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Ralf Lehmeier (05.01.2019, 17:47)
Hallo!
Ich habe einen älteren Rechner ( ASUS ALTEC LANSING, Pentium
T3400,2x250GB HD, 4 GB RAM ) bei dem ich das Win 7 durch ein Manjaro
ersetzten möchte und bei der Gelegenheit eine defekte Festplatte (
defekt durch Überhitzung ) durch eine SSD ( 250 oder 500 GB )ersetzen
möchte.

Nun meine Fragen :

1. lohnt es sich?
2. Wenn die Festplatte überhitzt wurde wie kommt eine SSD damit klar ?
3. Gibt es Geschwindigkeitsgewinne?
4. Sollte man vielleicht gleich 2 SSD´s einbauen

MfG R.Lehmeier
Hergen Lehmann (05.01.2019, 18:42)
Am 05.01.19 um 16:47 schrieb Ralf Lehmeier:

> Ich habe einen älteren Rechner ( ASUS ALTEC LANSING, Pentium
> T3400,2x250GB HD, 4 GB RAM ) bei dem ich das Win 7 durch ein Manjaro
> [...]
> 1. lohnt es sich?


Als Büromaschine (Textverarbeitung, email, Websurfen) allemal.

> 2. Wenn die Festplatte überhitzt wurde wie kommt eine SSD damit klar ?


Schwer aus der Glaskugel vorhersagbar. Meist werden SSDs zwar weniger
warm als Festplatten, das kann unter widrigen Umständen aber auch mal
umgekehrt sein.

Beobachte einfach in den ersten Tagen die Temperatur ("sudo smartctl -a
/dev/sda"). Steigt sie unter Last deutlich über 50°, solltest du den
mechanischen Aufbau optimieren, so das die SSD mehr Kühlluft abbekommt
bzw. weniger in der Abluft der CPU schmort.

> 3. Gibt es Geschwindigkeitsgewinne?


Definitiv - sowohl durch das effizientere Linux, als auch durch die SSD.

> 4. Sollte man vielleicht gleich 2 SSD´s einbauen


Darin sehe ich wenig Sinn.
Wenn es um die Speicherkapazität geht, ist der Griff zum nächst größeren
Modell meist ökonomischer. Wenn es um die Verfügbarkeit (RAID1) gehen
soll, wird das durch die altersschwache Hardware konterkariert. Wenn es
um Backups gehen soll, nimmt man dafür tunlichst einen externen Datenträger.

Hergen
Bernd Mayer (05.01.2019, 19:53)
Am 05.01.19 um 17:42 schrieb Hergen Lehmann:
> Am 05.01.19 um 16:47 schrieb Ralf Lehmeier:
> Schwer aus der Glaskugel vorhersagbar. Meist werden SSDs zwar weniger
> warm als Festplatten, das kann unter widrigen Umständen aber auch mal
> umgekehrt sein.
> Beobachte einfach in den ersten Tagen die Temperatur ("sudo smartctl -a
> /dev/sda"). Steigt sie unter Last deutlich über 50°, solltest du den
> mechanischen Aufbau optimieren, so das die SSD mehr Kühlluft abbekommt
> bzw. weniger in der Abluft der CPU schmort.


Hallo,

hddtemp zur Anzeige der Temperatur von Festplatten/SSDs kenne ich auch
noch:

Bernd Mayer
Marc Haber (06.01.2019, 10:29)
Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11> wrote:
[völlig richtiges]

Was Hergen sagt.

Grüße
Marc
Marcel Mueller (07.01.2019, 03:46)
Am 05.01.19 um 16:47 schrieb Ralf Lehmeier:
> Hallo!
> Ich habe einen älteren Rechner ( ASUS ALTEC LANSING, Pentium
> T3400,2x250GB HD, 4 GB RAM ) bei dem ich das Win 7 durch ein Manjaro
> ersetzten möchte und bei der Gelegenheit eine defekte Festplatte (
> defekt durch Überhitzung ) durch eine SSD ( 250 oder 500 GB )ersetzen
> möchte.
> Nun meine Fragen :
> 1. lohnt es sich?


