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Andreas Keppler (04.12.2018, 14:58)
Hallo zusammen,

ich habe ein älteres Notebook, für das es wohl nicht mehr lange
Fremdakkus zum nachkaufen geben könnte.
Habe das Notebook mehrmals im Haus und würde mir gerade zwei oder drei
neue Akkus kaufen und diese länger lagern, falls die aktuellen mal
kaputt gehen.

Wie gefüllt (75%?) lagere ich die neuen ein bis zwei Jahre?
(mit halbjährlichem Nachladen....)

Im Kühlschrank in einer luftdichten Tüte?
(Falls sie irgendwas ausgasen....)

Oder im Keller?
(der allerdings deutlich wärmer ist!)

Vielen Dank und viele Grüße
Andreas
Marcel Mueller (04.12.2018, 21:29)
Am 04.12.18 um 13:58 schrieb Andreas Keppler:
> ich habe ein älteres Notebook, für das es wohl nicht mehr lange
> Fremdakkus zum nachkaufen geben könnte.
> Habe das Notebook mehrmals im Haus und würde mir gerade zwei oder drei
> neue Akkus kaufen und diese länger lagern, falls die aktuellen mal
> kaputt gehen.


2-3 in Reserve? Willst Du das Teil noch weitere 10 Jahre betreiben?
Glaubst Du dass das Gerät noch so lange hält?

> Wie gefüllt (75%?)


Zwischen 50% und 75% ist gut.
Theoretisch geht auch weniger, aber dann riskiert man bei langer
Lagerung eine Tiefentladung durch die Selbstentladung. Die ist bei
Li-Akkus zwar eher gering, aber eben auch nicht null.

> lagere ich die neuen ein bis zwei Jahre?


In zwei Jahren möchtest Du 3 Akkusätze verschleißen? Das ist krass.

> (mit halbjährlichem Nachladen....)


Nachladen bringt nichts, weil der Ladezustand unbekannt ist. Der
Ladezustand kann nur im komplett vollen oder komplett leeren Zustand
ermittelt werden.
Ein Regenerationszyklus muss also den Akku voll laden und dann wieder
Teilentladen. Dafür genügt es auch einmal im Jahr.

> Im Kühlschrank in einer luftdichten Tüte?
> (Falls sie irgendwas ausgasen....)


Die Brandgefahr würde mich im Kühlschrank eher stören. Wenn da was
passiert, ist die Hütte weg. Und gerade alte Billigakkus sind nicht eben
die besten

> Oder im Keller?
> (der allerdings deutlich wärmer ist!)


Das genügt. Vorzugsweise in einer Metallkiste oder einem Metallregal,
dann stinkt's im Zweifel nur.

Eines sollte klar sein: Li-Akkus altern immer, ob man sie nutzt oder
nicht. Durch optimale Lagerung kann man die Haltbarkeit allerdings
verlängern. Vor allem voll geladen ist die Alterung stark beschleunigt.
Mehr als ein Faktor 2 holt man damit aber nicht.

Ich würde mir ehrlich gesagt nicht mehr als einen Akku hinlegen. Bei
ordentlicher Nutzung sind das mit dem Eingebauten zusammen schon mehr
als 4 Jahre. Wenn der dann irgendwann platt ist, kann man immer noch
weiter sehen. Entweder gibt es dann noch Neuware oder man tauscht die
Zellen. Das ist zwar fragil und nicht ganz ungefährlich, kann aber auch
durch Dienstleister erledigt werden. Etwas anderes als 18650 ist da
ohnehin kaum verbaut.

Marcel
Peter Eggebrecht (04.12.2018, 23:34)
Andreas Keppler (andreas.keppler) schrieb:

[...]
>Wie gefüllt (75%?) lagere ich die neuen ein bis zwei Jahre?
>(mit halbjährlichem Nachladen....)


Google hilft: Wie akku lagern


Umgang-mit-Akkus-bei-mobilen-Geraeten-3200036.html

Und wenn das nicht genuegt, all die anderen Links dazu....

Gruss Peter
Martin Gerdes (05.12.2018, 08:19)
peter-eggebrecht (Peter Eggebrecht) schrieb:

>[...]
>>Wie gefüllt (75%?) lagere ich die neuen ein bis zwei Jahre?
>>(mit halbjährlichem Nachladen....)


>Google hilft: Wie akku lagern


>
>Umgang-mit-Akkus-bei-mobilen-Geraeten-3200036.html


>Und wenn das nicht genuegt, all die anderen Links dazu....


Besonders treffend finde ich diesen Nutzerkommentar:

| Was soll der Quatsch?

| 1) Akkus sind Verschleißteile. Ich lagere die Reifen meines Autos
| auch nicht im Keller.

| 2) Bei meinem Mobilgeräten ist mir vor allem die praktische
| Laufzeit wichtig. Und die ist nun mal am höchsten, wenn der Akku
| voll geladen ist.

Man kauft sinnvollerweise keine Akkus auf Reserve (maximal einen, wer
das unbedingt braucht).
Marcel Mueller (05.12.2018, 09:49)
Am 05.12.18 um 07:19 schrieb Martin Gerdes:
> Besonders treffend finde ich diesen Nutzerkommentar:
> | Was soll der Quatsch?
> | 1) Akkus sind Verschleißteile. Ich lagere die Reifen meines Autos
> | auch nicht im Keller.


"... statt sie zu fahren", fehlt da noch. ;-)

Tatsächlich kann man die Lebensdauer des Li-Akkus deutlich verkürzen,
wenn man ihn ständig knallvoll hält. Die internen Zersetzungsprozesse
hängen nämlich maßgeblich von der Spannung der Zellen ab. Und die steigt
in den letzten paar % der Redoxpotentialkurve noch mal deutlich an.
Insofern kann es schon klug sein, am Anfang nicht immer gleicht wieder
auf knallvoll zu laden, wenn mal 10% raus sind. Dann hat man in zwei
Jahren, wenn die Reichweite nachlässt bessere Werte.
Ebenso altern die Akkus schneller, wenn sie immer komplett leer gefahren
werden. Das liegt daran, dass sie sich dabei mechanisch ausdehnen, was
aufgrund des festen Außenvolumens einen erheblichen inneren Druck
erzeugt, also mechanischer Stress.

Aber Trotzdem ist der Vorschlag, /immer/ zwischen 20% und 70% zu
bleiben, hochgradig kontraproduktiv. Dabei würde sowohl die Kalibrierung
als auch das Balancing nicht funktionieren. Dafür ist es erforderlich,
dass der Akku ab und an mal (fast) ganz voll und auch mal (fast) ganz
leer ist - nicht notwendigerweise innerhalb eines Zyklus. Aber es
reicht, wenn das alle paar Monate oder wenigstens einmal im Jahr passiert.

