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Frank Kemper (17.08.2004, 13:51)
Lars Mueller <lm> haute in die Tasten:

> Daá es nicht genug Speicherplatz für eine 20, 40 oder 100 MP
> Einzelbildkamera geben wird? Diese Aussage verstehe ich allerdings auch
> überhaupt nicht.
> Daß es keine technische Weiterentwicklung wie bisher aufgrund diverser
> Beschränkungen und Grenzen geben wird? Diese Aussage habe ich schon vor
> 18 Jahren nicht geglaubt.

Ich glaube nicht, dass man sich an der Zahl der Pixel festhalten sollte.
Ich denke mal, die Masse der Menschen will, was sie immer schon wollte:
Schöne Prints in 10x15 (vielleicht irgendwann mal 10x20 Breitbild). Und
die Kameras für den Massenmarkt werden genug Pixel bieten, um diese
Auflösung beritzustellen. Dazu kommt dann vielleicht noch die Fähigkeit,
die Bilder genauso schön und knackscharf auf einem PC-Monitor oder HDTV-
Fernseher wiederzugeben, und dann ist die Markt-Grenze für
Auflösungssteigerung erreicht. In der Analog-Fotografie war's doch auch
so: Statt immer größerer Aufnahmeformate gab es immer kleinere (Pocket,
APS), die dank der neuen Filme in der Lage waren, dem Consumer sein 10x15
zu geben. Und die KB-Kompakten wurde erst dann ein Erfolg, als es gelang,
das Filmhandling zu vereinfachen. Ich glaube, dass sich
Weiterentwicklungen im Massenmarkt eher auf anderen Gebieten abspielen
werden. Die heutige Dreifachzoom-Knipse für 200 Euro hat vielleicht in
drei Jahren ein 10-fach-Zoom, einen Bildstabilisator, ein supergroßes
OLED-Display und eine WLAN-Schnittstelle, um die Bilder aus dem fest
eingebauten Gigabyte-Speicher an den Foto-Printer zu schicken. Die
Supermini-Immerdabei-Kameras könnten sogar zugunsten besserer Foto-Handys
verschwinden (die hat man ja auch immer dabei).

Was die Profi-Teile angeht, glaube ich auch eher an eine Evolution, zumal
sich Wirtschaftsgüter auch immer erst amortisieren müssen. Ich persönlich
könnte mir eine Kamera mit zwei CCD-Chips vorstellen, von denen einer
permanent den Sucher und das Display beschickt, während der andere nur
für die Aufnahme benutzt wird. Eventuell könnte man noch einen Umschalter
installieren, mit dem der Fotograf schnell zwischen optischem und
elektronischem Sucherbild hin und herschalten kann. ich erwarte für die
Profis auch bald drahtlose Übertragungsmöglichkeiten, um Bilder schnell
von der Kamera zum Abnehmer zu bekommen. Ob wir weiterhin mit so vielen
Wechseloptiken arbeiten, weiß ich nicht. Ich könnte mir eine Angleichung
zum TV-Sektor vorstellen, da werden auch sehr selten die Objektive
gewechselt.

Frank
Wolfgang Hauser (17.08.2004, 17:31)
Lars Mueller <lm> schrieb:

>Wolfgang Hauser wrote:
>Daß es nicht genug Speicherplatz für eine 20, 40 oder 100 MP
>Einzelbildkamera geben wird? Diese Aussage verstehe ich allerdings auch
>überhaupt nicht.


Nein, sondern daß Bilderdaten nicht exponentiell wachsen werden. Im
Massenmarkt wird's nie Kameras mit größeren zweistelligen
Megapixelzahlen geben, einfach weil das für die üblichen
10x15-Bildchen keinen Sinn mehr ergibt. Die Zahl der geschossenen
Bilder wird auch nicht großartig steigen, denn man kann Fotos sinnvoll
weder in rauhen Mengen produzieren noch angucken noch anderen zur
Betrachtung zumuten.

>Daß es keine technische Weiterentwicklung wie bisher aufgrund diverser
>Beschränkungen und Grenzen geben wird?


Das habe ich nicht behauptet. Nur, daß im Heimbereich eine Sättigung
bzgl. Speicherplatz in Sicht ist.

Die erste Trendumkehr vom traditionellen "schneller-höher-weiter"
bahnt sich übrigens gerade an: Beim Stromverbrauch von
Desktop-Systemen.
Armin Lang (17.08.2004, 18:13)
"Ottmar Ohlemacher" <2ohlyyyyyyy> schrieb im Newsbeitrag
news:qjer

[...]
> Qualitätsteigerung und Preisverminderung mehr möglich sind, und wo
> dieser Punkt sein wird, oder ob es "endlos" so weiter geht...


