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Magnus Warker (03.12.2016, 20:05)
Hallo,

woran ist diese Gruppe denn gestorben? Schach und Nostalgie passen doch
eigentlich ganz gut zusammen...
Andreas Schwarz (04.12.2016, 17:23)
On Sat, 3 Dec 2016 19:05:23 +0100, Magnus Warker wrote:

> woran ist diese Gruppe denn gestorben? Schach und Nostalgie passen doch
> eigentlich ganz gut zusammen...


Ach, gestorben? Gar nicht mitbekommen.
Burkart Venzke (28.12.2016, 10:58)
Wenn noch jemand ein paar gemische Schachaufgaben möchte (inzwischen mit
Lösung):


Oder sonst 20 gesammelte, von denen die Nr. 4 und 9 neu bzw. aus den
obigen sind ;)

Gruß, Burkart
Burkart Venzke (28.12.2016, 10:59)
> Oder sonst 20 gesammelte, von denen die Nr. 4 und 9 neu bzw. aus den
> obigen sind ;)


Hier auch noch der Link ;) :
Burkart Venzke (25.05.2017, 08:18)
Pinnnnnng
- zum Überleben der Gruppe ;)
Martin Klaiber (28.05.2017, 11:18)
Burkart Venzke <bv1> wrote:

> Pinnnnnng
> - zum Überleben der Gruppe ;)


Na, ob das reicht? ;-)

Hier aber mal etwas fachlicher Input: Hat jemand von euch schon mal
Viererschach gespielt? Wenn ja, wie findet ihr es?

Ich habe es kürzlich zum ersten Mal gespielt. Mein Partner und ich
saßen uns gegenüber (es gibt auch die Variante, bei der die beiden
"Verbündeten" nebeneinander sitzen). Hier mein Eindruck.

Vorab: Ich bin Gelegenheitsspieler, kenne keine Eröffnungen, u.ä.
auswendig und verliere gegen so ziemlich jeden Schachcomputer ;-)
Die anderen drei waren ebenfalls Gelegenheitsschachspieler.

Erster Eindruck vom Viererschach: Das Brett ist riesig!

Weitere Eindrücke: Vieles, was man vom normalen Schach gewohnt ist,
stimmt oder funktioniert nicht mehr. Die Mitte des Bretts bleibt
ziemlich leer. Stattdessen wird man ständig von links und rechts
attackiert und muss auch in diese Richtungen agieren. Da sitzen die
beiden Gegner. Der eigene Partner gegenüber ist keine große Hilfe,
da er (gefühlt) sehr weit weg ist und sich auch eher nach links und
rechts orientieren muss.

Absprachen sind nicht erlaubt, eine gemeinsame Strategie mit dem
Partner zu verfolgen, ist daher schwierig. Man spielt (gefühlt) die
meiste Zeit alleine gegen zwei andere. Aber da es jedem so geht und
Aktionen des Partners die Gegner natürlich auch beschäftigen, hat
der Partner natürlich trotzdem starken Einfluss. Es ist nur alles
nicht so voraussehbar und planbar, zumindest für schwache Spieler
wie mich.

Man muss sich sehr konzentrieren, da so viele Figuren im Spiel sind.
Die Läufer sind deutlich stärker als die Springer, da sie über das
ganze große Brett reichen. Die Reichweite der Springer kommt einem
dagegen sehr kurz vor.

Man muss neue Strategien entwickeln und manche Zugmöglichkeiten auch
neu denken. Beispiel: Beim normalen Schach können die Türme zwar auch
in alle vier Richtungen schlagen, aber meist drohen sie nur nach vorne,
weil links und rechts nicht viel los ist. Ein zentral platzierter Turm
beim Viererschach hat dagegen in alle vier Richtungen ziemliche Macht.

Das Vorausplanen von Zügen ist auch schwieriger, weil man nicht nur
einen Gegner hat, an dem man sich orientieren muss/kann, sondern weil
zwei weitere Spieler ständig die Konfiguration auf dem Brett ändern.
Wenn man einen Gegner z.B. in der Defensive hat und in eine bestimmte
Situation manövrieren will, kann es passieren, dass man plötzlich vom
zweiten Gegner von der anderen Seite angegriffen wird und sich darum
kümmern muss.

Insgesamt hat es aber Spaß gemacht. Abgesehen davon, dass die Figuren
genauso ziehen wie beim normalen Schach, ist es aber eher ein anderes
Spiel, würde ich sagen.

Gruß, Martin
Burkart Venzke (15.07.2017, 10:48)
Oh, eine Antwort, lange her ;)

Jedenfalls denke ich auch, dass Viererschach vor allem ein anderes Spiel
ist, was gerade mal die (bzw. viele) Schachregeln übernommen hat. Vier
Leute auf einem Brett sind doch was recht anderes.
Ich habe es noch nie gespielt.

Bei Viererschach dachte ich zuerst an Tandemschach, was durch den
direkten, einen Gegner für mich noch etwas näher am Schach ist, zumal
man auch die gleichen Bretter nutzen kann. Das hat mir früher mal
einigen Spaß bereitet (ich habe keine Mitspieler mehr dazu... ob es das
online gibt??), wenn man den die "richtigen" Regeln spielt (mit
Einsetzen zum Matt; mit Umwandeln, wo dann die geschlagene Figur wieder
Bauer ist). Ach ja, und natürlich mit Blitzzeit.

Viele Grüße
Burkart
Rainer (18.07.2017, 00:36)
On 15/07/2017 10:48, Burkart Venzke wrote:

> [...] Bei Viererschach dachte ich zuerst an Tandemschach, was durch
> den direkten, einen Gegner für mich noch etwas näher am Schach ist,
> zumal man auch die gleichen Bretter nutzen kann. Das hat mir früher
> mal einigen Spaß bereitet (ich habe keine Mitspieler mehr dazu... ob
> es das online gibt??), wenn man den die "richtigen" Regeln spielt
> (mit Einsetzen zum Matt; mit Umwandeln, wo dann die geschlagene Figur
> wieder Bauer ist). Ach ja, und natürlich mit Blitzzeit.


Tandem (engl. Bughouse) ist auf Internet-Servern eher selten zu finden,
weil der Implementierungsaufwand wegen den beiden Bretter und vier
Spielern recht hoch ist. Chess.com bietet Bughouse an, die
Implementierung soll aber an einigen Unzulänglichkeiten leiden.

Häufiger anzutreffen ist Crazyhouse, die Zweispieler-Variante von
Bughouse/Tandem. Bei dieser Variante wechseln geschlagene Figuren die
Farbe (deswegen kann man Crazyhouse nicht offline spielen) und können
wie beim Tandem eingesetzt werden.

Dieses Einsetzen geschlagener Figuren gibt es auch beim japanischen
Schach (Sh?gi). Das Problem des Farbwechsels geschlagener Figuren wird
beim Sh?gi dadurch gelöst, dass die Figuren beider Seiten identisch
sind. Sie sind nicht dreidimensional, sondern fünfeckige Plättchen, die
mit der Figurenbezeichnung beschriftet sind. Die Figuren werden so auf
das Brett gelegt, dass die waagerechte Grundlinie der eigenen Seite
zugewandt ist, während die Spitze in Richtung des Gegners zeigt.

Sowohl Crazyhouse als auch Sh?gi sind im Vergleich zum FIDE-Schach ein
ziemliches Gemetzel. Endspiele sind unbekannt, Angriff ist alles und wer
zuerst blinzelt, verliert.

Gruß
Rainer
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