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Sebastian A. Potthoff (23.10.2003, 19:49)
Hallo!

Ich will bei mir zu Hause einen PC (Notebook) mit analogem Modem
gleichzeitig mit einem Telefon an einen TAE-Box anschließen.

Wenn Modem- und Telefonkabel gleichzeitig in der entsprechenden Buchse sind,
hat das Telefon kein Freizeichen mehr. Egal, ob das Kabel im PC steckt oder
nicht.

Laut Telecom-Mitarbeiter sollte es aber mit einem entsprechenden Modemkabel
kein Problem sein, beide Kabel gleichzeitig in der Buchse stecken zu haben
und dabei das Telefon benutzen zu können.

Leider konnte er mir nicht sagen, welches Kabel ich brauche bzw. welche
Spezifikationen es erfüllen muss.

Also war ich bei Vobis und habe mir ein 4-poliges TAE-N Kabel geben lassen,
mit dem ich es ausprobieren sollte. Damit klappt es aber nicht (gleichzeitig
Freizeichen mit eingestecktem Kabel). Der Vobis-Mitarbeiter war genauso
Fachkundig wie ich und der Telecom-Mitarbeiter...

Kann mir bitte hier jemand helfen. Möglichst mit genauesten Angaben?

Danke!

Sebastian
Jochen Tanneberger (23.10.2003, 21:25)
Die TAE-Dose hat vier Kontakte, welche auf Umschaltkontakte führen. Stift 1
wird zum Stift 6 durchgeschaltet. Stift 2 zum Stift 5. Im Ruhezustand, wenn
kein Stecker in der Buchse steckt, haben die Kontakte Durchschaltung. Analog
zu betrachten ist auch die Beschaltung von der N-Seite in welches das Modem
gesteckt wird und die F-Seite, in welcher dein Telefon steckt, besteht eine
Verbindung von der N-Buchse zur F-Buchse. Wenn ein Stecker in die N-Seite
gesteckt wird, ist die Durchschaltung zur F-Buchse unterbrochen. Nunmehr
muss die Durchschaltung von dem Modem vorgenommen werden. Da verhalten sich
Modems nicht alle gleich. Manche müssen in Betrieb sein um die
Durchschaltung mittels eines Relais zu realisieren, manche haben einfach nur
eine Drahtbrücke zwischen den o.a. Stiften/Adern. Das ist das ganze
Geheimnis.

Bevor Du jetzt an der Schaltung was ändern müsstest, denn normalerweise ist
das eine sichere Konfiguration und idiotensicher. Check nochmal alles, was
in der TAE-Dose steckt. Besitzt Du das richtige Kabel schon für das Telefon.
Ist es ein Kabel, welches in der F-Buchse steckt und auch original zum
Telefon gehört. Manchmal sind es falsche Schnüre, welche nicht zum Telefon
gehören, weil durch den Austausch des Telefons die alte Schnur einfach an
der Dose belassen wurde und aus Bequemlichkeit, die neue nicht verwendet
wird. Da wird dann manchmal die Verbindung über die rückwärts
durchgeschalteten Kontakte erzeugt und bei einer gesteckten N-Schnur kann
das dann natürlich nicht mehr funktionieren. Vielleicht ist auch die
TAE-Dose defekt? Probier mal eine andere Dose aus.

Wenn das nicht hilft, könntest Du noch die beiden Stifte 1 und 2 mit den
beiden Stiften 6 und 5 in der TAE-Dose brücken. Das ist zwar nicht so
korrekt, weil es eine Parallelschaltung ist, Du mit dem Modem online bist
und jemand den Hörer vom Telefon abnimmt, deine Verbindung gestört wird.

Jochen

Sebastian A. Potthoff <sebastian.potthoff> schrieb in im
Newsbeitrag: bn94a6$sesnr$1...
[..]
Igor Lück (23.10.2003, 23:20)
"Sebastian A. Potthoff" <sebastian.potthoff> schrieb im
Newsbeitrag news:snr1

> Ich will bei mir zu Hause einen PC (Notebook) mit analogem Modem
> gleichzeitig mit einem Telefon an einen TAE-Box anschließen.
> Wenn Modem- und Telefonkabel gleichzeitig in der entsprechenden Buchse sind,
> hat das Telefon kein Freizeichen mehr. Egal, ob das Kabel im PC steckt oder
> nicht.


Schau mal in Deine Modembuchse an Deinem Notebook Da siehst
Du sicherlich nur 2 Kontakte (in der Mitte). Manche Hersteller bauen
nur US-Modems in die Notebooks ein (zumindest ist das bei meinem
Toshibaso), d.h.wenn Du Dein Notebook in die Telefondose einstöpselst,
fehlt die Brücke zur Rückleitung an Deinen Telefonanschluß
(Brücke von A nach A2 und B nach B2).

