expertenaustausch > etc.* > etc.beruf.selbstaendig

Olaf Barheine (05.11.2016, 11:21)
Moin!

Ein Kunde fährt ein Entwicklungsprojekt (Hardware und Software) für
seinen Kunden, einem Industrieunternehmen in den USA, möglicherweise vor
die Wand. Die Folge wäre wohl eine juristische Auseinandersetzungen
zwischen den beiden. Der Kunde will mich nun ins Boot holen, um das
Projekt noch irgendwie zu retten. Die Erfolgsaussichten sehe ich bei
maximal 50 Prozent. Außerdem sehe ich die Verantwortung, falls das
Projekt tatsächlich scheitern sollte, bei meinem Kunden, der sich
schlicht übernommen hat.

Frage: Falls ich in das Projekt einsteige, wie sichere ich mich
vertraglich am besten ab, um am Ende nicht in irgendwelche
Rechtsstreitigkeiten hineingezogen zu werden? Irgendwelche Tipps?

Ein Dienstvertrag wäre für mich die einzige akzeptable Vertragsform.
Vermutlich sollte ich einen Anwalt, der auf Vertragsrecht spezialisiert
ist, beauftragen.

Gruß, Olaf
Marc Haber (05.11.2016, 14:44)
Olaf Barheine <usenet> wrote:
>Vermutlich sollte ich einen Anwalt, der auf Vertragsrecht spezialisiert
>ist, beauftragen.


Auf jeden Fall. Am besten einen mit Ahnung im Projektgeschäft. Ich
würde einen so weit wie möglich gehenden Haftungsausschluß
vereinbaren, diesen auf jeden Fall mit dem Kunden durchsprechen und
dieses durchsprechen dokumentieren.

Du möchtest vermeiden, dass der Haftungsausschluß als Allgemeine
Geschäftsbedingung gesehen wird.

Grüße
Marc
Stefan (06.11.2016, 09:18)
Am 05.11.2016 um 13:44 schrieb Marc Haber:
> Olaf Barheine <usenet> wrote:
> Auf jeden Fall. Am besten einen mit Ahnung im Projektgeschäft. Ich
> würde einen so weit wie möglich gehenden Haftungsausschluß
> vereinbaren, diesen auf jeden Fall mit dem Kunden durchsprechen und
> dieses durchsprechen dokumentieren.


Das kommt auch immer auf die Größe und die Art des Projektes an.
Außerdem sind Anwälte nicht immer hilfreich. Manchmal muss man auch
Risiken eingehen. Die müssen nur im Rahmen bleiben.

Wenn sich die Risiken darauf beschränken, dass man eventuell nicht
bezahlt wird, kann man sich auch drauf einstellen.

Ansonsten würde ich es vermeiden, gegenüber dem Kunden als Bremser
aufzutreten. Es muss immer darum gehen, mit dem Kunden konstruktiv an
einer Lösung zu arbeiten.

Bedenken über technische Konzepte bzw. Machbarkeit oder
Sicherheitsbedenken kann man aber auch durchaus äußern, z.B. als E-Mail.
Wenn der Kunde dann auf die Bedenken nicht eingeht, ist es sein Problem.

> Du möchtest vermeiden, dass der Haftungsausschluß als Allgemeine
> Geschäftsbedingung gesehen wird.


Im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages kann ihm in der Regel eh nicht
viel passieren. Es ist sogar für den Kunden nicht ganz einfach, aus der
Zahlungsverpflichtung heraus zu kommen, selbst wenn ein Projekt den Bach
runter geht.

Gruß

Stefan
Rüdiger Silberer (06.11.2016, 15:39)
Am 05.11.2016 schrieb Olaf Barheine:

[..]
> Ein Dienstvertrag wäre für mich die einzige akzeptable Vertragsform.
> Vermutlich sollte ich einen Anwalt, der auf Vertragsrecht spezialisiert
> ist, beauftragen.


Und zwar von einer Kanzlei die sich mit amerikanischem Recht gut
auskennt.
Heinrich Butschal (16.11.2016, 12:50)
Am 05.11.2016 um 10:21 schrieb Olaf Barheine:
[..]
> Vermutlich sollte ich einen Anwalt, der auf Vertragsrecht spezialisiert
> ist, beauftragen.
> Gruß, Olaf

Ich würde den Dienstvertrag in zwei aufeinander folgende Arbeitsaufträge splitten.
1. Analyse und ggfs. Empfehlungen (Das kann schon Testmodule umfassen)
2. Anschließend Umsetzung nach Deinen Empfehlungen oder Abbruch.

Hintergrund:
Deine Berufskarriere ist für Dich wichtiger und teurer und die kannst Du mit
ruinierten Projekten ernsthaft beschädigen. Ausserdem wäre es ein sauberes
Vorgehen auch für Deinen Kunden.

Grüße,
erstellt von: Heinrich Butschal
Ähnliche Themen