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Robert Jäschke (18.02.2020, 20:21)
(Hinweis: "Crosspost" zu
)

Mein Verstärker (Marantz PM5005) hat eine mit "REMOTE OUT"
beschriftete Cinch-Buchse. Darüber kann normalerweise das Signal der
Fernbedienung (bzw. des Infrarot-Empfängers) an andere kompatible
Geräte weitergeleitet werden. Ich würde gerne diesen Ausgang mit
meinem Raspberry Pi verbinden, um damit über die Fernbedienung den
Music Player Daemon (mpd) zu steuern (mittels LIRC) [1].

Nach einiger Recherche denke ich, dass der Software-Teil machbar ist
(anscheinend [2] nutzt Marantz das recht verbreitete RC5-Protokoll).
Leider fehlen mir die Hardware-Kenntnisse, um zu wissen, was ich für
die Verbindung zwischen dem Verstärker und dem Raspberry Pi benötige ?
ich fürchte nur mit einer Verbindung von Masse zu Masse und Ausgang zu
GPIO ist es nicht getan (oder doch?). Daher die Frage an die Gruppe:
wie kann ich den Ausgang mit dem Raspberry Pi verbinden, ohne eines
(oder beide ;-) der Geräte zu zerstören?

Im Netz habe ich einige Diskussionen zur umgekehrten Richtung
gefunden, also zur Verbindung des Raspberry Pis mit dem "REMOTE
IN"-Anschluss, um den Verstärker mit dem Pi zu steuern [3]. Leider
konnte ich nichts zu meiner Richtung finden.

Für die Vorgängermodelle PM5003 und PM5004 finden sich Service-Manuals
im Netz [4]. Dem PM5005 fehlt der "Flasher"-Anschluss, ansonsten
vermute ich mal, dass die Elektronik für den Anschluss ähnlich oder
identisch ist (eine gewisse Kompatibilität sollte ja zwischen
verschiedenen Gerätegenerationen gegeben sein).

Dem Blockdiagramm auf Seite 7 und 8 in [4] entnehme ich, dass REMOTE
IN/OUT mit einem Modul "IR EYE" und dieses mit dem IC TMP86FH12MG [5]
verbunden sind. Unten auf den Seiten 11 und 12 in [4] steht im
Diagramm leider nur noch "REMOTE IN" und abgesehen von ein paar
Kondensatoren und Widerständen scheinen beide Anschlüsse fast direkt
mit den Pins 17 und 18 des ICs verbunden zu sein. Die Pinbelegung auf
Seite 28 in [4] benennt diese mit "REMOTE Input Port". Im Data Sheet
[5] auf Seite 3 sind diese mit "PPG1/INT1" und "PPG2/INT2" bezeichnet
und können wohl als Ein- oder Ausgang programmiert werden. (Was zur
Beschreibung im Handbuch des PM5005 [6] passt, da zur Nutzung des
Eingangs dieser aktiviert werden muss).

Das IC wird wohl üblicherweise mit 5V betrieben (VDD=+5V, Seite 6 in
[5]) ? deutet das darauf hin, dass da evtl. einfach ein binäres Signal
mit HIGH = 5V anliegt?

In einem Thread zum "REMOTE IN" Anschluss [7] wird noch geschrieben
(Post 4), dass da ein "normal IR signal" erwartet wird mit "the
logical levels reversed". Ob das beim REMOTE OUT auch so ist, wird
sich zeigen (und müsste sich ja in Software "umrechnen" lassen).

Reichen diese Infos (und vielleicht ein Blick ins Service-Manual), um
da eine Verbindung zum Pi zu bauen? Ich würde mich auch schon über
Hinweise freuen, wo ich Informationen zum weiteren Vorgehen finden
könnte.

Danke!

Robert

[1] Mir ist bewusst, dass ich auch einfach einen TSOP an den Pi
klemmen kann, um das Fernbedienungssignal direkt zu empfangen. Ich
möchte aber vermeiden, Kabel + TSOP gut sichbar am Schrank anbringen
zu müssen.

[2]

[3] Yamaha:
Denon:

Cambridge Audio:


[4]

[5]


[6]


[7]
Marcel Mueller (18.02.2020, 23:28)
Am 18.02.20 um 19:21 schrieb Robert Jäschke:
> Nach einiger Recherche denke ich, dass der Software-Teil machbar ist
> (anscheinend [2] nutzt Marantz das recht verbreitete RC5-Protokoll).
> Leider fehlen mir die Hardware-Kenntnisse, um zu wissen, was ich für
> die Verbindung zwischen dem Verstärker und dem Raspberry Pi benötige ?
> ich fürchte nur mit einer Verbindung von Masse zu Masse und Ausgang zu
> GPIO ist es nicht getan (oder doch?). Daher die Frage an die Gruppe:
> wie kann ich den Ausgang mit dem Raspberry Pi verbinden, ohne eines
> (oder beide ;-) der Geräte zu zerstören?


