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Volker Englisch (05.10.2019, 18:28)
Hallo!

Gegeben ist eine Stabo xm4006e, die zu Hause an einem 13,2V-Netzteil
und über RG213 an einer Lambda/2 Antenne auf dem Dach hängt.

Bei Gegenstationen, deren Signal eher schwach ist (so geschätzt <= S5),
höre ich immer ein Prasseln im Empfänger bzw. Lautsprecher, exakt so
als säße ich in einem Benziner und höre meine eigenen Zündstörungen bei
gleicher, langsamen Drehzahl.

Eine Zeit lang dachte ich, die Gegenstationen bringen das mit, aber
seit ich das bei einer Gegenstation mit Handfunke ebenfalls hatte,
scheidet das wohl aus.

Die im Haus befindlichen berüchtigten Schaltnetzteile können es wohl
nicht sein, oder? Bei denen würde ich erwarten, eher einen
gleichmäßigen QRM-Pegel oder wenigstens ein Rauschen hoher Frequenz zu
hören...

Hat hier jemand eine Idee, wo ich die Quelle der "Zündstörungen" suchen
gehen könnte?

V.
Ralph Aichinger (05.10.2019, 19:16)
Volker Englisch <ve_usenet> wrote:
> Hat hier jemand eine Idee, wo ich die Quelle der "Zündstörungen" suchen
> gehen könnte?


PLC-Übertragungen? Auf YouTube solltest du Hörbeispiele finden.

/ralph
Volker Englisch (06.10.2019, 13:14)
Am 05.10.2019 19:16, schrieb Ralph Aichinger:
> Volker Englisch<ve_usenet> wrote:
>> Hat hier jemand eine Idee, wo ich die Quelle der "Zündstörungen" suchen
>> gehen könnte?

> PLC-Übertragungen? Auf YouTube solltest du Hörbeispiele finden.


Sieht nach Volltreffer aus, danke. Unsere direkten Nachbarn haben sicher
kein PLC, also muss die Reichweite von den Dingern doch relativ hoch
sein. Mal sehen, wie ich den Verursacher finden könnte.

V.
Bernadette Karf (06.10.2019, 23:38)
Am 05.10.2019 um 18:28 schrieb Volker Englisch:
[..]
> hören...
> Hat hier jemand eine Idee, wo ich die Quelle der "Zündstörungen" suchen
> gehen könnte?


Eine klassische Methode bei Funkamateuren ist es immer mal das komplette
Haus stromlos machen und schauen, ob es dann weg ist. Damit scheidet man
dann selber als Verursacher mal sicher aus. (Das ist wesentlich, weil
die BNA für einen Messeinsatz recht gut verlangt und das zahlt ja, wenn
bestimmte Bedingungen vorliegen der Verursacher)
Wenn man selber nicht herausfinden kann, wo die Störungen herkommen.
(hier wäre ein Handfunkgerät dienlich, mit dem man mobil suchen kann),
dann besteht die Möglichkeit bei der BNA eine Störmeldung zu machen. Die
suchen dann mit professionellem Gerät. Und meistens werden sie fündig.

Gruß
Berna
Frank Müller (07.10.2019, 09:56)
Bernadette Karf schrieb:

> Eine klassische Methode bei Funkamateuren ist es immer mal das komplette
> Haus stromlos machen und schauen, ob es dann weg ist. Damit scheidet man
> dann selber als Verursacher mal sicher aus. (Das ist wesentlich, weil
> die BNA für einen Messeinsatz recht gut verlangt und das zahlt ja, wenn
> bestimmte Bedingungen vorliegen der Verursacher)


Wenn aber die Störung von einer zugelassenen Technik kommt
wie Powerline, die Frequenzen bis 30 MHz nutzen darf, wer zahlt
dann? Darf die BNA solche "Störer" abschalten, schließlich sind
die zugelassen.

Frank
Bernadette Karf (08.10.2019, 03:35)
Am 07.10.2019 um 09:56 schrieb Frank Müller:
> Bernadette Karf schrieb:
> Wenn aber die Störung von einer zugelassenen Technik kommt
> wie Powerline, die Frequenzen bis 30 MHz nutzen darf, wer zahlt
> dann? Darf die BNA solche "Störer" abschalten, schließlich sind
> die zugelassen.
> Frank


Nun, wenn kein Verursacher gefunden wird, der gegen Vorschriften
verstösst, dann werden die Kosten vom Allgemeintopf getragen. Das heißt
es zahlen dann die EMV-Gebührenzahler. Alles andere würde dem
Verursacherprinzip widersprechen.
Allerdings dürfte es nicht zulässig sein, wenn Powerlinegeräte ALLE
Frequenzen bis 30 Mhz nutzen dürfen. Dann würde im Umkreis solcher
Geräte keiner mehr Radio hören können. Amateurfunk wäre im KW-Bereich
nicht mehr möglich und viele andere Dinge (wie eben CB-Funk, der sogar
zum nöbL gehört) auch nicht mehr.
PLC muß einige Freuenzbänder (zu denen auch der CB-Funk gehört)
aussparen. Ansonsten ist das Gerät nicht konform.
Aber das kann der Störmessdienst dann, im Falle des Falles, besser und
sicherer einordnen.

