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wernertrp (12.04.2019, 13:23)
Wenn eine Schlafmütze vor mir herfährt. ?
oder sogar noch:
Bei 100 Km/h ?

Wie werden selbst fahrende Autos versichert ?

Gibt es schon selbst fahrende Ruf-Taxis ?
Helmut Wabnig (12.04.2019, 21:17)
On Fri, 12 Apr 2019 04:23:13 -0700 (PDT), wernertrp
<vintage1918> wrote:

>Wenn eine Schlafmütze vor mir herfährt. ?
>oder sogar noch:
>Bei 100 Km/h ?
>Wie werden selbst fahrende Autos versichert ?
>Gibt es schon selbst fahrende Ruf-Taxis ?

Ist schon so gut wie überholt alles,
kommen die selbstfliegenden Drohnen.

w.
Hans-Peter Diettrich (13.04.2019, 01:19)
Am 12.04.2019 um 21:17 schrieb Helmut Wabnig:
> On Fri, 12 Apr 2019 04:23:13 -0700 (PDT), wernertrp
> <vintage1918> wrote:


>> Gibt es schon selbst fahrende Ruf-Taxis ?

> Ist schon so gut wie überholt alles,
> kommen die selbstfliegenden Drohnen.


Ich freue mich jetzt schon auf das Chaos im Luftraum, wenn dort mehr als
Quadrokopter herumgurken wollen. Dann könnte ein Spaziergang wieder
schneller sein :-]

DoDi
Marcel Mueller (13.04.2019, 19:05)
Am 13.04.19 um 01:19 schrieb Hans-Peter Diettrich:
>> Ist schon so gut wie überholt alles,
>> kommen die selbstfliegenden Drohnen.

> Ich freue mich jetzt schon auf das Chaos im Luftraum, wenn dort mehr als
> Quadrokopter herumgurken wollen. Dann könnte ein Spaziergang wieder
> schneller sein :-]


Ich freue mich eher über den astronomischen Energieverbrauch der Flugtaxis.

Marcel
Marcel Mueller (13.04.2019, 19:29)
Am 12.04.19 um 13:23 schrieb wernertrp:
> Wenn eine Schlafmütze vor mir herfährt. ?
> oder sogar noch:
> Bei 100 Km/h ?


Klar können die überholen. Wie sonst sollten sie Hindernissen
ausweichen? Aber Geschwindigkeitsbegrenzungen werden sie dabei natürlich
/nicht/ ignorieren. Dafür tun sie sich leichter, die Geschwindigkeit
anderer Fahrzeuge schnell einzuschätzen.

Problematisch ist eher, wenn sie nur die Entscheidung haben, die eine
oder die andere Verkehrsregel zu brechen, weil irgendeiner die komplette
Fahrspur blockiert, oder aber wenn ein paar Spaßvögel an Hexennacht die
Verkehrsschilder vertauschen.

> Wie werden selbst fahrende Autos versichert ?


Ganz normal über den Halter.

Aber da ist natürlich noch vieles offen. Die Gesetze sind nicht für
vollautonome Fahrzeuge gedacht, was zu einigen Paradoxa führt.
Vor allem die Haftungsfrage ist problematisch, wenn es keinen mehr gibt,
der Schuld ist - für kaum etwas anderes wird der Fahrer ja bereits bei
hochautonomen Fahrzeugen gebraucht.

Im übrigen bieten in den USA wohl einige Versicherungen Discount für
Halter von hochautonomen Fahrzeugen. Und das tun die ganz sicher nicht,
weil die Dinger so viele Unfälle bauen oder weil sie so spendabel sind,
sondern aus dem einzigen Grund, dass selbst derzeitige noch etwas
unausgereifte Technik weniger Schaden anrichtet als der
durchschnittliche menschliche Fahrer, mögen die Unfälle, die von der
Technik verursacht werden, noch so dämlich erscheinen.

> Gibt es schon selbst fahrende Ruf-Taxis ?


Weder das noch eine Rechtsgrundlage dafür.

