expertenaustausch > soc.recht.* > soc.recht.misc

Carsten Thumulla (14.02.2020, 06:46)
Am 13.02.2020 um 21:05 schrieb Detlef Meißner:
> Am 13.02.2020 um 20:30 schrieb Ulf.Kutzner:
>> Am Donnerstag, 13. Februar 2020 18:09:46 UTC+1 schrieb Detlef Meißner:
>>> Gegenfrage: Was passiert, wenn in Quarantäne einer stirbt?

>> Der Lohnersatzanspruch dürfte enden. Der Erbfall tritt ein.

> Und der Verblichene muss sich keine Sorgen mehr machen.


Aber die Erben

ct
Carsten Thumulla (14.02.2020, 06:47)
Am 13.02.2020 um 20:53 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
> Detlef Meißner füllte insgesamt 25 Zeilen u.a. mit:
>> Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch die Frage, wer denn die
>> laufenden Kosten der Verpflegung und der gesundheitlichen Maßnahmen trägt.

> "Wer die Musik bestellt bezahlt sie auch"?


Mal ein vernünftiger Gedanke, aber das Fragezeichen MUSS weg.

ct
Stefan Froehlich (14.02.2020, 09:31)
On Thu, 13 Feb 2020 21:49:41 Gerald Gruner wrote:
> Mike Grantz schrieb am 13.02.20:
> > [Quarantäne nach Seereise auf Kreuzfahrtschiff]


> Du formulierst unglaublich umständlich.


> Aber einen ganz besonders nahe liegenden Punkt hast du anscheinend
> trotzdem übersehen: Wer zahlt den (ungeplant und unbestellt)
> verlängerten Auftenthalt auf dem Schiff?


Geschäftsführung ohne Auftrag? Keine Ahnung.

Wenn man im Winterurlaub den Urlaubsort nicht verlassen kann, weil
alle Straßen wegen Lawinengefahr behördlich gesperrt sind, muss man
das Quartier freilich bezahlen (und hat auch keine Regressansprüche
gegen irgendjemanden). Die beiden Situationen sind nicht ganz
vergleichbar, aber auch wieder nicht gar so unterschiedlich.

Als ich im September 2001 ohne Rückflugmöglichkeit in Washington DC
festsaß, hat das Hotel in seiner Freundlichkeit angeboten, die
bestehende Reservierung "so lange als nötig" zu verlängern (das war
einfach, es kamen ja keine neuen Gäste mehr nach), aber Geld wollten
sie für das Zimmer selbstverständlich trotzdem haben.

Servus,
Stefan
Kluger, Gerd (14.02.2020, 10:25)
Am 13.02.20 um 20:48 schrieb Carsten Thumulla:
> Am 13.02.2020 um 18:09 schrieb Detlef Meißner:
>> Gegenfrage: Was passiert, wenn in Quarantäne einer stirbt?

> Die Dienstreise ist beendet.


Ah, §26 Landesreisekostengesetz NRW, ein echter Kenner :-)
Ulf.Kutzner (14.02.2020, 10:29)
Am Donnerstag, 13. Februar 2020 21:10:21 UTC+1 schrieb Detlef Meißner:
> Am 13.02.2020 um 20:53 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
> Ich denke, da werden sich noch die Rederei, die Krankenkassen usw. drum
> schlagen.
> Wohl dem, der auf dem Schiff krank wurde und eine
> Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat. ;-)


Im Italienischen Hafen dürfte auch die deutsche Gesetzliche gelten.
Wenn denn ein Kassenarzt auf dem Schiff ist...

Gegen eine Rechnung für zwei Wochen Außenkabinennutzung
mit Balkon hilft das im Zweifel aber auch nicht.
Ulf.Kutzner (14.02.2020, 10:30)
Am Freitag, 14. Februar 2020 08:31:02 UTC+1 schrieb Stefan Froehlich:
[..]
> bestehende Reservierung "so lange als nötig" zu verlängern (daswar
> einfach, es kamen ja keine neuen Gäste mehr nach), aber Geld wollten
> sie für das Zimmer selbstverständlich trotzdem haben.


