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Erich Seidenschmiedt (02.11.2007, 11:30)
hallo NG, ich schlage mich fast seit dem Zeitpunkt des Kaufs eines neuen PC
mit vorinstalliertem Vista Home vor einem halben Jahr mit dem Problem herum,
daß der Rechner, völlig unabhängig davon, was gerade darauf gemacht wird
(zumeist absolut harmlose Operationen wie Surfen, Navigieren im Windows
Explorer, Öffnen eines eMails, usw.), völlig einfriert, und nach ca. 4-6
Minuten wieder "erwacht". Die Systemuhr geht dann um genau diese Zeit
hinten und muß nachgestellt werden.
Leider wurde dieses Problem aufgrund bestimmter Umstände erst ca. 3 Wochen
nach Kaufdatum bemerkt, somit wurde das Gerät nicht mehr gegen ein neues
umgetauscht, sondern auf Gewährleistung ein Techniker zu mir nach Hause
geschickt, während dessen Besuchs - um wieder einmal das Wort
"Demonstrationseffekt" zu bemühen - der Fehler natürlich nicht auftrat. Der
Techniker ließ verschiedene Hardwaretests laufen und konnte diesbezüglich
keinen Fehler feststellen.
Da ich in der Zwischenzeit natürlich diverse Software installiert hatte (wer
arbeitet denn schon nur mit dem jungfräulichen Windows?), war die Konklusio
des Technikers, daß der Fehler wohl software-seitig liegen muß. Nun, das
kann stimmen oder auch nicht, bis heute bin ich zu keinem klaren Resultat
gekommen (trotz versuchsweiser Deinstallation diverser Software, etc.). Ich
nehme aber aus dem Grund nicht an, daß es an der Software liegt, denn
fallweise friert der Rechner bereits in einem sehr frühren Stadium der
Hochfahr-Phase ein, wo mit Sicherheit noch keine andere Software geladen
ist.
Neben Vermutungen, daß Vista buggy ist (was vielfach in Abrede gestellt
wird), denke ich mittlerweile, daß möglicherweise irgend eine
Einstellungsänderung in den BIOS den Fehler beheben könnte, weiß jedoch
nicht wirklich, wo ich hier ansetzen soll - auch bin ich absolut kein
BIOS-Spezialist und möchte mir durch planloses Herumschrauben dort das
System nicht gänzlich zerschießen. Das MB ist von Foxconn, Mod.
RC4107MA-RS2H, mit ATI RC410 Chipset. Biosfile und Chipset-Treiber gibt es
keine neueren als die installierten.
Erst heute wieder habe ich den RAM-Test von Vista laufen lassen, dieser
verläuft immer völlig problemlos (wie auch andere RAM-Tests) - hier dürfte
das Problem wohl nicht liegen (RAM = Swissbit 1024MB DDR2 667). Die CPU ist
Intel Pentium 4 3GHz.
Kann mir jemand einen Tip geben, an welchen Punkten im Phoenix Award Bios
ich eventuell Einstellungsänderungen versuchen sollte?
Danke im voraus, lg Erich
Bastian Lutz (02.11.2007, 11:57)
Hallo Erich!

Erich Seidenschmiedt schrieb:

[Rechner friert fallweise für einige Minuten ein - Hardware (BIOS)-Problem?]

Ich hatte so ein Problem mal, aber im Sekundenbereich. Damals war die HD
defekt. Immer wieder, insb. wenn es heiss war, hat die HD immer wieder
auf 0u/min gebremst und ist dann wieder angefahren. Waehrenddessen stand
der Rechner. Ein Intensivtest brachte keine Fehler. Nach dem x-ten
Versuch hat aber der Intensivtest dann doch einen Fehler ausgespuckt ->
Gewaehrleistungs-/Garantiefall.

Oder wird im Rechner was zu heiss?

Passiert das auch, wenn du z. B. ein Live-Linux wie Knoppix verwendest?
(musst den Rechner halt auch beschaeftigen, z. B. grosse Worddatei mit
OpenOffice.org oeffnen usw.).

