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Martin K. (10.11.2019, 12:15)
Bis auf Weiteres ein klarer Fall:

Gerd Schweizer (10.11.2019, 17:18)
Martin K. schrieb:
> Bis auf Weiteres ein klarer Fall:
>

Das scheint derzeit zumindest bei größeren Fahrzeugen/ Schiffen in
Richtung Wasserstoff zu deuten. Das Problem ist wohl daß zuwenig
überflüssiger Strom aus Windkraft und Photovoltaik zur Verfügung steht
um Wasserstoff umweltfreundlich herzustellen.
Tankstellen wären bestimmt relativ schnell bereit zu stellen.
F. W. (11.11.2019, 10:27)
On 10.11.19 11:15, Martin K. wrote:

> Bis auf Weiteres ein klarer Fall:


Für Wasserstoff muss (mittels Elektrolyse) eine ganze Menge Strom
verbraucht werden. Den könnte man doch direkt verwerten. Wasserstoff ist
schon seit den Siebziger Jahren die Zukunft.

Wasserstoff-Autos sind ziemlicher Blödsinn. Es ist der hilflose Versuch,
die bisherige Tankstellen-Struktur aufrecht zu erhalten. Mehr steckt
nicht dahinter.

FW
Michael Landenberger (11.11.2019, 12:35)
"Martin K." schrieb am 10.11.2019 um 11:15:45:

> Bis auf Weiteres ein klarer Fall:


Zumindest für VW. Kein Wunder, mit Brennstoffzellen hat VW ja so gut wie nix
am Hut. Stattdessen haben sie jetzt alles auf die Karte "Batterietechnik"
gesetzt. Da ist es verständlich, dass von dieser Technik nur die Vorteile und
von der Brennstoffzelle nur die Nachteile aufgezählt werden.

Derzeit gibt es eigentlich nur ein einziges wirklich tragfähiges Konzept für
die E-Mobilität: Plug-In-Hybride. BEVs und FCEVs sind entweder für die breite
Masse viel zu teuer oder wegen zu geringer Reichweite für die meisten Käufer
unattraktiv. Günstige Preise und hohe Reichweiten lassen sich eben auf
absehbare Zeit nicht unter einen Hut bringen. Das gilt selbstverständlich auch
für BEVs von VW.

Gruß

Michael
Klaus K (11.11.2019, 14:18)
Am 11.11.2019 um 09:27 schrieb F. W.:
> On 10.11.19 11:15, Martin K. wrote:
> Für Wasserstoff muss (mittels Elektrolyse) eine ganze Menge Strom
> verbraucht werden. Den könnte man doch direkt verwerten. Wasserstoff ist
> schon seit den Siebziger Jahren die Zukunft.
> Wasserstoff-Autos sind ziemlicher Blödsinn. Es ist der hilflose Versuch,
> die bisherige Tankstellen-Struktur aufrecht zu erhalten. Mehr steckt
> nicht dahinter.


Nein, ist es nicht, schon mal wegen:


K.
F. W. (11.11.2019, 14:57)
On 11.11.19 13:18, Klaus K wrote:

>> Wasserstoff-Autos sind ziemlicher Blödsinn. Es ist der hilflose
>> Versuch, die bisherige Tankstellen-Struktur aufrecht zu erhalten.
>> Mehr steckt nicht dahinter.


> Nein, ist es nicht, schon mal wegen:
>


Ja, kenne ich. Wasserstoff ist trotzdem Mist. Sonst hätte er sich längst
durchgesetzt.

Im Gegensatz zur Akkutechnik war die Wasserstofftechnik nämlich schon
Ende der Siebziger Jahre einsatzreif.

FW
Klaus K (11.11.2019, 15:36)
Am 11.11.2019 um 13:57 schrieb F. W.:
> Ja, kenne ich. Wasserstoff ist trotzdem Mist. Sonst hätte er sich längst
> durchgesetzt.
> Im Gegensatz zur Akkutechnik war die Wasserstofftechnik nämlich schon
> Ende der Siebziger Jahre einsatzreif.


Und warum hat sich Atomkraft nicht durchgesetzt? - du merkst was!

K.
F. W. (11.11.2019, 17:18)
Am 11.11.2019 um 14:36 schrieb Klaus K:
> Am 11.11.2019 um 13:57 schrieb F. W.:


>> Ja, kenne ich. Wasserstoff ist trotzdem Mist. Sonst hätte er sich
>> längst durchgesetzt.


>> Im Gegensatz zur Akkutechnik war die Wasserstofftechnik nämlich
>> schon Ende der Siebziger Jahre einsatzreif.


> Und warum hat sich Atomkraft nicht durchgesetzt? - du merkst was!


Die Leute sind inzwischen der Meinung, dass das Risiko bei AKW derart
hoch ist, dass selbst die "billige" Energie und die Klimafreundlichkeit
im Wertekanon zurückstehen müssen.

Wasserstoff hat die Autoindustrie außerdem nie ernsthaft probiert. Warum
auch? Das Öl floss doch und 1973 war lange vorbei.