Hallo Ottmar,
ich sehe das Hauptproblem heutiger Cams bei der mangelnden
Lichtempfindlichkeit, und da ist eine weitere Erhöhung der Pixel bei
Chipgrößen von 1/1,8" und kleiner eine Entwicklung in die falsche Richtung.
Andererseits passen die großen Spiegelreflex mit CMOS Sensoren heute nicht
mehr in die Landschaft, wo alles handlicher sein soll. Auch die Frage des
Dynamikumfangs wird in den Vordergrund treten, denn hier sind die analogen
den Digis immer noch haushoch überlegen, was sicher auch mit dem 8Bit JPEG
Format zu tun hat. So gesehen hat Fuji mit der F700 vor über einem Jahr
einen interessanten Gedanken mit den zweierlei (großen und kleinen) Pixel
verfolgt. Leider war das Ganze theoretisch klug gedacht, hat praktisch aber
nicht funktioniert.

Armin
Wolfgang Exler (17.08.2004, 21:57)
Jens Ruedig <jens> wrote:

>Außerdem - schätze ich - werden sie ihre Video-Fähigkeiten ausbauen.
>Und standardmäßig GPS-tauglich sein und INfrarotempfindlich und
>drahtlosen Internetzugang haben und natürlich werden sie sich mit dem


nein.
Du wirst nur eine begrenzte Lizens für die Pixel bekommen. Die werden
automatisch nach 1 Jahr deaktiviert. Du kannst aber einen Vetrag
abschliessen, welcher gegen geringe Gebühr dir die Möglichkeit einräumt, die
Pixel ein weiteres Jahr zu betrachten.

Wolfgang
Christian Flueck (18.08.2004, 10:16)
"Wolfgang Hauser" <spamopfer> schrieb im Newsbeitrag
news:9thq

> Vielleicht versuchst Du mal zu verstehen, was ich geschrieben habe.
> Aber für jemanden ohne richtigen Namen war das wahrscheinlich zu
> kompliziert.


hallo wolfgang

dass hier in der ng ein realname (oder ein pseudonym, das nach realname
tönt) verlangt wird, kann ich akzeptieren - diese diskussion will und werde
ich hier nicht führen - ich werde mich in dieser ng nicht weiter äussern.
nur diese bemerkung loswerden möchte ich noch:
netiquette verlangen ist das eine... sachlich und anständig bleiben das
andere!
Wolfgang Hauser (18.08.2004, 12:39)
"Christian Flueck" <_> schrieb:
^^^^
Name ist jetzt da, aber keine Mailadresse. Scheinst ja größere
Probleme mit der Netiquette zu haben. :-(

>netiquette verlangen ist das eine... sachlich und anständig bleiben das
>andere!


Zur Sachlichkeit solltest Du erst mal selbst etwas beitragen, bevor Du
an andere Forderungen stellst.
Ich habe jedenfalls Mühe, Deinen Einwurf weiter oben nicht als dummes
Geschwätz aufzufassen.
Martin Schoenbeck (18.08.2004, 13:08)
Hallo Wolfgang,

Am Tue, 17 Aug 2004 17:31:28 +0200 schrieb Wolfgang Hauser:

> Nein, sondern daß Bilderdaten nicht exponentiell wachsen werden. Im
> Massenmarkt wird's nie Kameras mit größeren zweistelligen
> Megapixelzahlen geben, einfach weil das für die üblichen
> 10x15-Bildchen keinen Sinn mehr ergibt. Die Zahl der geschossenen
> Bilder wird auch nicht großartig steigen, denn man kann Fotos sinnvoll
> weder in rauhen Mengen produzieren noch angucken noch anderen zur
> Betrachtung zumuten.


Du siehst das alles viel zu rational. Die Tatsache, daß man etwas nicht
machen kann, hindert die Leute nicht, es zumindest zu versuchen. Und
zweistellige Megapixelzahlen braucht man doch allein schon für den
achtzigfach digitalen Zoom.

> Das habe ich nicht behauptet. Nur, daß im Heimbereich eine Sättigung
> bzgl. Speicherplatz in Sicht ist.


Da magst Du recht haben.

> Die erste Trendumkehr vom traditionellen "schneller-höher-weiter"
> bahnt sich übrigens gerade an: Beim Stromverbrauch von
> Desktop-Systemen.


Leiser wäre mal nicht schlecht.

Gruß Martin
M G Berberich (19.08.2004, 09:02)
On Tue, 17 Aug 2004 08:07:59 +0200, Wolfgang Hauser <spamopfer> wrote:
> "Marius Stening" <parandeh> schrieb:
> Im Massenmarkt (Web, Betrachtung per Beamer, Fernseher u.dgl,
> Papierbildchen): 3 sind ausreichend.
> Im gehobenen Amateur- und breiten Profibereich ist die Grenze des
> Sinnvollen in der Gegend von 10 MP. Nur eine Minderheit verlangt
> ernsthaft nach mehr.


Die üblichen Belichter für »Abzüge« arbeiten mit um die 200dpi bis
300dpi. Die Qualität ist hinreichend. Ein bißchen was muß die Kamera
mehr haben (wegen der Interpolation). d.h. mit 12 MPixel ist man bis
A4 auf der sicheren Seite.

MfG
bmg

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