expertenaustausch > etc.* > etc.beruf.selbstaendig

Jörg Barres (29.11.2009, 15:13)
Hallo alle Selbstständigen und Freiberufler,

ich hatte gerade eine Diskussion mit meiner Frau zum Thema
Online-Buchhaltung.
Wobei Buchhaltung vielleicht nicht ganz passend ist, wir meinen damit
- Kundendaten pflegen
- Arbeitspositionen und -zeiten erfassen
- Rechnungen schreiben und verwalten
- Fahrtenbuch
- Warenbestand
- etc.

Ich als ITler finde natürlich den Online-Zugriff genial, bei einem
korrekt abgesicherten System, versteht sich.
Zugriff von überall, jederzeit, aus'm Urlaub, beim Kunden etc.

Auch daß es mit jedem System nutzbar ist, vom Handy bis zum stationären
PC, mit Windows, Linux oder MacOS ist ein Vorteil.

Und der Online-Nutzer hat keine Probleme mit Backups, das übernimmt ja
der Betreiber. Obwohl ich dann schon auch eigene Backups ziehen wollen
würde, etwa nach umfangreichen Eingabe-Sessions oder so.

*Das* Totschlag-Argument meiner Frau (Psychologin) ist natürlich "dann
liegen meine Daten im Netz und können gehackt werden".

Wie seht ihr das denn, habt ihr weitere Pros und Contras oder nutzt ihr
sogar ein Online-System?

Ich habe nur easybill als wirklich brauchbares System gefunden, und
werde mal mit meinem Testaccount rumspielen, was das alles kann.

Vielen Dank für Eure Meinungen
und noch einen schönen Sonntag

Jörg
Harald Klotz (29.11.2009, 16:43)
Jörg Barres schrieb:

> Ich als ITler finde natürlich den Online-Zugriff genial, bei einem
> korrekt abgesicherten System, versteht sich.
> Zugriff von überall, jederzeit, aus'm Urlaub, beim Kunden etc.


Naja, hast du an du die Sicherheit deiner Daten gedacht?
Provider Pleite, Daten weg.
Daten vielleicht auf Server irgendwo im Ausland, Serverbetrieber
Pleite.........
Evtl. gegen Ablöse vom Konkursverwalter wiederzubekommen.

> Und der Online-Nutzer hat keine Probleme mit Backups, das übernimmt
> ja der Betreiber.


Und was zahlt er dir, wenn es dort schief geht?
Sollten deine Daten vor ein paar Jahren auf Servern im WTC gelegen
haben, würde ich nicht garantieren wollen, dass man dir damals
kurzfristig eine Ersatzsystem, wiederaufgebaut mit externen Backups,
hätte verfügbar machen können.
Sicher, die Banken haben Systeme mit mehrfacher externer
Datenspeicherung, bietet das dein Provider?

> Obwohl ich dann schon auch eigene Backups ziehen
> wollen würde, etwa nach umfangreichen Eingabe-Sessions oder so.


Das nutzt relativ wenig, wenn du keine Software bekommst, mit denen du
die externen Daten auch heimisch verwalten kannst.
Ist das gegegeben und du sorgst selbst für regelmässige Backups bei
dir, könnte man über so eine Lösung nachdenken.

> *Das* Totschlag-Argument meiner Frau (Psychologin) ist natürlich
> "dann liegen meine Daten im Netz und können gehackt werden".


Das würde ich als das geringste Problem ansehen.
Solche Daten, mit irgendwelchen, für andere nutzlosen Geschäftsdaten,
interessiert kaum jemanden.

> Ich habe nur easybill als wirklich brauchbares System gefunden, und
> werde mal mit meinem Testaccount rumspielen, was das alles kann.


Um so eine Nutzung in Erwägung zu ziehen, müsste gewährleistet sein,
dass ich auch bei Providerpleite oder Netzstörung weiterarbeiten kann.
Kennst du das System dahinter, kennst du die Redundanz?

Harald
Michael Kallweitt (29.11.2009, 18:23)
Jörg Barres schrieb:

> Ich als ITler finde natürlich den Online-Zugriff genial, bei einem
> korrekt abgesicherten System, versteht sich.
> Zugriff von überall, jederzeit, aus'm Urlaub, beim Kunden etc.


Was machst du, wenn der Anbieter irgendwann seinen Dienst einstellt und du an
die Daten nicht mehr herankommst?
Will Berghoff (29.11.2009, 18:30)
Harald Klotz schrieb:

> Naja, hast du an du die Sicherheit deiner Daten gedacht?
> Provider Pleite, Daten weg.
> Daten vielleicht auf Server irgendwo im Ausland, Serverbetrieber
> Pleite.........
> Evtl. gegen Ablöse vom Konkursverwalter wiederzubekommen.