Bastian Lutz
Erich Seidenschmiedt (02.11.2007, 14:34)
hallo Lutz,

ein HD-Überhitzungsproblem, zumindest in der von Dir beschriebenen Form,
schließe ich aus - die HD läuft im Fall des Einfrierens ganz normal weiter.
Hitzeproblem im Rechner sollte es keines geben, denn dann wäre es ja kaum
so, daß das Einfrieren schon beim Hochfahren stattfindet (kommt so zwar
äußerst selten vor, aber es gab's immerhin schon).
Wie gesagt, was mich stutzig macht, ist, daß die Umstände für das Einfrieren
absolut nicht reproduzierbar sind: das kann beim eMail-Schreiben (durch was
das System bei Gott nicht gefordert wird) genau so vorkommen, wie beim
Öffnen einer Datei aus dem Windows Explorer, und genau so beim
Internet-Surfen, oder beim Ansehen von Fotos.
Ich denke - vielleicht laienhaft, aber gar nicht so falsch, daß die
Tatsache, daß die Systemuhr mit-einfriert und nachher um diese Anzahl an
Minuten hinten bleibt, auf ein Problem in den Systembios hinweist. Daher
meine Hoffnung, daß jemand, der sich BIOS-mäßig sehr gut auskennt, mit
vielleicht den entscheidenden Hinweis geben könnte -
Gruß Erich
Gitano (02.11.2007, 15:06)
-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

Erich Seidenschmiedt schrieb:

> Wie gesagt, was mich stutzig macht, ist, daß die Umstände für das
> Einfrieren absolut nicht reproduzierbar sind: das kann beim
> eMail-Schreiben (durch was das System bei Gott nicht gefordert wird)
> genau so vorkommen, wie beim Öffnen einer Datei aus dem Windows
> Explorer, und genau so beim Internet-Surfen, oder beim Ansehen von Fotos.


Sporadische Fehler dieser Art können viele Ursachen haben, das BIOS käme
nach meinen Erfahrungen ziemlich zum Schluß in Frage. Wahrscheinlicher
sind: Steckkontakte, Stromversorgung, Memory, Festplatte, Mainboard+CPU.

> Ich denke - vielleicht laienhaft, aber gar nicht so falsch, daß die
> Tatsache, daß die Systemuhr mit-einfriert und nachher um diese Anzahl an
> Minuten hinten bleibt, auf ein Problem in den Systembios hinweist.


Meinst du mit 'Systemuhr' die RTC des Motherboards oder die Systemuhr
von Windows? Falls ersteres, ist es sehr unwahrscheinlich, daß das BIOS
dafür verantwortlich ist, da die RTC unabhängig vom Betriebsystem läuft
und sich nicht einfach 'anhalten' läßt.

> Daher meine Hoffnung, daß jemand, der sich BIOS-mäßig sehr gut auskennt,
> mit vielleicht den entscheidenden Hinweis geben könnte -


Schadsoftware ausgeschlossen ...?
Erich Seidenschmiedt (02.11.2007, 17:16)
> Sporadische Fehler dieser Art können viele Ursachen haben, das BIOS käme
> nach meinen Erfahrungen ziemlich zum Schluß in Frage. Wahrscheinlicher
> sind: Steckkontakte, Stromversorgung, Memory, Festplatte, Mainboard+CPU.


Nun, genau sowas hatte ich ja befürchtet: es kann so gut wie jede im PC
eingesetzte Hardware für den Fehler in Frage kommen -
Um hier jetzt Detektiv zu spielen, dazu fehlen mir jedoch sowohl die
technischen Detailkenntnisse als auch die Zeit. Ich befürchte, die einzige
Lösung wird wohl sein, das vor 7 Monaten gekaufte Gerät zu entsorgen oder
kostenlos wohltägigen Zwecken zur Verfügung zu stellen, mit Hinweis auf den
lästigen "Schönheitsfehler".
Handelsrechntlich habe ich nichts zu erwarten (Gewährleistungsumtausch
o.ä.), da ein vom Vertreiber beauftragter Techniker "offiziell" festgestellt
hat, daß die Hardware in Ordnung ist. Und in dem Moment, wo auch nur eine
einzige Software zusätzlich zu dem vorinstallierten Vista installiert wird,
werden solche Fehler automatisch darauf zurückgeführt, außer ich kann das
Gegenteil beweisen - aber wie?
Gitano (02.11.2007, 20:38)
-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

Erich Seidenschmiedt schrieb:

> Handelsrechntlich habe ich nichts zu erwarten (Gewährleistungsumtausch
> o.ä.), da ein vom Vertreiber beauftragter Techniker "offiziell"
> festgestellt hat, daß die Hardware in Ordnung ist.