Und gänzlich irrelevant ist das Hype-Thema, welchen Unfall sie in
ausweglosen Situationen bevorzugen - als ob sich jemals ein realer
Fahrer in einer solchen Situation darüber erst stundenlang den Kopf
zerbrochen hätte.
Das wird allenfalls nachher in der Gerichtsverhandlung gewälzt, und auch
das wieder nur zu dem einem Zweck: einen Schuldigen zu haben. Darauf
sind wir so fixiert, dass allzuoft völlig in Vergessenheit gerät, worauf
es wirklich ankommt, nämlich /Risiken zu mindern/. Und das tut man
bekanntlich nicht, indem man von einem Fahrer oder auch einem autonomen
Fahrzeug vor jeder Lenkbewegung abverlangt, erst eine Doktorarbeit über
die Verkehrssituation zu verfassen. Das Risiko einer langsamen
Entscheidung ist in brenzligen Situationen fast immer höher als das
einer falschen Entscheidung. Bei letzterem hat man nämlich wenigstens
überhaupt eine Chance.

Marcel
Rupert Haselbeck (13.04.2019, 21:50)
Marcel Mueller schrieb:

>> Wie werden selbst fahrende Autos versichert ?

> Ganz normal über den Halter.
> Aber da ist natürlich noch vieles offen. Die Gesetze sind nicht für
> vollautonome Fahrzeuge gedacht, was zu einigen Paradoxa führt.


zweimal nein

> Vor allem die Haftungsfrage ist problematisch, wenn es keinen mehr gibt,
> der Schuld ist - für kaum etwas anderes wird der Fahrer ja bereits bei
> hochautonomen Fahrzeugen gebraucht.


Für Schäden, welche durch ein Fahrzeug im hochautomatosierten oder
vollautonomen Modus verursacht werden, haftet der Hersteller. Das ist seit
Jahren schon gesetzlich geregelt, § 1 ProdhaftG

> Im übrigen bieten in den USA wohl einige Versicherungen Discount für
> Halter von hochautonomen Fahrzeugen. Und das tun die ganz sicher nicht,
> weil die Dinger so viele Unfälle bauen oder weil sie so spendabel sind,
> sondern aus dem einzigen Grund, dass selbst derzeitige noch etwas
> unausgereifte Technik weniger Schaden anrichtet als der
> durchschnittliche menschliche Fahrer, mögen die Unfälle, die von der
> Technik verursacht werden, noch so dämlich erscheinen.


Was Wunder? Das Auto säuft nicht, es ist ständig aufmerksam, fährt nicht zu
schnell, drängelt nicht und hält an, wenn es sich nicht sicher ist

> Und gänzlich irrelevant ist das Hype-Thema, welchen Unfall sie in
> ausweglosen Situationen bevorzugen - als ob sich jemals ein realer
> Fahrer in einer solchen Situation darüber erst stundenlang den Kopf
> zerbrochen hätte.


Das ist falsch. Mit diesem Thema beschäftigt sich u.a. eine Ethikkommission,
um dem Automaten am Steuer vorzugeben, was als geringeres Übel zu bevorzugen
ist. Im Gegensatz zu einem menschlichen Fahrer hat der elektronische Fahrer
durchaus die Zeit und damit die Möglichkeit, abzuwägen

> Das wird allenfalls nachher in der Gerichtsverhandlung gewälzt, und auch
> das wieder nur zu dem einem Zweck: einen Schuldigen zu haben. Darauf
> sind wir so fixiert, dass allzuoft völlig in Vergessenheit gerät, worauf
> es wirklich ankommt, nämlich /Risiken zu mindern/. Und das tut man
> bekanntlich nicht, indem man von einem Fahrer oder auch einem autonomen
> Fahrzeug vor jeder Lenkbewegung abverlangt, erst eine Doktorarbeit über
> die Verkehrssituation zu verfassen.


Selbstverständlich verlangt man das! In jeder Situation. Das ist die
Grundlage dessen, was man als Mindestumfang an Kenntnissen und Fertigkeiten
für die Teilnahme am Straßenverkehr verlangt. Genau dafür gibt es
Verkehrsregeln

> Das Risiko einer langsamen
> Entscheidung ist in brenzligen Situationen fast immer höher als das
> einer falschen Entscheidung. Bei letzterem hat man nämlich wenigstens
> überhaupt eine Chance.


Ich hoffe, du setzt dich niemals ans Steuer eines Fahrzeugs :->

MfG
Rupert
Gerald Oppen (14.04.2019, 02:47)
Am 13.04.19 um 19:05 schrieb Marcel Mueller:
> Am 13.04.19 um 01:19 schrieb Hans-Peter Diettrich:
> Ich freue mich eher über den astronomischen Energieverbrauch der Flugtaxis.


