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Ruediger (01.01.1970, 02:00)
Hallo NG,

Ich versuche mal einigermaßen richtig zu schildern...

Also... mittels VGA zu HDMI Konverter soll vom PC das Bild und Ton
Signal zum TV übertragen werden.

Dazu habe ich bei eBay einen Konverter gekauft. Dortige Artikel
Nr. ist 263461927546

In der Artikelbeschreibung ist eine Anschluss-Abbildung zu sehen.
Demnach wird das Audiosignal über den Ausgang des PCs abgenommen
(meine vorherige Frage welcher zu nehmen ist, Digital-Out, od.
der normale Stereo-Ausgang) und in den HDMI-Konverter
geleitet.

Auf der anderen Seite des Konverters kann nun ein langes ARC
fähiges HDMI Kabel gesteckt werden, welches am HDMI-Arc Anschluss
des TVs gesteckt werden muss.

Soweit so gut. Bild und Ton werden wiedergegeben.

Trotzdem kommt mir die Tonausgabe noch etwas seltsam vor. Der Ton
(abgegriffen über den normalen Stereo Ausgang des PCs) ist zwar
sauber und nicht verzerrt- aber nur leise zu hören. Damit eine
normale Latstärke erreicht wird habe über Windo
ws-Lautstärkeregler die Stärke auf 100 % einstellen
müssen.

Eine zweite Merkwürdigkeit... Im Anschlussdiagram ist an der
Konverterbox ein MiniHDMI-Anschluss. Laut Abbildung soll man dort
das mitgelieferte MiniHDMI zu USB Kabel anschießen- und mit einem
Netzteil oder USB-Anschluss des PCs verbinden. Im Diagram ist
dies als USB-Power gekennzeichnet. Das habe ich auch mal gemacht
um zu prüfen ob sich die Tonlatstärke dann ändert.

Das ist aber nicht der Fall. Ob man den Konverter über USB Strom
zuführt oder nicht, macht anhand der Tonlautstärke keinen
Unterschied. Deswegen wieder abgezogen.

Vielleicht ist der MiniHDMI Anschluss an der Konverterbox auch ein
Anschluss wo kann keinen Strom zuführen muss, sondern das Dieser
Strom abgibt um vielleicht weitere Geräte mit Strom versorgen zu
können...???

Den digitalen Audioausgang des PCs kann ich bislang noch nicht
benutzen. Dieser hat am PC Gehäuse (Rückseite) nämlich keine
normale 3,5mm Klinkenbuchse, sondern stattdessen eine
Chincbuchse. Adapterstücke sind bereits bestellt
worden.
Marcel Mueller (28.08.2018, 07:48)
Am 09.08.2018 um 18:27 schrieb Ruediger:
[...]
> Soweit so gut. Bild und Ton werden wiedergegeben.
> Trotzdem kommt mir die Tonausgabe noch etwas seltsam vor. Der Ton
> (abgegriffen über den normalen Stereo Ausgang des PCs) ist zwar
> sauber und nicht verzerrt- aber nur leise zu hören. Damit eine
> normale Latstärke erreicht wird habe über Windo
> ws-Lautstärkeregler die Stärke auf 100 % einstellen
> müssen.


Das ist normal. Die Versorgungsspannung vieler Audio-Chips, vor allem
bei On Board Devices, reicht nicht aus, um voll Line-Pegel kompatible
Ausgangsspannungen zu erreichen. Man hat sich da einfach keine Mühe gegeben.
Stecke eine ordentliche Soundkarte rein oder verwende eine
USB-Soundkarte wie z.B. Behringer UCA202, und dein Problem ist behoben.

> Eine zweite Merkwürdigkeit... Im Anschlussdiagram ist an der
> Konverterbox ein MiniHDMI-Anschluss. Laut Abbildung soll man dort
> das mitgelieferte MiniHDMI zu USB Kabel anschießen- und mit einem


vermutlich eher Mini-USB zu USB. Vielleicht ein Übersetzungsfehler aus
dem Chinesischen.

> Netzteil oder USB-Anschluss des PCs verbinden. Im Diagram ist
> dies als USB-Power gekennzeichnet. Das habe ich auch mal gemacht
> um zu prüfen ob sich die Tonlatstärke dann ändert.
> Das ist aber nicht der Fall. Ob man den Konverter über USB Strom
> zuführt oder nicht, macht anhand der Tonlautstärke keinen
> Unterschied. Deswegen wieder abgezogen.


