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Barbara Adams (05.11.2019, 16:40)
Hallo Gartenfreunde, ich brauche dringend euren Rat.

Wir haben einen Wacholderstrauch, sehr schlank im Wuchs (wird ab und zu
etwa geschnitten), etwa 2,oo m hoch und ca. 35-40 Jahre alt. Wegen
Baumaßnahmen stellen sich jetzt folgende Fragen:
Wie umfangreich ist wohl das Wurzelwerk?
Kann man ihn ausgraben (mit Bagger) und in Kübel setzen?
Oder hält er es aus wenn rundherum Pflastersteine verlegt werden?

Am Samstag rückt der Bagger an. Würde mich freuen bis dahin Antworten zu
erhalten.

Grüße Barbara
Kathinka Wenz (05.11.2019, 23:03)
Barbara Adams <barbara.adams> wrote:

> Am Samstag rückt der Bagger an. Würde mich freuen bis dahin Antworten zu
> erhalten.


Das glaube ich dir, aber es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass hier jemand
mit so einer speziellen Situation Erfahrung hat.

Ich würde vermuten, dass du bei einem 35 Jahre alten Gehölz echte
Schwierigkeiten hast, es umzusetzen und wenn du es machst, gilt die Regel,
die immer gilt: Möglichst viel Wurzelraum erhalten, obenrum kräftig
(wirklich kräftig) zurückschneiden, und danach wässern und beten.

Ob er die Pflasterung rundherum verträgt, hängt wohl davon ab, wie tief
ausgeschachtet wird, denn dann nimmst du viel Wurzel weg. Und natürlich wie
wasserdicht die Oberfläche im Anschluss ist. Ich würde ihm schon einen Meter
freie Scheibe lassen, außer es ist Öko-Pflaster, also eines, was
wasserdurchlässig ist.

Ob Wacholder flach oder tief wurzelt, sollte dir eigentlich ein Fachgeschäft
beantworten können. Oder das Web.

Gruß, Kathinka
Beate Goebel (06.11.2019, 00:09)
Kathinka Wenz schrieb am 05 Nov 2019

> Barbara Adams <barbara.adams> wrote:
>> Am Samstag rückt der Bagger an. Würde mich freuen bis dahin
>> Antworten zu erhalten.

> Das glaube ich dir, aber es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass
> hier jemand mit so einer speziellen Situation Erfahrung hat.


Kann man da nicht mal in einer Baumschule nachfragen? Um altes Gehölz
zu versetzen, gibt es doch Spezialbetriebe.

Beate
Barbara Adams (06.11.2019, 00:22)
Am 05.11.2019 um 23:09 schrieb Beate Goebel:
> Kathinka Wenz schrieb am 05 Nov 2019
> Kann man da nicht mal in einer Baumschule nachfragen? Um altes Gehölz
> zu versetzen, gibt es doch Spezialbetriebe.
> Beate

Hi, danke für den Tip mit der Baumschule. Werde ich morgen direkt mal
machen.
Grüße Barbara
Karl-Heinz Rekittke (06.11.2019, 01:32)
Am 05.11.2019 um 22:03 schrieb Kathinka Wenz:
> Barbara Adams <barbara.adams> wrote:
>> Am Samstag rückt der Bagger an. Würde mich freuen bis dahin Antworten zu
>> erhalten.

> Das glaube ich dir, aber es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass hier jemand
> mit so einer speziellen Situation Erfahrung hat.


Doch, doch, aber ich arbeite noch an der Antwort. Ist etwas aufwändig,
da ich für zwei Wacholder auf unserem Grundstück nach Belegen suche ...
auch im Langzeitgedächtnis. Für die letztere Recherche hat sich bisher
immer der Schlaf als hilfreich erwiesen. Also bitte noch etwas Geduld!
Soviel kann ich jetzt schon sagen: Einen davon habe ich kurz nach
unserem Einzug 1994 umgepflanzt und das hat gut geklappt. Den zweiten
hatte Kyrill 2007 flachgelegt und auch den konnte ich retten.
Beide müssen Anfang der 70er vom Vorbesitzer gepflanzt worden sein und
hatten zum Schluss Höhen von vielleicht acht bis zehn Metern erreicht.

