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Marc Haber (16.03.2010, 23:49)
Hallo,

um den Buchhaltungsthread wieder aufzufrischen, nun dieser Artikel.
Ich habe in meiner Buchhaltung eine für meine Verhältnisse große Zahl
an monatlich wiederkehrenden Eingangsrechnungen (eine für Telefon und
DSL, eine für den Rootserver hier, eine für den Rootserver da, eine
für das Backup zum Rootserver da, hier noch eine Domain, da etwa
Mobilfunk, hier eine Aufladung der Prepaidkarte für den UMTS-Stick
etc).

(a)
Die jeden Monat erneut zu erfassen ist lästige Standardarbeit, und ich
hätte gerne eine Buchhaltungssoftware, die mir die Erfassung dieser
Rechnungen jeden Monat ein Gräuel. Besonders, wenn ich endlich dazu
übergegangen bin, nicht mehr eine Excel-Tabelle zum Steuerberater zu
schicken, sondern ihm die Rechnungen so vorgebucht abzuliefern, dass
er die von mir gelieferten Daten direkt in seine DATEV-Software
importieren kann.

(b)
Auch bin ich so einer, dem die Lexware-Methode der Geldkontenbuchung
sehr entgegen kommt, wo man nicht "Kreditorenkonto an Bank", sondern
einfach "Rechnung Nr x bezahlt vom Konto Y" buchen kann und die
Software dann den richtig rum geschriebenen Buchungssatz automatisch
korrekt erzeugt. Sonst passiert mir ständig, dass der Buchungssatz
über EUR w verkehrt herum steht und das erst dann auffällt, wenn
plötzlich eine Differenz von EUR 2w irgendwo steht.

(c)
Auch die Möglichkeit der Lexware-Software, zuerst in einen Stapel zu
buchen, innerhalb dieses Stapels noch beliebig korrigieren zu können
und die Buchungen erst auf explizite Bedienhandlung unveränderlich ins
Journal zu buchen ("festbuchen"), kommt meiner teilweise unsicheren
Arbeitsweise sehr entgegen.

Beim Grübeln über diese Problematik ist mir die Idee gekommen, dass
man alle drei Problembereiche damit abdecken kann, dass man einen
Buchungsstapel in einer Tabellenkalkulation (bei mir wäre das dann
OOcalc) vorbereitet und diesen dann als .xls oder .csv oder irgend ein
anderes Format an die Buchhaltungssoftware übergibt, die dann die
Buchungen auf Plausibilität und Korrektheit prüft und dann entweder
die eingelesenen Daten in einen internen Stapel übernimmt, den man
dann explizit festbuchen muss, oder die eingelesenen Daten, so
korrekt, direkt bucht, oder eben bei der Entdeckung eines Fehlers den
gesamten Satz Eingabedaten zurückweist.

Problem (c) ist dadurch implizit gelöst; Problem (b) ginge man mit
entsprechenden Makros der Tabellenkalkulation an (bei denen man nur
einmal richtig gedacht haben muss und es in Folge vom Makro richtig
rum hingeschrieben wird), und für Problem (a) hätte ich dann einen
vorbereiteten Standardstapel der monatlichen Rechnungen, in die ich
dann nur noch Belegdatum und Rechnungsnummer reinklopfen muss und ab
dafür.

Gibt es eine Buchhaltungssoftware, die externe Tabellen importieren
kann, oder komm ich vermutlich am besten weg, wenn ich mich selbst
hinsetze und eine Erweiterung für LX-Office implementiere? Oder gibt
es andere Möglichkeiten, meine Aufgaben (a), (b) und (c) mit
existierender Software halbwegs schmerzfrei zu lösen?

Grüße
Marc
Heinrich Butschal (17.03.2010, 00:28)
Marc Haber schrieb:
...
> Gibt es eine Buchhaltungssoftware, die externe Tabellen importieren
> kann, oder komm ich vermutlich am besten weg, wenn ich mich selbst
> hinsetze und eine Erweiterung für LX-Office implementiere? Oder gibt
> es andere Möglichkeiten, meine Aufgaben (a), (b) und (c) mit
> existierender Software halbwegs schmerzfrei zu lösen?
> Grüße
> Marc


Lexware Prof kann Listen importieren, bestimmt auch die anderen Versionen.

Mit freundlichem Gruß,
Heinrich Butschal
Matthias Hanft (17.03.2010, 09:54)
Heinrich Butschal schrieb:
> Lexware Prof kann Listen importieren, bestimmt auch die anderen Versionen.


