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News-Junkee (07.03.2018, 16:41)
Hallo

ich suche ein Tool um die Magnetisierungsschicht meiner
Datensicherungsfestplatten mal wieder komplett neu zu schreiben,

d.h. Track für Track lesen und dann gleich wieder zurück schreiben.

ich bilde mir ein, mal auf irgendeiner Linux-CD so was gesehen zu haben.

Es wird sicherlich mehrere davon geben.

Wer kann mir sagen,
wie die Programme heissen

die das tun

und auf welchen CDs sie dabei sind ?

Gruß an alle Leser,
Danke an alle Antworter,
Takvorian (07.03.2018, 18:24)
News-Junkee schrieb:

Sowas hier (HDDCare)?
Marcel Mueller (07.03.2018, 19:59)
On 07.03.18 15.41, News-Junkee wrote:
> ich suche ein Tool um die Magnetisierungsschicht meiner
> Datensicherungsfestplatten mal wieder komplett neu zu schreiben,


Das geht nicht. Die in den letzten 25 Jahren produzierten Festplatten
können nur die Nutzdaten schreiben. Der Rest der Spuren muss ohnehin so
lange halten wie die Platte.

> d.h. Track für Track lesen und dann gleich wieder zurück schreiben.


Bei LBA-Adressierung gibt es keine Tracks. Es gibt nur Sektoren.

> ich bilde mir ein, mal auf irgendeiner Linux-CD so was gesehen zu haben.


Man korrigieren mich, aber würde ein "dd if=/dev/sdX of=/dev/sdX" nicht
exakt das tun? Mit "bs=1M" könnte man der Geschwindigkeit noch etwas auf
die Sprünge helfen. Und X muss natürlich passend zur gewünschten Platte
gewählt werden.

> und auf welchen CDs sie dabei sind ?


dd sollte eigentlich zur Grundausstattung gehören.

Aber für das, was Du vor hast, reicht eigentlich Scrubbing. Das bedeutet
alle Festplatteninhalte einmal lesen und damit auf Lesbarkeit
überprüfen. Die meisten Platten sind schlau genug, Sektoren, die dabei
kaum noch lesbar sind, selber zu reparieren (entweder remappen oder neu
schreiben). Das geht auch einen Faktor 4 schneller.

Marcel
Shinji Ikari (08.03.2018, 00:30)
Guten Tag

News-Junkee <klaus-der-erste> schrieb

>ich suche ein Tool um die Magnetisierungsschicht meiner
>Datensicherungsfestplatten mal wieder komplett neu zu schreiben,
>d.h. Track für Track lesen und dann gleich wieder zurück schreiben.


IMHO ist zumindest in der Windows-/Dos- Welt sowas schon lange nicht
mehr ueblich.
Da bleibt nur das umkopieren.
News-Junkee (08.03.2018, 20:44)
Am 7.3.2018 um 18:59 schrieb Marcel Mueller:
> On 07.03.18 15.41, News-Junkee wrote:
> Das geht nicht. Die in den letzten 25 Jahren produzierten Festplatten
> können nur die Nutzdaten schreiben. Der Rest der Spuren muss ohnehin so
> lange halten wie die Platte.
> Bei LBA-Adressierung gibt es keine Tracks. Es gibt nur Sektoren.


du hast mich missverstanden:
ich suche ein Tool das unterhalb auf Track-Sektor-Level arbeitet,
d.h. unabhängig von der Organisation der Sektoren arbeitet
(d.h. Hardwarenah !)
>> ich bilde mir ein, mal auf irgendeiner Linux-CD so was gesehen zu haben.

> Man korrigieren mich, aber würde ein "dd if=/dev/sdX of=/dev/sdX" nicht
> exakt das tun?


könnte sein.

ich kenne mich mit DD nicht so gut aus.

was sagen Kenner der Arbeitsweise von DD dazu ?

> Mit "bs=1M" könnte man der Geschwindigkeit noch etwas auf
> die Sprünge helfen.


eher nicht, das Tool sollte ja hardwarenah arbeiten.

in den Buffer muss nur ein Track passen,
mehr macht meiner Ansicht nach keinen Sinn:

erst Track lesen, dann Track zurückschreiben.

> Und X muss natürlich passend zur gewünschten Platte
> gewählt werden.
>> und auf welchen CDs sie dabei sind ?

