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Arne Luft (11.01.2019, 13:38)
Der einst führende Solarentwickler China's, die China Singyes Solar
Technologies, hat Probleme, ihre Kredite zurückzuzahlen.

Im vergangenen Oktober waren 967 Mio. Yuan (ca. 125 Mio. Euro) fällig,
die nicht bedient oder refinanziert werden konnten.

Um das Problem zu lösen, sind sie im Gespräch mit Geldgebern,
Lieferanten und lokalen Regierungen bzw. Verwaltungen.

Die alten Kapitalgeber bestanden nicht auf einer sofortigen
Rückzahlung. Andere stellten die Zahlungsfähigkeit der Firma in Frage.

Singyes will nun einen seiner Solarparks in Guandong verkaufen, um zu
Geld zu kommen.

Leute, die mit der Situation vertraut sind, sagen, dies sei ein
Beispiel für den Zustand der festlandchinesischen Solarindustrie,
nachden die Politik ihre Schwerpunkte verschob.

Quelle: Ostasiatische Tageszeitungen

Es zeigt sich also, überall auf der Welt funktioniert EE nur mit hohen
Subventionen und ist von alleine nicht marktfähig.

Nun, dass war von Anfang an bekannt. Aber was soll man machen, wenn
entgegen allen Ratschlägen fake-faktische und alternativ-logische
Politik betrieben wird von den Einfaltspinseln und Traumsusen in den
Regierungen hierzlulande.
Christoph Müller (12.01.2019, 12:34)
Am 11.01.2019 um 12:38 schrieb Arne Luft:

> Es zeigt sich also, überall auf der Welt funktioniert EE nur mit hohen
> Subventionen und ist von alleine nicht marktfähig.


Wie würde es aussehen, wenn die Konventionellen plötzlich keine
Unterstützung mehr vom Staat bekommen würden, sondern sich WIRKLICH dem
freien Markt stellen müssten? Das wäre dann der Fall, wenn sich der
Strompreis hochfrequent in Echtzeit aus dem aktuellen Verhältnis von
Angebot und Nachfrage entwickelt. Ich fürchte, dass sie sich an sowas
überhaupt nicht heran wagen. Denn mit ihren superträgen Riesenanlagen
sind sie dann nicht mehr anpassungsfähig genug.

Was würde passieren? Sonne und Wind fahren ihre Leistung rauf und
runter, wie es das Wetter eben vorgibt. Massenhafte Mini- und
Micro-BHKWs gleichen ohne langes Hin und Her fehlende Solar- und
Windleistung augenblicklich aus. Andererseits stellen sie ihren Betrieb
genauso augenblicklich wieder ein, wenn Sonne und Wind wieder genug liefern.

Den trägen Riesenkraftwerken geht das zu schnell. Sie müssen IMMER
LAUFEN, wenn sie für ihre Betreiber wirtschaftlich arbeiten sollen. Also
auch dann, wenn Sonne und Wind genug Strom liefern. In einem
funktionierenden Markt führt das zu einem Überangebot an Strom und somit
zu einem entsprechenden Preisverfall. Mit so geringen Einnahmen lassen
sich die Riesendinger aber nicht wirtschaftlich betreiben.

Im Moment sieht es so aus, dass die niedrigsten Strompreis auf der
Höchstspannungsebene gilt. Wird der Strom jedoch in den niedrigeren
Spannungsebenen eingespeist, dann sinkt dort der Strompreis und die
hohen Spannungsebenen werden immer uninteressanter. Wer in die hohen
Spannungsebenen einspeist, wird also aus den niedrigeren nicht mehr so
viel Erlös generieren können. Und so kommt es, dass schon heute immer
wieder mal sogar negative Strompreise auf den hohen Spannungsebenen zu
berappen sind.

Merke: Märkte sind MENSCHENGEMACHT! Sie sind nicht vom Himmel gefallen.
Menschengemachtes kann der Mensch auch ändern. Also auch die Märkte.

> Nun, dass war von Anfang an bekannt.


Wenn man ALLE Parameter stabil hält und NUR EINEN verändert. Das ist
allerdings nur ein Teil der Wahrheit. Diese Abstraktion lernt man in
höheren Bildungseinrichtungen. Leider wird da eher selten bis garnicht
gelehrt, dass man nach einer solchen Abstraktion auch wieder den Schritt
zurück wagen muss um zu sehen, ob man mit der Abstraktion auch wirklich
die richtigen Maßnahmen getroffen hat. In dieser Hinsicht wird leider
verdammt viel Bockmist gebaut. Bis hinauf in die höchsten Entscheiderebenen.

> Aber was soll man machen, wenn
> entgegen allen Ratschlägen fake-faktische und alternativ-logische
> Politik betrieben wird von den Einfaltspinseln und Traumsusen in den
> Regierungen hierzlulande.


