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Otto Adam (03.06.2005, 09:15)
In meinem weiteren Bekanntenkreis hat es einen Fall gegeben, wo einer
ein grauslich administriertes winXP ans Netz liess (Kabel-Provider)
und - nach ueberraschend langer Zeit - einem Hacker zum Opfer fiel.
Das ergebnis war ein Transfervolumen von ~20GB was bei diesem
Provider eine Nachzahlung von >EUR 1000,- bedeutet.

Fuer mich ist klar, dass die Schuld beim User liegt, aber trotzdem:

- Muesste der Provider ein Warnmail verschicken, wenn das
Transfervolumen drastisch ueberschritten wird?
- Muesste der Provider seinen Kunden beim Einrichten des Zuganges
nochmal auf solche Gefahren hinweisen, vor allem, wenn er merkt,
dass der Kunde kaum Ahnung hat?

Ich habe ja auf beide Fragen gleich mal "Nein!" gesagt, wie aber
sieht die Praxis in Oesterreich aus? Werden solch hohe Nachzahlungen
durchgesetzt?

Das einzige was ich am Provider auszusetzen habe - in diesem Fall -
sind die sehr hohen Kosten, die ein MB ueber dem Limit verursacht,
aber das sieht man ja gleich auf der Preisliste und kann sich ja
einen anderen suchen.

mfg
otto
Manuel Capellari (04.06.2005, 18:10)
Am Fri, 03 Jun 2005 07:15:29 +0000 schrieb Otto Adam:

> - Muesste der Provider ein Warnmail verschicken, wenn das
> Transfervolumen drastisch ueberschritten wird?

IANAL, aber ich würd mal behaupten NEIN sofern der verbrauchte
datentransfer für den kunden in irgendeiner form ersichtlich ist, vor
allem müsste der kunde hier eine gültige email adresse angeben, was
häufig gar nicht der fall ist ...

> - Muesste der Provider seinen Kunden beim Einrichten des Zuganges
> nochmal auf solche Gefahren hinweisen, vor allem, wenn er merkt, dass
> der Kunde kaum Ahnung hat?

steht bei sogut wie jedem provider eh in den AGB, die der kunde vor dem
vertragsabschluss gelesen hat und denen er mit seiner unterschrift
zustimmt ...

> Ich habe ja auf beide Fragen gleich mal "Nein!" gesagt, wie aber sieht die
> Praxis in Oesterreich aus? Werden solch hohe Nachzahlungen durchgesetzt?

bei einem kundenfreundlichen provider lässt sich das eventuell auf dem
kulanzweg lösen, wenn sich's _NUR_ um traffic handelt ...

> Das einzige was ich am Provider auszusetzen habe - in diesem Fall - sind
> die sehr hohen Kosten, die ein MB ueber dem Limit verursacht, aber das
> sieht man ja gleich auf der Preisliste und kann sich ja einen anderen
> suchen.

naja, is halt freie marktwirtschaft und solang der kunde darüber
informiert wird wieviel das mb kostet, wirds rechtlich vermutlich in
ordnung sein
Hartmut Schulla (07.06.2005, 00:40)
"Otto Adam" <spambox.liestkeiner> schrieb im Newsbeitrag
news:rhu1
> Das einzige was ich am Provider auszusetzen habe - in diesem Fall -
> sind die sehr hohen Kosten, die ein MB ueber dem Limit verursacht,

Dies sollte mal ausjudiziert werden, da die verlangten Kosten für
"Overtraffic" in keimen Verhältnis zum Aufwand stehen.
IMHO grenzt so ein Tarif an den Tatbestand des Wuchers.
HS.
Clemens Zauner (07.06.2005, 01:47)
Otto Adam <spambox.liestkeiner> wrote:
> In meinem weiteren Bekanntenkreis hat es einen Fall gegeben, wo einer
> ein grauslich administriertes winXP ans Netz liess (Kabel-Provider)


nuff said.

> und - nach ueberraschend langer Zeit - einem Hacker zum Opfer fiel.
> Das ergebnis war ein Transfervolumen von ~20GB was bei diesem
> Provider eine Nachzahlung von >EUR 1000,- bedeutet.


Sowas ist schwerst unserioes. Eine rechtliche Verpflichtung
der ISPs laesst sich kaum herleiten; aber durchforste man
mittels google die einschlägigen Newsgroups nach der IP des
Opfers.
Sowie irgendwie ruchbar wird, dass abuse@ISP davon wusste,
wuerde ich es auf jeden Fall auf eine Klage ankommen lassen.
Die Argumentation fuer so was liegt auf der Hand.

cu
Clemens.
Harald (02.08.2005, 23:35)
> - Muesste der Provider ein Warnmail verschicken, wenn das
> Transfervolumen drastisch ueberschritten wird?


Nein, der Provider hat meines Wissens nach keine Verpflichtung dazu,
allerdings schickt zB Aon bei einer Nutzung von 80% des Volumens ein Mail.

> - Muesste der Provider seinen Kunden beim Einrichten des Zuganges
> nochmal auf solche Gefahren hinweisen, vor allem, wenn er merkt,
> dass der Kunde kaum Ahnung hat?


Jein, diese Sache ist wohl eher vom moralischem Standpunkt abhengig.
Andererseits sollte ein User der sich wenig bis gar nicht auskennt seienen
Rechner nicht einfach online lassen. Es wird von den Providern
vorausgesetzt dass man einen gewissen grad an Kenntniss hat, sonst müssten
die Provider Hotlines ja sozusagen Internetkurse abhalten :)
Wenn jemand online geht ohne FW bzw Anti Virus ist er ja schliesslich nicht
nur eine gefahr für sich (seinen rechner) sondern auch für andere
(Virenverbreitung)
Werner Tann (03.08.2005, 09:21)
Harald <aschi> schrieb:

>Es wird von den Providern
>vorausgesetzt dass man einen gewissen grad an Kenntniss hat,


Wie kommst Du zu diesem bemerkenswerten Schluß? Ein Provider setzt in
erster Linie voraus, daß Du liquid bist, die regelmäßigen Zahlungen zu
leisten, der Rest wird ihm bei Vertragsabschluß wurscht sein.

>sonst müssten
>die Provider Hotlines ja sozusagen Internetkurse abhalten :)


[ ] Du kennst Hotline-Gespräche.
Gerüchten zufolge muß manchen Nutzern erklärt werden, was ein Browser
ist und wie sie eine Datei im Anhang mailen. (Daß manchen Hotlinern
erklärt werden muß, was ein Newsserver ist, ist ein anderes Thema.)

>Wenn jemand online geht ohne FW bzw Anti Virus ist er ja schliesslich nicht
>nur eine gefahr für sich (seinen rechner) sondern auch für andere
>(Virenverbreitung)


Eben weil Otto Normaluser Malware vollkommen am A vorbeigeht, solange
er auf seinem Rechner halbwegs normal arbeiten kann (auch wenn's in
"letzter Zeit manchmal sooo langsam ist"), hat AON die Virenfilterung
aktiv. Diese geht implizit von einer Mehrheit an unmündigen Benutzern
aus, die nicht in der Lage ist, ihr Werkl selber zu schützen.
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