Fazit sobalt Du das Notebook eingestöpselt ist Dein Telefon
blockiert. Abhilfe schafft da nur ein mindestens 4-aderiges Kanel
und ein spezieller oder selbstgebauter Telefonstecker TAE N-US

Bei Conrad in Düsseldorf hat der Stecker die Artnr. 266752
Kostenpunkt ist EUR 10,20 (Stand März 2002).

Er ist von der Firma Rutenbeck Fernmeldetechnik
Die genaue Bezeichnung ist

Telekommunikations-Stecker
TS US N
700101253
Kodierung N für Zusatzgeräte

Einen Belegungsplan kann ich Dir in Form einer kleinen
eingescannten Bildatei zumailen falls Du ihn brauchst.

Alternativ kannst Du auch die Brücke von A nach A2 und B nach B2
auch direkt in der Anschlußdose herstellen. Dann funktioniert es aber
halt nur bei Deinem Anschluß, nicht wenn Du unterwegs bist.
Die umgebaute Steckervariante funktioniert dann überall.

Ciao Igor
Lars P. Wolschner (24.10.2003, 12:59)
"Igor Lück" <igor_lueck>:

> "Sebastian A. Potthoff" <sebastian.potthoff>
> schrieb im Newsbeitrag
> news:snr1


:-(

> Schau mal in Deine Modembuchse an Deinem Notebook Da siehst
> Du sicherlich nur 2 Kontakte (in der Mitte). Manche Hersteller
> bauen nur US-Modems in die Notebooks ein (zumindest ist das bei
> meinem Toshibaso),


Amerikanische Modems? Das Modem hat keine Nationalität, allenfalls
sein Treiber, der durch die CPU das Klangspektrum erzeugt bzw.
auswertet, welches die Daten auf einer Telefonleitung überträgt.

> d.h.wenn Du Dein Notebook in die Telefondose einstöpselst, fehlt
> die Brücke zur Rückleitung an Deinen Telefonanschluß (Brücke von
> A nach A2 und B nach B2).


ACK, ist hier so konstruiert.

> Fazit sobalt Du das Notebook eingestöpselt ist Dein Telefon
> blockiert. Abhilfe schafft da nur ein mindestens 4-aderiges
> Kanel und ein spezieller oder selbstgebauter Telefonstecker TAE
> N-US


Wenn die Modembuchse im Rechner nur zwei Kontakte aufweist - wie
soll da ein vieradriges Kabel helfen?

> Bei Conrad in Düsseldorf hat der Stecker die Artnr. 266752
> Kostenpunkt ist EUR 10,20 (Stand März 2002).


Bei meinem Rechner wurde ein zweiadriges Kabel mit Westernsteckern
an beiden Enden mitgeliefert. Die Verbindung zur Wandsteckdose wird
über Steckadapter hergestellt, die für Deutschland und Österreich
lagen bei. Der deutsche Adapter müßte nun durch einen ersetzt
werden, der einfach brückt; ein Adapter für ein vieradriges
Modemkabel würde nicht helfen.

Alternativ kann man einen Telefonumschalter verwenden. Ob man damit
höhere Connectraten erzielt, kann ich aus eigener Anschauung nicht
berichten.

CU
Igor Lück (24.10.2003, 17:27)
"Lars P. Wolschner" <lars.wolschner> schrieb im Newsbeitrag
news:jn01
> "Igor Lück" <igor_lueck>:
> > "Sebastian A. Potthoff" <sebastian.potthoff>
> > schrieb im Newsbeitrag
> > news:snr1


> Amerikanische Modems? Das Modem hat keine Nationalität, allenfalls
> sein Treiber, der durch die CPU das Klangspektrum erzeugt bzw.
> auswertet, welches die Daten auf einer Telefonleitung überträgt.


Früher gab es die gute alte POST-Zulassung für Telefone, Faxe, Modem ect.
Nach der hatte ein Modem die besagte Rückleitung eingebaut. Siehe 4-Adern in
der Modembuchse und auch im Kabel zur Telefondose.
Sonst gab es keine Zulassung.

> > Fazit sobalt Du das Notebook eingestöpselt ist Dein Telefon
> > blockiert. Abhilfe schafft da nur ein mindestens 4-aderiges
> > Kanel und ein spezieller oder selbstgebauter Telefonstecker TAE
> > N-US


> Wenn die Modembuchse im Rechner nur zwei Kontakte aufweist - wie
> soll da ein vieradriges Kabel helfen?


Stimmt da hast Du recht! Wenn ich vorher im Stecker brücke dann reichen
ab da auch 2 Adern aus. War Denkfehler meiner seits.

> > Bei Conrad in Düsseldorf hat der Stecker die Artnr. 266752
> > Kostenpunkt ist EUR 10,20 (Stand März 2002).