Und von den ausgebliebenen Gästen auch, weil das
Hotel für deren Nichteintreffen ja nichts konnte?

Gruß, ULF
Ulf.Kutzner (14.02.2020, 10:33)
Am Freitag, 14. Februar 2020 05:47:54 UTC+1 schrieb Carsten Thumulla:
> Am 13.02.2020 um 20:53 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
> > Detlef Meißner füllte insgesamt 25 Zeilen u.a. mit:
> >> Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch die Frage, wer denn die
> >> laufenden Kosten der Verpflegung und der gesundheitlichen Maßnahmen trägt.

> > "Wer die Musik bestellt bezahlt sie auch"?

> Mal ein vernünftiger Gedanke, aber das Fragezeichen MUSS weg.


Hmm. Wenn Du eine Feuerwehrausfahrt zuparkst, zahlt
das Amt möglicherweise den Abschleppvorgang.

Weißt Du, was dann kommt?

Der Unterschied beim Verschulden ist mir klar,
aber Gefahrenabwehr hat manchmal spezielle Regeln.
Detlef Meißner (14.02.2020, 10:46)
Am 14.02.2020 um 05:46 schrieb Carsten Thumulla:
> Am 13.02.2020 um 21:05 schrieb Detlef Meißner:
> Aber die Erben Kommt auf die Höhe des Erbes an.


Detlef
Frank Hucklenbroich (14.02.2020, 10:51)
Am Thu, 13 Feb 2020 17:03:53 +0100 schrieb Detlef Meißner:

> Am 13.02.2020 um 16:57 schrieb Mike Grantz:
> Irgendjemanden wird man schon zu Hause haben, den man informieren kann.
> Und der leitet das dann weiter.
> Und sicherlich wird man auch das Internet verwenden dürfen.


[ ] Du warst schon mal auf einem Kreuzfahrtschiff

Bei meinen letzten derartigen Reisen war das Internet abstrus teuer, weil
es nur per Satellit funktiniert hätte. Wir reden hier über Preise um die 30
US-$ pro Stunde, und das auch nicht wirklich breitbandig. Emails-checken
geht dann aber.
Das dürfte aber nicht funktionieren, wenn alle 3000 Gäste gleichzeitig auf
die gleiche Idee kommen. Das gibt das Netz bei weitem nicht her.

Und Internet vom Land hat man nur, wenn man in einem Hafen liegt. Dann
zahlt man aber wahnsinnig hohe Roaminggebühren außerhlab Europas. Und die
naheliegende Lösung, sich im Hafen eine lokale SIM-Karte zu kaufen (so habe
ich das meistens gemacht) entfällt bei Quarantaine ja auch.

Wenn man Glück hat, kann man zu Hause anrufen. Und auch da kommt es sehr
darauf an, wo das Schiff liegt. Das eine Corona-Schiff liegt wohl vor
Kambodscha vor Anker, da würde ich nicht drauf wetten, daß man da
Mobilfunkempfang hat (also draußen im Hafen).

Grüße,

Frank
Frank Hucklenbroich (14.02.2020, 10:54)
Am Thu, 13 Feb 2020 11:30:34 -0800 (PST) schrieb Ulf.Kutzner:

> Am Donnerstag, 13. Februar 2020 18:09:46 UTC+1 schrieb Detlef Meißner:
>> Gegenfrage: Was passiert, wenn in Quarantäne einer stirbt?

> Der Lohnersatzanspruch dürfte enden. Der Erbfall tritt ein.


Besteht der Lohnersatzanspruch überhaupt?

Der Betreffende ist ja selbst nicht krank, und Lohnfortzahlung gibt es nur
im Krankheitsfall. Ich denke, der muss erst mal seinen Urlaub abfeiern, und
dann wird ein unbezahlter Urlaub daraus. Interessant wäre die Frage, ob der
Arbeitgeber in so einem Fall Sozialkosten wie z.B. die Krankenkasse weiter
übernehmen muss.