Ist die Frage ob der so astronomisch ist wenn man 5min Flugzeit mit 1h
Autofahrt für eine Person im klimatisierten Transportmittel in Relation
setzt.
Das jeder vor seiner Haustür mit dem Flugtaxi abgeholt wird und an seine
Arbeitsstätte geflogen wird kann ich mir heute auch nicht vorstellen,
aber vor 100 Jahren hat sich wohl auch kaum einer vorstellen können dass
man mal 500km unter 3h im Massenverkehrsmittel zurücklegen kann.

Gerald
Gerald Oppen (14.04.2019, 02:56)
Am 13.04.19 um 21:50 schrieb Rupert Haselbeck:

>> Das Risiko einer langsamen
>> Entscheidung ist in brenzligen Situationen fast immer höher als das
>> einer falschen Entscheidung. Bei letzterem hat man nämlich wenigstens
>> überhaupt eine Chance.

> Ich hoffe, du setzt dich niemals ans Steuer eines Fahrzeugs :->


Ich kann mir schwer vorstellen dass nennenswerter selbstfahrender
Verkehr in Bereichen mit Fußgänger/Radfahrer funktioniert.
Die werden es schamlos ausnutzen dass sie durch den selbstfahrenden
Verkehr nicht gefährdet werden da der entsprechend programmiert sein
muss. In der Folge kommt dieser in stärker frequentierten Gegenden zum
erliegen

Gerald
Marcel Mueller (14.04.2019, 08:14)
Am 14.04.19 um 02:47 schrieb Gerald Oppen:
> Am 13.04.19 um 19:05 schrieb Marcel Mueller:
> Ist die Frage ob der so astronomisch ist wenn man 5min Flugzeit mit 1h
> Autofahrt für eine Person im klimatisierten Transportmittel in Relation
> setzt.


Das stimmt halt auch nur, wenn man nur drei Häuserblocks weiter will.
Und da braucht man auch im Stau keine Stunde.
Bei allem was weiter ist, spielen wir in der Klasse Hubschrauber. Und
die sind nicht eben für ihre Sparsamkeit berühmt.

Wir sollten uns ferner darüber im klaren werden, dass sich mit
vollautonomen Fahrzeugen die Kapazität unserer Überlandstraßen
vervielfacht. Warum zur Hölle sollten die für eine /menschliche/
Reaktionszeit Abstand halten und dabei eine ganze Ecke mehr Energie
verbrauchen (Windschatten), wenn sie doch im Zweifel sowieso alle
gleichzeitig Bremsen, sofern sie mit dem Vordermann eine
Car2Car-Verbindung aufbauen konnten?

Und in den großen Städten wird der Individualverkehr früher oder später
sowieso verboten oder zumindest stark heraus gedrängt.
Das ist aber kein Siegeszug des OPNV in seiner derzeitigen Form - eher
im Gegenteil. Vollautonome Fahrzeuge werden den abgesehen von ganz
großen Städten verdrängen, weil sie nichts anderes sind, als sehr
billige Taxis.
Da ist der Ansatzpunkt eher ein anderer. Durch vollautomatische Routen-
und Sitzplatzplanung mit Zeitbezug kann man die Auslastung von kleinen,
autonomen Fahrzeugen in Stoßzeiten locker mal verdreifachen. Das bringt
eine derart große Entlastung, dass die Staus in ihrer derzeitig Form
kein Thema mehr sind. Schon deshalb wird man keine verstopfenden
Individualfahrzeuge dazwischen mehr dulden.

> Das jeder vor seiner Haustür mit dem Flugtaxi abgeholt wird und an seine
> Arbeitsstätte geflogen wird kann ich mir heute auch nicht vorstellen,
> aber vor 100 Jahren hat sich wohl auch kaum einer vorstellen können dass
> man mal 500km unter 3h im Massenverkehrsmittel zurücklegen kann.


Wenn das mit den Flugtaxis ein Massenthema werden sollte, dann fegt uns
der Klimawandel halt ein klein bisschen früher vom Planeten. Denn eines
haben die Menschen in ihrer Überheblichkeit noch nicht kapiert: wir
können die Umwelt nicht zerstören, wir können sie nur verändern. Aber
die Umwelt kann /uns/ dabei zerstören. Die häufiger werdenden
Umweltkatastrophen - letztlich ja auch nur eine Veränderung - sind
darauf schon mal ein Vorgeschmack.