Einen dritten habe ich von meinem Schwiegervater übernommen, aber das
ist ein kriechender, vermutlich japanischer Wacholder, der auch heute
noch im Kübel wächst.

Wichtiger wäre es noch, von Barbara zu erfahren, ob es auch bei ihr so
unglaublich geregnet hat in den vergangenen Wochen, wie hier in Münster,
denn das könnte entscheidend sein, für den Erfolg.
Alfred Flaßhaar (06.11.2019, 07:29)
Am 06.11.2019 um 00:32 schrieb Karl-Heinz Rekittke:
> Am 05.11.2019 um 22:03 schrieb Kathinka Wenz:
>> Barbara Adams <barbara.adams> wrote: (...)

> Einen dritten habe ich von meinem Schwiegervater übernommen, aber das
> ist ein kriechender, vermutlich japanischer Wacholder, der auch heute
> noch im Kübel wächst. (...)


Japanischer Wacholder ist angeblich die Herberge für den Pilz, der den
Birnengitterrost verbreitet. Dagegen setze ich seit Jahren erfolgreich
Chemie am Birnbaum ein.

Freundliche Grüße, Alfred Flaßhaar
Herbert Kleebauer (06.11.2019, 09:12)
On 05.11.2019 22:03, Kathinka Wenz wrote:

Was mich interessieren würde: Hast du es geschafft aus
deinen Blog-Webseiten ein brauchbares pdf zu erzeugen?
Barbara Adams (06.11.2019, 09:29)
Am 06.11.2019 um 00:32 schrieb Karl-Heinz Rekittke:
> Am 05.11.2019 um 22:03 schrieb Kathinka Wenz:
>> Barbara Adams <barbara.adams> wrote:

> Wichtiger wäre es noch, von Barbara zu erfahren, ob es auch bei ihr so
> unglaublich geregnet hat in den vergangenen Wochen, wie hier in Münster,
> denn das könnte entscheidend sein, für den Erfolg.

Hi, es hat hier letzte Woche relativ viel und z.Zt. nur gelegentlich
geregnet. Zur Verdeutlichung: habe gestern einen 50 cm hohen
Keramik-Blumenkübel geleert. In den ersten 10 cm war die Erde gut
feucht, danach staubtrocken. Denke mal in den Beeten wirds auch nicht
anders sein.

Muß heute noch Bart-Iris und Schwertlilien ausgraben und teilen. Mal
sehen wie die Erde in den Beeten ist.

Danke für deine Antwort
Grüße Barbara
Sabine Wittrock (06.11.2019, 11:59)
Hallo Alfred,

Am 06.11.2019 um 06:29 schrieb Alfred Flaßhaar:

> Japanischer Wacholder ist angeblich die Herberge für den Pilz, der den
> Birnengitterrost verbreitet. Dagegen setze ich seit Jahren erfolgreich
> Chemie am Birnbaum ein.

dann solltest Du auch die gleiche Chemie am Wacholder einsetzen, um den
Kreislauf zu unterbrechen. Auch den umliegenden Boden.
LG
Sabine
Andy Angerer (06.11.2019, 19:29)
Am 05.11.19 um 23:22 schrieb Barbara Adams:
> Am 05.11.2019 um 23:09 schrieb Beate Goebel:
> Hi, danke für den Tip mit der Baumschule. Werde ich morgen direkt mal
> machen.


Frag aber nach einem Lehrer und geb Dich nicht mit einem Referendar
zufrieden.
Andy Angerer (06.11.2019, 19:33)
Am 06.11.19 um 00:32 schrieb Karl-Heinz Rekittke:

> auch im Langzeitgedächtnis. Für die letztere Recherche hat sich bisher
> immer der Schlaf als hilfreich erwiesen. Also bitte noch etwas Geduld!


