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Marc Haber (10.09.2019, 17:03)
Hallo,

ich probier's hier mal, schauen wir mal ob das Usenet noch lebt und
mit aktuellem Wissen glänzen kann.

Ich brauche für meinen Rechner (von 2011 mit einem Phenom II
Sechskerner mit ECC) ein neues Mainboard, weil die alte Kiste auch im
ausgeweideten Zustand nur noch zwei Sekunden Memtest übelebt bevor es
stehen bleibt.

Ich hätte gerne wieder einen Rechner mit ECC-RAM. Damit ist Intel
preislich unattraktiv und es bleibt AMD übrig.

Wenn ich bei geizhals nach einem AMD Ryzen mit ECC-Support suche,
komme ich u.a. beim Ryzen 3600 raus, der auch von der c't gelobt
wurde. Allerdings finde ich bei den Mainboards (ebenfalls bei geizhals
gesucht, ECC-Support ausgewählt) immer den Hinweis, dass ECC-RAM nur
mit Ryzen Pro unterstützt wird, wie hier bei Asrock: "For Ryzen Series
CPUs (Picasso and Raven Ridge), ECC is only supported with PRO CPUs."

Was sagt das für Ryzens mit Matisse-Innenleben aus? ECC-Support oder
kein ECC-Support?

Grüße
Marc
Marcel Mueller (10.09.2019, 18:50)
Am 10.09.19 um 17:03 schrieb Marc Haber:
> Ich brauche für meinen Rechner (von 2011 mit einem Phenom II
> Sechskerner mit ECC) ein neues Mainboard, weil die alte Kiste auch im
> ausgeweideten Zustand nur noch zwei Sekunden Memtest übelebt bevor es
> stehen bleibt.


Hmm, sicher gestellt, dass es nicht am Netzteil liegt? Ansonsten wäre
die Abhilfe wenig zielführend.

> Ich hätte gerne wieder einen Rechner mit ECC-RAM. Damit ist Intel
> preislich unattraktiv und es bleibt AMD übrig.


Ack. Das handhabe ich sein Jahren genauso.

Und da sich kein Hersteller traut, RAMsch mit ECC zu verkaufen - das
Zeug käme postwendend zurück -, hatte ich damit auch noch keine
RAM-Probleme. Nur mit 2 Tagen Rowhammer habe ich es mal geschafft, einen
(korrigierten) 1-Bit-Fehler auszulösen.

> Wenn ich bei geizhals nach einem AMD Ryzen mit ECC-Support suche,
> komme ich u.a. beim Ryzen 3600 raus, der auch von der c't gelobt
> wurde.


AFAIK können alle aktuellen Ryzen ECC. Nur ganz am Anfang gab es wohl
Modelle ohne selbiges. Allerdings /garantiert/ AMD es bei weitem nicht
bei allen Modellen. Die Dies darin sind aber alle dieselben. Die
Funktion ist also da, nicht wie bei Intel, wo sie expliziert deaktiviert
wird.

> Allerdings finde ich bei den Mainboards (ebenfalls bei geizhals
> gesucht, ECC-Support ausgewählt) immer den Hinweis, dass ECC-RAM nur
> mit Ryzen Pro unterstützt wird, wie hier bei Asrock: "For Ryzen Series
> CPUs (Picasso and Raven Ridge), ECC is only supported with PRO CPUs."
> Was sagt das für Ryzens mit Matisse-Innenleben aus? ECC-Support oder
> kein ECC-Support?


Wie gesagt, der Support ist technisch da. Allerdings muss auch das
Mainboard-BIOS mitspielen. Wenn das natürlich sagt "kein Ryzen Pro,
bäh!", dann hat man trotzdem verloren. Ein solcher Fall ist mir bisher
aber noch nicht zu Ohren gekommen. Das ist natürlich weder hinreichend
noch für die Zukunft repräsentativ.

Was man auf jeden Fall braucht, ist ein Board mit ECC Support. Ohne geht
gar nichts. Da fehlen sowohl die notwendigen Leiterbahnen als auch der
BIOS Support.

Mehr als das Zeug zusammen stecken musste ich in meinem Fällen nicht
tun. Sämtliche eingesetzten Linux-Kernel haben die Fehlerkorrektur
automatisch unterstützt, also z.B. das Alerting.

Marcel
Marc Haber (10.09.2019, 20:40)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Am 10.09.19 um 17:03 schrieb Marc Haber:
>Hmm, sicher gestellt, dass es nicht am Netzteil liegt? Ansonsten wäre
>die Abhilfe wenig zielführend.


Das ist neu aus dem letzten Jahr, halte ich für unwahrscheinlich.

