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Ralph Schuster (23.08.2014, 18:14)
Jemand, der auf einer .de-Webseite als Freiberufler Dienstleistungen
anbietet, hat in seinem Impressum Folgendes stehen:

UID-Nr. 12/345/67890

Die Seite möchte ich nicht nennen und die Ziffernfolge lautet natürlich
anders, ist aber genauso aufgebaut und umfasst 10 Ziffern. Eine
Umsatzsteuer-Identifikationsnr. kann es nicht sein, da diese in D die
Form DE123456789 hat. Eine steuerliche Identifikationsnr. für einen
gewöhnlichen Steuerpflichtigen aber auch nicht, da diese inkl.
Prüfziffer 11 Stellen hat. Mit Österreich oder der Schweiz, wo es UID-
Nrn. gibt, hat der Betreffende, soweit ersichtlich, nichts zu tun. Was
für eine Nr. könnte er also gemeint haben?

Ralph
Friederich Daumeyer (23.08.2014, 18:34)
Am 23.08.2014 um 18:14 schrieb Ralph Schuster:
> Jemand, der auf einer .de-Webseite als Freiberufler Dienstleistungen
> anbietet, hat in seinem Impressum Folgendes stehen:
> UID-Nr. 12/345/67890
> [...] Was
> für eine Nr. könnte er also gemeint haben?

Das Format hat die normale Steuernummer. Wer keine Umsatzsteuer-ID hat,
soll auf geschäftlichen Webseiten in Deutschland verpflichtet sein,
diese anzugeben. Nur die Bezeichnung ist etwas merkwürdig.

Gruß,
Fritz.
Martin Hentrich (23.08.2014, 19:31)
On Sat, 23 Aug 2014 16:14:52 +0000 (UTC), Ralph Schuster
<spam> wrote:

>UID-Nr. 12/345/67890


Das ist die normale Steuernummer und der Betreiber hat keine Ahnung
von der USt-ID und schreibt einfach seine Steuernummer, die auf seinem
Steuerbescheid steht, dahin.

Wirklich! Aber das war einfach.

Menschen machen Fehler.

Martin
Matthias Hanft (23.08.2014, 20:50)
Friederich Daumeyer schrieb:
> Das Format hat die normale Steuernummer. Wer keine Umsatzsteuer-ID hat,
> soll auf geschäftlichen Webseiten in Deutschland verpflichtet sein,
> diese anzugeben. Nur die Bezeichnung ist etwas merkwürdig.


Nicht auf Webseiten. Nur auf seinen Rechnungen.

Gruß Matthias.
Friederich Daumeyer (23.08.2014, 21:28)
Am 23.08.2014 um 20:50 schrieb Matthias Hanft:
> Friederich Daumeyer schrieb:
>> Das Format hat die normale Steuernummer. Wer keine Umsatzsteuer-ID hat,
>> soll auf geschäftlichen Webseiten in Deutschland verpflichtet sein,
>> diese anzugeben. Nur die Bezeichnung ist etwas merkwürdig.

> Nicht auf Webseiten. Nur auf seinen Rechnungen.
> Gruß Matthias.

Das sah ein Anwalt bei einem Bekannten von mir anders. Mein Bekannter
hat der Abmahnung natürlich widersprochen, aber der Anwalt drohte
trotzdem mit Klage, die aber letztendlich doch nicht erfolgt ist.

Gruß,
Fritz.
Holger Petersen (23.08.2014, 22:21)
Friederich Daumeyer <fdaumeyer> writes:

>Am 23.08.2014 um 18:14 schrieb Ralph Schuster:
>> Jemand, der auf einer .de-Webseite als Freiberufler Dienstleistungen
>> anbietet, hat in seinem Impressum Folgendes stehen:
>> UID-Nr. 12/345/67890 ^^

>Das Format hat die normale Steuernummer.


In manchen Bundeslaendern gibt es mehr als 99 Finanzaemter...

Gibt es eine Idee, um welches (BRD-) Bundesland es sich handelt?