Gruß
Berna
Frank Müller (08.10.2019, 10:11)
Bernadette Karf schrieb:

> PLC muß einige Freuenzbänder (zu denen auch der CB-Funk gehört)
> aussparen. Ansonsten ist das Gerät nicht konform.


Hast du dazu irgend welche Daten, ich habe grade mal
gesucht aber nichts gefunden.

> Aber das kann der Störmessdienst dann, im Falle des Falles, besser und
> sicherer einordnen.


In Deutschland gibt es Höchstwerte für Störstrahlung, und
wenn die eingehalten werden sind die Mittel um da was zu
bewirken sehr begrenzt.

Ich vermute mal daß das auch ein Grund war warum man
den AM-Rundfunk hier abgeschaltet hat. Er war einfach durch
die steigenden Störungen nicht mehr zu gebrauchen..

Frank
Ralph Aichinger (08.10.2019, 15:09)
Frank Müller <dw2fm> wrote:
> Ich vermute mal daß das auch ein Grund war warum man
> den AM-Rundfunk hier abgeschaltet hat. Er war einfach durch
> die steigenden Störungen nicht mehr zu gebrauchen..


Das glaub ich weniger. Er gab einfach kaum mehr Zuhörer.

/ralph
Volker Englisch (08.10.2019, 17:52)
Bernadette Karf <0a_18_77.20.dg8wnx> wrote:
> Am 05.10.2019 um 18:28 schrieb Volker Englisch:
> Eine klassische Methode bei Funkamateuren ist es immer mal das komplette
> Haus stromlos machen und schauen, ob es dann weg ist.


Gute Idee. Da das Funkgerät selbst aber auch Strom haben möchte, muss
ich mir erst mal eine längere Leitung vom Auto ins Haus basteln. Dann
werde ich das probieren.

> Wenn man selber nicht herausfinden kann, wo die Störungen herkommen.
> (hier wäre ein Handfunkgerät dienlich, mit dem man mobil suchen kann),
> dann besteht die Möglichkeit bei der BNA eine Störmeldung zu machen. Die
> suchen dann mit professionellem Gerät. Und meistens werden sie fündig.


Am besten wohl ein Handfunkgerät, das auf AM einstellbar ist, sonst
gibt's bei dem Grundrauschen auf FM Ohrenkrebs ;-)

V.
Volker Englisch (08.10.2019, 17:56)
Frank Müller <dw2fm> wrote:
> Bernadette Karf schrieb:
> Wenn aber die Störung von einer zugelassenen Technik kommt
> wie Powerline, die Frequenzen bis 30 MHz nutzen darf, wer zahlt
> dann? Darf die BNA solche "Störer" abschalten, schließlich sind
> die zugelassen.


Ausserdem genießt der CB-Funk, wenn ich mich richtig erinnere, keinen
Schutz vor unerwünschten Aussendungen. Im Gegensatz zu den Bändern, die
dem Amateurfunk primär zugewiesen sind.

Vor etwa zwei Jahrzehnten hatte ich mal bei der - wie hieß die damals
noch gleich - heute BNA genannten Behörde angerufen, weil ich auf CB
ein meiner Meinung nach starkes Grund-QRM hatte. Ich hatte einfach
gefragt, ob sie nicht mal auf das Band hören könnten, wenn sie in der
Gegend unterwegs sind. Die hatten das tatsächlich gemacht, standen
eines Tages vor der Tür und teilten mir mit, daß die Grundstörungen
noch im zulässigen Limit sind. Nicht, ohne natürlich die Funkanlage
anzuschauen :-)

V.
Bernadette Karf (09.10.2019, 02:26)
Am 08.10.2019 um 10:11 schrieb Frank Müller:
> Hast du dazu irgend welche Daten, ich habe grade mal
> gesucht aber nichts gefunden.


So auf die Schnelle nicht.
Es ist schon lange her, daß ich mich mit dieser Thematik beschäftigen
musste.
Außerdem ist es recht ruhig geworden zum Thema PLC. Gibt genug andere
Alternativen, die besser funktionieren, weil sie dafür konzipiert wurden.

