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Ulrich F. Heidenreich (14.10.2015, 15:53)
Guten Morgen!

Mal wieder Webdesigner zum Kotzen. Nachdem ich auf den Seiten des
DWD absolut nichts mehr wiederfand (Alte wget-Targets tot. Seiten
im wunderhypsch aufgeblähten Babyblau-Look. Verscriptete Inhalte
statt zuvor direkt klickbarer Links) wagte ich mal, denen dort das
gewünschte Feedback zu geben. Antwort:

|Ein weiterer Vorteil für die meisten unserer Nutzer ist das sogenannte
|?Responsive Design?. Damit wird ermöglicht, dass die Inhalte unserer
|Website für alle Endgeräte (Smartphone, Tablet, Notebook, PC usw.)
|optimiert dargestellt werden können.

Da fragt man sich, wo da der Nutzen für den Nutzer liegt, wenn er
sich alles wieder mühsam neu zusammensuchen muss, nur damit sich der
"Responsive Designer" ob seiner glorreichen Tat einen runterholen kann.

Immerhin muss man dem DWD zugute halten, daß deren Webeumel (noch?)
nicht auf die Idee gekommen ist, deeper Links "erfolgreich" zu
vernageln. Aber das schafft er wohl auch noch. Doppelpunkt, Minus,
Klammer auf.

CU!
Ulrich
Stefan Froehlich (14.10.2015, 18:57)
On Wed, 14 Oct 2015 15:53:36 Ulrich F. Heidenreich wrote:
> |Ein weiterer Vorteil für die meisten unserer Nutzer ist das sogenannte
> |?Responsive Design?. Damit wird ermöglicht, dass die Inhalte unserer
> |Website für alle Endgeräte (Smartphone, Tablet, Notebook, PC usw.)
> |optimiert dargestellt werden können.


> Da fragt man sich, wo da der Nutzen für den Nutzer liegt, wenn er
> sich alles wieder mühsam neu zusammensuchen muss, nur damit sich
> der "Responsive Designer" ob seiner glorreichen Tat einen
> runterholen kann.


Es fördert vermutlich die geistige Flexibilität und mitunter auch
die motorischen Fähigkeiten. Von wegen "Responsive Design" ist auch
die TVThek des ORF ein hübsches Beispiel: <http://tvthek.orf.at/>.
Ich suche mir die gewünschte Sendung aus und beginne mit dem
Abspielen - ab dem Moment brauche ich natürlich das ganze Brimborium
rundherum nicht mehr, mache also das Fenster kleiner, um es genau an
das Video anzupassen. Kaum getan, denkt die Seite dann leider an das
kleine Display eines Mobiltelefons, bricht die Übertragung ab,
verkleinert das Video auf Daumennagelgröße und spielt wieder von vorne.

Der Nutzen für den User? Fraglich. Auf meine diesbezügliche Anfrage
kam bislang nur ein "wir haben Ihre Mail weitergeleitet".

Servus,
Stefan
Andy Angerer (14.10.2015, 21:11)
Stefan Froehlich formulierte aufs eloquenteste:

> Der Nutzen für den User? Fraglich. Auf meine diesbezügliche Anfrage
> kam bislang nur ein "wir haben Ihre Mail weitergeleitet".


Und wir ahnen, wohin.
Martin Ebert (14.10.2015, 22:18)
Am 14.10.2015 um 18:57 schrieb Stefan Froehlich:
> On Wed, 14 Oct 2015 15:53:36 Ulrich F. Heidenreich wrote:
>> |Ein weiterer Vorteil für die meisten unserer Nutzer ist das sogenannte
>> |?Responsive Design?. Damit wird ermöglicht, dass die Inhalte unserer
>> |Website für alle Endgeräte (Smartphone, Tablet, Notebook, PC usw.)
>> |optimiert dargestellt werden können.


> Von wegen "Responsive Design" ist auch
> die TVThek des ORF ein hübsches Beispiel: <http://tvthek.orf.at/>.


Das ist doch pillepalle. Richtig rocken lässt es die Mediathek des SRF,
da kommt ein m3u um die Ecke. Und das verlinkt auf Hunderte kleine mp4-
Schnipselchen.

Warum? Weil wir es können.