Auch das ist erwartungsgemäß. Die Art der Stromversorgung für den
Konverter - er klaut sich andernfalls den Strom vom TV - hat natürlich
/keinen/ Einfluss auf den Soundausgang des PCs.

> Vielleicht ist der MiniHDMI Anschluss an der Konverterbox auch ein
> Anschluss wo kann keinen Strom zuführen muss, sondern das Dieser
> Strom abgibt um vielleicht weitere Geräte mit Strom versorgen zu
> können...???


Nicht wirklich.

> Den digitalen Audioausgang des PCs kann ich bislang noch nicht
> benutzen. Dieser hat am PC Gehäuse (Rückseite) nämlich keine
> normale 3,5mm Klinkenbuchse, sondern stattdessen eine
> Chincbuchse.


Das ist ein asymmetrischer S/P-DIF Ausgang. Das ist heutzutage unüblich.

> Adapterstücke sind bereits bestellt
> worden.


Das kannst Du Dir sparen. Dein Konverter kann keine digitalen Soundquellen.

Du hast genau zwei Möglichkeiten: entweder Du lebst mit den Status Quo
oder Du besorgst die einen PC bzw. eine Soundkarte mit einem gescheiten
Sound-Ausgang. Aber auch dann muss man ordentlich aufdrehen, nur halt
nicht gleich auf Maximum.

Marcel
Rainer Knaepper (28.08.2018, 08:22)
mail.r.h (Ruediger) am 09.08.18 um 18:27:

> Trotzdem kommt mir die Tonausgabe noch etwas seltsam vor. Der Ton
> (abgegriffen über den normalen Stereo Ausgang des PCs) ist zwar
> sauber und nicht verzerrt- aber nur leise zu hören. Damit eine
> normale Latstärke erreicht wird habe über Windo
> ws-Lautstärkeregler die Stärke auf 100 % einstellen
> müssen.


Hast du mal versucht, den Audio-Ausgang von "line out" auf "Kopfhörer"
umzukonfigurieren?

Die Software meiner Onboard-Soundlösung (irgendwas von realtek) fragt
immer "was hast du da angeschlossen?", wenn man mal was umstöpselt.

Bei Kopfhörerkonfiguration kommt u.U. mehr "Saft" raus.

Rainer
Marcel Mueller (29.08.2018, 07:38)
Am 28.08.2018 um 08:22 schrieb Rainer Knaepper:
> Hast du mal versucht, den Audio-Ausgang von "line out" auf "Kopfhörer"
> umzukonfigurieren?
> Die Software meiner Onboard-Soundlösung (irgendwas von realtek) fragt
> immer "was hast du da angeschlossen?", wenn man mal was umstöpselt.
> Bei Kopfhörerkonfiguration kommt u.U. mehr "Saft" raus.


Mehr Strom vielleicht, mehr Spannung, was für diesen Anwendungsfall
relevant wäre, nicht.

Marcel
Rainer Knaepper (29.08.2018, 08:37)
news.5.maazl (Marcel Mueller) am 29.08.18:

> Am 28.08.2018 um 08:22 schrieb Rainer Knaepper:


> Mehr Strom vielleicht, mehr Spannung, was für diesen Anwendungsfall
> relevant wäre, nicht.


Du schrubst in MID: pm2nn9$tts$1:

> Die Versorgungsspannung vieler Audio-Chips, vor allem
> bei On Board Devices, reicht nicht aus, um voll Line-Pegel
> kompatible Ausgangsspannungen zu erreichen.


und empfiehlst eine "ordentliche Soundkarte", die diese Pegel liefern
könne.

Was genau unterscheidet "höherer Pegel" von "mehr strom, mehr
Spannung"?

Rainer
Marcel Mueller (29.08.2018, 19:40)
Am 29.08.2018 um 08:37 schrieb Rainer Knaepper:
> Du schrubst in MID: pm2nn9$tts:
> und empfiehlst eine "ordentliche Soundkarte", die diese Pegel liefern
> könne.
> Was genau unterscheidet "höherer Pegel" von "mehr strom, mehr
> Spannung"?


Die Impedanz.

Ein KH-Ausgang ist niederohmig. Typischerweise << 0,1 Ohm, implementiert
als virtuelle Ausgangsimpedanz erreicht durch Gegenkopplung.

Ein Line Ausgang hat typischerweise eher 100 Ohm, würde aber auch
niederohmig funktionieren.

Ein Kopfhörer hat irgendwas zwischen 16 und 600 Ohm, wobei am PC alles
über 100 Ohm aus demselben Grund wie hier meist nicht gescheit funktioniert.