Heißt, das einzig wirklich Gute, was man bei Geräten, die oft am Netz
hängen, tun kann, ist, die Ladeschwelle so einzustellen, dass vielleicht
erst bei unter 80% mit der Ladung begonnen wird. Damit reduziert man die
Zeit, die der Akku über 95% verbringt deutlich.
Auch kann man das Ladeende /leicht/ herabsetzen. Wenn man nur auf 97%
auflädt, ist das kaum ein spürbarer Unterschied, reduziert aber schon
die Ladeschlussspannung merklich. Zum Ende hin wird es nämlich steil.
Aber man sollte dabei nie zu niedrig werden, den das Balancing der
Zellen zum Ausgleich von Fertigungstoleranzen funktioniert nur in den
letzten paar Prozent der Ladekurve. Die genauen Werte unterscheiden sich
je nach Gerät und Ladecontroller, aber als Hausnummer hat sich >95% bewährt.
Bei Notebooks habe ich mit mit diesen Maßnahmen schon oft >400 Zyklen
bei >90% Nennkapazität geschafft. Der aktuelle hat bei 237 Zyklen noch
110% Nennkapazität - das ist praktisch der Initialwert, der durch
Toleranzen auch mal über dem Soll liegt.
Leider kann man diese Parameter nicht bei jedem Gerät einstellen. Und
die Standardeinstellungen sind seltenst auf Akkulebensdauer optimiert,
wäre das doch ökonomisch kontraproduktiv.

Bei Geräten, die nur einen kleinen Teil der Zeit am Strom hängen
(Smartphone), ist das aber wenig wirksam. Sie verbringen ohnehin keinen
großen Teil der Zeit mit knallvollem Akku. Nur dann, wenn man sie ewig
lang am Ladegerät lässt. Und dann hilft aber auch nur der zweite
Parameter, das Ladeende. Und der hat nur begrenzte Wirksamkeit.

Eine smartere Einstellmöglichkeit, wie z.B. normalerweise nur auf 90% zu
laden aber bei jedem 10. Zyklus auf 100% zu gehen, ist mir noch nicht
untergekommen. Das würde die Standzeit der Akkus gegenüber der
Standardeinstellung (knallvoll) sicherlich um 50%-100% erhöhen.

> | 2) Bei meinem Mobilgeräten ist mir vor allem die praktische
> | Laufzeit wichtig. Und die ist nun mal am höchsten, wenn der Akku
> | voll geladen ist.


Ja, allerdings zählt auch die Laufzeit nach zwei Jahren Nutzung mit
rein, und die ist dann unter Umständen schlechter. Insofern kann es
schon klug sein, gerade am Anfang mal einen Gang runter zu schalten.

Nach meinen Erfahrungen gibt es für jeden Einsatzzweck eine praktische
Grenze der Laufzeit, unterhalb derer die Nutzung erheblich eingeschränkt
ist. Diese ist aber absolut (in Stunden oder Tagen) nicht in Prozent.
Deshalb scheint es oft, als würden die Akkus von Geräten, die am Anfang
eine sehr hohe Laufzeit aufweise, auch länger halten. Praktisch ist es
aber eher so, dass man diese Akkus halt runterreiten kann, bis sie nur
noch 40% Nennkapazität haben. Bei Geräten, die schon am Anfang auf Kante
genäht sind, ist hingegen möglicherweise schon bei 70% Nennkapazität der
Leidensdruck hoch.

> Man kauft sinnvollerweise keine Akkus auf Reserve (maximal einen, wer
> das unbedingt braucht).


Ack!

Marcel
Michael Unger (05.12.2018, 19:14)
On 2018-12-04 20:29, "Marcel Mueller" wrote:

> [...]
> [...] Entweder gibt es dann noch Neuware oder man tauscht die
> Zellen. Das ist zwar fragil und nicht ganz ungefährlich, kann aberauch
> durch Dienstleister erledigt werden. Etwas anderes als 18650 ist da
> ohnehin kaum verbaut.


Dass so etwas von (spezialisierten) Dienstleistern erledigt wird, ist
mir neu. Kannst Du da nähere Hinweise geben? Ich hätte nämlich
Kandidaten, für die es keine Akkus mehr gibt.

(Die Notebooks sind aus einer Zeit, als es noch wirklich gute Displays
gab; "wirtschaftlicher Totalschaden" würde es also nicht treffen, und
die Leistung ist für "normale" Aufgaben immer noch gut ausreichend.)

Michael
Marc Haber (05.12.2018, 21:00)
Michael Unger <spam.to.unger> wrote:
>(Die Notebooks sind aus einer Zeit, als es noch wirklich gute Displays
>gab; "wirtschaftlicher Totalschaden" würde es also nicht treffen, und
>die Leistung ist für "normale" Aufgaben immer noch gut ausreichend.)


In Thinkpad-Generationen gesprochen waren die Displays zu *30 und
*40-Zeiten (also z.B. T430, T440) eher schlecht; das T450 das ich bei
einem Kunden mal hatte war ok (und Full HD); mein jetziges X260 hat
auch ein hervorragendes Display.

Also: Wegen der Displayqualität muss man sich 2018 nicht mehr an
hoffnungslos veralteter Hardware festklammern.

Grüße
Marc
Peter Eggebrecht (07.12.2018, 14:32)
On Wed, 05 Dec 2018 18:14:49 +0100, Michael Unger
<spam.to.unger> wrote:
> (Die Notebooks sind aus einer Zeit, als es noch wirklich gute Displays
> gab; "wirtschaftlicher Totalschaden" würde es also nicht treffen, un=
> d


..... 4:3 Format mit Plasma also ....

Ips Displays gab es m.E. in diesem Format noch nicht.

Mit Einzug der i7 CPU steht bis heute genug Leistung zur Verfügung,
Einzig Gewicht und Energiehaushalt regen mich zum Wechsel an...naja,
auch das Design..;-)
Bastian Lutz (07.12.2018, 19:48)
Hallo Andreas!

Am 04.12.2018 um 13:58 schrieb Andreas Keppler:
> ich habe ein älteres Notebook, für das es wohl nicht mehr lange
> Fremdakkus zum nachkaufen geben könnte.
> Habe das Notebook mehrmals im Haus und würde mir gerade zwei oder drei
> neue Akkus kaufen und diese länger lagern, falls die aktuellen mal
> kaputt gehen.