Mt
Peter Lemken (14.10.2015, 22:42)
Stefan Froehlich <Stefan+Usenet> wrote:
> Es fördert vermutlich die geistige Flexibilität und mitunter auch
> die motorischen Fähigkeiten. Von wegen "Responsive Design" ist auch
> die TVThek des ORF ein hübsches Beispiel: <http://tvthek.orf.at/>.
> Ich suche mir die gewünschte Sendung aus und beginne mit dem
> Abspielen - ab dem Moment brauche ich natürlich das ganze Brimborium
> rundherum nicht mehr, mache also das Fenster kleiner, um es genau an
> das Video anzupassen. Kaum getan, denkt die Seite dann leider an das
> kleine Display eines Mobiltelefons, bricht die Übertragung ab,
> verkleinert das Video auf Daumennagelgröße und spielt wieder von vorne.


Kann man gottseidank ohne das ganze Web-Brimborium auch direkt mit mpv
abspielen; einfach mpv $URL

Peter Lemken
+43-1
Peter Lemken (14.10.2015, 22:48)
Martin Ebert <mx300> wrote:
> Am 14.10.2015 um 18:57 schrieb Stefan Froehlich:
> Das ist doch pillepalle. Richtig rocken lässt es die Mediathek desSRF,
> da kommt ein m3u um die Ecke. Und das verlinkt auf Hunderte kleine mp4-
> Schnipselchen.
> Warum? Weil wir es können.


mpv $URL tut auch hier.

Peter Lemken
+43-1
Stefan Froehlich (15.10.2015, 00:46)
On Wed, 14 Oct 2015 22:42:40 Peter Lemken wrote:
> Stefan Froehlich <Stefan+Usenet> wrote:
> > <http://tvthek.orf.at/>


> Kann man gottseidank ohne das ganze Web-Brimborium auch direkt mit mpv
> abspielen; einfach mpv $URL


Schon, aber dazu bräuchte ich vorab schon die gewünschte URL.
Typischerweise suche ich mir die Sendungen halt über das Web
heraus, und da wäre es praktisch, wenn ich sie dort auch gleich
ansehen könnte. Aber irgendetwas ist ja immer.

Servus,
Stefan
Martin Ebert (15.10.2015, 06:51)
Am 14.10.2015 um 22:48 schrieb Peter Lemken:
> Martin Ebert <mx300> wrote:


>> Das ist doch pillepalle. Richtig rocken lässt es die Mediathek des SRF,
>> da kommt ein m3u um die Ecke. Und das verlinkt auf Hunderte kleine mp4-
>> Schnipselchen.
>> Warum? Weil wir es können.


> mpv $URL tut auch hier.


Ich will ja nicht zugeben, dass der Befehl mir neu ist. Und ich las noch
nie manpages, dafür hat man ja seine Leute: mpv speichert eine komplette
Datei auf einer Festplatte, ja?

Oder erzählst Du mir gerade, wie schön Gnadenerlasse sind, nächstens
endlich mit funktionierendem DRM?

Mt
Stefan Froehlich (15.10.2015, 09:08)
On Thu, 15 Oct 2015 06:51:13 Martin Ebert wrote:
> > mpv $URL tut auch hier.


> Ich will ja nicht zugeben, dass der Befehl mir neu ist.


Ist auch noch nicht gar so alt:

| mpv is a movie player based on MPlayer and mplayer2. It supports a wide
| variety of video file formats, audio and video codecs, and subtitle types.
| .
| Changes from mplayer2 to mpv include:
| * Removal of lots of unneeded code to encourage developer activity
| * Better OSD rendering
| * Cleaned up terminal output
| * Improved OpenGL output
| * Encoding functionality (replacement for mencoder)
| * Wayland support
| * Support for playing URLs of popular streaming sites
| * Screenshot improvements
| * ...

Servus,
Stefan
Ulrich F. Heidenreich (15.10.2015, 10:51)
Stefan Froehlich in <news:ehli>:

>On Wed, 14 Oct 2015 15:53:36 Ulrich F. Heidenreich wrote:


>> |Ein weiterer Vorteil für die meisten unserer Nutzer ist das sogenannte
>> |?Responsive Design?. Damit wird ermöglicht, dass die Inhalte unserer
>> |Website für alle Endgeräte (Smartphone, Tablet, Notebook, PC usw.)
>> |optimiert dargestellt werden können.