> dd sollte eigentlich zur Grundausstattung gehören.


ich erinnere mich mal früher reine Harddisk-Tool-CDs in den Fingern
gehabt zu haben ...
> Aber für das, was Du vor hast, reicht eigentlich Scrubbing. Das bedeutet
> alle Festplatteninhalte einmal lesen und damit auf Lesbarkeit
> überprüfen. Die meisten Platten sind schlau genug, Sektoren, die dabei
> kaum noch lesbar sind, selber zu reparieren (entweder remappen oder neu
> schreiben). Das geht auch einen Faktor 4 schneller.


Das würde wahrscheinlich Zeitsparen am falschen Ende sein.
News-Junkee (08.03.2018, 20:44)
Am 7.3.2018 um 23:30 schrieb Shinji Ikari:
> Guten Tag
> News-Junkee <klaus-der-erste> schrieb
> IMHO ist zumindest in der Windows-/Dos- Welt sowas schon lange nicht
> mehr ueblich.
> Da bleibt nur das umkopieren.

deshalb suche ich ja auch ein Linux-Tool.
Michael Bäuerle (08.03.2018, 21:03)
News-Junkee wrote:
> Am 7.3.2018 um 18:59 schrieb Marcel Mueller:
> du hast mich missverstanden:
> ich suche ein Tool das unterhalb auf Track-Sektor-Level arbeitet,
> d.h. unabhängig von der Organisation der Sektoren arbeitet
> (d.h. Hardwarenah !)


So ein Tool kann es für moderne Festplatten nicht mehr geben. Die bieten
auf dem Interface nur noch logische Blocks, der Rest läuft intern auf
dem Controller.
Thomas Krenzel . (08.03.2018, 21:47)
Am 07.03.2018 um 15:41 schrieb News-Junkee:
> ich suche ein Tool um die Magnetisierungsschicht meiner
> Datensicherungsfestplatten mal wieder komplett neu zu schreiben,


Wie alt sind die Platten denn?

Thomas
Marcel Mueller (09.03.2018, 00:11)
On 08.03.18 19.44, News-Junkee wrote:
> Am 7.3.2018 um 18:59 schrieb Marcel Mueller:
>> Bei LBA-Adressierung gibt es keine Tracks. Es gibt nur Sektoren.

> du hast mich missverstanden:
> ich suche ein Tool das unterhalb auf Track-Sektor-Level arbeitet,
> d.h. unabhängig von der Organisation der Sektoren arbeitet
> (d.h. Hardwarenah !)


Was genau an "das geht nicht" hast Du nicht verstanden?

Die letzten Festplatten, die das noch wirklich konnten, nannten sich MFM
bzw. RLL.

>> Mit "bs=1M" könnte man der Geschwindigkeit noch etwas auf die Sprünge
>> helfen.

> eher nicht, das Tool sollte ja hardwarenah arbeiten.
> in den Buffer muss nur ein Track passen,
> mehr macht meiner Ansicht nach keinen Sinn:
> erst Track lesen, dann Track zurückschreiben.


Geht auch nicht. Es gibt praktisch keine (sinnvolle) Möglichkeit,
herauszufinden, wie viel auf einen Track passt. Zudem ist das von Track
zu Track unterschiedlich. Innen liegende Tracks haben weniger Sektoren.

>> Und X muss natürlich passend zur gewünschten Platte gewählt werden.
>>> und auf welchen CDs sie dabei sind ?

>> dd sollte eigentlich zur Grundausstattung gehören.

> ich erinnere mich mal früher reine Harddisk-Tool-CDs in den Fingern
> gehabt zu haben ...


Die gibt es schon, aber die tun nicht das erwartete.
Es sein denn, wir sprechen über Tools von 1988. Damals konnten einige
Platten das noch - meine nicht.

>> Aber für das, was Du vor hast, reicht eigentlich Scrubbing. Das
>> bedeutet alle Festplatteninhalte einmal lesen und damit auf Lesbarkeit
>> überprüfen. Die meisten Platten sind schlau genug, Sektoren, die dabei
>> kaum noch lesbar sind, selber zu reparieren (entweder remappen oder
>> neu schreiben). Das geht auch einen Faktor 4 schneller.

> Das würde wahrscheinlich Zeitsparen am falschen Ende sein.


Warum?

Marcel
Norbert Mueller (09.03.2018, 01:10)
Am 07.03.2018 um 23:30 schrieb Shinji Ikari:
> Guten Tag
> News-Junkee <klaus-der-erste> schrieb
> IMHO ist zumindest in der Windows-/Dos- Welt sowas schon lange nicht
> mehr ueblich.
> Da bleibt nur das umkopieren.


Wenn man die Platte defragmentiert, wird sie doch auch umkopiert?