Aufgrund deines ersten Satzes vermute ich aufgrund bisheriger Berichte
aus Fachzeitschriften bzw. eigener Erfahrungen (insb. mit Dumbphones),
dass aktuell kaeufl. Akkus bereits ein paar Jahre suboptimal gelagert
wurden. Und dafuer willst du Geld ausgeben?

Idealerweise weisst du, was da fuer Zellen in den Akkupacks drin sind
und dass die oder kompatible Zellen noch produziert wurden. Dann kann
man bei Bedarf den Akkupack zerlegen und eben nur die Zellen ersetzen.
Dabei sind "Kleinigkeiten" zu beachten, wie z. B. dass evtl. der Chip im
Akkupack umprogrammiert werden muss bzw. generell durchaus die Gefahr
besteht, dass vor allem Li-basierte Zellen die Ladeelektronik doch nicht
moegen und dir das optisch (Rauch/Flammen was sich auch z. B. auf das
ganze Haus ausbreiten kann) bzw. haptisch (schmerzhaft hohe Temperatur)
"mitteilen".

Im ernst: Checke zunaechst ob die Geraete mit ausgebauten Akkus
vernuenftig funktionieren. Dann schau ob's Drittanbieter-Loesungen gibt,
die du quasi als Netzteil anschliessen kann (Spannung beachten die aus
dem Netzteil kommt, ggf. Spannungsregler etc.). Ggf. braucht du noch den
Spezial-Stromstecker fuer das Notebook den du dort dranmachen muss. Kann
auch von einem defekten Netzteil mit passendem Stecker sein (Achtung,
oftmals ist da Adernbruch im Bereich des Steckers ein Problem und alles
fest vergossen...).
Oder benutze die Dinger als "Immobilien"...

Achja: Laeuft auf den Dinger noch ein paar Jahre ein bzw. ein spaeteres
OS, was noch mit Sicherheitsupdates versorgt wird? Bzw. sind dir die
Dinger wirkl. noch schnell genug? Evtl. doch mal in was neueres
investieren, kann ja z. B. jederzeit passieren, dass die Verbindungen
zwischen dem BGA-Gehaeuse der GPU in die Brueche gehen oder Elkos
ausgetrocknet sind die man evtl. schlecht wechseln kann warum auch immer.

Also in die alten Dinger wuerde ich vermutl. nix mehr investieren,
hoechstens noch bis zum Gehtnichtmehr benutzen.

Bastian Lutz
Martin Gerdes (08.12.2018, 14:41)
Marcel Mueller <news.5.maazl> schrieb:


>"... statt sie zu fahren", fehlt da noch. ;-)


>Tatsächlich kann man die Lebensdauer des Li-Akkus deutlich verkürzen,
>wenn man ihn ständig knallvoll hält.


So what?

>Die internen Zersetzungsprozesse hängen nämlich maßgeblich von derSpannung
>der Zellen ab. Und die steigt in den letzten paar % der Redoxpotentialkurve
>noch mal deutlich an.


Was auch immer "die letzten paar Prozent" sind. Die Hersteller sind
diesbezüglich im Zwiespalt. Einerseits möchte der Nutzer diese letzten
paar Prozent an Ladung/Entladung haben, andererseits verkürzt die
Nutzung der Extrema der Lade/Entladekurve in der Tat die Lebensdauer
eines Akkus. Ich als Nutzer sehe mich diesbezüglich allerdings den
Herstellervorgaben ausgeliefert: Mein Gerät lädt so und entlädt so,wie
der Hersteller das vorgesehen hat. Der _Hersteller_ kann diesbezüglich
sehr wohl etwas machen (etwa einen Ladestand von 95% als "voll" zu
bezeichnen und nicht ständig zu laden, wenn das Netzteil angeschlossen
ist, sondern nur iterativ), aber ich als Nutzer kann das nicht.

Ich habe immer belächelt, wenn Kollegen den Akku aus ihrem Laptop
herausgerissen haben, wenn sie das Gerät am Netz betrieben: Entweder
habe ich ein grundsätzlich mobiles Gerät oder ich habe es nicht. Und
wenn ich ein grundsätzlich mobiles Gerät haben möchte, dann hat das
einen Akku drin, um den ich mich in der Bedienung so wenig wie möglich
kümmern möchte.

Mein Notebook lief mit neuem Akku bei meiner Einstellung um die 4
Stunden. Das ist über die Jahre schlechter geworden; als die
Akkulaufzeit auf unter einer Stunde herunter war (nach etwa 4 Jahren),
habe ich mir für schmale 50 Euro oder so einen neuen Akku gekauft, mit
dem das Gerät dann wieder 4 Stunden lief. Dieser Zweitakku ist nun
wieder auf etwa 2 Stunden herunter (was mich für meine Anwendung noch
kaum beißt). Wenn der wieder auf unter einer Stunde ist, kaufe ich mir
wieder einen neuen (wenn ich den Rechner dann noch behalten will).

Und wenn ich das Gerät (wie meistens) stationär betreibe, hängt es am
Netzteil, und dann lädt die Ladeschaltung halt oder sie lädt nicht, wie
der Hersteller das vorgesehen hat.

Ich mache mir keinen großen Kopf darum.

>Insofern kann es schon klug sein, am Anfang nicht immer gleicht wieder
>auf knallvoll zu laden, wenn mal 10% raus sind. Dann hat man in zwei
>Jahren, wenn die Reichweite nachlässt bessere Werte.


Ja, ja.

>Ebenso altern die Akkus schneller, wenn sie immer komplett leer gefahren
>werden. Das liegt daran, dass sie sich dabei mechanisch ausdehnen, was
>aufgrund des festen Außenvolumens einen erheblichen inneren Druck
>erzeugt, also mechanischer Stress.


Auch das mag sein, kümmert mich aber nicht.

>Aber trotzdem ist der Vorschlag, /immer/ zwischen 20% und 70% zu
>bleiben, hochgradig kontraproduktiv. Dabei würde sowohl die Kalibrierung
>als auch das Balancing nicht funktionieren. Dafür ist es erforderlich,
>dass der Akku ab und an mal (fast) ganz voll und auch mal (fast) ganz
>leer ist - nicht notwendigerweise innerhalb eines Zyklus. Aber es
>reicht, wenn das alle paar Monate oder wenigstens einmal im Jahr passiert.


>Heißt, das einzig wirklich Gute, was man bei Geräten, die oft am Netz
>hängen, tun kann, ist, die Ladeschwelle so einzustellen,


.... so der Hersteller die Möglichkeit vorgesehen hat, daß der Nutzer das
einstellen kann. Das ist m.W. bei manchen Thinkpads der Fall, bei meinem
Consumerschrott-Gerät aber nicht.