> Bei meinem Rechner wurde ein zweiadriges Kabel mit Westernsteckern
> an beiden Enden mitgeliefert. Die Verbindung zur Wandsteckdose wird
> über Steckadapter hergestellt, die für Deutschland und Österreich
> lagen bei.


War bei meinem Toshiba genau so, nur der Deutsche blokierte das Telefon.

> Der deutsche Adapter müßte nun durch einen ersetzt
> werden, der einfach brückt;


Ja, das genau macht der selbstgebaute ja den ich beschrieben habe.

> ein Adapter für ein vieradriges Modemkabel würde nicht helfen.


s.o.

Ciao Igor
Igor Lück (24.10.2003, 17:33)
"Jochen Tanneberger" <q6535194> schrieb:

> Wenn das nicht hilft, könntest Du noch die beiden Stifte 1 und 2 mit den
> beiden Stiften 6 und 5 in der TAE-Dose brücken.


Bitte Stift 1 mit Stift 6 brücken und Stift 2 mit Stift 5 sonst funkt es
nicht.

Ciao Igor
Jochen Tanneberger (25.10.2003, 21:25)
Igor Lück <igor_lueck> schrieb in im Newsbeitrag:
bnbgof$v9qf9$1...
> "Jochen Tanneberger" <q6535194> schrieb:
> > Wenn das nicht hilft, könntest Du noch die beiden Stifte 1 und 2 mit den
> > beiden Stiften 6 und 5 in der TAE-Dose brücken.

> Bitte Stift 1 mit Stift 6 brücken und Stift 2 mit Stift 5 sonst funkt es
> nicht.
> Ciao Igor

Richtig, sonst bekommt man eine Kreuzung hinein, welche dann zu einem
Kurzschluss führen kann.

Jochen
Jochen Tanneberger (25.10.2003, 21:30)
Lars P. Wolschner <lars.wolschner> schrieb in im Newsbeitrag:
bnb0mn$u3jn0$1...
[..]
> Bernardstraße 11b lars.wolschner
> D-63067 Offenbach am Main
> Fon & Fax: +49 69 80068670 Mobil: +49 163 8122462 (eplus)


Richtig, an so was hatte ich garnicht mehr gedacht. Ein AWADO wäre hier das
Richtige. Wenn man Bedenken wegen der Übertragungsgeschwindigkeit hat, gehe
ich davon aus, dass ältere AWADO's keine Einschränkung machen dürften, da
jene noch mit Relais durchschalten.
Peter Sauter (26.10.2003, 10:21)
Lars P. Wolschner wrote:

> Amerikanische Modems? Das Modem hat keine Nationalität, allenfalls
> sein Treiber, der durch die CPU das Klangspektrum erzeugt bzw.
> auswertet, welches die Daten auf einer Telefonleitung überträgt.


Es gibt durchaus laenderspezifische Anpassung bei Modems insbesondere
was die laenderspezifischen Zulassungregelungen betrifft. Hier in Europa
ist das mit der CE-Zulassung obsolet geworden. In den USA aber immer
noch gueltig. Beispielweise betraegt der Sendepegel in den USA
typischerweise 9 dB in Deutschland war durch die BAPT aber 13 dB
vorgeschrieben (obwohl ein Modem hier auch mit 9dB laeuft ohne ein
Uebersprechen zu provozieren). Dann gibt das mu-law Verfahren in den USA
im Gegensatz zu a-law in Europa. Hat ein PCM-CLientmodem keine Option
beides zu koennen (a als auch mu-law) kann es vice versa je nach Dial-
In-Server nicht funktionieren. Nicht jedes PCM-Clientmodem beherrscht
aber beide Verfahren. Insofern "Kann" ein Modem eine Nationalitaet
besitzen.
Lars P. Wolschner (26.10.2003, 11:22)
"Jochen Tanneberger" <q6535194>:

> Lars P. Wolschner <lars.wolschner> schrieb in im
> Newsbeitrag: bnb0mn$u3jn0$1...


>> Alternativ kann man einen Telefonumschalter verwenden. Ob man
>> damit höhere Connectraten erzielt, kann ich aus eigener
>> Anschauung nicht berichten.


> Richtig, an so was hatte ich garnicht mehr gedacht. Ein AWADO
> wäre hier das Richtige. Wenn man Bedenken wegen der
> Übertragungsgeschwindigkeit hat, gehe ich davon aus, dass ältere
> AWADO's keine Einschränkung machen dürften, da jene noch mit
> Relais durchschalten.


Wenn ich richtig orientiert bin, setzt die AWADO Telefone oder eben
Modems voraus, bei denen auch die Adern für Wecker und Erde
beschaltet sind. Das ist bei keinem Modem und allenfalls bei sehr
alten Telefonen der Fall. Deshalb solltest Du lieber zu einem AMS
greifen, der das Gleiche leistet, aber mit der üblichen zweiadrigen
Anschaltung der Endgeräte auskommt.

CU
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