Ob dir die Kiste zu langsam war, musst Du schon selber wissen.

> 2. Wenn die Festplatte überhitzt wurde wie kommt eine SSD damit klar ?


Sie wird nicht heiß.

> 3. Gibt es Geschwindigkeitsgewinne?


Durch die SSD? Aber Hallo! Das ist der Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Seit über 10 Jahren warten schnellere CPUs in Notebooks primär schneller
auf die lahme Notebookplatte.

> 4. Sollte man vielleicht gleich 2 SSD´s einbauen


Das bringt keinen Mehrwert.
Was willst Du mit einer Apfelsinenkiste mit Düsenantrieb?

Mit der Größe muss man halt sehen, welche Daten man wirklich auf dem
Gerät halten will.
Linux braucht so gut wie keinen Platz auf der Platte (im Gegensatz zu
Win7 oder gar Win10). Ich kenne keine Linux-Installation in meiner
Umgebung, die auch nur temporär mehr als 20GB braucht. Am aktuellen
Notebook (Xubuntu 18.04) sind es gerade mal knapp 6GB.
Userdaten kommen natürlich on top.

Ich habe in letzter Zeit einige Alt-Notebooks per Gut-20?-SSD gepimpt.
Alles kein Problem. Die haben natürlich nur 128 GB. Aber das hätte sogar
für Win7 gereicht. Mit Linux bekomme ich die niemals auch nur annähernd
voll.

Marcel
Marc Haber (07.01.2019, 09:19)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Am 05.01.19 um 16:47 schrieb Ralf Lehmeier:
>> 3. Gibt es Geschwindigkeitsgewinne?

>Durch die SSD? Aber Hallo! Das ist der Unterschied zwischen Tag und Nacht.


Bei Linux fand ich den Geschwindigkeitsgewinn durch die SSD nicht so
durchschlagend wie bei Windows.

Grüße
Marc
Marcel Mueller (07.01.2019, 10:48)
Am 07.01.19 um 08:19 schrieb Marc Haber:
> Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>> Am 05.01.19 um 16:47 schrieb Ralf Lehmeier:
>>> 3. Gibt es Geschwindigkeitsgewinne?

>> Durch die SSD? Aber Hallo! Das ist der Unterschied zwischen Tag und Nacht.

> Bei Linux fand ich den Geschwindigkeitsgewinn durch die SSD nicht so
> durchschlagend wie bei Windows.


Also, ich habe vor Jahren eine Linux-Workstation von Cheetah 15k auf
Intel Postville G2 umgerüstet. Das hat gefühlt immer noch einen Faktor 2
gebracht. Nur deshalb war der Rechner noch bis zum stolzen Alter von 12
Jahren sinnvoll nutzbar. Ein neuer Rechner mit konventioneller
Festplatte hätte ein vielfaches gekostet und wäre ohne die 15k-Platte
sogar /langsamer/ gewesen.
Insofern erwarte ich bei einem Notebook durchaus einen
Geschwindigkeitsgewinn, zumal die Cheetah vorher schon fast 4-mal so
schnell wie eine typische Notebookplatte war und es trotzdem noch etwas
gebracht hat.

Vor allem beim Booten und beim Starten größerer Programme merkt man den
Unterschied. Mein Notebook (L530) braucht nur noch einige Sekunden zum
Starten. Und Boliden wie LibreOffice sind nach 2 Sekunden da.
Es natürlich auch jede Menge Dinge, die durch eine SSD gar nicht
schneller werden. Aber sie beschleunigt halt bevorzugt Vorgänge, auf die
gerade der User /wartet/. Dadurch ist der gefühlte Gewinn besonders hoch.
Natürlich hängt es auch von anderen Faktoren, allen voran der
Speicherausstattung ab. Aber so ein Plattencache bringt halt auch erst
etwas, wenn man zum /zweiten/ mal nach dem Booten dasselbe macht.

Auf jeden Fall ist eine SSD derzeit das mit Abstand /preiswerteste/, das
man in einen Rechner investieren kann. Keine andere Investition dieser
Höhe bringt so viel. Bevor man das nicht gemacht hat, lohnt es sich in
keiner Weise an einer anderen Stelle zu investieren. Selbst alte Rechner
profitieren davon noch erheblich auch wenn dort der Gewinn aufgrund
anderer Bremsen geringer ausfällt.