Gruß, NM
News-Junkee (09.03.2018, 07:54)
Am 8.3.2018 um 23:11 schrieb Marcel Mueller:
[..]
> Platten das noch - meine nicht.
> Warum?
> Marcel


was du schreibst ist überwiegend richtig,
aber du hast einen grundsätzlichen Denkfehler:

beim Clonen einer Festplatte, z.B. mit DD, wird auch jeder Sektor.,
Block oder wie du es nennen willst,
kopiert.

Das was zum refreshen gemacht werden muss ist nichts anderes,
nur das nicht auf eine 2. Festplatte geschrieben wird sondern zurück auf
die ursprünglichen Plätze.

Waarum das nicht gehen sollte

müsstest du mir nochmal haarklein darlegen
damit ich MEINEN Denkfehler erkennen kann.

Was mich aber sehr wundert:

das hier offenbar niemand ein derartiges Programm nutzt ...
Arno Welzel (09.03.2018, 11:01)
News-Junkee:

[...]
> in den Buffer muss nur ein Track passen,
> mehr macht meiner Ansicht nach keinen Sinn:


Welche Tracks? Die außen oder die innen? Die sind ja unterschiedlich lang.

> erst Track lesen, dann Track zurückschreiben.


Warum nicht einfach die komplette Festplatte dateiweise per rsync o.Ä.
auf ein *anderes* Laufwerk übertragen und dann wieder zurück? Dann wäre
auch klar, dass das Dateisystem noch vollständig lesbar ist.
Arno Welzel (09.03.2018, 11:05)
News-Junkee:

[...]
> Was mich aber sehr wundert:
> das hier offenbar niemand ein derartiges Programm nutzt ...


Weil es schlicht überflüssig ist. Die Haltezeit für magnetisierte Spuren
reicht aus, dass man Daten über mehrere Jahre aufbewahren kann. Wenn es
noch länger sein muss, etwa als Archiv, wird man eher gleich regelmäßig
auf *andere* Festplatten umkopieren, um nicht wegen anderer Defekte nach
mehreren Jahren Probleme zu bekommen.

JFTR: Ich habe hier auch noch eine SCSI-Festplatte mit etwa 250 MB
Kapazität, Baujahr irgendwann Früher 1990er. Auch die ist noch
vollständig lesbar - nach mittlerweile fast 25 Jahren.
Hergen Lehmann (09.03.2018, 13:48)
Am 09.03.2018 um 06:54 schrieb News-Junkee:

> Was mich aber sehr wundert:
> das hier offenbar niemand ein derartiges Programm nutzt ...


Es ist einigermaßen sinnlos. Festplatten sterben in aller Regel an
mechanischen Problemen, nicht am Verlust der Magnetisierung. Die ist bei
den modernen Materialien und Fehlerkorrektur-Algorithmen ziemlich
langlebig. Und falls doch, nutzen dir die frisch geschriebenen Daten
rein gar nichts, weil die Platte ohne die im Werk aufgebrachten
Servoinformationen die Spur gar nicht mehr findet.

Wenn du Daten auf Platten lange archivieren musst, kauf' alle paar Jahre
mal eine Neue und kopiere um. Das sorgt durch die stetig steigende
Speicherkapazität nebenbei auch gleich für eine Reduktion des Platzbedarfs.

Hergen
Martin Gerdes (09.03.2018, 14:21)
Arno Welzel <usenet> schrieb:

>> Was mich aber sehr wundert:
>> das hier offenbar niemand ein derartiges Programm nutzt ...


>Weil es schlicht überflüssig ist. Die Haltezeit für magnetisierte Spuren
>reicht aus, dass man Daten über mehrere Jahre aufbewahren kann. Wenn es
>noch länger sein muss, etwa als Archiv, wird man eher gleich regelmäßig
>auf *andere* Festplatten umkopieren, um nicht wegen anderer Defekte nach
>mehreren Jahren Probleme zu bekommen.


Jetzt komme ich nun wieder mit dem finanziellen Aspekt: Immer noch
werden Festplatten ständig billiger (und größer) -- und wenn man Daten
von einer alten auf eine neue (preiswert zu kaufende) Festplatte
umkopiert, dann hat man hinterher zwei Kopien, die man an
unterschiedlichen Orten aufbewahren kann. Das erhöht gegenüber nur einer
Kopie die Sicherheit strukturell.

Bei Festplatten ist man nie vor Defekt sicher -- aber die meisten
Exemplare laufen länger, als man sie überhaupt nutzen will.

>JFTR: Ich habe hier auch noch eine SCSI-Festplatte mit etwa 250 MB
>Kapazität, Baujahr irgendwann Früher 1990er. Auch die ist noch
>vollständig lesbar - nach mittlerweile fast 25 Jahren.


ACK.

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