Du musst vor allem den Signalpegel des Remote-Out prüfen. Der Raspi will
an den GPIOs definitiv nicht mehr als 3,3V sehen, sonst wird es
kritisch. Sollte der Ausgang 5V haben, müsstest Du das mit zwei
Widerständen auf 3,3V runter teilen. Wenn der Ausgang schon 3,3V hat,
kann man es 1:1 verbinden.
Am besten wäre natürlich messen. Aber dazu braucht man ein Oszi.

> Das IC wird wohl üblicherweise mit 5V betrieben (VDD=+5V, Seite 6 in
> [5]) ? deutet das darauf hin, dass da evtl. einfach ein binäres Signal
> mit HIGH = 5V anliegt?


Ja.

Ich würde es erst mal mit Spannungsteiler versuchen. 1k8 zum Remote Out,
3k3 gegen Masse. Damit ist man für 5V Pegel gewappnet.

> [1] Mir ist bewusst, dass ich auch einfach einen TSOP an den Pi
> klemmen kann, um das Fernbedienungssignal direkt zu empfangen. Ich
> möchte aber vermeiden, Kabel + TSOP gut sichbar am Schrank anbringen
> zu müssen.


Die Dinger sind recht hart im nehmen. Tatsächlich habe ich mit
indirekter Strahlung oft besseren Empfang. Also /soo/ gut sichtbar muss
das nicht sein. Wenn man eine weiße Wand anpeilt funktioniert es i.a. auch.

Marcel
Robert Jäschke (22.02.2020, 10:00)
Am 18.02.20 um 22:28 schrieb Marcel Mueller:
[...]
> Am besten wäre natürlich messen. Aber dazu braucht man ein Oszi.


Gibt's nichts einfacheres, mit dem man die Maximalspannung feststellen kann?

> Ich würde es erst mal mit Spannungsteiler versuchen. 1k8 zum Remote Out,
> 3k3 gegen Masse. Damit ist man für 5V Pegel gewappnet.


Danke! Folgendes habe ich jetzt mal probiert:

Verstärker Pi

REMOTE OUT o----
|
R1 = 1770 Ohm
|
o--------------o GPIO
|
R2 = 3170 Ohm
|
GND o----o--------------o GND

Ist das erstmal so richtig?

Damit "sehe" ich leider auf dem Pi nichts. Ich habe verschiedene
Varianten probiert (Piscope, LOW/HIGH-Wechsel anzeigen, etc.) und
bekommen stets nur einen LOW-Pegel. Allerdings kann das viele Gründe
haben. Mir ist z.B. aufgefallen, dass wenn ich die Schaltung am Pi
hatte, ein einfacher Button an einem anderen GPIO nicht mehr
funktioniert hat (der vorher funktionierte).

Ich werde jetzt noch mal von vorn anfangen und erstmal schauen, ob ich
das Signal von einem TSOP mit meinen Tools "sehen" kann und dann erst
den Amp anklemmen. Vielleicht ist auch einfach die Auflösung vom Piscope
zu gering oder ich habe etwas anderes falsch gemacht. IIRC sollte das
irgendwas um die 38kHz sein.

[TSOP]
> Die Dinger sind recht hart im nehmen. Tatsächlich habe ich mit
> indirekter Strahlung oft besseren Empfang. Also /soo/ gut sichtbar muss
> das nicht sein. Wenn man eine weiße Wand anpeilt funktioniert es i.a. auch.


Danke für den Hinweis. Das klingt dann nach einem guten Plan B.

Robert
Robert Jäschke (22.02.2020, 12:46)
Am 22.02.20 um 09:00 schrieb Robert Jäschke:
> Damit "sehe" ich leider auf dem Pi nichts. Ich habe verschiedene
> Varianten probiert (Piscope, LOW/HIGH-Wechsel anzeigen, etc.) und
> bekommen stets nur einen LOW-Pegel. Allerdings kann das viele Gründe
> haben. Mir ist z.B. aufgefallen, dass wenn ich die Schaltung am Pi
> hatte, ein einfacher Button an einem anderen GPIO nicht mehr
> funktioniert hat (der vorher funktionierte).


So, jetzt hat's wunderbar funktioniert. An sich habe ich nichts anders
gemacht, ausser alles direkt zu verdrahten statt mit dem Cobbler und dem
Flachbandkabel. Nebenbei hatte ich noch einen TSOP dran und im Piscope
habe ich schön parallel die Signale gesehen. Das Signal war in der Tat
auch invers zum TSOP (also LOW und HIGH getauscht).

Danke für die Hilfe!
Axel Berger (22.02.2020, 13:17)
Robert Jäschke wrote:
> Gibt's nichts einfacheres, mit dem man die Maximalspannung feststellen kann?


Op-Amp als Spitzenwertgleichrichter. Einmal gebaut, immer bereit als
Meßgerätevorsatz.
Ole Jansen (24.02.2020, 09:46)
Am 22.02.2020 um 09:00 schrieb Robert Jäschke:
> Gibt's nichts einfacheres, mit dem man die Maximalspannung feststellen kann?


Spitzenwertmessgeräte wie z.B. Philips PR9252 :-P

O.J.
Andreas Theilmeier (26.02.2020, 12:18)
tach,

>Am 22.02.20 um 09:00 schrieb Robert Jäschke:
>> Damit "sehe" ich leider auf dem Pi nichts. Ich habe verschiedene


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