Bleibt also zu hoffen, dass die Flugtaxis nur Schickimicki-Zeug für ein
paar Leute mit zu hohem Einkommen bleibt.
Und hoffen wir mal, dass ein paar Vernünftige sich statt dessen eher
überlegen, wie man mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck einen
erheblichen Teil unseres Lebensstils erhalten können. Autonome Fahrzeuge
haben da zumindest einiges an Potential.

Marcel
Marcel Mueller (14.04.2019, 08:44)
Am 13.04.19 um 21:50 schrieb Rupert Haselbeck:
> zweimal nein
> Für Schäden, welche durch ein Fahrzeug im hochautomatosierten oder
> vollautonomen Modus verursacht werden, haftet der Hersteller. Das ist seit
> Jahren schon gesetzlich geregelt, § 1 ProdhaftG


Ach, und alle zwei Jahre nach Ende der Gewährleistung werfen wir die
Fahrzeuge auf den Schrott oder was?

Eine zeitlich unbegrenzte Haftung gibt es nicht. Jedenfalls nicht bei
Fahrlässigkeit.

Tatsächlich greift auch hier die Haftung wie bei jeder anderen Maschine
auch. Wer eine Maschine besitzt, ist für alles, was sie anrichtet,
verantwortlich. Ob er dann im Nachgang diese Ansprüche an den Hersteller
oder wen auch immer weiter reicht, ist davon unabhängig.
So etwas wie Maschinen, die selbst im Sinne einer juristischen Person
haftbar sein können, kennt das Gesetz nicht. Das scheitert schon daran,
dass man Maschinen nicht bestrafen kann. Das einzige, was geht, ist sie
aus dem Verkehr zu ziehen. Und genau das passiert ja gelegentlich auch -
siehe 737 MAX 8.

> Was Wunder? Das Auto säuft nicht, es ist ständig aufmerksam, fährt nicht zu
> schnell, drängelt nicht und hält an, wenn es sich nicht sicher ist


So ist es. Allerdings ist es eben anfällig für Softwarefehler und
technische Defekte, die dann /andere/ Unfälle verursachen. Die Kunst
wird sein, mit dem Risiko solcher, aus menschlicher Sicht
unverständlicher Fehlentscheidungen zu leben. Das fällt uns wesentlich
schwerer als der unaufmerksame Fahrer, in dessen Situation wir uns noch
irgendwie hineinversetzen können. Das gilt auch dann, wenn derlei
Unfälle (erwartungsgemäß) seltener auftreten.

>> Und gänzlich irrelevant ist das Hype-Thema, welchen Unfall sie in
>> ausweglosen Situationen bevorzugen - als ob sich jemals ein realer
>> Fahrer in einer solchen Situation darüber erst stundenlang den Kopf
>> zerbrochen hätte.

> Das ist falsch. Mit diesem Thema beschäftigt sich u.a. eine Ethikkommission,


Das ist so. Aber das schließt sich nicht aus. Es ist dennoch irrelevant.

> um dem Automaten am Steuer vorzugeben, was als geringeres Übel zu bevorzugen
> ist. Im Gegensatz zu einem menschlichen Fahrer hat der elektronische Fahrer
> durchaus die Zeit und damit die Möglichkeit, abzuwägen


Wozu?
Ein System sollte sich nicht mit so etwas beschäftigen müssen. Es wählt
genau wie jeder menschliche Fahrer die Entscheidung, die ihm auf die
Schnelle am zielführendsten zu Reduktion von Unfallwahrscheinlichkeit
und Schaden erscheint. Und es wird ob der Vielfältigkeit von
Unfallsituationen damit ebenfalls nicht immer richtig liegen.

Ich bin guter Dinge, dass diese Vorgehensweise sehr schnell zu
wesentlich besseren Ergebnissen führen wird, als wir sie bisher im
Verkehr gewohnt sind.

> Selbstverständlich verlangt man das! In jeder Situation. Das ist die
> Grundlage dessen, was man als Mindestumfang an Kenntnissen und Fertigkeiten
> für die Teilnahme am Straßenverkehr verlangt.


Das ist ja das Problem.

Es geht nicht darum die /beste/ Entscheidung zu treffen. Es geht darum
mit größter Wahrscheinlichkeit eine /gute/ Entscheidung zu treffen. Das
ist vernünftiges Risikomanagement.
Hinterher gibt es immer tausend Leute, die alles besser wissen. Aber das
hilft bei der Entscheidungsfindung nicht im geringsten.