Apropos Consumerschrott: Erinnerst Du Dich noch an die heißen
Diskussionen hierzugroup über "Businessnotbooks" und "Consumerschrott"?
Die damals so hochaktiven Mitglieder der Church of Thinkpad sind
mittlerweile so gut wie verdunstet, aber ich bin immer noch da und tippe
immer noch auf diesem fürchterlichen Consumerschrottnotebook (das es mir
eigentlich immer noch tut).

>dass vielleicht erst bei unter 80% mit der Ladung begonnen wird. Damit
>reduziert man die Zeit, die der Akku über 95% verbringt deutlich.


Ja, ja.

>Auch kann man das Ladeende /leicht/ herabsetzen. Wenn man nur auf 97%
>auflädt, ist das kaum ein spürbarer Unterschied, reduziert aber schon
>die Ladeschlussspannung merklich. Zum Ende hin wird es nämlich steil.
>Aber man sollte dabei nie zu niedrig werden, denn das Balancing der
>Zellen zum Ausgleich von Fertigungstoleranzen funktioniert nur in den
>letzten paar Prozent der Ladekurve. Die genauen Werte unterscheiden sich
>je nach Gerät und Ladecontroller, aber als Hausnummer hat sich >95% bewährt.


>Bei Notebooks habe ich mit mit diesen Maßnahmen schon oft >400 Zyklen
>bei >90% Nennkapazität geschafft. Der aktuelle hat bei 237 Zyklen noch
>110% Nennkapazität - das ist praktisch der Initialwert, der durch
>Toleranzen auch mal über dem Soll liegt.


>Leider kann man diese Parameter nicht bei jedem Gerät einstellen. Und
>die Standardeinstellungen sind seltenst auf Akkulebensdauer optimiert,
>wäre das doch ökonomisch kontraproduktiv.


Was kommt jetzt? Ein Essay über geplante Obsoleszenz? Ich habe hier
einen akkubetriebenen Haarschneider, dessen Akku nach vermutlich 10+
Jahren so langsam schlapp macht. Einmal Haareschneiden geht noch, aber
es ist dazu ratsam, das Gerät frisch aufzuladen. Laut Dokumentation soll
das Gerät auf Akku 40 Minuten lang laufen, das tut es aktuell garantiert
nicht. Ich habe es neulich mal geöffnet, ich würde mal sagen, das ging
mustergültig. Allerdings ist eine Spezialform eines Akkus verbaut, die
ich so noch nie gesehen habe (AA-Größe, aber an beiden Enden mit einem
kleinen Pin versehen, der zwar für eine sehr gute Kontaktgabe in der
Fassung sorgt, aber halt speziell ist). Man bekommt den Akku sogar noch
nach, aber er ist (da speziell) verhältnismäßig teuer. Ich habe mich
noch nicht entschieden, was ich mache. Weiter warten (tut ja noch), Akku
gegen Originalbauart tauschen (kostet halt) oder Fassung aus- und
Standardakku einbauen (dazu muß man löten, das kann ich aber ja).

Solange das Gerät als solche tut, werde ich es nicht austauschen.

Von Stefan Schridde ("Murks? Nein danke!") habe ich schon länger nichts
mehr gehört
Offensichtlich ist geplante Obsoleszenz doch nicht das
allesbeherrschende Thema in der Wirtschaft.

>Bei Geräten, die nur einen kleinen Teil der Zeit am Strom hängen
>(Smartphone), ist das aber wenig wirksam. Sie verbringen ohnehin keinen
>großen Teil der Zeit mit knallvollem Akku.


Doch. Zumindest meins tut das, ich sehe auch keine praktikable
Möglichkeit, das zu verhindern.

Mein Smartphone lädt recht langsam, von den 40-60% Ladung, die es abends
noch hat, braucht es ein bis zwei Stunden, bis es wieder voll ist. Die
bekomme ich in meinem Tagesablauf nicht sinnvoll gestaut, abgesehen
davon, daß ich nicht für die Bedürfnisse meines Smartphones leben
möchte.

Also lade ich das Ding über Nacht auf dem Nachtisch, es hängt also viele
Stunden täglich am Ladegerät. Ein einziges Mal bin ich an den Rand der
Akkuladung gekommen, so daß ich fürchtete, das Gerät läßt mich im Stich,
obwohl ich genau wußte, daß ich es für einen bestimmten Zweck noch
brauchte (und vorher nicht nachladen konnte). Also achte ich darauf, daß
der Akku voll ist, bevor ich das Haus verlasse, selbst wenn das auf die
Akkulebensdauer geht.

>Nur dann, wenn man sie ewig lang am Ladegerät lässt. Und dann hilft aber
>auch nur der zweite Parameter, das Ladeende. Und der hat nur begrenzte
>Wirksamkeit.


>Eine smartere Einstellmöglichkeit, wie z.B. normalerweise nur auf 90% zu
>laden aber bei jedem 10. Zyklus auf 100% zu gehen, ist mir noch nicht
>untergekommen. Das würde die Standzeit der Akkus gegenüber der
>Standardeinstellung (knallvoll) sicherlich um 50%-100% erhöhen.


Angesichts der Tatsache, daß bei modernen Smartphones der Akku nicht
mehr (einfach) wechselbar ist, würde ich das fürs nächste Gerät
begrüßen. Aber erstmal brauche ich mein altes auf.

>> | 2) Bei meinem Mobilgeräten ist mir vor allem die praktische
>> | Laufzeit wichtig. Und die ist nun mal am höchsten, wenn der Akku
>> | voll geladen ist.


>Ja, allerdings zählt auch die Laufzeit nach zwei Jahren Nutzung mit
>rein, und die ist dann unter Umständen schlechter.


Mag sein. So man den Akku selbst wechseln kann, kann man dann bei einer
individuellen Schwelle sich einen neuen Akku kaufen.

>Insofern kann es schon klug sein, gerade am Anfang mal einen Gang
>runterzuschalten.


So das Gerät eine solche Einstellung bietet.

>Nach meinen Erfahrungen gibt es für jeden Einsatzzweck eine praktische
>Grenze der Laufzeit, unterhalb derer die Nutzung erheblich eingeschränkt
>ist. Diese ist aber absolut (in Stunden oder Tagen) nicht in Prozent.
>Deshalb scheint es oft, als würden die Akkus von Geräten, die am Anfang
>eine sehr hohe Laufzeit aufweise, auch länger halten. Praktisch ist es
>aber eher so, dass man diese Akkus halt runterreiten kann, bis sie nur
>noch 40% Nennkapazität haben. Bei Geräten, die schon am Anfang auf Kante
>genäht sind, ist hingegen möglicherweise schon bei 70% Nennkapazität der
>Leidensdruck hoch.