[..]
>Mehr als das Zeug zusammen stecken musste ich in meinem Fällen nicht
>tun. Sämtliche eingesetzten Linux-Kernel haben die Fehlerkorrektur
>automatisch unterstützt, also z.B. das Alerting.


Und wie findet man raus, ob BIOS Support und die Leiterbahnen da sind?
Reicht es wenn die Board-Doku sagt dass es für den Ryzen Pro
funktioniert?

Wie kann ich prüfen ob ECC aktiv ist?

Grüße
Marc
Marcel Mueller (11.09.2019, 06:44)
Am 10.09.19 um 20:40 schrieb Marc Haber:
>> Mehr als das Zeug zusammen stecken musste ich in meinem Fällen nicht
>> tun. Sämtliche eingesetzten Linux-Kernel haben die Fehlerkorrektur
>> automatisch unterstützt, also z.B. das Alerting.

> Und wie findet man raus, ob BIOS Support und die Leiterbahnen da sind?
> Reicht es wenn die Board-Doku sagt dass es für den Ryzen Pro
> funktioniert?


Ich würde sagen: ja. Die Ryzen Pro sind elektrisch identisch.

Ich sehe als einziges Risiko, dass die BIOS-Programmierer explizit eine
Logik eingebaut haben, die die Ryzen Pro erkennt und die Funktion
andernfalls explizit verwehrt.
Vor solchen Unsitten ist man leider nie ganz gefeit. Oft geschieht das
auf Betreiben der Hersteller, denn aus Spaß macht sich da keiner Arbeit.
AMD hat derlei Gebaren bisher allerdings nicht an den Tag gelegt. Alles,
was ich von denen in den letzten Jahrzehnten hatte, konnte man
einstellen/takten wie man wollte - im Rahmen der technischen
Möglichkeiten, versteht sich.

> Wie kann ich prüfen ob ECC aktiv ist?


Plan A: den Meldungen der Treiber vertrauen.

Plan B: mit Rowhammer einen Speicherfehler provozieren und sich die
Meldung über die Korrektur abholen. Das ist der ultimative Test.

Marcel
Rainer Knaepper (11.09.2019, 08:38)
mh+usenetspam1118 (Marc Haber) am 10.09.19 um 20:40:

> Und wie findet man raus, ob BIOS Support und die Leiterbahnen da
> sind? Reicht es wenn die Board-Doku sagt dass es für den Ryzen Pro
> funktioniert?


> Wie kann ich prüfen ob ECC aktiv ist?


Helfen kann ich da nicht, aber drüber aufregen schon. Mein Athlon aus
2009 ist halt auch in die Jahre gekommen und verhält sich gelegentlich
seltsam, und auch ich hätte gerne einen ECC-AMD als Nachfolger.

Detailierte Informationen darüber sind schwer bis gar nicht zu
bekommen, weder bei Händlern noch bei Mainboardanbietern und wenn man
sich bei geizhals mühselig durchgeklickt hat, bleiben seit Monaten
immer nur zwei oder drei Mainboards übrig, bei denen man /sicher/ sein
kann, daß sie ECC unterstützen. Aber mit welchen CPUs genau? Keine
oder veraltete Infos.

Ich verstehe das nicht: Da hat AMD (nach AMD64) mal wieder einen
/echten/ Mehrwert gegenüber den Desktop-Intels - und sie bewerben es
nicht, sie supporten es nicht, sie informieren nicht, man kann es
anscheinend nirgends "einfach so" kaufen, es geht völlig unter.

Beinahe könnte man meinen, InHell bezahle viel Geld, damit AMD die
Füße stillhält, um ihre XEONs besser verkaufen zu können.

Rainer (der beizeiten auf Linux umsteigen und sein Win7 in eine VM
darinnen stecken will, wenn der Support ausläuft. Win10 kommt mir
nicht auf die Kiste...)
Marc Haber (11.09.2019, 09:19)
Marc Haber <mh+usenetspam1118> wrote:
>Wenn ich bei geizhals nach einem AMD Ryzen mit ECC-Support suche,
>komme ich u.a. beim Ryzen 3600 raus, der auch von der c't gelobt
>wurde. Allerdings finde ich bei den Mainboards (ebenfalls bei geizhals
>gesucht, ECC-Support ausgewählt) immer den Hinweis, dass ECC-RAM nur
>mit Ryzen Pro unterstützt wird, wie hier bei Asrock: "For Ryzen Series
>CPUs (Picasso and Raven Ridge), ECC is only supported with PRO CPUs."


Aktueller Plan:

- Ryzen 3600 (200 Euro)
- Asrock B450 Pro 4 (80 Euro)
- be Quiet! Shadow Rock LP oder Thermalright AXP-200 (40 Euro)
- 1x16 GB ECC-RAM (80 Euro) oder besser 2x8 (100 Euro)?
Das Board hat vier Sockel.