Am 21.12.2004 erhielt ich von meinem Web- und Datenhoster in Virginia
die Mail, dass er sich aus wirtschaftlichen Gründen am 31.12.04 aus dem
Wirtschaftsleben zurückzieht. Er wünschte mir und meinen Daten alles Gute.

Eigentlich hatte ich über Weihnachten anderes vor, als hektisch einen
neuen Dienstleister zu suchen und alles umzuziehen. Aber ich war froh,
dass ich wenigstanes dafür verfügbar war.

Und nun kommen die "neuen" Generationen von Smartphones (iPhone, Palm
Pre und Droid) und zwingen die Daten in die Cloud. Natürlich sind bei
den oft geringen Preisen sinnvolle Datensicherheitsmassnahmen nicht mehr
drin, beim Palm Pre nicht einmal das Häckchen für "privat".

Macht doch nichts, Die Sicherheitsbehörden der befreundeten und nicht
befreundeten Länder reiben sich schon die Hände ob der sich stetig
bessernden Quellenlage.
Ralf Wenzel (29.11.2009, 18:40)
On 29 Nov., 15:43, "Harald Klotz" <inva...@invalid.invalid> wrote:
> > Ich als ITler finde natürlich den Online-Zugriff genial, bei einem
> > korrekt abgesicherten System, versteht sich.
> > Zugriff von überall, jederzeit, aus'm Urlaub, beim Kunden etc.


Richtig. Und externe Anbieter können für eine Sicherheit sorgen, die
du nicht bezahlen könntest. Weltweit verteilte Backups in der amazon
cloud, etc.

> Naja, hast du an du die Sicherheit deiner Daten gedacht?
> Provider Pleite, Daten weg.
> Daten vielleicht auf Server irgendwo im Ausland, Serverbetrieber
> Pleite.........
> Evtl. gegen Ablöse vom Konkursverwalter wiederzubekommen.


Wenn man geschickt ist, zieht man sich natürlich Backups, die man
zusätzlich für sich selbst wegsichert. Ein Buchhaltungsprogramm wird
ja wohl eine Schnittstelle haben.

> Sollten deine Daten vor ein paar Jahren auf Servern im WTC gelegen
> haben, würde ich nicht garantieren wollen, dass man dir damals
> kurzfristig eine Ersatzsystem, wiederaufgebaut mit externen Backups,
> hätte verfügbar machen können.
> Sicher, die Banken haben Systeme mit mehrfacher externer
> Datenspeicherung, bietet das dein Provider?


Ja, wenn es ein guter ist.

> Das nutzt relativ wenig, wenn du keine Software bekommst, mit denen du
> die externen Daten auch heimisch verwalten kannst.


Ich kenne kein Buchhaltungsprogramm ohne Schnittstelle.

> Das würde ich als das geringste Problem ansehen.
> Solche Daten, mit irgendwelchen, für andere nutzlosen Geschäftsdaten,
> interessiert kaum jemanden.


Dito - außerdem ist es sicherlich schwerer, an Daten in der amazon
cloud zu kommen als beim Anwender daheim.

> Um so eine Nutzung in Erwägung zu ziehen, müsste gewährleistet sein,
> dass ich auch bei Providerpleite oder Netzstörung weiterarbeiten kann.
> Kennst du das System dahinter, kennst du die Redundanz?


Welche Redundanz hast du denn zuhause?

Ralf
Ralf Wenzel (29.11.2009, 18:42)
On 29 Nov., 14:13, Jörg Barres <n> wrote:
> Wie seht ihr das denn, habt ihr weitere Pros und Contras oder nutzt ihr
> sogar ein Online-System?
> Ich habe nur easybill als wirklich brauchbares System gefunden, und
> werde mal mit meinem Testaccount rumspielen, was das alles kann.


Ich habe noch eine Alternative. Schick mir bitte mal eine Mail mit
einer Festnetztelefonnummer und einem Zeitfenster, zu dem man dich da
anrufen kann. Bitte NICHT an die Mailadresse im Absender (da landet
nur SPAM), sondern indem du "web" gegen "hamburg" in dieser Adresse
austauscht.

Ralf
Andreas Krause (29.11.2009, 18:58)
Jörg Barres schrieb:
> Hallo alle Selbstständigen und Freiberufler,
> ich hatte gerade eine Diskussion mit meiner Frau zum Thema
> Online-Buchhaltung.
> Wobei Buchhaltung vielleicht nicht ganz passend ist, wir meinen damit
> - Kundendaten pflegen
> - Arbeitspositionen und -zeiten erfassen
> - Rechnungen schreiben und verwalten
> - Fahrtenbuch
> - Warenbestand
> - etc.