Daß seine Teste keinen Fehler entdeckt haben, bedeutet noch lange nicht,
daß die Hardware fehlerfrei ist!

> Und in dem Moment, wo
> auch nur eine einzige Software zusätzlich zu dem vorinstallierten Vista
> installiert wird, werden solche Fehler automatisch darauf zurückgeführt,
> außer ich kann das Gegenteil beweisen - aber wie?


Wie Bastian schon schrieb, z. B. mit einer Linux Live-CD. Dabei wird
nichts auf der Festplatte installiert, aber du kannst damit die Hardware
ausgiebig testen.
Stefan Wagner (02.11.2007, 21:22)
Erich Seidenschmiedt wrote:
> (...) da ein vom Vertreiber beauftragter Techniker "offiziell"
> festgestellt hat, daß die Hardware in Ordnung ist.
> (...)
> Und in dem Moment, wo auch nur eine einzige Software zusätzlich zu dem
> vorinstallierten Vista installiert wird, werden solche Fehler
> automatisch darauf zurückgeführt, außer ich kann das Gegenteil beweisen
> - aber wie?


Hallo Erich,

am sichersten durch ein Gutachten eines Sachverständigen.

Solche Fälle sind übrigens nicht so selten. Den letzten instabilen
Highend-PC habe ich Anfang des Jahres begutachtet. Beschreibung war
auch dort ein unregelmäßiges "Einfrieren".

Ich konnte nach Ausschluss[0] von CPU, RAM, Mainboard und Grafik den
Fehler letztendlich bei Zugriffen auf das eine der beiden CD-ROM
reproduzieren. Bei Lesetests zeigte sich dann, dass das Laufwerk
plötzlich nicht mehr reagierte. Das Testprogramm konnte damit umgehen,
XP anscheinend nicht. Interessanterweise trat das Problem
reproduzierbar nicht mehr auf, nachdem ich das Laufwerk zur Überprüfung
des Typenschilds einmal ausgebaut hatte. Ursache wird daher sehr
wahrscheinlich ein "wackeliges" IDE-Kabel gewesen sein. Kleine Ursache
- große Wirkung.

Der Rechner war übrigens auch mehrfach erfolglos von Technikern des
Herstellers überprüft worden.

Grüße

Stefan

[0] "Ausschluss" bedeutet, dass es sehr unwahrscheinlich war, dass der
Fehler dort liegt. Dafür habe ich aber auch verschiedene Langzeittests
je über etwas mehr als 100h laufen lassen.
Ingo Böttcher (02.11.2007, 22:43)
Am Fri, 2 Nov 2007 10:30:04 +0100 schrieb Erich Seidenschmiedt:

> (zumeist absolut harmlose Operationen wie Surfen, Navigieren im Windows
> Explorer, Öffnen eines eMails, usw.), völlig einfriert, und nach ca. 4-6
> Minuten wieder "erwacht". Die Systemuhr geht dann um genau diese Zeit
> hinten und muß nachgestellt werden. [...]
> System nicht gänzlich zerschießen. Das MB ist von Foxconn, Mod.
> RC4107MA-RS2H, mit ATI RC410 Chipset. Biosfile und Chipset-Treiber gibt es
> keine neueren als die installierten.