Übernommen werden:
- das Gehäuse (vermutlich mit neuen Lüftern, das alte Board hat nur
3-Pin-Anschlüsse)
- das Enermax Revolution XT 450 W
- die viel zu fette Sapphire Radeon RX580 (die ein 4K- und ein
Full-HD-Display über zweimal DisplayPort antreibt)
- die PCIe-DVB-S-Karte
- SSD (Samsung 840 Evo) und HDD
- alles was außerhalb des Gehäuses ist

Laufen wird die Kiste unter Linux, ihre Anwendung ist 20 %
Arbeitsplatzrechner, 80 % Entwicklungsserver mit einigen VMs. Die
Anwendung, bei der es mir auf Performance ankommt, ist der Compiler.
Single-Thread-Anwendungen sind im Wesentlichen Browser und Office, ich
spiele nicht, mache keine Bild- oder Video-Verarbeitung, aber
vielleicht in Zukunft mal wieder mehr Audio.

Ist das ein sinnvolles Rechnerkonzept?

Grüße
Marc
Marcel Mueller (11.09.2019, 20:30)
Am 11.09.19 um 09:19 schrieb Marc Haber:
> Aktueller Plan:
> - Ryzen 3600 (200 Euro)
> - Asrock B450 Pro 4 (80 Euro)
> - be Quiet! Shadow Rock LP oder Thermalright AXP-200 (40 Euro)


Das würde ich nicht machen. Die AMD Boxed-Lüfter sind durchweg gut
brauchbar und preiswert (im Gegensatz zu Intel). Das kann man von den
Alternativen leider nicht immer behaupten. Ein Bekannter hatte z.B.
Ärger mit seinem extravaganten Lüfter (Rechner geht spontan aus,
Regelung schwingt).

> - 1x16 GB ECC-RAM (80 Euro) oder besser 2x8 (100 Euro)?
> Das Board hat vier Sockel.


Dann würde ich 2x8 nehmen, ist vmtl. billiger und mehr als einmal rüstet
man einen Rechner in seinem Leben typischerweise ohnehin nicht auf.

> Laufen wird die Kiste unter Linux, ihre Anwendung ist 20 %
> Arbeitsplatzrechner, 80 % Entwicklungsserver mit einigen VMs. Die
> Anwendung, bei der es mir auf Performance ankommt, ist der Compiler.


Das kommt jetzt auf die Sprache an. C/C++ kann man ganz gut
parallelisieren; C#/Java z.B. nicht. Dafür geht letzteres insgesamt
schneller.

> Single-Thread-Anwendungen sind im Wesentlichen Browser und Office,


Pillepalle.

> ich
> spiele nicht, mache keine Bild- oder Video-Verarbeitung, aber
> vielleicht in Zukunft mal wieder mehr Audio.


Soft-Synths und Live-Effekte ziehen ordentlich CPU-Kerne. Alles andere
ist auch pillepalle.

> Ist das ein sinnvolles Rechnerkonzept?


Wird schon gehen.

Marcel
Marc Haber (11.09.2019, 20:40)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Am 11.09.19 um 09:19 schrieb Marc Haber:
>Das würde ich nicht machen. Die AMD Boxed-Lüfter sind durchweg gut
>brauchbar und preiswert (im Gegensatz zu Intel).


Haben aber den Ruf laut zu sein. Aber der Ryzen 3600 war boxed
tatsächlich billiger als ohne Box.

>> - 1x16 GB ECC-RAM (80 Euro) oder besser 2x8 (100 Euro)?
>> Das Board hat vier Sockel.

>Dann würde ich 2x8 nehmen, ist vmtl. billiger und mehr als einmal rüstet
>man einen Rechner in seinem Leben typischerweise ohnehin nicht auf.


1x16 GB ist 20 Euro billiger.

Den vorhandenen Altrechener hatte ich mit 8 GB gekauft, dann auf 24
aufgerüstet und als dann eins der 4-GB-Module anfing Fehler zu werfen
hab ich sie rausgenommen und die Büchse bis zu ihrem Tod gestern mit
16 GB weiter betriebne.

>> Laufen wird die Kiste unter Linux, ihre Anwendung ist 20 %
>> Arbeitsplatzrechner, 80 % Entwicklungsserver mit einigen VMs. Die
>> Anwendung, bei der es mir auf Performance ankommt, ist der Compiler.

>Das kommt jetzt auf die Sprache an. C/C++ kann man ganz gut
>parallelisieren; C#/Java z.B. nicht. Dafür geht letzteres insgesamt
>schneller.


Meistens C.