Ich kaufe seit 10 Jahren praktisch nur noch SSDs. Tatsächlich habe ich
schon länger keine einzige Festplatte mehr gekauft, wohl aber mal ein
Terabytegrab für Filmaufzeichnungen geschenkt bekommen. Das ist auch die
einzige noch regelmäßig genutzte Festplatte im Haus.

Marcel
Ralph Aichinger (07.01.2019, 10:58)
Marc Haber <mh+usenetspam1118> wrote:
> Bei Linux fand ich den Geschwindigkeitsgewinn durch die SSD nicht so
> durchschlagend wie bei Windows.


Beim Starten nicht, bei Sachen wie apt-get dist-upgrade finde ich
den Unterschied drastisch.

/ralph
Marc Haber (08.01.2019, 11:33)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Insofern erwarte ich bei einem Notebook durchaus einen
>Geschwindigkeitsgewinn, zumal die Cheetah vorher schon fast 4-mal so
>schnell wie eine typische Notebookplatte war und es trotzdem noch etwas
>gebracht hat.


Der ist zweifelsohne da, der "Wow"-Effekt ist aber deutlichst geringer
als unter Windows.

>Auf jeden Fall ist eine SSD derzeit das mit Abstand /preiswerteste/, das
>man in einen Rechner investieren kann. Keine andere Investition dieser
>Höhe bringt so viel. Bevor man das nicht gemacht hat, lohnt es sich in
>keiner Weise an einer anderen Stelle zu investieren. Selbst alte Rechner
>profitieren davon noch erheblich auch wenn dort der Gewinn aufgrund
>anderer Bremsen geringer ausfällt.


Zustimmung

Grüße
Marc
Marc Haber (08.01.2019, 11:36)
Ralph Aichinger <ra> wrote:
>Marc Haber <mh+usenetspam1118> wrote:
>> Bei Linux fand ich den Geschwindigkeitsgewinn durch die SSD nicht so
>> durchschlagend wie bei Windows.

>Beim Starten nicht, bei Sachen wie apt-get dist-upgrade finde ich
>den Unterschied drastisch.


Nicht wirklich. Ich habe einen Virtualisierungs-Host, der sowohl eine
SSD als auch rotierenden Rost hat. Man merkt, dass auf der SSD
liegende Linux VMs schneller updaten, aber es ist jetzt nicht so als
wäre der Unterschied gewaltig.

Diselbe Situation auf derselben Maschine mit Windows-VMs ist wie Tag
und Nacht.

Grüße
Marc
Ralf Lehmeier (11.01.2019, 19:23)
Ralf Lehmeier schrieb:
[..]
> 3. Gibt es Geschwindigkeitsgewinne?
> 4. Sollte man vielleicht gleich 2 SSD´s einbauen
> MfG R.Lehmeier


Erst einmal ein großes Dankeschön für eure Rückmeldungen. Sie haben mir
sehr geholfen.

Zwei Fragen hätte ich noch:

1. Welche Firma würde ihr für eine SSD empfehlen. Ich habe bei RAM´s und
USB-Stick´s von Kingston sehr gute Erfahrungen gemacht - gilt das auch
für SSD´s ?

2. Kann man von der SSD etwas Speicher für eine Swappartition abzweigen
oder sind SSD´s dafür nicht so geeignet? Bei 4 GB Ram sollten 8 GB Swap
reichen.
Sven Hartge (11.01.2019, 20:17)
Ralf Lehmeier <r.lehmeier> wrote:

> 1. Welche Firma würde ihr für eine SSD empfehlen. Ich habe bei RAM´s
> und USB-Stick´s von Kingston sehr gute Erfahrungen gemacht - gilt das
> auch für SSD´s ?


Bei SSDs gibt es eigentlich nur sehr wenige Controller Hersteller, deren
Chips dann in allermöglichen SSDs auftauchen. Die großen sind Intel,
Samsung, JMicron/Marvel und Sandforce.