Kalle muß erst noch Enten zählen.
Karl-Heinz Rekittke (07.11.2019, 16:19)
Am 06.11.2019 um 08:29 schrieb Barbara Adams:
> Am 06.11.2019 um 00:32 schrieb Karl-Heinz Rekittke:
> Hi, es hat hier letzte Woche relativ viel und z.Zt. nur gelegentlich
> geregnet. Zur Verdeutlichung: habe gestern einen 50 cm hohen
> Keramik-Blumenkübel geleert. In den ersten 10 cm war die Erde gut
> feucht, danach staubtrocken. Denke mal in den Beeten wirds auch
> nicht anders sein.
> Muß heute noch Bart-Iris und Schwertlilien ausgraben und teilen. Mal
> sehen wie die Erde in den Beeten ist.


Dann wirst du jetzt wissen, ob die lehmig ist, denn mein Hinweis bezog
sich in erster Linie auf lehmige Böden (vergaß ich zu schreiben :-( ).
Für andere kann es aber auch nicht verkehrt sein, wenn das umgebende
Erdreich schon mal mit Wasser gesättigt ist.

Beim Umzug meines "kleinen" Wacholders - vor ca. 25 Jahren - und auch
beim Aufrichten des großen, hatte ich Erde tags zuvor ordentlich ins
Schwimmen gebracht - beim kleinen an der alten und auch an der neuen
Stelle. Letzteren hatte der Vorbesitzer direkt neben die Eingangstür an
der NW-Seite gepflanzt.

Man sah es ihm an, dass er sich dort nicht wohl fühlte. Sein neuer
Standplatz war zwar auch die NW-Seite einer Obsthecke, aber hier bekam
er zumindest Morgen- und Abendsonne. Außerdem war die angrenzende Fläche
seinerzeit schon als Baugebiet deklariert. Aus der Jugend wusste ich
noch, dass man beim Umsetzen von Wacholdern, genauestens die alte
Standrichtung übernehmen sollte.

Ein Ergebnis der nächtlichen Befragung des Unterbewusstseins war es,
dass die Quelle dafür, Zeitschriften des Siedlerbundes waren, die mein
alter Herr ordentlich gesammelt hatte. Ich hatte seinerzeit vor, einen
Wacholder aus der Heidelandschaft hinterm Garten umzusiedeln. Damals
machte man sich noch keinerlei Gedanken darüber, ob das denn richtig
sein könne und der Siedlerbund gab noch die Anleitung dazu. Die war mir
dann aber zu aufwändig, weil man über einen längeren Zeitraum eine
Baumscheibe in Viertelkreis-Abschnitten ausstechen sollte - also ließ
ich es.

Für den Wacholder - in Kulturerde - habe ich derartige Gedanken sofort
verdrängt und er hat es gut überstanden. Leider habe ich keine Bilder
von damals gefunden, aber ich weiß dass er mich weit überragte und 2,50m
bis 3,00m hoch gewesen sein musste. Abgestützt durch einen Pfahl habe
ich ihn seinerzeit auch nicht, weil hinter ihm - in der
Hauptwindrichtung - eine größere Kastanie stand. Wie es ihm weiter
erging, habe ich in einer Collage zusammengefasst:



Am 9. und 10.6.2014 hatte das Tiefdruckgebiet Ela unseren
Topaz-Apfelbaum nieder gerungen. Auch der hat das Wiederaufrichten sehr
gut überstanden. Bemerkenswert fand ich, dass der Wacholder sich nichts vom
Sturm hat anmerken lassen. Am 13.7.2016 war dann aber sein Ende
besiegelt, weil das Risiko zu groß wurde und die Sonne nicht mehr zu den
Magnolien vordringen konnte. Bilder von diesen Ereignissen gibt es in
der zweiten Collage:



Vom großen Wacholder habe ich nur wenige Bilder gefunden und musste auf
Screenshots älterer Super-8-Videos zurückgreifen. Insbesondere seine
Größe verhinderte wohl, dass er mal in der Totalen aufgenommen wurde.
Dafür gibt es aber einen Screenshot aus 1994.
In seiner unmittelbaren Nachbarschaft (1,70m), wuchs eine noch größere
Thuja, die eigentlich die Aufgabe hatte, ihn vor Sturm zu schützen.