>> Single-Thread-Anwendungen sind im Wesentlichen Browser und Office,

>Pillepalle.


Absolut, ja. Dafür würde ein Core i3 reichen.

Grüße
Marc
Robert Grimm (12.09.2019, 06:35)
Marc Haber <mh+usenetspam1118> wrote:
> Ich hätte gerne wieder einen Rechner mit ECC-RAM. Damit ist Intel
> preislich unattraktiv und es bleibt AMD übrig.


> Wenn ich bei geizhals nach einem AMD Ryzen mit ECC-Support suche,
> komme ich u.a. beim Ryzen 3600 raus, der auch von der c't gelobt
> wurde. Allerdings finde ich bei den Mainboards (ebenfalls bei geizhals
> gesucht, ECC-Support ausgewählt) immer den Hinweis, dass ECC-RAM nur
> mit Ryzen Pro unterstützt wird, wie hier bei Asrock: "For Ryzen Series
> CPUs (Picasso and Raven Ridge), ECC is only supported with PRO CPUs."




übersehen?

Rob
Thomas Krenzel . (12.09.2019, 07:57)
On 11.09.2019 20:40, Marc Haber wrote:
> 1x16 GB ist 20 Euro billiger.
> Den vorhandenen Altrechener hatte ich mit 8 GB gekauft, dann auf 24
> aufgerüstet und als dann eins der 4-GB-Module anfing Fehler zu werfen
> hab ich sie rausgenommen und die Büchse bis zu ihrem Tod gestern mit
> 16 GB weiter betriebne.


Dualchannel geht nur mit zwei Modulen. Und wenn mal das 16er defekt ist,
dann ist es doch teurer auszutauschen als ein einzelnes 8GB-Modul.

Ob das alles wirklich was ausmacht kann ich nicht einschätzen.

Thomas
Thomas Krenzel . (12.09.2019, 08:02)
On 12.09.2019 06:35, Robert Grimm wrote:
> Marc Haber <mh+usenetspam1118> wrote:
>> Ich hätte gerne wieder einen Rechner mit ECC-RAM. Damit ist Intel
>> preislich unattraktiv und es bleibt AMD übrig.


>
> übersehen?


"B450M BAZOOKA PLUS"
"GEARED UP FOR BATTLE"

Gott was bin ich alt geworden, das ist eindeutig nicht meine Zielgruppe ;)

T.
Marc Haber (12.09.2019, 11:26)
Rainer Knaepper <rainerk> wrote:
>Rainer (der beizeiten auf Linux umsteigen und sein Win7 in eine VM
>darinnen stecken will, wenn der Support ausläuft. Win10 kommt mir
>nicht auf die Kiste...)


Nimm Windows 10. Linux ist nicht das bessere Windows, und Windows 7
wird nicht wenier unsicher dadruch, dass Du es in eine VM steckst.
Marc Haber (12.09.2019, 11:26)
"Thomas Krenzel ." <thurgan-news> wrote:
>On 11.09.2019 20:40, Marc Haber wrote:
>Dualchannel geht nur mit zwei Modulen.


Und wie groß ist der Geschwindigkeitsgewinn dadurch?

Grüße
Marc
Marc Haber (12.09.2019, 11:26)
"Thomas Krenzel ." <thurgan-news> wrote:
>On 12.09.2019 06:35, Robert Grimm wrote:
>"B450M BAZOOKA PLUS"
>"GEARED UP FOR BATTLE"
>Gott was bin ich alt geworden, das ist eindeutig nicht meine Zielgruppe ;)


Ja, das sehe ich genauso. Hab ich wohl wegen des Namens aussortiert.

Grüße
Marc
Rainer Knaepper (12.09.2019, 19:07)
thurgan-news (Thomas Krenzel .) am 12.09.19 um 07:57:
> On 11.09.2019 20:40, Marc Haber wrote:
>> 1x16 GB ist 20 Euro billiger.
>> Den vorhandenen Altrechener hatte ich mit 8 GB gekauft, dann auf
>> 24 aufgerüstet und als dann eins der 4-GB-Module anfing Fehler zu
>> werfen hab ich sie rausgenommen und die Büchse bis zu ihrem Tod
>> gestern mit 16 GB weiter betriebne.


> Dualchannel geht nur mit zwei Modulen. Und wenn mal das 16er defekt
> ist, dann ist es doch teurer auszutauschen als ein einzelnes
> 8GB-Modul.


Ich würde heute 2*16 nehmen ;-)

> Ob das alles wirklich was ausmacht kann ich nicht einschätzen.


Dual Channel? Doch, schon. Der Unterschied ist freilich bei weitem
nicht so bemerkbar wie der zwischen SSD und HDD als Systemplatte.

Rainer

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