Die ersteren beiden stellen nur für die eigenen SSDs Controller her, der
Rest verkauft diese an andere Hersteller.

Kingston verwenden IIRC Controller von Sandforce.

Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit SSDs von Samsung gemacht, aber
heutzutage ist es fast egal, was man kauft, solange man eine aktuelle
SSD von einem namhaften Hersteller nimmt und keine von der Resterampe
oder einen China-Krauter aus Shenzhen.

> 2. Kann man von der SSD etwas Speicher für eine Swappartition
> abzweigen oder sind SSD´s dafür nicht so geeignet? Bei 4 GB Ram
> sollten 8 GB Swap reichen.


Sicher, absolut. Lass dich nicht durch Aussagen wie "bloß nicht, SSDs
gehen beim Beschreiben kaputt!" irreführen. Das galt für bestimmte
Flash-Speicher ohne Controller bzw. SSD der allerersten Generation von
vor 15 Jahren.

Aktuelle SSDs halten im Alltagsbetrieb länger wie das Gerät, in dem du
diese benutzt.

S!
Thomas Niering (11.01.2019, 23:47)
Hallo Ralf,

Ralf Lehmeier <r.lehmeier> wrote:
> 1. Welche Firma würde ihr für eine SSD empfehlen. Ich habe bei RAM?s und
> USB-Stick?s von Kingston sehr gute Erfahrungen gemacht - gilt das auch
> für SSD?s ?


Ich benutz gern die Modelle von Samsung.

> 2. Kann man von der SSD etwas Speicher für eine Swappartition abzweigen
> oder sind SSD?s dafür nicht so geeignet? Bei 4 GB Ram sollten 8 GB Swap
> reichen.


Meine Samsung 850Evo (1TB) hat 150 TBW bei 5 Jahre Garantie.
Umgerechnet heißt das, ich könnte täglich 84GB an Daten schreiben,
und würde immer noch innerhalb der Garantiebedingungen bleiben.

Oder anders ausgedrückt, mach es einfach, das funktioniert prächtig.

Ciao Thomas
Friedemann Stoyan (12.01.2019, 09:49)
Thomas Niering wrote:

>> 1. Welche Firma würde ihr für eine SSD empfehlen. Ich habe bei RAM?s und
>> USB-Stick?s von Kingston sehr gute Erfahrungen gemacht - gilt das auch
>> für SSD?s ?


> Ich benutz gern die Modelle von Samsung.


Ich habe hier auch Samsung. Läuft soweit schmerzarm. Was mich nur stört, ist
dass die SSD 512Byte Sektoren announced, was ja eigentlich nur FakeNews sein
kann:

Model Family: Samsung based SSDs
Device Model: Samsung SSD 850 PRO 512GB
Firmware Version: EXM04B6Q
User Capacity: 512.110.190.592 bytes [512 GB]
Sector Size: 512 bytes logical/physical

mfg Friedemann
Sven Hartge (12.01.2019, 10:08)
Friedemann Stoyan <usenet> wrote:
> Thomas Niering wrote:


>>> 1. Welche Firma würde ihr für eine SSD empfehlen. Ich habe bei RAM?s und
>>> USB-Stick?s von Kingston sehr gute Erfahrungen gemacht - gilt das auch
>>> für SSD?s ?


>> Ich benutz gern die Modelle von Samsung.


> Ich habe hier auch Samsung. Läuft soweit schmerzarm. Was mich nur stört, ist
> dass die SSD 512Byte Sektoren announced, was ja eigentlich nur FakeNews sein
> kann:


> Model Family: Samsung based SSDs
> Device Model: Samsung SSD 850 PRO 512GB
> Firmware Version: EXM04B6Q
> User Capacity: 512.110.190.592 bytes [512 GB]
> Sector Size: 512 bytes logical/physical


Warum? Soll sie die Erase Block Size als Sektor-Größe nehmen? Ich glaube
kaum, dass die Betriebssysteme so einfach mit einem Medium klarkommen,
das 262144 Byte große Sektoren akzeptiert.

512 Byte als Sektorgröße ist da die kompatibelste Variante.

S!

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