Grüße,

Frank
Ulf.Kutzner (14.02.2020, 10:57)
Am Donnerstag, 13. Februar 2020 16:51:22 UTC+1 schrieb Stefan Froehlich:
> Kurz gefasst: Man erhält kein Gehalt, hat aber einen
> Entschädigungsanspruch gegen denjenigen, der die Quarantäne
> angeordnet hat


Kurzgefaßt hast Du den Vorauszahlungsanspruch gegen den
Arbeitgeber übersehen. Sollte im Zweifel auch arbeitsgerichtlich
klag- oder anordnbar sein

> (was im Ausland mit ziemlicher Sicherheit unlustig
> wird, der Artikel behandelt nur von deutschen Behörden angeordnete
> Quarantäne).


Das könnte man bei deutschansässigen Passagieren
in Unionshafenquarantäne einmal durcheskalieren.

Immerhin haben wir so etwas wie eine Sozialunion.

Gruß, ULF
Frank Hucklenbroich (14.02.2020, 10:57)
Am Fri, 14 Feb 2020 00:29:03 -0800 (PST) schrieb Ulf.Kutzner:

> Am Donnerstag, 13. Februar 2020 21:10:21 UTC+1 schrieb Detlef Meißner:
> Im Italienischen Hafen dürfte auch die deutsche Gesetzliche gelten.


Der Dampfer liegt vor Kambodscha...

Und fährt vermutlich unter Billigflagge, im Zweifel gilt dann an Bord das
Recht von Liberia.

> Wenn denn ein Kassenarzt auf dem Schiff ist...


Eher nicht. Ärzte auf Kreuzfahrschiffen sind nicht ganz billig, 100 - 150 $
für eine einfache Konsultation z.B. wegen Seekrankheit sind üblich.

> Gegen eine Rechnung für zwei Wochen Außenkabinennutzung
> mit Balkon hilft das im Zweifel aber auch nicht.


Das kommt hinzu.

Grüße,

Frank
Ulf.Kutzner (14.02.2020, 11:02)
Am Freitag, 14. Februar 2020 09:54:40 UTC+1 schrieb Frank Hucklenbroich:
> >> Gegenfrage: Was passiert, wenn in Quarantäne einer stirbt?

> > Der Lohnersatzanspruch dürfte enden. Der Erbfall tritt ein.

> Besteht der Lohnersatzanspruch überhaupt?
> Der Betreffende ist ja selbst nicht krank, und Lohnfortzahlung gibt es nur
> im Krankheitsfall.


Das habe ich nicht geprüft, sondern dem
verlinkten Fachbeitrag entnommen.

Gruß, ULF
Ulf.Kutzner (14.02.2020, 11:04)
Am Freitag, 14. Februar 2020 09:58:03 UTC+1 schrieb Frank Hucklenbroich:

> Der Dampfer liegt vor Kambodscha...
> Und fährt vermutlich unter Billigflagge, im Zweifel gilt dann an Bord das
> Recht von Liberia.


Hatte ich schon einmal erwähnt, daß sich weltweit
mehrere Schiffe in der Situation befinden?

Wie auch immer, ich erwähne es einfach.

Und zu Seerecht und Geltung von Anweisungen
des Kapitäns, des Hafenkapitäns, der Flaggenstaatsbehörden
im Hafen oder auf Reede bitte Seerechtsexperten
befragen.

Gruß, ULF
Stefan Froehlich (14.02.2020, 11:16)
On Fri, 14 Feb 2020 09:30:55 Ulf.Kutzner wrote:
> Am Freitag, 14. Februar 2020 08:31:02 UTC+1 schrieb Stefan Froehlich:


> Und von den ausgebliebenen Gästen auch, weil das
> Hotel für deren Nichteintreffen ja nichts konnte?


Keine Ahnung, das war für mich nicht in Erfahrung zu bringen.

Servus,
Stefan

Ähnliche Themen