FW
Martin Gerdes (12.11.2019, 19:00)
Gerd Schweizer <gerd> schrieb:

>> Bis auf Weiteres ein klarer Fall:
>>

> Das scheint derzeit zumindest bei größeren Fahrzeugen/ Schiffen in
> Richtung Wasserstoff zu deuten. Das Problem ist wohl daß zuwenig
> überflüssiger Strom aus Windkraft und Photovoltaik zur Verfügung steht
> um Wasserstoff umweltfreundlich herzustellen.


Das Verfahren ist wohl noch zu teuer. Überflüssigen Strom gibts an der
Küste eine Menge, es werden ja immer wieder Windräder deswegen
abgeschaltet. Dieser Strom könnte in die Elektrolyse gehen (und der
entstehende Wasserstoff zunächst einmal in das Erdgassystem eingespeist
werden (Beimischung bis zu 5% ist problemlos möglich).

M.W. gibt es aber noch nicht einmal eine entsprechende Pilotanlage.

> Tankstellen wären bestimmt relativ schnell bereit zu stellen.


Gut Ding will Weile haben.
Werner Schmidt (12.11.2019, 21:23)
Martin Gerdes schrieb am 12.11.19 um 18:00:

> Das Verfahren ist wohl noch zu teuer. Überflüssigen Strom gibts an der
> Küste eine Menge, es werden ja immer wieder Windräder deswegen
> abgeschaltet.


2018 wohl 11% der möglichen Kapazität an "Erneuerbaren Energien":
<https://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Energiewende/Strom/_documents/einspeisemanagement.html>

=> was PV nd andere einschließt. Aber gehen wir mal von 11% für die
Windkraft aus:

> Dieser Strom könnte in die Elektrolyse gehen


So ein Elektrolyseur ist *teuer* - damit der sich rentiert, wird der
Betreiber ihn 100% 24/7/365 laufen lassen wollen. Und schon ist es
nichts mehr mit "Nutzung von Überschüssen" ...

> (und der
> entstehende Wasserstoff zunächst einmal in das Erdgassystem eingespeist
> werden (Beimischung bis zu 5% ist problemlos möglich).


Ja.

> M.W. gibt es aber noch nicht einmal eine entsprechende Pilotanlage.


K.A.

>> Tankstellen wären bestimmt relativ schnell bereit zu stellen.


Nö ... (aber das war ja auch nicht von Dir)

> Gut Ding will Weile haben.


Ja.

Gruß
Werner
Gernot Griese (12.11.2019, 22:21)
Am 12.11.19 um 20:23 schrieb Werner Schmidt:
> Martin Gerdes schrieb am 12.11.19 um 18:00:
> 2018 wohl 11% der möglichen Kapazität an "Erneuerbaren Energien":
> <https://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Energiewende/Strom/_documents/einspeisemanagement.html>
> => was PV nd andere einschließt. Aber gehen wir mal von 11% für die
> Windkraft aus:


PV spielt dabei praktisch keine Rolle und die 11% beziehen sich nur auf
Schleswig Holstein. In anderen Regionen war es deutlich weniger.
Bundesweit waren es 2017 für alle EE zusammen rund 5TWh gegenüber 145TWh
eingespeister Arbeit, also 3,3%

Gernot
Rupert Haselbeck (13.11.2019, 00:20)
Gernot Griese schrieb:

> Werner Schmidt:
>> Martin Gerdes schrieb:
>>> Das Verfahren ist wohl noch zu teuer. Überflüssigen Strom gibts an der
>>> Küste eine Menge, es werden ja immer wieder Windräder deswegen
>>> abgeschaltet.


So ist es

>> 2018 wohl 11% der möglichen Kapazität an "Erneuerbaren Energien":
>> <https://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Energiewende/Strom/_documents/einspeisemanagement.html>
>> => was PV nd andere einschließt. Aber gehen wir mal von 11% für die
>> Windkraft aus:


Insgesamt ist es in der Summe der dafür gezahlten Ausfallvergütungen
/deutlich/ mehr, besonders für PV-Anlagen, wie die Angaben der Netzbetreiber
zeigen

> PV spielt dabei praktisch keine Rolle und die 11% beziehen sich nur auf
> Schleswig Holstein. In anderen Regionen war es deutlich weniger.
> Bundesweit waren es 2017 für alle EE zusammen rund 5TWh gegenüber 145TWh
> eingespeister Arbeit, also 3,3%


Allein im ersten Quartal 2019 sind allein durch die erforderliche
Abregelung/Abschaltung von Windenergieanlagen mehr als 3,2 TWh elektrischer
Energie nicht ins Netz eingespeist und dennoch von den Stromkunden bezahlt
worden. Abgeschaltete PV-Anlagen sind dabei also noch nicht berücksichtigt.