Am 18. und 19.1.2007, als Kyrill zuschlug, ist ihr das aber nicht mehr
gelungen und der Wacholder lag am Boden. Sein Wurzelwerk, das dann aus
dem Boden ragte, war allerdings keinesfalls so mächtig, wie man es von
Windbrüchen in den Wäldern kennt. So war dann auch nur viel Wasser, ein
Seilzug zur Thuja und ein wenig Nachbarschaftshilfe nötig, um ihn wieder
aufzurichten. Statt eines Pfahles reichte ein kräftiges Seil zur Thuja,
um ihn vor zukünftigen Stürmen zu schützen. Wie man auf dem Bild vom
7.10.2007 unschwer erkennen kann, gefiel ihm das auch ganz gut. Allein,
meine Frau hatte erkannt, dass es in der wacholderfreihen Zeit doch sehr
viel heller im Wohnzimmer gewesen war und so musste er dann irgendwann
zwischen Oktober 07 und Sommer 08 wieder weichen. Aufzeichnungen darüber
habe ich leider nicht, sodass diese Collage reichen muss, um seinen
Lebensweg zu beschreiben:



Die Umzugs- und Aufrichtarbeiten habe ich hier mit Spaten und Schaufel
erledigt, weiß aber, dass auch Minibagger sehr sensibel mit dem
Wurzelwerk umgehen können. Für Samstag wünsche ich euch deshalb einen
nicht allzu grobmotorisch veranlagten Baggerführer. Die gibt es - das
wird schon! Im Kübel kann ich mir ehrlich gesagt keinen heimischen
Wacholder, wegen seiner exponiert gelegenen Windangriffsfläche vorstellen.

Hier gab es mal den Vorschlag, eine Halbkugel als Kübel zu verwenden,
deren Schwerpunkt - einschließlich der Masse der Pflanze - innerhalb der
Halbkugel läge, sodass eine Art Stehaufmännchen entstünde. Der Kübel
müsste aber noch erfunden werden. Seile wären natürlich auch noch zur
Lagesicherheit möglich ... und als Wäscheleine nutzbar.

Ich selbst benutze sehr viele Kübel, allein schon wegen der
Überwinterung empfindlicher Arten, weiß aber auch, was es bedeutet, sie
immer wieder vor Sturm schützen und aufrichten zu müssen. Für das Geld,
das man für Kübel ausgeben würde, bekäme man auch sehr viele Hornspäne,
als Langzeitversorgung und zur besseren Bewurzelung des Wacholders. Für
den kriechenden japanischen Wacholder stellt der Kübel übrigens
keinerlei Probleme dar.

Was hat denn der Baumschullehrer dazu gesagt?



Ina Koys (07.11.2019, 17:09)
Am 06.11.2019 um 18:33 schrieb Andy Angerer:
> Am 06.11.19 um 00:32 schrieb Karl-Heinz Rekittke:
>> auch im Langzeitgedächtnis. Für die letztere Recherche hat sich bisher
>> immer der Schlaf als hilfreich erwiesen. Also bitte noch etwas Geduld!

> Kalle muß erst noch Enten zählen.


Aber gans langsam. Welches Jubiläum haben wir davon jetzt eigentlich?
Und wo steckt Peter?

Ina
Andy Angerer (07.11.2019, 18:20)
Am 07.11.19 um 16:09 schrieb Ina Koys:
> Am 06.11.2019 um 18:33 schrieb Andy Angerer:
> Aber gans langsam. Welches Jubiläum haben wir davon jetzt eigentlich?
> Und wo steckt Peter?


Zwei gute Fragen....
Karl-Heinz Rekittke (07.11.2019, 19:55)
Am 06.11.2019 um 18:33 schrieb Andy Angerer:
> Am 06.11.19 um 00:32 schrieb Karl-Heinz Rekittke:
>> auch im Langzeitgedächtnis. Für die letztere Recherche hat sich bisher
>> immer der Schlaf als hilfreich erwiesen. Also bitte noch etwas Geduld!

> Kalle muß erst noch Enten zählen.


Erbsen heißt das! Eeeeeeeerbsen!