Gruss, Holger
Matthias Hanft (24.08.2014, 08:41)
Holger Petersen schrieb:
> Gibt es eine Idee, um welches (BRD-) Bundesland es sich handelt?


Mit dem Schema gibts mehrere: Berlin, Hamburg, Niedersachsen...:


Wenn man wüßte, wie die "12" vorn richtig lautet, könnte man dann
für jedes "geeignete" Bundesland nachschauen, obs diese Nummer in
diesem Bundesland tatsächlich gibt.

Gruß Matthias.
Matthias Hanft (24.08.2014, 08:43)
Friederich Daumeyer schrieb:
[Steuernummer ins Impressum]
> Das sah ein Anwalt bei einem Bekannten von mir anders. Mein Bekannter
> hat der Abmahnung natürlich widersprochen, aber der Anwalt drohte
> trotzdem mit Klage, die aber letztendlich doch nicht erfolgt ist.


Weil er damit keinerlei Aussicht auf Erfolg gehabt hätte. Ein Blick ins
Gesetz erleichtert die Rechtsfindung:
(Nr. 6)

Oder auch einfach

mit zahlreichen Anwalts-Websites.

Gruß Matthias.
bjkaup (24.08.2014, 11:33)
On 23.08.2014 18:31, Martin Hentrich wrote:
> On Sat, 23 Aug 2014 16:14:52 +0000 (UTC), Ralph Schuster
> <spam> wrote:
> Das ist die normale Steuernummer und der Betreiber hat keine Ahnung
> von der USt-ID und schreibt einfach seine Steuernummer, die auf seinem
> Steuerbescheid steht, dahin.
> Wirklich! Aber das war einfach.
> Menschen machen Fehler.
> Martin

Noch was: bis zur Einführung der Ust-ID gab es für die betrieblichen
Steuerarten Kennzeichen, die der den meisten Menschen bekannten
Einkommensteuer-Nr identisch gebildet war.
Die "richtige" Zahlenfolge der ersten 8 Zahlen könnte da Aufschluss geben.
btw: die Vorgängerin der Ust-ID für Auslandsgeschäfte sah genauso aus
wie die heutige minus Staatskennzeichen.

mfg
bjk
Ralph Schuster (24.08.2014, 12:16)
Matthias Hanft wrote:

> Holger Petersen schrieb:
> Mit dem Schema gibts mehrere: Berlin, Hamburg, Niedersachsen...:
>
> Wenn man wüßte, wie die "12" vorn richtig lautet, könnte man dann
> für jedes "geeignete" Bundesland nachschauen, obs diese Nummer in
> diesem Bundesland tatsächlich gibt.


Es handelt sich um das Land Niedersachsen, und ein entspr. FA mit der
Nummer existiert tatsächlich. Der Freiberufler hat offenbar seine alte
Steuernummer angegeben, während ich zuerst dachte, dass es vielleicht
die Steueridentifikationsnummer sein könnte, was ich aber aufgrund der
Tatsache, dass diese 11 Stellen hat[1], dann ausgeschlossen hatte.

Daher meine nun beantwortete Frage.

Ralph

[1]
Matthias Hanft (24.08.2014, 13:08)
Ralph Schuster schrieb:
> Es handelt sich um das Land Niedersachsen, und ein entspr. FA mit der
> Nummer existiert tatsächlich. Der Freiberufler hat offenbar seine alte
> Steuernummer angegeben, während ich zuerst dachte, dass es vielleicht
> die Steueridentifikationsnummer sein könnte, was ich aber aufgrund der
> Tatsache, dass diese 11 Stellen hat[1], dann ausgeschlossen hatte.


Exakt. Wobei die "alte Steuernummer" (zumindest "gebrauchstechnisch")
keineswegs "alt" ist - die ist (trotz USt-ID, Steuer-ID, eTIN etc.)
durchaus auch heute noch in Gebrauch (sowohl bei Anmelde- als auch
bei Jahressteuern).

