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H. Reichert (07.02.2011, 21:53)
Hallo Leserschaft,

ich nutze seit längerem Ihre Proclear Toric, mit denen ich sehr zufrieden
bin. Gibt es für empfindliche Augen eigentlich noch was besseres?

Die Werte, die mir der Augenarzt seinerzeit vor über einem Jahr verschrieben
hatte, waren:

LINKS:

BC: 8,8

Dia: 14,4

+3,75 /-0,75 x 80

und

RECHTS:

BC: 8,8

Dia: 14,4

+3,25 /-1,25 x 100

Nun habe ich nach einer erneuten, aktuellen Untersuchung bei ihm eine neue
Brillenverordnung, erhalten, die über die folgenden Werte verfügt:

Links:

+ 3,25/ -0,75 x 85

Rechts:

+ 4,00/-1,25 x 110

Basis: je 1.2

Ich fragte dann, welche Stärke das als Kontaktlinse ausmacht- worauf er mir
sagte, daß könne dann mein Optiker sagen. Es scheint mir hier, daß mein
Augenarzt und mein Optiker konkurrieren. Denn ich habe beim Doc die
damaligen Linsen auch angepasst bekommen. Für die neuen Werte soll ich nun
plötzlich den Optiker ansprechen? Bei dem war ich neulich zum Anpassen, was
auch Geld gekostet hat. Die dort emittelten Werte wichen aber von den alten
Werten angeblich zu stark ab, so daß er mir empfahl, medizinische Hilfe in
Anspruch zu nehmen. Der Arzt hat jetzt die oben gar nicht soooo stark
abweichenden Werte herausgefunden, links ist es -soweit ich es als Laie-
sagen kann, ja sogar besser geworden, weil die Dioptrien niedriger sind.
Richtig? Also hat der Optiker auch nicht soooo besonders gearbeitet.

Kann mir einer von euch sagen, was ich brauche?

Danke + Viele Grüße,
Marc Haber (08.02.2011, 00:11)
"H. Reichert" <Hans.Reichert> wrote:
>Kann mir einer von euch sagen, was ich brauche?


Einen zweiten Optiker.

Grüße
Marc
Thomas Orlowski (22.02.2011, 01:16)
Hallo,

ab +2,5 dpt (das Plus ist wichtig) sind Kontaktlinsen etwas stärker als
Brillengläser, so dass man die Verordnungen nur dann direkt vergleichen
kann, wenn man dazu den Abstand zwischen Messbrille und Auge ("HSA")
kennt. Dann kann man die beiden ineinander umrechnen.
Veränderungen um 0,5 dpt sind nichts besonderes, es gibt Leute, bei
denen sich die Stärke im Laufe eines Tages stärker schwankt.
Wenn ein Optiker wg. starker Änderungen der Werte empfiehlt, den Arzt
aufzusuchen, dann kann es auch sein, dass er am Auge _möglicherweise_
krankheitsbedingte Veränderungen gesehen hat. Er darf so etwas nicht
benennen, auch wenn er weiß, was er gesehen hat, weil er kein Arzt ist
(deutsches Recht). Stattdessen muss er den Besuch beim Arzt empfehlen.

Nicht jeder Augenarzt passt Kontaktlinsen an, das hängt i.d.R. davon ab,
wie intensiv er sich während seiner Ausbildung mit diesem Thema befasst
hat (für die Brillenglasbestimmung gilt das analog). Neben den vielen
wichtigen medizinischen Inhalten sind bei der Ausbildung von Augenärzten
diese Themen -- eben _auch_ enthalten. Bei Augenoptikermeistern sind sie
_die_ Schwerpunktthemen des Studiums, ähnlich auch bei FH-Absolventen
der Augenoptik.

Wenn sich die Werte zu stark unterscheiden, kann durchaus die Messung
durch einen anderen Optiker eine Option sein (Tageszeit beachten,
Medikamente? Irgendwelche anderen Einflüsse?).

Klar kostet diese Leistung etwas. Damit der Optiker
(Meister/Dipl.-Ing./Bachelor) das machen darf muss er ein paar Jahre
studieren und außer seinen Kunden zahlt ihm das keiner. Da eine
Fehlsichtigkeit keine Krankheit ist, wir die Korrektur von der Kasse
nicht mehr bezahlt, auch nicht die Messung der Stärke. (Für den Arzt
gilt das ebenso, Ausnahme ist, wenn Verdacht auf ein Krankheit besteht.)

Viel Text, vielleicht hilt einiges davon.

Viele Grüße,
Thomas.
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