> Genau dafür gibt es Verkehrsregeln


Die Regeln dienen primär anderen Zwecken. Eine Verkehrsregel "überfahre
lieber die Oma als den Ingenieur", wie es u.a. diskutiert wird, ist mir
(glücklicherweise) unbekannt.

>> Das Risiko einer langsamen
>> Entscheidung ist in brenzligen Situationen fast immer höher als das
>> einer falschen Entscheidung. Bei letzterem hat man nämlich wenigstens
>> überhaupt eine Chance.

> Ich hoffe, du setzt dich niemals ans Steuer eines Fahrzeugs :->


Das sieht meine Versicherung gänzlich anders.

Marcel
Gerrit Heitsch (14.04.2019, 08:44)
On 4/14/19 8:14 AM, Marcel Mueller wrote:
> Wir sollten uns ferner darüber im klaren werden, dass sich mit
> vollautonomen Fahrzeugen die Kapazität unserer Überlandstraßen
> vervielfacht. Warum zur Hölle sollten die für eine /menschliche/
> Reaktionszeit Abstand halten und dabei eine ganze Ecke mehr Energie
> verbrauchen (Windschatten), wenn sie doch im Zweifel sowieso alle
> gleichzeitig Bremsen, sofern sie mit dem Vordermann eine
> Car2Car-Verbindung aufbauen konnten?


Wir hatten es hier mehrfach warum C2C eine schlecht Idee ist. Es reicht
ein Softwarefehler und du hast einen Massenunfall. Selbst hier, wo die
Leute es besser wissen sollten wird immer von fehlerfreier Software und
Abwesenheit böswilliger Hacker ausgegangen. Wie oft benimmt sich dein
Desktop-OS merkwürdig? Ich hab bei Windows täglich irgenwelche Dinge die
nicht passieren sollten und wenn es nur grafische Artefakte auf dem
Desktop sind. Und ob sich die Kapazität erhöht ist auch noch nicht
bewiesen da bei autonomen Fahrzeugen Leerfahrten auftreten werden wenn
die zu einem neuen Kunden fahren.

> Und in den großen Städten wird der Individualverkehr früher oder später
> sowieso verboten oder zumindest stark heraus gedrängt.
> Das ist aber kein Siegeszug des OPNV in seiner derzeitigen Form - eher
> im Gegenteil. Vollautonome Fahrzeuge werden den abgesehen von ganz
> großen Städten verdrängen, weil sie nichts anderes sind, als sehr
> billige Taxis.


Schon einmal gesehen wie voll das mit Taxis werden kann? Ein Blick nach
New York reicht, da kann es passieren, daß du in einem Stau stehst der
nur aus Taxis besteht.

Sehr billig? Wieso? Es ist ein Auto, es muss unterhalten werden und hat
noch zusätzlich zum normalen Taxi sehr teure Hardware und Sensoren an
board. Verglichen mit dem eigenen Auto wo ich selber fahre kann es
jedenfalls nicht billiger sein.

> Da ist der Ansatzpunkt eher ein anderer. Durch vollautomatische Routen-
> und Sitzplatzplanung mit Zeitbezug kann man die Auslastung von kleinen,
> autonomen Fahrzeugen in Stoßzeiten locker mal verdreifachen.


Wie kommst du auf das schmale Brett? Wenn ich zur Arbeit will, dann
bitte nicht mit einem großen Umweg sondern direkt und jetzt. Ist das
jetzt ein 'könnte vielleicht gehen und hört sich gut an' oder ein 'haben
wir schonmal in großem Maßstab getestet'?

Gerrit
Gerrit Heitsch (14.04.2019, 08:48)
On 4/13/19 9:50 PM, Rupert Haselbeck wrote:
> Marcel Mueller schrieb:
> zweimal nein
> Für Schäden, welche durch ein Fahrzeug im hochautomatosierten oder
> vollautonomen Modus verursacht werden, haftet der Hersteller. Das ist seit
> Jahren schon gesetzlich geregelt, § 1 ProdhaftG
> Was Wunder? Das Auto säuft nicht, es ist ständig aufmerksam, fährt nicht zu
> schnell, drängelt nicht und hält an, wenn es sich nicht sicher ist


.... und läuft mit fehlerfreier Software. Klar... Aus dem letzten
Jahrzehnten Computertechnik hast du nichts gelernt? Siehe auch die
aktuelle Situation mit der 737 Max8.