Auch GS-BUCHHALTER² kann CSV importieren, man muß dabei einmal die Zuordnung
der Felder definieren und kann diese Zuordnung dann fürs nächste Mal speichern.

DBF-Dateien gehen direkt, falls man was hat, das die erzeugen kann. Und das
"native" GS-BUCHHALTER-Import-/Export-Format ist auch dokumentiert, falls
man eh von Null selber was programmiert.

Und überhaupt stehen da die Buchungen in einer mySQL-Datenbank. Da drin
selber rumzuschreiben geht zwar, ist dann aber doch eher was für die
Fortgeschrittenen :-)

Gruß Matthias.
Juergen Kiesheyer (17.03.2010, 10:00)
Tach Marc,

> Gibt es eine Buchhaltungssoftware, die externe Tabellen importieren
> kann, oder komm ich vermutlich am besten weg, wenn ich mich selbst
> hinsetze und eine Erweiterung fA¼r LX-Office implementiere? Oder gibt
> es andere MA¶glichkeiten, meine Aufgaben (a), (b) und (c) mit
> existierender Software halbwegs schmerzfrei zu lA¶sen?


Der Lexware Buchhalter kann beliebige Tabellen in den Stapel importieren.
Die Schnittstelle ist im Datei-Menü unter Import vorhanden und kann an die
jeweilige Tabelle angepasst werden. Die Anpassung kann abgespeichert und
für spätere importe wieder benutzt werden.

Bis die Tage, Jürgen

PGP public key available on demand.
Andreas Scherbaum (17.03.2010, 11:43)
Hallo,

Matthias Hanft <mh> wrote:
> Und überhaupt stehen da die Buchungen in einer mySQL-Datenbank. Da drin
> selber rumzuschreiben geht zwar, ist dann aber doch eher was für die
> Fortgeschrittenen :-)


Und was sagt das FA dazu?

Bis dann

..o0( Und wieso soll ich für eine Datenbanklizenz zahlen? )
Marc Haber (17.03.2010, 12:04)
Heinrich Butschal <debsnews.ohne-debs> wrote:
>Marc Haber schrieb:
>Lexware Prof kann Listen importieren, bestimmt auch die anderen Versionen.


Lexware scheidet allerdings wegen des abgrundtief schlechten
Abschneidens im c't Softwareservicetest aus.

Grüße
Marc
Marc Haber (17.03.2010, 14:46)
Andreas Scherbaum <ads-news> wrote:
>.o0( Und wieso soll ich für eine Datenbanklizenz zahlen? )


[_] Du weißt, was mySQL kostet

Außerdem: Wie will man eine Fibu sonst realisieren?

Grüße
Marc
Bodo Rzany (17.03.2010, 15:36)
On 17.03.2010 13:46, Marc Haber wrote:
> Andreas Scherbaum <ads-news> wrote:
>> .o0( Und wieso soll ich für eine Datenbanklizenz zahlen? )

> [_] Du weißt, was mySQL kostet
> Außerdem: Wie will man eine Fibu sonst realisieren?


Bei mir, vom Buchungsumfang vermutlich vergleichbar mit Deinigem
(monatlich ca. 10..30 Eingangsrechnungen, 0..10 Ausgangsrechnungen,
eine Handvoll Bankgebührenbelege), ist das ein (ASCII)Journalfile
für jeden Monat mit Buchungsdatum, Vorgangsbenennung, Betrag, USt,
Buchungsart (Einnahme, Ausgabe, Umbuchung, Investition oder AfA),
betroffene Kasse(n) (eines der Bankkonten, Handkasse etc.) und die
Kontierung der Kostenart (bei Ausgaben). Das ist eine letztlich
eine popelige CSV-Liste mit der Aufzeichnung der Buchungsbelege
(z.T. natürlich auch Eigenbelege). Ein kleines Programm wertet
die monatlichen Files aus und generiert daraus eine Monatsbilanz
und die Zahlen, die für die USt-Voranmeldungen relevant sind.
Dasselbe kleine Programm ermittelt dann auch per Schleife über
alle Monate eines Jahres den Jahresabschluß. Sämtliche Abschluß-Files
werden als LaTeX-Source-Files geschrieben und per LaTeX in vernünftig
lesbare Form gebracht, ausgedruckt und abgeheftet.

Was ein Steuerberater bräuchte, weiß ich nicht. Aber wenn der Dir
das entsprechend sagt, generiert das kleine Auswerteprogramm halt
keine LaTeX-Sources, sondern Steuerberater-DATEV-Eingangssources.