Mag sein.
Marcel Mueller (09.12.2018, 01:00)
Am 08.12.18 um 13:41 schrieb Martin Gerdes:
> Was auch immer "die letzten paar Prozent" sind. Die Hersteller sind
> diesbezüglich im Zwiespalt. Einerseits möchte der Nutzer diese letzten
> paar Prozent an Ladung/Entladung haben, andererseits verkürzt die
> Nutzung der Extrema der Lade/Entladekurve in der Tat die Lebensdauer
> eines Akkus. Ich als Nutzer sehe mich diesbezüglich allerdings den
> Herstellervorgaben ausgeliefert: Mein Gerät lädt so und entlädt so, wie
> der Hersteller das vorgesehen hat.


Also, bei meinem Notebook kann man das einstellen, Und es machte im
unfreiwilligen Experiment grob einen Faktor 2 in der Lebensdauer aus.

> Ich habe immer belächelt, wenn Kollegen den Akku aus ihrem Laptop
> herausgerissen haben, wenn sie das Gerät am Netz betrieben:


Mit recht. Ist er doch dann immernoch knallvoll. ;-)

> Mein Notebook lief mit neuem Akku bei meiner Einstellung um die 4
> Stunden. Das ist über die Jahre schlechter geworden; als die
> Akkulaufzeit auf unter einer Stunde herunter war (nach etwa 4 Jahren),
> habe ich mir für schmale 50 Euro oder so einen neuen Akku gekauft, mit
> dem das Gerät dann wieder 4 Stunden lief. Dieser Zweitakku ist nun
> wieder auf etwa 2 Stunden herunter (was mich für meine Anwendung noch
> kaum beißt). Wenn der wieder auf unter einer Stunde ist, kaufe ich mir
> wieder einen neuen (wenn ich den Rechner dann noch behalten will).


Mit 2 * 4 Jahren könnte ich gut leben, aber der Akku, der über
Standardeinstellungen geladen wurde, war bei mir schon nach knapp 2
Jahren platt. (Business-Nutzung)

> Und wenn ich das Gerät (wie meistens) stationär betreibe, hängt es am
> Netzteil, und dann lädt die Ladeschaltung halt oder sie lädt nicht, wie
> der Hersteller das vorgesehen hat.


Hier lade ich auch immer am Schreibtisch. Allerdings ist das höchstens
die Hälfte der Zeit, eher weniger.

>> Heißt, das einzig wirklich Gute, was man bei Geräten, die oft am Netz
>> hängen, tun kann, ist, die Ladeschwelle so einzustellen,

> ... so der Hersteller die Möglichkeit vorgesehen hat, daß der Nutzer das
> einstellen kann. Das ist m.W. bei manchen Thinkpads der Fall, bei meinem
> Consumerschrott-Gerät aber nicht.


Sind die Thinkpads wirklich die einzigen, die das Können?
Zugegeben, meine letzten 2 waren Thinkpads.

> Apropos Consumerschrott: Erinnerst Du Dich noch an die heißen
> Diskussionen hierzugroup über "Businessnotbooks" und "Consumerschrott"?
> Die damals so hochaktiven Mitglieder der Church of Thinkpad sind
> mittlerweile so gut wie verdunstet, aber ich bin immer noch da und tippe
> immer noch auf diesem fürchterlichen Consumerschrottnotebook (das es mir
> eigentlich immer noch tut).


Naja, mittlerweile sind die Thinkpads ja auch nicht mehr das, was sie
mal waren. Ich habe jetzt ein L530, was schon ziemlich oft getauscht
wurde, weil jedes mal irgendetwas anderes kaputt war. (Einschalter,
Netzwerk, Laderegler, was weiß ich noch) Vorher hatte ich T61, das war
trotz T-Serie auch nicht wirklich besser. (Display, und 2 mal
Totalausfall/Mainboard) Besonders spannend: der Lenovo Next-Business-Day
Service. Es hat 2 Wochen gedauert, bis die mal einen Business-Day
hatten. :-/ Und die Tastaturbeschriftung war nach ca. 2 Jahren bei oft
benutzten Tasten weg.
Die mechanisch guten Thinkpad-Tastaturen gibt es auch nur noch in der
Oberklasse. Das L530 hat schon eine Gumminoppentastatur, also wie bei
einer Fernbedienung. Die ist zwar für ihre Technik ganz ordentlich, mehr
aber auch nicht.

Aber privat habe ich noch ein alter R61i im Einsatz, was vorher auch 5
Jahre Business-Einsatz überlebt hatte. Das Ding ist noch einwandfrei und
hat meines Wissens auch nie eine Reparatur erfahren. Noch robuster,
(allerdings auch älter) waren die R52/53. Obwohl nicht einmal
Businessklasse haben die bei uns in der Firma ganze Notebookgenerationen
überrundet, und das waren Business-Serien, wie z.B. Toshiba Tecra.
Zuweilen war das zum Leidwesen der Besitzer, denn andere Nutzer haben
nicht so lange auf neue Geräte warten müssen - womit man mal sieht,
worauf es vielen ankommt: auf etwas /Neues/, selbst wenn es der letzte
Mist ist.

>> Leider kann man diese Parameter nicht bei jedem Gerät einstellen. Und
>> die Standardeinstellungen sind seltenst auf Akkulebensdauer optimiert,
>> wäre das doch ökonomisch kontraproduktiv.

> Was kommt jetzt? Ein Essay über geplante Obsoleszenz? Ich habe hier
> einen akkubetriebenen Haarschneider, dessen Akku nach vermutlich 10+
> Jahren so langsam schlapp macht.


Lass mich raten: NiMH oder gar NiCd. Sei dir versichert, der vom
nächsten Gerät (LiXX) wird weniger lange halten.

>> Bei Geräten, die nur einen kleinen Teil der Zeit am Strom hängen
>> (Smartphone), ist das aber wenig wirksam. Sie verbringen ohnehin keinen
>> großen Teil der Zeit mit knallvollem Akku.

> Doch. Zumindest meins tut das, ich sehe auch keine praktikable
> Möglichkeit, das zu verhindern.


? - Wie bekommt man das hin? Fest an der Wand verbaut?

> Mein Smartphone lädt recht langsam, von den 40-60% Ladung, die es abends
> noch hat, braucht es ein bis zwei Stunden, bis es wieder voll ist.


Voll dauert bei LiIon immer lange. Aber bis 80% geht es i.a. ziemlich
schnell.

> Also lade ich das Ding über Nacht auf dem Nachtisch, es hängt also viele
> Stunden täglich am Ladegerät.