Ein Line Eingang ist hochohmig und hat ca. 50 kOhm.

Da für praktisch alle analogen Audioübertragungen gilt, dass die
Ausgangsimpedanz sehr viel kleiner ist als die Eingangsimpedanz,
bestimmt alleine der angeschlossene Eingang oder Kopfhörer den
fließenden Strom.

Die Spannung ist bei Line Pegel 1 Veff oder 0,775 Veff, je nach Norm.
Das entspricht etwa 2,8 Vpp bzw. 2,2 Vpp. Bei Chips, die nur 3,3 V
Versorgungsspannung haben, wird das ganz schön eng, da
Operationsverstärker üblicherweise nicht ganz an die Versorgungsspannung
ran kommen. Je nach Konstruktion gehen das zwischen 0,3 und 1,4 V
flöten, und zwar an jedem Ende des Versorgungsspannungsbereichs. Im
günstigsten Fall bleiben da bei 3,3 V Chip noch 2,7 Vpp übrig. Das ist
schon ziemlich knapp. Bei billigeren Chips kann es auch mal deutlich
weniger sein.

Bessere Sound-Chips arbeiten wenigstens mit 5 V Versorgungsspannung.
Richtig gute mit +/-5 V oder sogar +/-12 V. Die können natürlich
wesentlich höhere Ausgangspegel erzeugen.

Die Spannungen an einem KH-Ausgang liegen bei höherem Pegel in ähnlichen
Größenordnungen wie bei Line. Es fließt aber aufgrund der geringeren
Impedanz der KH wesentlich mehr Strom.

Da ein Line-Eingang auch an der niedrigen Impedanz eines KH-Ausgangs
problemlos funktioniert, gibt es keine Notwendigkeit zwischen KH-Ausgang
und Line-Ausgang umzuschalten. Eine solche Funktion ist also erst mal
Makulatur. Möglicherweise werden dabei aber andere Parameter
umgeschaltet, wie z.B. ein Klangverschlechterungsprofil.

Alles was ich hier schreibe gilt allerdings für die KH-Ausgänge von PCs
und ähnlichem. Ein gescheiter KH-Ausgang, an dem auch ein HD 600 o.ä.
ordentlich funktioniert, hat tatsächlich mehr Spannung als ein
Line-Ausgang und könnte einen Line-Eingang übersteuern.

Marcel
Rainer Knaepper (29.08.2018, 23:12)
news.5.maazl (Marcel Mueller) am 29.08.18:

> Die Spannung ist bei Line Pegel 1 Veff oder 0,775 Veff, je nach
> Norm.


Der Realtek ALC887 wird mit 1.2V RMS beworben bei 3.3V Vcc.

> Das entspricht etwa 2,8 Vpp bzw. 2,2 Vpp. Bei Chips, die nur
> 3,3 V Versorgungsspannung haben, wird das ganz schön eng, da
> Operationsverstärker üblicherweise nicht ganz an die
> Versorgungsspannung ran kommen. Je nach Konstruktion gehen das
> zwischen 0,3 und 1,4 V flöten, und zwar an jedem Ende des
> Versorgungsspannungsbereichs. Im günstigsten Fall bleiben da bei
> 3,3 V Chip noch 2,7 Vpp übrig. Das ist schon ziemlich knapp. Bei
> billigeren Chips kann es auch mal deutlich weniger sein.


TI bietet einen 25-Cent Audio-OP an, der bei 10kOhm Last und 2.7V Vcc
noch knapp 0.9V RMS am Ausgang liefert (eigentlich sogar fast 1V, aber
dann mit krassem Anstieg der Verzerrungen). Bei 50 kOhm besser, bei 2
kOhm kackt er, zugegeben, ab. Da möchte er lieber mit 5V betrieben
werden.

Es geht also für kleines Geld sogar unterhalb 3.3V Betriebsspannung
normgerecht zu.

Wenn des OPs Konverter zu leise ist, wird der schlicht keinen
normgerechten Eingang haben. Entweder zu unempfindlich oder deutlich
zu niederohmig.

Gegen letzteres würde genau mein "Kopfhörertip" helfen, da wird beim
o.g. ALC887 der Kopfhörertreiber zugeschaltet, der zwar, da hast du
völlig recht, bei 3.3V Vcc auch nur 1.2V RMS liefert, aber statt mit
200 nun mit 2 Ohm Ausgangsimpedanz. Verbunden mit Klangeinbußen, klar,
mehr Rauschen, mehr Verzerrungen.

Jedenfalls würde der Versuch erstmal nichts kosten...

Rainer
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