Der Autopilot von Tesla scheint jedenfalls, wenn man die Zahlen korrekt
betrachtet, die Unfallhäufigkeit zu erhöhen.

Gerrit
Axel Berger (14.04.2019, 09:25)
Gerrit Heitsch wrote:

Etliche Deiner Einwände sind valide, aber:

> Verglichen mit dem eigenen Auto wo ich selber fahre kann es
> jedenfalls nicht billiger sein.


Sieh Dir die Jahreskilometerleistung eines typischen Taxis an. Beim
Privatwagen macht der fixe Anteil meist mehr als die Hälfte der
Gesamtkosten aus und auch sonst kann der Berteiber etliches Fahrzeuge
manches rationalisieren. Der größte Kostenpunkt beim Taxi ist der
Fahrer.

> Wenn ich zur Arbeit will, dann
> bitte nicht mit einem großen Umweg sondern direkt und jetzt.


Wenn einzelne Menschen sich ihre Fahrgemeinschaften mit Kleinanzeigen
zusammenbasteln, dann kann das Ergebnis nur ein Kompromiß sein. Eine
große Datenbank mit guten Algorithmen schafft das in einer Groß- oder
Millionenstadt ohne Umweg. Dazu kann sie es on the fly. Du mußt also
nicht lange verhandeln wenn Du mal früher da sein willst oder aber
verschlafen hast.
Stefan Engler (14.04.2019, 09:27)
Am 14.04.2019 um 08:14 schrieb Marcel Mueller:
> Wenn das mit den Flugtaxis ein Massenthema werden sollte, dann fegt uns
> der Klimawandel halt ein klein bisschen früher vom Planeten. Denn eines


1. dann ist man erst einmal zum Flugfeld/Flugplatz/Flughafen unterwegs.
2. danach kommt die Flugvorbereitung (da es keine Schilder gibt,
gibt's halt entsprechende Veröffentlichung bzgl. Sperren, Gefahren,
Beschränkungen; ss ist halt gut zu wissen, wo irgenwelche Kabel/Seile
in der Luft baumeln; das Wetter zu kennen, wäre auch praktisch)
3. technische Inspektion des Fluggerätes (Startcheck).
4. je nach Region erforderliche Start- und Landefreigaben
5. dann will das Flugtaxi nach dem Flug auch wieder verstaut werden.

Es ist wohl geplant, dass diese Dinger elektrisch auf Akku-Basis
angetreiben werden. Also von der Öko-Bilanz gar nicht so schlecht
Um von A nach B zu kommen sind die Geräte monetan aber noch nicht
vollkommen durchdacht und außerdem eher Schönwetterspielzeuge.

Eher werden teilautonome Fahrzeuge Realität, (AST)-Flugtaxis werden eher
in entlegenden Gegenden in nächster Zeit kommen (FLN Frisia-
Luftverkehr, Ostfriesischer Flugdienst, ...).
Gerrit Heitsch (14.04.2019, 09:29)
On 4/14/19 9:25 AM, Axel Berger wrote:
> Gerrit Heitsch wrote:
> Etliche Deiner Einwände sind valide, aber:
> Sieh Dir die Jahreskilometerleistung eines typischen Taxis an. Beim
> Privatwagen macht der fixe Anteil meist mehr als die Hälfte der
> Gesamtkosten aus und auch sonst kann der Berteiber etliches Fahrzeuge
> manches rationalisieren. Der größte Kostenpunkt beim Taxi ist der
> Fahrer.


Es braucht aber auch mehr Wartung, eben weil es die ganze Zeit fährt und
Elektronik gibt gerne mal den Geist auf.

> Wenn einzelne Menschen sich ihre Fahrgemeinschaften mit Kleinanzeigen
> zusammenbasteln, dann kann das Ergebnis nur ein Kompromiß sein. Eine
> große Datenbank mit guten Algorithmen schafft das in einer Groß- oder
> Millionenstadt ohne Umweg. Dazu kann sie es on the fly. Du mußt also
> nicht lange verhandeln wenn Du mal früher da sein willst oder aber
> verschlafen hast.


Ist das Traveling Salesman-Problem inzwischen gelöst? Ansonsten melde
ich da Bedenken zu 'on the fly' an.

Wenn ich so meinen täglichen Weg zur Arbeit sehe, dann ist da mit
Fahrgemeinschaft nichts zu machen.

Gerrit

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