Naja, abzüglich Ladezeit höchstens 1/4 der Zeit. Das dürfte wohl gängige
Praxis sein.
Bei Notebooks kommt man aber je nach Nutzungsprofil durchaus auf mehr
als das Doppelte.

> Angesichts der Tatsache, daß bei modernen Smartphones der Akku nicht
> mehr (einfach) wechselbar ist, würde ich das fürs nächste Gerät
> begrüßen.


Ack. Aber das ist schwer auf dem Rückmarsch.
Ich meine, es soll ja Leute gegeben haben, die die Dinger gebraucht noch
weiterverkauft haben, und dann haben sich deren Käufer einfach so kein
neues gekauft.

Marcel
Marc Haber (09.12.2018, 12:56)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Naja, mittlerweile sind die Thinkpads ja auch nicht mehr das, was sie
>mal waren.


Die Church of Thinkpad befasste sich immer nur mit T-, X- und
W-Thinkpads; allerdings aus einer Zeit, zu der es "darunter" unter der
Thinkpad-Marke einfach nichts gab. Seit die Marke zu Lenovo gehört,
versucht Lenovo mit billigerem Plastikschrott den guten Ruf der Marke
Thinkpad verkaufsfördernd einzusetzen, was natürlich über lange Sicht
die Marke schwächen wird.

Möchte man heute Qualität haben, braucht man T oder X. Dem Hörensagen
nach wurde die W-Reihe ("Workstation") durch die P-Reihe
("Performance") ersetzt, aber ein P-Thinkpad habe ich nie in der Hand
gehabt und kann es deswege nicht beurteilen.

[..]
>Oberklasse. Das L530 hat schon eine Gumminoppentastatur, also wie bei
>einer Fernbedienung. Die ist zwar für ihre Technik ganz ordentlich, mehr
>aber auch nicht.


Mein erstes "eigenes" Thinkpad war ein T60, das unkaputtbar war, und
dann durch ein ebenbürtiges T520 ersetzt wurde. Dass mir in inzwischen
sieben Jahren T520 zwei Geräte verstorben sind, kann ich ihnen
nachsehen; bei mir Notebook sein ist kein Spaß. Das erste, neu
gekaufte T520 hat lange genug gehalten, dass das gebrauchte
Ersatzgerät unter 400 Euro gekostet hat. Damit kann ich leben,
immerhin verdiene ich mit den Dingern mein Geld. Mein aktuelles
Arbeitsgerät ist ein X260; inzwischen habe ich sogar mit der "neuen"
Tastatur meinen Frieden geschlossen.

In unserem Katzenhaushalt haben die täglich genutzten 520er etwa alle
6-9 Monate eine neue Tastatur gebraucht; meist weil bei der brutalen
Reinigungsaktion irgend ein kleines Plastikteil abgebrochen ist. So
lange die komplette Ersatztastatur unter 40 Euro kostet und auch nach
sieben Jahren noch auf Fingerschnipps erhältlich ist, kann ich damit
leben. Das X260 ist jetzt seit einem halben Jahr hier; man sieht der
Tastatur die tägliche zehn- bis vierzehnstündige Benutzung an, aber
sie funktioniert noch tadellos. Dem Vernehmen nach soll der
Tastaturwechsel beim "von unten" zu wartenden X260 auch eine größere
Operation sein als bei den T-Thinkpads, wo die Tastatur das erste Teil
ist, das man zum Disassembly ausbaut.

Kein besonders großer Wurf waren die T61- und T61p-Geräte
(Flexingfehler, besonders beim Grafikchip, bei vielen Notebooks
verschiedenster Hersteller diesre Baujahre verbreitet - es hat eine
Weile gedauert, bis BGA-Chips wirklich langfristig belastbar verbaut
werden konnten) und die [TX][245]40er Serie mit nahezu unbenutzbarem
Touchpad. Ja, ich bin hier ein untypischer Thinkpad-Nutzer, ich
brauche ein Touchpad und finde den Nippel eher unpraktisch und
störend.

Zu Zeiten der [TX][245][345]0er Serie war es auch Glückssache, ein
angemessen hoch auflösendes Display ab Werk zu bekommen - von weniger
als 1000 Punkten in der Vertikalen habe ich mich 1992 verabschiede, da
muss ich in den 2010er Jahren nicht wieder zurück. Seit dem
[TX][245]50 gibt es auch wieder Full-HD-Displays, das kann man wieder
kaufen.

Die [TX][245]30er Serie habe ich alleine deswegen ignoriert, weil die
von der Hardware nicht _sooo_ viel besser waren als die 20er, dafür
aber die Neue Tastatur, den rechteckigen Stromstecker und einen
inkompatiblen Dockingconnector hatten. Auch das X260 läuft nahezu
immer an "alten" Netzteilen mit entsprechendem, aus China bestelltem
Adapter. Das flache 90W-Reisenetzteil ist unendlich praktisch; das
neue Steckernetzteil ist dagegen ein lästiger Klotz.

Finger weg von Thinkpads, die nicht T oder X heißen.

>Aber privat habe ich noch ein alter R61i im Einsatz, was vorher auch 5
>Jahre Business-Einsatz überlebt hatte. Das Ding ist noch einwandfrei und
>hat meines Wissens auch nie eine Reparatur erfahren. Noch robuster,
>(allerdings auch älter) waren die R52/53. Obwohl nicht einmal
>Businessklasse haben die bei uns in der Firma ganze Notebookgenerationen
>überrundet,


Ja, für Lowcost waren die R beeindruckend, aber wir haben inzwischen
2018, Geräte mit zweistelligen Zahlen sind inzwischen gut über zehn
Jahre alt. Das T500 kam 2008 auf den Markt. So alte Hardware hat keine
praktische Brauchbarkeit mehr, als Liebhaberstück haben sie noch eine
Existenzberechtigung; als Arbeitsgeräte möchte ich sowas nicht mehr
sehen.

Grüße
Marc
Marcel Mueller (09.12.2018, 14:33)
Am 09.12.18 um 11:56 schrieb Marc Haber:
> Kein besonders großer Wurf waren die T61- und T61p-Geräte
> (Flexingfehler, besonders beim Grafikchip, bei vielen Notebooks
> verschiedenster Hersteller diesre Baujahre verbreitet - es hat eine
> Weile gedauert, bis BGA-Chips wirklich langfristig belastbar verbaut
> werden konnten)


Das funktioniert bis heute nicht. Es ist allenfalls graduell besser
geworden.
Solange Chip und Platine aus unterschiedlichen Materialien sind, genauer
gesagt unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten haben, wird
sich das nie wirklich lösen. Die Dinger kommen beim Abkühlen schon
verspannt aus dem Reflow-Ofen. Wenn dann durch mechanische oder
thermische Belastung weitere Stressfaktoren dazu kommen, ist es nur eine
Frage der Zeit, bis sich einzelne Pins lösen.
Ich habe schon die eine oder andere Platine im Ofen gehabt. Notebook
allerdings noch nicht, nur Bildschirme, TV, GraKa. BGA ist einfach Mist.
Es fehlt die Federwirkung der abgewinkelten Beinchen bei SO bzw. QFP.
Nur mit Kontaktfedern (LGA/PGA) ist es zuverlässig.