>> Aber das kann der Störmessdienst dann, im Falle des Falles, besser und
>> sicherer einordnen.

> In Deutschland gibt es Höchstwerte für Störstrahlung, und
> wenn die eingehalten werden sind die Mittel um da was zu
> bewirken sehr begrenzt.


Na ja, rational nicht. Wenn die Grenzwerte eingehalten werden. Was oft
bei Störungsfällen nicht der Fall ist.
Außerdem kann es ja auch passieren, daß die Geräte vom Betreiber selber
"freiwillig" aus dem Verkehr genommen werden.
Stromleitung sind so herrliche unlaminare Gebilde und auf unseren
Stromleitungen werden soviele Signale übertragen. Da kann es (gerade auf
dem Land) leider immer wieder vorkommen, daß da was einstrahlt. Und dann
gehen halt dann leider die Geräte nicht immer zuverlässig. Und leider
hat es der Gesetzgeber auch versäumt, den Betreibern den nötigen
Störschutz zu bieten.

Gruß
Berna
Bernadette Karf (09.10.2019, 02:31)
Am 08.10.2019 um 17:56 schrieb Volker Englisch:
> Vor etwa zwei Jahrzehnten hatte ich mal bei der - wie hieß die damals
> noch gleich - heute BNA genannten Behörde angerufen, weil ich auf CB
> ein meiner Meinung nach starkes Grund-QRM hatte. Ich hatte einfach
> gefragt, ob sie nicht mal auf das Band hören könnten, wenn sie in der
> Gegend unterwegs sind. Die hatten das tatsächlich gemacht, standen
> eines Tages vor der Tür und teilten mir mit, daß die Grundstörungen
> noch im zulässigen Limit sind. Nicht, ohne natürlich die Funkanlage
> anzuschauen :-)


Ganz störungsfrei wird es auch nie sein. CB liegt im Kurzwellenbereich.
Da ist prinziptiell weltweiter Funkverkehr und somit weltweites Stören
möglich. Insbesondere bei einer Bandöffnung. Die hat halt nicht nur
Vorteile. Und wer mal ein "Multipeilup" miterlebt hat, der weiß, das
Störungen nicht immer Störungen sind, sondern auch einfach viele
überlagerte Nutzsignale.

Gruß
Berna
Bernadette Karf (09.10.2019, 02:34)
Am 08.10.2019 um 17:52 schrieb Volker Englisch:
> Bernadette Karf <0a_18_77.20.dg8wnx> wrote:
> Am besten wohl ein Handfunkgerät, das auf AM einstellbar ist, sonst
> gibt's bei dem Grundrauschen auf FM Ohrenkrebs ;-)


Nicht nur deswegen.
Auf AM laufen die Störungen nicht im Limiter weg.

Gruß
Berna
Volker Englisch (10.10.2019, 17:22)
Bernadette Karf <0a_18_77.20.dg8wnx> wrote:
> Am 08.10.2019 um 17:52 schrieb Volker Englisch:
>> Bernadette Karf <0a_18_77.20.dg8wnx> wrote:
>> Am besten wohl ein Handfunkgerät, das auf AM einstellbar ist, sonst
>> gibt's bei dem Grundrauschen auf FM Ohrenkrebs ;-)

> Nicht nur deswegen.
> Auf AM laufen die Störungen nicht im Limiter weg.


Hmm. Ich habe die "Zündstörungen" auch auf FM. Spräche das dafür, dass
die Störungen über die Stromzuleitung hereinkommen?

V.
Bernadette Karf (11.10.2019, 02:20)
Am 10.10.2019 um 17:22 schrieb Volker Englisch:
> Bernadette Karf <0a_18_77.20.dg8wnx> wrote:
> Hmm. Ich habe die "Zündstörungen" auch auf FM. Spräche das dafür, dass
> die Störungen über die Stromzuleitung hereinkommen?


Nicht zwingend.
Aber Du kannst das eingrenzen, wenn Du entweder mit "sauberer"
Stromversorgung testest. (12V-Batterie)
oder
das Stromkabel verdrosselst (Ferritkern oder, hilfsweise, Kabel in Spule
umformen. Letzteres ist aber nicht so effektiv und daher ist der Effekt
gering/er)
oder
bei einem etwas stärkeren Signal, Antenne abziehen.

Der Limiter (bei FM) bedämpft die Störungen etwas, aber er kriegt sie
nicht 100% weg, da sie auch Frequenzverschiebungen verursachen.
Wenn man Störungsquellen sucht, dann will man aber die Störungen ja
möglichst gut hören, damit man Signalunterschiede gut feststellen kann.
Und da ist dann natürlich der Limiter nicht so praktisch.

Gruß
Berna
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