Falls man irgendwann einmal nach einer spezielle Buchung sucht, hilft
ein grep über die Files schnell und zuverlässig. Und bei monatlich
sich wiederholenden ähnlichen Buchungen (Deine Ausgangsfrage) ist
die Kopierfunktions des Editors (bei mir i.d.R. der jed) das Mittel
der Wahl. ;-)

Bei mir funktioniert das seit 25 Jahren in der beschriebenen Art.
Alle paar Eichels oder Steinbrücks sind kleine AddOns notwendig,
um den jeweils neuen Hirnschiß der Genannten einzuarbeiten, aber
das war's dann auch schon.

Grüße
Bodo
Andreas Scherbaum (17.03.2010, 16:08)
Marc Haber <mh+usenetspam1002> wrote:
> Andreas Scherbaum <ads-news> wrote:
>>.o0( Und wieso soll ich für eine Datenbanklizenz zahlen? )

> [_] Du weißt, was mySQL kostet


Klär mich auf. Ist die Anwendung Open Source?

> Außerdem: Wie will man eine Fibu sonst realisieren?


In einer SQL-Datenbank ist die nachträgliche Manipulation allerdings
sehr einfach. Gibt es dagegen irgendwelche Vorkehrungen?

Und wie gesagt: mich interessiert halt, wie das FA das sieht.

Bis dann
Bodo Rzany (17.03.2010, 17:09)
On 17.03.2010 15:08, Andreas Scherbaum wrote:
> Marc Haber <mh+usenetspam1002> wrote:
>> Andreas Scherbaum <ads-news> wrote:
>>> .o0( Und wieso soll ich für eine Datenbanklizenz zahlen? )

>> [_] Du weißt, was mySQL kostet

> Klär mich auf. Ist die Anwendung Open Source?


<http://de.wikipedia.org/wiki/Mysql>

Erstaunlich, oder?

Bodo
Matthias Hanft (17.03.2010, 17:36)
Andreas Scherbaum schrieb:
[Buchungen in mySQL]
> Und was sagt das FA dazu?


Keine Ahnung. Angeblich hats ein "GoB-Zertifikat", siehe auch

Aber IMHO wird dem zu viel Bedeutung beigemessen - denn ein Admin
kann auf seinem System schließlich _immer_alles_ machen. Da brauchts
auch keine mySQL-Datenbank dazu. Wer die Berechtigung hat, Bits auf
der Platte umklappen zu lassen, kann auch eine noch so GoB-geprüfte
Buchhaltung manipulieren. Und das war auch schon zu Zeiten eines
CDC-Cyber-995-Großrechners vor zwanzig Jahren nicht anders :-)

Gruß Matthias.
Martin Hentrich (17.03.2010, 17:51)
On Wed, 17 Mar 2010 15:08:55 +0100, Andreas Scherbaum wrote:

>Und wie gesagt: mich interessiert halt, wie das FA das sieht.


Ei, was sieht es denn?

Martin
Andreas Scherbaum (17.03.2010, 19:34)
Bodo Rzany <rzany> wrote:
> On 17.03.2010 15:08, Andreas Scherbaum wrote:
> <http://de.wikipedia.org/wiki/Mysql>
> Erstaunlich, oder?


Lies doch mal weiter oben im Thread richtig mit.
Hint: es ging nicht um die Datenbank, sondern um die
Anwendung, die MySQL verwendet.

Bis dann
Bodo Rzany (17.03.2010, 20:45)
On 17.03.2010 18:34, Andreas Scherbaum wrote:
> Bodo Rzany <rzany> wrote:
> Lies doch mal weiter oben im Thread richtig mit.
> Hint: es ging nicht um die Datenbank, sondern um die
> Anwendung, die MySQL verwendet.


Weiter oben steht "für eine Datenbanklizenz zahlen".

Oder meinst Du Deine zweite Frage, was den wohl das Finanzamt
dazu sagt? Am besten fragst Du das Finanzamt, was es dagegen
haben sollte, daß man die Belege in edierbaren Files oder einer
manipulierbaren Datenbank "journaliert", solange die Belege und
die Journaleinträge zusammenpassen.

Bodo
Martin Hotze (17.03.2010, 20:54)
Am 16.03.2010 22:49, schrieb Marc Haber:
> Oder gibt
> es andere Möglichkeiten, meine Aufgaben (a), (b) und (c) mit
> existierender Software halbwegs schmerzfrei zu lösen?


ist vielleicht etwas ketzerisch: aber für die 2 handvoll Buchungen
jemanden bezahlen der vom Fach ist?

#m

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