> und die [TX][245]40er Serie mit nahezu unbenutzbarem
> Touchpad.


:-) Kein Vergleich zu den Fujitsus, die bei uns in der Firma
herumgeistern. So einen Müll habe ich vorher noch nie gesehen. ;-)

Ja, ich bin hier ein untypischer Thinkpad-Nutzer, ich
> brauche ein Touchpad und finde den Nippel eher unpraktisch und
> störend.


Den Nippel kann ich auch nicht gebrauchen. Allerdings finde ich die
dazugehörigen Tasten /oberhalb/ des Pads um eine Größenordnung
ergonomischer, als die unten drunter.

> Zu Zeiten der [TX][245][345]0er Serie war es auch Glückssache, ein
> angemessen hoch auflösendes Display ab Werk zu bekommen - von weniger
> als 1000 Punkten in der Vertikalen habe ich mich 1992 verabschiede, da
> muss ich in den 2010er Jahren nicht wieder zurück.


Grundsätzlich stimme ich zu. Ich habe deshalb sogar sehr lange noch
einen Röhrenmonitor (am PC) genutzt, weil vernünftige Displays mit
wenigstens 1400px vertikal kaum zu bekommen oder nicht bezahlbar waren.

Aber bei Notebooks Es ist eine Frage der Displaygröße und des Visus bzw.
der eigenen Kurzsichtigkeit. 15" Full-HD strengt die Augen schon
ziemlich an. Natürlich kann man die Schriften größer drehen. Die sehen
dann ob der feineren Rasterung sauberer aus und man kann diesen Vorteil
dazu nutzen, sie doch etwas kleiner zu machen, als bei einem niedriger
aufgelösten Gerät.
Aber am Ende bekommt man erst in der 17" Klasse wirklich größere
Auflösungen gut unter, ohne an den Parametern drehen zu müssen. Das ist
vor allem dann relevant, wenn man wie ich häufig zwischen PC und
Notebook wechselt und dabei die Session mit den geöffneten Programmen
übernimmt. Man kann sich zwar ein Skript basteln, dass die Schriftgrößen
anpasst, aber nicht alle Programme verdauen das on the fly.

> Auch das X260 läuft nahezu
> immer an "alten" Netzteilen mit entsprechendem, aus China bestelltem
> Adapter. Das flache 90W-Reisenetzteil ist unendlich praktisch; das
> neue Steckernetzteil ist dagegen ein lästiger Klotz.


Das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Meine haben alle noch die alten
Netzteile.

> Finger weg von Thinkpads, die nicht T oder X heißen.


Ich kann außer der Tastatur keinen eklatanten Unterschied zwischen T und
L erkennen. Gefühlt ist beides Standard Chinakram, der leidlich
funktioniert.

> Ja, für Lowcost waren die R beeindruckend, aber wir haben inzwischen


Wirklich Lowcost war IBM R-Series eigentlich nie. Die waren preislich
schon nahe an den Business-Geräten anderer Hersteller, nur Qualitativ
besser - zumindest als die meisten.

> 2018, Geräte mit zweistelligen Zahlen sind inzwischen gut über zehn
> Jahre alt. Das T500 kam 2008 auf den Markt. So alte Hardware hat keine
> praktische Brauchbarkeit mehr, als Liebhaberstück haben sie noch eine
> Existenzberechtigung; als Arbeitsgeräte möchte ich sowas nicht mehr
> sehen.


Das kann ich so nicht uneingeschränkt bestätigen. Ja, als ich das R61i
bekam (ist ja noch eine Generation älter als T500), war Win7 drauf und
das hat erst mal ca. 6 Stunden Festplattengerödel für sein Update
gebraucht (war wohl schon wenigstens ein Jahr aus gewesen) und auch
ansonsten praktisch unbenutzbar langsam.

Dann habe ich als erstes Win7 64 Bit durch Xubuntu 32 Bit ersetzt. Das
hat wieder erwarten einen Unterschied wie Tag und Nacht ausgemacht.
Gefühlt mindestens Faktor 4. Normalerweise sollte das OS heutzutage
nicht mehr so viel ausmachen, aber es war wohl der Speicherverbrauch von
Win7-64, der der Kiste zu schaffen machte. Welcher Depp auch immer auf
ein Gerät mit 2GB RAM ein 64 Bit OS installiert hatte, was per se 30%
mehr RAM braucht.

Dann habe ich für 25? eine günstige SSD gekauft (Kingston A400) und
nochmal für ca. 4? einen gebrauchten RAM-Riegel. Letzterer hat dank
Speichersparsamkeit von Ubuntu gar nicht mehr viel gebracht. Aber jetzt
ist die Kiste für Surf & Mail fit und eigentlich fast täglich von
irgendeinem Familienmitglied in Benutzung. Selbst zwei gleichzeitige
User-Sessions sind kein echtes Problem.
Dank des robusten Gehäuses hat man auch keine Angst, wenn man damit im
Garten herumackert oder es mal am ausgestreckten Arm an der Ecke über
den Tisch reicht.

Marcel
Marc Haber (09.12.2018, 21:59)
Marcel Mueller <news.5.maazl> wrote:
>Den Nippel kann ich auch nicht gebrauchen. Allerdings finde ich die
>dazugehörigen Tasten /oberhalb/ des Pads um eine Größenordnung
>ergonomischer, als die unten drunter.


Das X260 hat die Tasten nur noch obendrüber, die Gewöhnung daran hat
_sehr_ lange gedauert. Das T520 hat noch Tasten über und unterhalb des
Touchpads, das fand ich _viel_ besser.

>Aber bei Notebooks Es ist eine Frage der Displaygröße und des Visus bzw.
>der eigenen Kurzsichtigkeit. 15" Full-HD strengt die Augen schon
>ziemlich an. Natürlich kann man die Schriften größer drehen. Die sehen
>dann ob der feineren Rasterung sauberer aus und man kann diesen Vorteil
>dazu nutzen, sie doch etwas kleiner zu machen, als bei einem niedriger
>aufgelösten Gerät.