Deswegen nutzen wir in der Firma LX-Office

> Ich als ITler finde natürlich den Online-Zugriff genial, bei einem
> korrekt abgesicherten System, versteht sich.
> Zugriff von überall, jederzeit, aus'm Urlaub, beim Kunden etc.


Deswegen nutzen wir --> siehe oben.

> Auch daß es mit jedem System nutzbar ist, vom Handy bis zum stationären
> PC, mit Windows, Linux oder MacOS ist ein Vorteil.


Ein WEB-Browser reicht.

> Und der Online-Nutzer hat keine Probleme mit Backups, das übernimmt ja
> der Betreiber. Obwohl ich dann schon auch eigene Backups ziehen wollen
> würde, etwa nach umfangreichen Eingabe-Sessions oder so.


Geht.

> *Das* Totschlag-Argument meiner Frau (Psychologin) ist natürlich "dann
> liegen meine Daten im Netz und können gehackt werden".


Kein Problem. Alle Daten auf eine verschlüsselte Partition nur für
diesen Zweck und nur verschlüsselte WEB-Verbindungen zum Server.

> Wie seht ihr das denn, habt ihr weitere Pros und Contras oder nutzt ihr
> sogar ein Online-System?


Siehe oben.

> Ich habe nur easybill als wirklich brauchbares System gefunden, und
> werde mal mit meinem Testaccount rumspielen, was das alles kann.


Hab ich mir angeguckt --> die WEB-Seite. Ist mir und dem Chef zu teuer.

> Vielen Dank für Eure Meinungen
> und noch einen schönen Sonntag


Bitte. Dank zurück für den schönen Sonntag

> Jörg


Andy

PS: Unter findest Du
unsere Testinstallation. Verschlüsselung bieten wir hier aber nicht an.
Das ist ein Installation zum Spielen. User/Pw lxtest. Achtung recht
langsam, die Maschine steht bei mir @Home und ist nicht grade
Resourchenstark.
Will Berghoff (29.11.2009, 20:30)
Ralf Wenzel schrieb:
> ...außerdem ist es sicherlich schwerer, an Daten in der amazon
> cloud zu kommen als beim Anwender daheim.


Warum stehen dann soviele AMAZON-Wunschzettel offen mit Klarnamen im
Netz, wenn man Namen googelt?
Lutz Schulze (29.11.2009, 21:50)
Am Sun, 29 Nov 2009 14:13:10 +0100 schrieb Jörg Barres:

[..]
> Ich als ITler finde natürlich den Online-Zugriff genial, bei einem
> korrekt abgesicherten System, versteht sich.
> Zugriff von überall, jederzeit, aus'm Urlaub, beim Kunden etc.


Finde ich auch, deshalb läuft hier Auftragsabwicklung, Lagerbestand und
einiges anderes seit Jahren über eigenes kleines System auf einem Webserver.
Zugang mit https und Passwort

Die SQL-Datenbanken dazu werden jeden Abend lokal gesichert.

Lutz
Daniel Fisch (29.11.2009, 22:49)
Am Sun, 29 Nov 2009 19:30:08 +0100, Will Berghoff
<real_nospam> schrieb:

> Ralf Wenzel schrieb:
> > ...außerdem ist es sicherlich schwerer, an Daten in der amazon
> > cloud zu kommen als beim Anwender daheim.

> Warum stehen dann soviele AMAZON-Wunschzettel offen mit Klarnamen im
> Netz, wenn man Namen googelt?


Weil die Öffentlichkeit der Wunschzettel zu ihren Funktionen gehört.
Der Vergleich passt wirklich nicht.
Hans-Georg Michna (30.11.2009, 00:00)
Gibt es denn überhaupt ein Online-Buchhaltungssystem, das alles
kann was unsereiner so braucht?

Nehmen wir mal ein paar Beispiele:

* Anzahlung auf eine Rechnung
* Verrechnung einer Gutschrift
* Elektronische Erstellung und Übermittlung aller Daten, die das
Finanzamt benötigt, z.B.
Dauerfristverlängerung/Sondervorauszahlung oder zusammenfassende
Meldung (EU) bei der MwSt
* Automatische Zuordnung von Rechnungen zu Zahlungen, soweit
möglich
* Automatische Buchung von Skonti, Rundungen, Rabatten, usw.

Und das alles nicht per Buchhaltung von Konto zu Konto, sondern
benutzerorientiert mit Formularen, die dem Schriftverkehr
entsprechen. Das Buchhaltungsprogramm sollte alle gängigen
Geschäftsprozesse kennen und den Benutzer entsprechend führen.