Vielleicht mal eine GESAMTSCHAU wagen?
Arne Luft (12.01.2019, 12:54)
On Sat, 12 Jan 2019 11:34:21 +0100, Christoph Müller
<chrnewsgroup> wrote:

>Am 11.01.2019 um 12:38 schrieb Arne Luft:
>> Es zeigt sich also, überall auf der Welt funktioniert EE nur mit hohen
>> Subventionen und ist von alleine nicht marktfähig.

>Wie würde es aussehen, wenn die Konventionellen plötzlich keine
>Unterstützung mehr vom Staat bekommen würden, sondern sich WIRKLICH dem
>freien Markt stellen müssten?


Dann wäre der Strom billiger. Allerdings geht es hierbei um "negative
Unterstützung", um bei deiner Wortwahl zu bleiben.

Als die Regulierung 1998 oder so aufgehoben wurde, sank der
Brutto-Strompreis von 17,11 Cent/kWh auf 13,94 Cent/kWh und stieg
anschließend an, weil dann der Staat mit allen möglichen Abgaben +
MWSt auf diese Abgaben zuschlug. Derzeit ist der Strompreis mehr als
doppelt so hoch wie damals. Unsere Strompreise sind jetzt die höchsten
weltweit, von ein paar Inseln im Pazifik abgesehen.

Dazu kommt der Ausfall der Quersubventionen der Stadtwerke für die
jeweilige Stadt. Darmstadt zB ist die derzeit am höchsten verschuldete
Stadt in D berechnet auf die Einwohnerzahl.

Von Subvention der Konventionellen in D kann keine Rede sein. Derlei
sind Lügen, um die Gier der EE-Absahner und die Dummheit der sie
unterstützenden Politiker zu kaschieren.

Die Förderung der EE hat den Stadtwerken und anderen EVUs massiv
geschadet.

Der Kurs der RWE-Aktie sank von 68 Euro in 2010 auf 9 Euro 2015 und
steht nun bei 20 Euro.

Im selben Zeitraum stieg der Dax von 6000 im Jahre 2010 auf 13000 im
Jahre 2017 und liegt nun bei 11959.

Märchen werden nicht wahr, indem sie immer wieder aufs Neue erzählt
werden.
Arne Luft (12.01.2019, 13:07)
On Sat, 12 Jan 2019 11:54:49 +0100, Arne Luft
<invalid> wrote:

>Im selben Zeitraum stieg der Dax von 6000 im Jahre 2010 auf 13000 im
>Jahre 2017 und liegt nun bei 11959.


10959 muß es heißen. Ich habe mich vertippt.
Christoph Müller (13.01.2019, 17:43)
Am 12.01.2019 um 11:54 schrieb Arne Luft:
> On Sat, 12 Jan 2019 11:34:21 +0100, Christoph Müller
> <chrnewsgroup> wrote:
>> Am 11.01.2019 um 12:38 schrieb Arne Luft:


>>> Es zeigt sich also, überall auf der Welt funktioniert EE nur mit hohen
>>> Subventionen und ist von alleine nicht marktfähig.

>> Wie würde es aussehen, wenn die Konventionellen plötzlich keine
>> Unterstützung mehr vom Staat bekommen würden, sondern sich WIRKLICH dem
>> freien Markt stellen müssten?

> Dann wäre der Strom billiger.


Und um genau das nicht demonstrieren zu müssen, verweigert man den
Markt, mit dem es möglich wäre! Mir scheint, dass sich da ein paar obere
Entscheidungsträger ihrer Sache gar nicht so sicher sind, wie sie gerne tun.

> Als die Regulierung 1998 oder so aufgehoben wurde, sank der
> Brutto-Strompreis von 17,11 Cent/kWh auf 13,94 Cent/kWh und stieg
> anschließend an, weil dann der Staat mit allen möglichen Abgaben +
> MWSt auf diese Abgaben zuschlug. Derzeit ist der Strompreis mehr als
> doppelt so hoch wie damals. Unsere Strompreise sind jetzt die höchsten
> weltweit, von ein paar Inseln im Pazifik abgesehen.


Die Lobbyisten der Großstromer konnten sich halt durchsetzen. ASTROHS
schlage ich schon viel länger vor. Das Thema scheuen sie aber wie der
Teufel das Weihwasser.

> Von Subvention der Konventionellen in D kann keine Rede sein. Derlei
> sind Lügen, um die Gier der EE-Absahner und die Dummheit der sie
> unterstützenden Politiker zu kaschieren.


Wenn es so ist, dann kannst du das sicher auch mit anständigen Zahlen
belegen.

> Die Förderung der EE hat den Stadtwerken und anderen EVUs massiv
> geschadet.


Der unfaire Markt geschadet und er schadet noch immer.

> Der Kurs der RWE-Aktie sank von 68 Euro in 2010 auf 9 Euro 2015 und
> steht nun bei 20 Euro.


Weil sie die EE komplett verschnarcht haben. Sie setzten vor allem auf
ein Weiter-So.
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