Soll wohl laaaaaaaangfristig tatsächlich durch das ganze "neumodische
Zeug" abgelöst werden, aber das ist ein gewaltiger Logistik-Akt, der
sicher noch mindestens hundert Jahre dauern wird :-)

Gruß Matthias.
Will Berghoff (25.08.2014, 09:18)
Am 23.08.2014 21:28, schrieb Friederich Daumeyer:

> Das sah ein Anwalt bei einem Bekannten von mir anders.


Davon leben Anwälte. Ausschließlich.
Peter Dunkel (28.08.2014, 14:16)
Am 23.08.14 um 18:34 schrieb Friederich Daumeyer:
> Am 23.08.2014 um 18:14 schrieb Ralph Schuster:
> Das Format hat die normale Steuernummer. Wer keine Umsatzsteuer-ID hat,
> soll auf geschäftlichen Webseiten in Deutschland verpflichtet sein,
> diese anzugeben. Nur die Bezeichnung ist etwas merkwürdig.


Moin!

Wer nichts ins EU-Ausland verkauft oder von dort etwas bezieht, braucht
auch keine USt-ID und hat auch keine.

Die Steuernummer ist ein Identifikations-Kennzeichen, das in falschen
Händen viel Ärger machen kann.

Noch gefährlicher dürfte nur die TIN (Steuer-Identifikations-Nummer)
sein, endlich ein Merkmal, mit dem man einen Kunden über
Unternehmensgrenzen genau verfolgen kann.

Kriminelle (Nigeria Connection) versuchen, an "angereicherte"
Anschriften zu kommen. Adresse und Telefonnummer findet man im
Telefonbuch, dazu noch die Konto-Verbindung und eine der Steuernummern,
schon kann er "Geschäfte" machen. Darum soll man auch keine
Geschäftsbriefe an "komische" Adressen schicken, wenn man von dort eine
Anfrage erhalten hat.

Glücklicherweise bekommt man heute nicht mehr eine Auskunft beim
Finanzamt, wenn man sich als Steuerberater oder Angestellter ausgibt und
die Steuernummer nennt.

Gruss
Peter
Rüdiger Silberer (29.08.2014, 03:01)
Am 28.08.2014 schrieb Peter Dunkel:

> Am 23.08.14 um 18:34 schrieb Friederich Daumeyer:
> Moin!
> Wer nichts ins EU-Ausland verkauft oder von dort etwas bezieht, braucht
> auch keine USt-ID und hat auch keine.


Jeder der eine beantragt bekommt auch eine USt-ID-Nummer. Ebay
beispielsweise verlangt als Nachweis des Gewerbes diese Nummer.

> Die Steuernummer ist ein Identifikations-Kennzeichen, das in falschen
> Händen viel Ärger machen kann.


So? Welchen denn?

[..]
> Glücklicherweise bekommt man heute nicht mehr eine Auskunft beim
> Finanzamt, wenn man sich als Steuerberater oder Angestellter ausgibt und
> die Steuernummer nennt.


Ach was, das wüßte ich aber.
Frank Hucklenbroich (29.08.2014, 08:52)
Am Fri, 29 Aug 2014 03:01:25 +0200 schrieb Rüdiger Silberer:

> Am 28.08.2014 schrieb Peter Dunkel:


>> Die Steuernummer ist ein Identifikations-Kennzeichen, das in falschen
>> Händen viel Ärger machen kann.

> So? Welchen denn?


Man könnte sie zum Umsatzsteuer-Betrug nutzen, indem man gefälschte
Rechnungen generiert. Da macht die "richtige" Steuernummer des angeblichen
Rechnungs-Absenders die Sache u.U. etwas glaubwürdiger.

Inwiefern er da allerdings selbst Ärger zu erwarten hat, weiß ich auch
nicht. Die Steuernummer ist ja sehr vielen Leuten bekannt (allen Kunden zum
Beispiel).

Ansonsten fällt mir auch nicht viel ein, was man mit dieser Nummer anfangen
könnte (vielleicht irgendwo als "Gewerblicher" bestellen, naja).

Grüße,

Frank

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