfte
vorliegen, die jedoch wegen der fehlenden Gewinnerzielungsabsicht
nicht steuerbar sind.
Das FA fragt dann regelmäßig nach, warum es denn so sein soll. Das
kann man dann wahrheitsgemäß beantworten.
Ich würde aber keinesfalls die Höhe angeben, solange die Frage nicht
geklärt ist.
Möchte das FA diese Einkünfte besteuern müssen sie den Nachweis
antreten, dass die Gewinn- bzw. Überschusserzielungsabsicht vorgelegen
hat.

>Falls dem so wäre - bis zu welcher Größenordnung ist es denn noch
>glaubhaft, das keine Absicht vorlag Einkünfte zu erzielen?


Völlig unabhängig von der Höhe.

Grüße

Axel
Mario Schulz (18.10.2006, 09:30)
Hi Axel !

> Ich schreibe dann im Anschreiben zur Steuererklärung, dass Einkünfte
> vorliegen, die jedoch wegen der fehlenden Gewinnerzielungsabsicht
> nicht steuerbar sind.
> Das FA fragt dann regelmäßig nach, warum es denn so sein soll. Das
> kann man dann wahrheitsgemäß beantworten.


mal spasseshabler gefragt : Wie erklärst du dennen das dann ?

bye,
Mario
Axel Böhm (18.10.2006, 22:47)
Am Wed, 18 Oct 2006 09:30:24 +0200 schrieb "Mario Schulz"
<concept-schulzentfernenwegenspam>:

>Hi Axel !
>mal spasseshabler gefragt : Wie erklärst du dennen das dann ?


Eben, dass die Gewinnerzielungsabsicht fehlt.
Die Tätigkeit sollte natürlich typische Merkmale aufzeigen (z.B.
ehrenamtliche Tätigkeit, hobbymäßige Seidenstickermalerei etc.)

Grüße

Axel
Frank Klatte (18.10.2006, 23:39)
Axel Böhm schrieb:

> Eben, dass die Gewinnerzielungsabsicht fehlt.
> Die Tätigkeit sollte natürlich typische Merkmale aufzeigen (z.B.
> ehrenamtliche Tätigkeit, hobbymäßige Seidenstickermalerei etc.)


Das sollte bei mir zutreffen... hat das FA mir ja letztes Jahr selber
geschrieben, als ich die Kosten versuchte auch geltend zu machen.
Naja... inzwischen weiß ich mehr :o).

Grüßle und danke
Frank K.
Axel Böhm (20.10.2006, 16:03)
Am Wed, 18 Oct 2006 23:39:06 +0200 schrieb Frank Klatte
<Frank>:

>Axel Böhm schrieb:
>Das sollte bei mir zutreffen... hat das FA mir ja letztes Jahr selber
>geschrieben, als ich die Kosten versuchte auch geltend zu machen.
>Naja... inzwischen weiß ich mehr :o).


Dann ist es doch optimal. Nun muss das Finanzamt erklären, warum Du
die Tätigkeit nun plötzlich mit Gewinnerzielungsabsicht ausübst.
Die Tatsache, dass nun ein Überschuss erwirtschaftet ist, reicht als
Begründung defintiv nicht aus.

Grüße

Axel
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