Es gibt übrigens durchaus Ansätze zur Verwendung von nicht nutzbarem Strom
für die Erzeugung speicherbarer Energieträger, insbesondere Wasserstoff.
Selbst das PV-Magazin berichtete schon darüber, vgl. z.B. .
Solange sich Strom nicht speichern lässt, egal ob aufgrund technischer
Probleme oder aufgrund der Proteste von "Umweltschützern" gegen derartige
Projekte, kann es nur vernünftig sein, Strom in andere Energieträger
umzusetzen, statt abzuschalten. Und natürlich wird es nicht vermeidbar sein,
statt auf die extrem umwelt- und menschenschädlich zu produzierenden
Batterieautos den Verkehrsbereich baldigst auf Wasserstoff- oder besser noch
sonstigen, mit flüssigen Kraftstoffen, SynFuel-Betrieb umzustellen. Denn für
letztere ist seit Jahrzehnten bereits eine bestens ausgebaute Infrastruktur
und hervorragend geeignete Antriebsaggregate vorhanden.

MfG
Rupert
Gernot Griese (13.11.2019, 08:32)
Am 12.11.19 um 23:20 schrieb Rupert Haselbeck:
> Gernot Griese schrieb:
> So ist es
> Insgesamt ist es in der Summe der dafür gezahlten Ausfallvergütungen
> /deutlich/ mehr, besonders für PV-Anlagen, wie die Angaben der Netzbetreiber
> zeigen
> Allein im ersten Quartal 2019 sind allein durch die erforderliche
> Abregelung/Abschaltung von Windenergieanlagen mehr als 3,2 TWh elektrischer
> Energie nicht ins Netz eingespeist und dennoch von den Stromkunden bezahlt
> worden. Abgeschaltete PV-Anlagen sind dabei also noch nicht berücksichtigt.


Und wenn man aus diesem Strom Wasserstoff erzeugt und ins Erdgasnetz
einspeist, entspricht das etwa 0,3% des Erdgasbedarfs.

Gernot
Marc Stibane (13.11.2019, 12:28)
Rupert Haselbeck <mein-rest-muell> wrote:

> Es gibt übrigens durchaus Ansätze zur Verwendung von nicht nutzbarem Strom
> für die Erzeugung speicherbarer Energieträger, insbesondere Wasserstoff.
> Selbst das PV-Magazin berichtete schon darüber, vgl. z.B.
><https://www.pv-magazine.de/2019/08/08/power-to-gas-kann-abregelung-von-windparks-deutlich-verringern>


Kann...
So eine Power-2-Gas-Anlage ist teuer. Damit die sich irgendwann
armortisiert, muss man sie rund um die Uhr laufen lassen, nicht nur dann
wenn es gerade mal lokal zuviel Windstrom gibt.

> Solange sich Strom nicht speichern lässt, egal ob aufgrund technischer
> Probleme oder aufgrund der Proteste von "Umweltschützern" gegen derartige
> Projekte, kann es nur vernünftig sein, Strom in andere Energieträger
> umzusetzen, statt abzuschalten.


Das Problem sind nicht die fehlenden Abnehmer für den Strom, sondern
fehlende Leitungen. Man müsste also die "Umsetzer" direkt neben die
Windräder bauen. Überraschung, die stehen nicht alle am selben Ort,
sondern sind weit über das Land verteilt. Und es ist auch blöd wenn in
der Nähe des Umsetzers gerade flaute ist, 50 km weiter aber der Sturm
tobt. Also muss man die Windräder irgendwie verbinden... mit - warte,
ich komme gleich drauf - ah, Leitungen!
Was war nochmal das Problem?

Die Abregelung von EE bei zuviel Wind entfällt ab 2021 sowieso. Da
werden nämlich die letzten 7 AKWs in DE abgeschaltet, also genau solche
Kraftwerke die sich nicht mal eben drosseln lassen wenn zuviel Wind
weht. Stattdessen werden Erdgaskraftwerke einen größeren Teil der
Grundlast übernehmen, mit russischem Gas aus der NordStream-Pipeline.
Gaskraftwerke lassen sich problemlos drosseln...

Es wäre ziemlich sinnlos, stattdessen mit Windstrom Power-2-Gas zu
betreiben.
Marc Stibane (13.11.2019, 15:22)
Michael Landenberger <spamwirdgefiltert> wrote:

> Derzeit gibt es eigentlich nur ein einziges wirklich tragfähiges Konzept
> für die E-Mobilität: Plug-In-Hybride.


Mit Gasturbine:
<https://www.autogazette.de/mitsubishi/mi-tech/automessen/mitsubishi-groesstmoegliche-freiheit-mit-gasturbine-989398163.html>

| Letzten Endes hält Ingenieur Nagaoka Zero Emission, Null Emissionen
| für erreichbar. Insgesamt funktioniert dieses Antriebskonzept mit
| einem deutlich leichteren und kompakteren Plug-in-Hybridantriebs-
| strangs. Dieses Gewichts-Downsizing erlaubt eine weitere
| Verbesserung der Reichweite. Das Gewicht des Antriebsstrangs mit
| Gasturbine statt Verbrennungsmotor sei fast halbiert.

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