BTW mit dem Erfolg, daß zumindest ein Endgerät nicht mehr optimiert
darstellte. Immer mehr Seiten - wie auch die des DWD - tauchen hier mit
einem bildschirmfüllenden Hintergrundbild auf. Darunter befindet sich
eine ellenlange, vertikale Navigationsleiste, darunter dann erst der
Seiteninhalt. Und wenn man in der Leiste was ausgewählt hat, darf man
wieder von ganz oben bis ganz unten runterscrollen. Was die da wieder
geraucht haben: Vielleicht ist ?Responsive Design? ja eine neue
Designerdroge?

>> Da fragt man sich, wo da der Nutzen für den Nutzer liegt, wenn er
>> sich alles wieder mühsam neu zusammensuchen muss, nur damit sich
>> der "Responsive Designer" ob seiner glorreichen Tat einen
>> runterholen kann.

>Es fördert vermutlich die geistige Flexibilität und mitunter auch
>die motorischen Fähigkeiten.


Mehr zu tun, um an die gleichen Inhalte zu kommen? Ganze Bookmarks
mühsam neu zusammensuchen zu müssen? B2fel.

>Von wegen "Responsive Design" ist auch
>die TVThek des ORF ein hübsches Beispiel: <http://tvthek.orf.at/>.
>Ich suche mir die gewünschte Sendung aus und beginne mit dem
>Abspielen - ab dem Moment brauche ich natürlich das ganze Brimborium
>rundherum nicht mehr, mache also das Fenster kleiner, um es genau an
>das Video anzupassen. Kaum getan, denkt die Seite dann leider an das ¯¯¯¯¯
>kleine Display eines Mobiltelefons, bricht die Übertragung ab,
>verkleinert das Video auf Daumennagelgröße und spielt wieder von vorne.


Typischer Fall von "Denken sollst Du den Pferden überlassen, die haben
größere Köpfe".

>Der Nutzen für den User?


Neulich meinte mal jemand dazu, dies fördere vermutlich die geistige
Flexibilität und mitunter auch die motorischen Fähigkeiten.

HTH,
Ulrich
Marc Haber (15.10.2015, 12:52)
"Ulrich F. Heidenreich" <from!not-for-mail> wrote:
>BTW mit dem Erfolg, daß zumindest ein Endgerät nicht mehr optimiert
>darstellte. Immer mehr Seiten - wie auch die des DWD - tauchen hier mit
>einem bildschirmfüllenden Hintergrundbild auf. Darunter befindet sich
>eine ellenlange, vertikale Navigationsleiste, darunter dann erst der
>Seiteninhalt. Und wenn man in der Leiste was ausgewählt hat, darf man
>wieder von ganz oben bis ganz unten runterscrollen.


Und ich dachte immer das läge daran, dass ich großflächig Javascript
gesperrt habe und es nur URL-spezifisch freigebe wen irgendwas partout
gar nicht geht...

Grüße
Marc
Stefan Froehlich (15.10.2015, 13:45)
On Thu, 15 Oct 2015 10:51:17 Ulrich F. Heidenreich wrote:
> Immer mehr Seiten - wie auch die des DWD - tauchen hier mit einem
> bildschirmfüllenden Hintergrundbild auf. Darunter befindet sich eine
> ellenlange, vertikale Navigationsleiste, darunter dann erst der
> Seiteninhalt.


Ja, das muss entweder durch irgendwelche Frameworks gefördert oder
in Schulungen vermittelt werde - ist topmodern. Ich vermute einmal,
als Vorteil wird betrachtet, dass die Seite in einem Rutsch geladen
wird (und das zum Teil im Hintergrund, während noch der oberste
Bereich gelesen wird) und der User nur noch vertikal darin
herumspringt.

Ist ganz besonders lustig, wenn der Bildschirm höher ist, als vom
Webdesigner angenommen, dann funktioniert das Konzept mitunter sehr
seltsam.

> >> Da fragt man sich, wo da der Nutzen für den Nutzer liegt, wenn
> >> er sich alles wieder mühsam neu zusammensuchen muss, nur damit
> >> sich der "Responsive Designer" ob seiner glorreichen Tat einen
> >> runterholen kann.


> >Es fördert vermutlich die geistige Flexibilität und mitunter auch
> >die motorischen Fähigkeiten.


> Mehr zu tun, um an die gleichen Inhalte zu kommen? Ganze Bookmarks
> mühsam neu zusammensuchen zu müssen? B2fel.


Doch, sicherlich - Du benützt Deine Maus/Touchpad/whatever viel mehr
und bleibst dadurch im Training :)

> >Der Nutzen für den User?