Unter den Offline-Programmen kommt QuickBooks diesem Ideal
teilweise nahe, hat aber auch wieder große Lücken und Probleme
und ist unglaublich teuer mit ca. ¤100 pro Jahr.

Mir scheint, dass ein Online-Programm eigentlich keinerlei
Vorteil vor einem Offline-Programm hat. Es ist vom Inhalt her
völlig egal, wo das Programm läuft, solange es nur gut
funktioniert. Wozu sollte man also seine Daten herausgeben, wenn
man selbst einen Computer hat, der mühelos in der Lage ist, die
erforderliche Leistung bereitzustellen?

Hans-Georg
Harald Klotz (30.11.2009, 03:01)
Ralf Wenzel schrieb:

> Richtig. Und externe Anbieter können für eine Sicherheit sorgen, die
> du nicht bezahlen könntest. Weltweit verteilte Backups in der amazon
> cloud, etc.


Und daran geht er pleite und alles ist mir einem Schlag weg.

> Wenn man geschickt ist, zieht man sich natürlich Backups, die man
> zusätzlich für sich selbst wegsichert. Ein Buchhaltungsprogramm wird
> ja wohl eine Schnittstelle haben.


Ja, das war meine Bedingung, ein Programm auf dem eigenen Gerät.
welches mit den Daten umgehen kann.

> Ja, wenn es ein guter ist.


Woran erkenne ich den?

>> Das nutzt relativ wenig, wenn du keine Software bekommst, mit
>> denen du die externen Daten auch heimisch verwalten kannst.

> Ich kenne kein Buchhaltungsprogramm ohne Schnittstelle.


Das Format muss passen.

>> Das würde ich als das geringste Problem ansehen.
>> Solche Daten, mit irgendwelchen, für andere nutzlosen
>> Geschäftsdaten, interessiert kaum jemanden.

> Dito - außerdem ist es sicherlich schwerer, an Daten in der amazon
> cloud zu kommen als beim Anwender daheim.


Naja, bei dir müsste man einbrechen oder deinen PC gezielt infizieren.
Datenbankeinbrüche bei großen Unternehmen kommen immer wieder ans
Tageslicht.

Das Risiko untreuer Mitarbeiter besteht ausserdem, es sit um so
größer, je größer das Unternehmen.

> Welche Redundanz hast du denn zuhause?


Mein sicheres Backup.
Wenn ich will eine Kopie auf einem Webserver.

Harald
Will Berghoff (30.11.2009, 09:53)
Harald Klotz schrieb:

>> Welche Redundanz hast du denn zuhause?

> Mein sicheres Backup.
> Wenn ich will eine Kopie auf einem Webserver.


Redundanzen sind nun wirklich kein Problem.

Im Büro läuft immer ein NAS mit. Die Daten (ausser LXO) werden dort
gelagert und via automatischer Synchronisation in XPpro offline auf den
Notebook der beiden GF (sind auch die Büro-PC) vorgehalten. Bei LXO ist
es aufgrund der Lizenzbestimmungen eben umgekehrt, die Sicherung geht
auf den NAS.

Der NAS wird jährlich ausgetauscht und sicher eingelagert.

Damit ist eine preiswerte, sichere Datenhaltung geschaffen. Lediglich
die Festplatten der Notebooks müssen mitwachsen...

Mehr Servertechnik als einen NAS brauchen wir nicht.
Marc Haber (30.11.2009, 16:41)
Jörg Barres <news> wrote:
>ich hatte gerade eine Diskussion mit meiner Frau zum Thema
>Online-Buchhaltung.
>Ich als ITler finde natürlich den Online-Zugriff genial, bei einem
>korrekt abgesicherten System, versteht sich.
>Zugriff von überall, jederzeit, aus'm Urlaub, beim Kunden etc.
>*Das* Totschlag-Argument meiner Frau (Psychologin) ist natürlich "dann
>liegen meine Daten im Netz und können gehackt werden".


Ich hätte die Argumentation genau andersrum erwartet, nämlich dass der
IT-ler weiß, was die Abgabe vitaler Unternehmensdaten an externe
Dienstleister bedeutet und das deswegen nicht will.

Eins rauf mit Deiner Frau ;)

Grüße
Marc
Bodo Rzany (30.11.2009, 17:05)
On 30.11.2009 15:41, Marc Haber wrote:
> Ich hätte die Argumentation genau andersrum erwartet, nämlich dass der
> IT-ler weiß, was die Abgabe vitaler Unternehmensdaten an externe
> Dienstleister bedeutet und das deswegen nicht will.


Aber wenn's doch "cloud computing" ist...

Bodo

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