Ich bin mit meiner Optikerin verheiratet, die aus meinen Augen das
maximale rausholt. Full HD auf 12 Zoll ist langsam grenzwertig,
deswegen gehe ich auch davon aus, dass das X260 mein letztes
X-Thinkpad sein wird. Das nächste Gerät wird dann wohl wieder ein
14-Zöller.

Das X260 war eigentlich als Ersatz für mein "mit leichtem Gepäck
verreist" Notebook, ein an gebrochenem Displayscharnier erkranktes
X121e gedacht[1], und hat sich dann aufgrund des Preises und der
Ausstattung ziemlich schnell zum Primärgerät gemausert. Das T520 fühlt
sich im Vergleich dazu wie eine Waschmaschine an.

[1] das X121e ist eine Ausnahme der Regel, dass X-Thinkpads taugen.
Dafür hat es auch schon neu nur 400 Euro gekostet.

>> Finger weg von Thinkpads, die nicht T oder X heißen.

>Ich kann außer der Tastatur keinen eklatanten Unterschied zwischen T und
>L erkennen. Gefühlt ist beides Standard Chinakram, der leidlich
>funktioniert.


Ich kann nur schätzen dass die Verarbeitung schlechter ist. Und so ein
Fall wie aus dem Gehäuse rausgebrochene Gewindebuchsen hatte ich
bisher nur beim X121e. Wie gut die L auf lange Sicht sind, werden wir
erst in vier, fünf Jahren wissen.

>Das kann ich so nicht uneingeschränkt bestätigen. Ja, als ich das R61i
>bekam (ist ja noch eine Generation älter als T500), war Win7 drauf und
>das hat erst mal ca. 6 Stunden Festplattengerödel für sein Update
>gebraucht (war wohl schon wenigstens ein Jahr aus gewesen) und auch
>ansonsten praktisch unbenutzbar langsam.
>Dann habe ich als erstes Win7 64 Bit durch Xubuntu 32 Bit ersetzt. Das
>hat wieder erwarten einen Unterschied wie Tag und Nacht ausgemacht.


Das könnte an der Platte gelegen haben. Ich erinnere mich noch daran,
dass mein T60 von HDD auf SDD umgerüstet wurde. Unter Linux spürbar
schneller, aber nicht revolutionär. Aber die Windows-VM lief plötzlich
_ratzfatz_. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Grüße
Marc
Martin Gerdes (09.12.2018, 23:37)
Marcel Mueller <news.5.maazl> schrieb:


> Also, bei meinem Notebook kann man das einstellen,


Meiner Kenntnis nach (man korrigiere mich, wenn ich hier danebenliegen
sollte) kann man die Ladeschwellen bei sehr wenigen Notebooks einstellen
(Thinkpad?), bei der Mehrzahl aber nicht.

> und es machte im unfreiwilligen Experiment grob einen Faktor 2 in der
> Lebensdauer aus.


Laßt Zahlen sprechen! Statt wie üblich 4 Jahre hat der Akku nur 2 Jahre
gehalten?

>> Ich habe immer belächelt, wenn Kollegen den Akku aus ihrem Laptop
>> herausgerissen haben, wenn sie das Gerät am Netz betrieben:


> Mir recht. Ist er doch dann immer noch knallvoll. ;-)



> Mit 2 * 4 Jahren könnte ich gut leben, aber der Akku, der über
> Standardeinstellungen geladen wurde, war bei mir schon nach knapp 2
> Jahren platt. (Business-Nutzung)


Was kostet der Ersatzakku? 25 Euro? 50 Euro? 100 Euro?

100 Euro Spesen in 2 Jahren? 4 Euro pro Monat? Das ist für Dich bei
geschäftlicher Nutzung ein Problem?

>> ... so der Hersteller die Möglichkeit vorgesehen hat, daß der Nutzer das
>> einstellen kann. Das ist m.W. bei manchen Thinkpads der Fall, bei meinem
>> Consumerschrott-Gerät aber nicht.


> Sind die Thinkpads wirklich die einzigen, die das können?


Meines Wissens ja.

>> Apropos Consumerschrott: Erinnerst Du Dich noch an die heißen
>> Diskussionen hierzugroup über "Businessnotbooks" und "Consumerschrott"?
>> Die damals so hochaktiven Mitglieder der Church of Thinkpad sind
>> mittlerweile so gut wie verdunstet, aber ich bin immer noch da und tippe
>> immer noch auf diesem fürchterlichen Consumerschrottnotebook (das esmir
>> eigentlich immer noch tut).


>Naja, mittlerweile sind die Thinkpads ja auch nicht mehr das, was sie
>mal waren. Ich habe jetzt ein L530, was schon ziemlich oft getauscht
>wurde, weil jedes mal irgendetwas anderes kaputt war.


>... privat habe ich noch ein altes R61i im Einsatz, was vorher auch 5
>Jahre Business-Einsatz überlebt hatte. Das Ding ist noch einwandfrei und
>hat meines Wissens auch nie eine Reparatur erfahren.


>> Was kommt jetzt? Ein Essay über geplante Obsoleszenz? Ich habe hier
>> einen akkubetriebenen Haarschneider, dessen Akku nach vermutlich 10+
>> Jahren so langsam schlapp macht.


> Lass mich raten: NiMH oder gar NiCd. Sei dir versichert, der vom
> nächsten Gerät (LiXX) wird weniger lange halten.


Mag schon sein. Solange man den Akku auswechseln kann und er im
Idealfall ein Standardteil ist, soll mir das recht sein.


> Voll dauert bei LiIon immer lange.


Was auch immer (siehe oben) "voll" ist.

> Aber bis 80% geht es i.a. ziemlich schnell.


Wenn das dann echte 80% sind.

>> Also lade ich das Ding über Nacht auf dem Nachtisch, es hängt alsoviele
>> Stunden täglich am Ladegerät.


>Naja, abzüglich Ladezeit höchstens 1/4 der Zeit. Das dürfte wohl gängige
>Praxis sein.


>Bei Notebooks kommt man aber je nach Nutzungsprofil durchaus auf mehr
>als das Doppelte.


>> Angesichts der Tatsache, daß bei modernen Smartphones der Akku nicht
>> mehr (einfach) wechselbar ist, würde ich das [eine parametrierbare
>> Ladesteuerung] fürs nächste Gerät begrüßen.


>Ack. Aber das ist schwer auf dem Rückmarsch.


Was ist schwer auf dem Rückmarsch?

>Ich meine, es soll ja Leute gegeben haben, die die Dinger gebraucht noch
>weiterverkauft haben, und dann haben sich deren Käufer einfach so kein
>neues gekauft.


Dunkel ist Deiner Rede Sinn.

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