Ich hab so ein Phänomen auch mal gesehen. Der Rechner stand komplett, alles
eingefroren und das über Minuten. System war Win XP, allerdings war das
Mainboard ebenfalls mit ATI Chipsatz ausgestattet.
Ich hab XP komplett neu installiert, ohne weitere Software drauf zu
installieren. Keine Chance. Zuletzt wurde der Rechner gegen ein System mit
Intel Chipsatz getauscht und darauf dann nochmals neu installiert.
Erich Seidenschmiedt (03.11.2007, 14:11)
> Ich hab so ein Phänomen auch mal gesehen. Der Rechner stand komplett,
> alles
> eingefroren und das über Minuten. System war Win XP, allerdings war das
> Mainboard ebenfalls mit ATI Chipsatz ausgestattet.
> Ich hab XP komplett neu installiert, ohne weitere Software drauf zu
> installieren. Keine Chance. Zuletzt wurde der Rechner gegen ein System mit
> Intel Chipsatz getauscht und darauf dann nochmals neu installiert.

hm, das gibt mir zu denken. Zumal ich in den letzten 10 Jahren mit PCs,
welche KEINEN Intel-Chipsatz hatten, nur Probleme durchmachen mußte. Das
allerschlimmste war vor 4 Jahren mal ein VIA-Chipsatz (mit diesen berühmten
4 in 1 Treibern, welche nie einwandfrei funktionierten). Daß ATI aber auch
schon solchen Mist produziert, überrascht mich.
Martin Schoenbeck (03.11.2007, 14:20)
Hallo Erich,

Erich Seidenschmiedt schrieb:

> hm, das gibt mir zu denken. Zumal ich in den letzten 10 Jahren mit PCs,
> welche KEINEN Intel-Chipsatz hatten, nur Probleme durchmachen mußte. Das
> allerschlimmste war vor 4 Jahren mal ein VIA-Chipsatz (mit diesen berühmten
> 4 in 1 Treibern, welche nie einwandfrei funktionierten). Daß ATI aber auch
> schon solchen Mist produziert, überrascht mich.


Der Schluß, daß Probleme mit Win XP auf einem Board mit ATI-Chipsatz
bedeuten, daß der Chipsatz Mist ist, ist möglicherweise ein Kurzschluß.

Gruß Martin
Erich Seidenschmiedt (04.11.2007, 10:42)
> Der Schluß, daß Probleme mit Win XP auf einem Board mit ATI-Chipsatz
> bedeuten, daß der Chipsatz Mist ist, ist möglicherweise ein Kurzschluß.
> Gruß Martin


nun, kann sein oder auch nicht. Abgesehen davon besteht das Problem nicht
auf XP, sondern auf Vista (welches zu meinem Leidwesen bei dem neu gekauften
PC vorinstalliert war - was anderes bekommt man ja fast nicht mehr).
habe das Problem anfang auf Vista geschoben (wofür ich in div. Vista-NGs
gescholten wurde), dann wurde mir empfohlen, mal Linux von der CD laufen zu
lassen, und siehe da, das Einfrieren findet dort genaus so statt.
Mittlerweile habe ich auch aus anderen Quellen Hinweise erhalten, daß es
vermutlich am Chipsatz liegen könnte. Also ganz so ein Zufall kann das ja
wohl nicht sein.
Gruß Erich
Ansgar Strickerschmidt (08.11.2007, 10:49)
Erich Seidenschmiedt <erich.seidenschmiedt> schrub:

> hallo NG, ich schlage mich fast seit dem Zeitpunkt des Kaufs eines neuen
> PC mit vorinstalliertem Vista Home vor einem halben Jahr mit dem Problem
> herum, daß der Rechner, völlig unabhängig davon, was gerade darauf
> gemacht wird (zumeist absolut harmlose Operationen wie Surfen,
> Navigieren im Windows Explorer, Öffnen eines eMails, usw.), völlig
> einfriert, und nach ca. 4-6 Minuten wieder "erwacht".


Unter Windows gibt es keine harmlosen Operationen. *g*

> Das MB ist von Foxconn, Mod. RC4107MA-RS2H, mit ATI RC410 Chipset.


Billigschrott?

> Die CPU ist Intel Pentium 4 3GHz.


Stromfresser.

Schonmal an das Netzteil gedacht?

Ansgar
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