> Neulich meinte mal jemand dazu, dies fördere vermutlich die
> geistige Flexibilität und mitunter auch die motorischen
> Fähigkeiten.


Eh. Ich merke auch deutlich Verbesserungen. Aber davon abgesehen
halt...

Servus,
Stefan
Ulrich F. Heidenreich (15.10.2015, 13:58)
Marc Haber in <news:dlh1>:

>"Ulrich F. Heidenreich" <from!not-for-mail> wrote:
>Und ich dachte immer ¯¯¯¯¯¯


Wie hierzuthread zu lesen, ist das *der* Fehler schlechthin.

CU!
Ulrich
Ulrich F. Heidenreich (15.10.2015, 14:30)
Stefan Froehlich in <news:ehli>:

>On Thu, 15 Oct 2015 10:51:17 Ulrich F. Heidenreich wrote:
>Ja, das muss entweder durch irgendwelche Frameworks gefördert oder
>in Schulungen vermittelt werde - ist topmodern. Ich vermute einmal,
>als Vorteil wird betrachtet, dass die Seite in einem Rutsch geladen
>wird (und das zum Teil im Hintergrund, während noch der oberste
>Bereich gelesen wird) und der User nur noch vertikal darin
>herumspringt.


Das ist eben genau nicht beabsichtigt. Statt einfach nur mit klassischem
HTML einen Seitenhintergrund zu definieren, auf dem dann die Inhalte
liegen, wird irgendwas scriptgeraffelt, was hintereinanderstehende
Inhalte wieder zu einer Einheit zusammenfügt, zusammenfügen soll. Es
ist eben genau dann alles andere als "Responsive Design" wenn auf einem
Browser etwas so

<http://invalid.de/dwdschrott1.png>
<http://invalid.de/dwdschrott2.png>

ankommt (man beachte insbesondere die Lage des Scrollbar), was
eigentlich so

<http://invalid.de/dwdok1.png>
<http://invalid.de/dwdok2.png>

gedacht war.

>Ist ganz besonders lustig, wenn der Bildschirm höher ist, als vom
>Webdesigner angenommen, dann funktioniert das Konzept mitunter sehr
>seltsam.


Nuja. Scrollen kann ich ja schon, wenn irgendwas Dank kranker Scripte
auf dem einen Browser übereinander auftaucht, auf dem anderen, der das
Script wohl nicht versteht, untereinander. Himmikruzi: Warum etwas
scripten, was mit klassischen Mitteln auch geht?

Erinnert mich an diverse Icons im Postbank Onlinebanking. Früher waren
das Links mit hinterlegtem Bild für das Icon. Seit eingen Monaten
werkelt dort wohl ein Script, welches das Icon auf den Schirm malen
und nachgucken soll, ob der Mauszeiger drüber steht. So es denn auf
allen Browsern funktionieren täte. Ein

<a href="Zielfunktion.html"><img src="icon.gif"></a>

versteht jeder Browser, ein "javascript(void)" dagegen nicht unbedingt.
Seitdem fehlen in meinem Onlinebanking einfach die einen oder anderen
Aktions-Icons. Einen Dauerauftrag kann man nur löschen, aber nicht
ändern? Doch, kann man, man muss dazu nur aufs "Blatt mit Bleistift"-
Icon klicken. Auf was für ein Icon, WTF? Hier *ist* keins.

Und wenn dann Seiten, die problemlos mit "normalem" HTML funktionierten
umgemodelt werden, nur weil sich ein Scriptkiddie profilieren will, es
aber an Leistung kein bisschen mehr bringt, könnt eich immer wieder die
Krätze kriegen.

>> >Es fördert vermutlich die geistige Flexibilität und mitunter auch
>> >die motorischen Fähigkeiten.

>> Mehr zu tun, um an die gleichen Inhalte zu kommen? Ganze Bookmarks
>> mühsam neu zusammensuchen zu müssen? B2fel.

>Doch, sicherlich - Du benützt Deine Maus/Touchpad/whatever viel mehr
>und bleibst dadurch im Training :)


Nee. Ich wühl mich durch kryptische Quelltexte, um in stundenlanger
Arbeit herauzuklamüsern, wo denn die Inhalte nun liegen, deren Bookmarks
plötzlich ins Nirvana zeigen; deren wget-Scripte plötzlich 404-Seiten
statt der Wetterkarte holen.

CU!
Ulrich
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