expertenaustausch > etc.* > etc.fahrzeug.auto

Martin K. (04.05.2020, 11:13)
Ich weiß nicht, wie es euch gerade geht. Ich bin seit 2 Monaten im Homeoffice
und seither keine 100 km (!) mit dem Auto gefahren. Bei einer bisherigen
Jahresfahrleistung von 15 - 20 tkm/a. Das liegt nicht nur daran, dass die
Fahrt ins Büro und für Ausflüge entfallen ist, sondern ich in dieser Zeit
1500 km mit dem Pedelec gefahren bin z.B. für Einkäufe.

Insbesondere durch das Pendeln ins Büro war es bisher für mich undenkbar
auf ein eigenes Auto zu verzichten und auf Carsharing umzusteigen. Da
sich mittlerweile die Rente am Horizont abzeichnet, könnte dies sich aber
auch im Hinblick auf meine Erfahrungen der letzten 2 Monate ändern.

Der Nachteil vom Ebike ist der schlechte Wetterschutz, die Reichweite ist
es für die meisten Fahrten bei mir eher nicht, wenn man Zeit hat. Für mich
stellt sich die Frage, welche Mobile zwischen einem Ebike und einem
Kompaktklasseauto möglich wären, wenn man ein Carsharingauto bei Bedarf
nutzen kann?

Exemplarische Fahrzeugliste:

Pedelec
BioHybrid:
Renault Twizy:
Uniti One:
VW e-Up!
VW ID.3

Fahrzeuge mit 2 Sitzen nebeneinander wie den Smart EQ oder den eGo habe
ich bewußt nicht aufgeführt, weil mir das zu wenig Platzersparnisund
keine Vorteile beim Luftwiderstand bringt. Vom Uniti One bin ich von den
Abmessungen etwas enttäuscht. Ich hätte gehofft das wird eine ArtTwizy
mit geschlossener Kabine. In Wirklichkeit ist er von den Abmessungen
eher ein I-MiEV. Ganz ehrich gesagt, da würde ich wegen der
Zuverlässigkeit den I-MiEV vorziehen, auch wenn der vom Entwicklungsstand
über 10 Jahre alt ist.

Irgendwie gefällt mir das Konzept vom BioHybrid. Der läuft als Fahrrad
und darf Fahrradwege nutzen. Ich denke den könnte ich in der City
wie ein Fahrrad z.B. vor der Stadtbibliothek abstellen ohne einen Park-
platz zu suchen. Bietet aber besseren Wetterschutz und mehr Cargospace
(Getränkekiste) als ein Ebike. Er soll Ende 2020 in Produktion gehen,
bin sehr gespannt darauf, ...
Frank Kemper (04.05.2020, 20:35)
Martin K. <MartinKobil> wrote:

> Irgendwie gefällt mir das Konzept vom BioHybrid. Der läuft als Fahrrad
> und darf Fahrradwege nutzen. Ich denke den könnte ich in der City
> wie ein Fahrrad z.B. vor der Stadtbibliothek abstellen ohne einen Park-
> platz zu suchen. Bietet aber besseren Wetterschutz und mehr Cargospace
> (Getränkekiste) als ein Ebike. Er soll Ende 2020 in Produktion gehen,
> bin sehr gespannt darauf, ...


Ich bin gespannt, wie sich das Fahrradthema entwickeln wird. Im Moment
setzen in meinen Augen viele Protagonisten in dem Spiel auf das Motto
"Fahrrad darf alles", und ich kann mir vorstellen, dass da das Pendel
vielleicht auch mal wieder zurückschlägt. Nimm dieses BioHybrid. Das soll
also offiziell ein Fahrrad sein und auf Radwegen fahren dürfen? Für viele
Radwege, die ich kenne, ist es einfach zu groß. Und stell dir mal vor, so
ein vollbeladenes Bio-Hybrid-Lastenfahrrad, das wiegt mit Fahrer dann eine
halbe Tonne, rauscht an einer Ampel in dort wartende Fußgänger oder Radler
- das gibt dann Tote. Und wo parken? Ich kenne das von Motorrädern. Die
darf man offiziell nicht auf den Fußweg stellen, es gibt Städte, die das -
ebenfalls offiziell - dulden (zum Beispiel München) oder nicht dulden (zum
Beispiel Augsburg). In Augsburg würde ein auf dem Fußweg abgestelltes
BioHybrid diesen Fußweg in aller Regel blockieren, denn in Augsburg sind
die meisten Fußwege sehr schmal. Am Straßenrand abstellen ist auch nicht
einfach, denn die Parkplätze sind in der Regel bewirtschaftet.

Vielleicht kennen einige von euch den Alnatura-Biosupermarkt in der
Landsberger Straße in München-Pasing. Vor dem Laden ist die besagte
Landsberger Straße, daneben ein paar Parkbuchten, dann ein Radweg und ein
Fußweg. Die haben da vor der Tür Fahrradständer aufgestellt, so dass die
Leute ihre Räder da reinstellen können, dann stehen die Räder quer auf dem
Fußweg. So ein Rad ist etwa 1,5 Meter lang, da ist dann von den zwei
Metern, die der Fußweg breit ist, schon das meiste belegt. Wenn jetzt die
Leute noch mit ausladenden Lastenrädern oder Fahrrädern mit Anhängern
kommen, dann ist der ganze Fußweg vollgeparkt, so dass Passanten auf den
Radweg ausweichen müssen, wo sie dann von den bekannt fehlertoleranten
Münchner Radlrambos zusammengebrüllt werden.

Etwas ähnliches ist mit den Speed-Pedelecs. Das sind Pedelecs mit
Moped-Versicherungskennzeichen dran. Offiziell sind die Mopeds
gleichgestellt, also Versicherungspflicht, Führerscheinpflicht,
Helmpflicht. Und der Helm muss laut Gesetzestext "geeignet" sein, das
bedeutet: Ein Motorradhelm. Habt ihr schon mal einen Speed-Pedelec-Fahrer
mit Motorradhelm gesehen? Auf dem Radweg dürfen die Dinger auch nicht
fahren, kümmert sich aber keiner drum.

Das wäre ja alles kein Problem, wenn es mit den "neuen"
muskelkraftbetriebenen Fahrzeugen keine Probleme gäbe. Gibt es aber: So
steigt die Zahl der Unfälle mit Pedelecs rasant an. Das wundert mich gar
nicht. Was mich wundert, dass das keine Konsequenzen hat. Würden
Motorradunfälle von einem Jahr aufs andere um 85% steigen, würden
Motorräder sofort verboten.

Ich persönlich finde diese Fahrradkreuzungen gar nicht so blöd, mich würde
allerdings die Witterungsabhängigkeit nerven. Ich habe übrigens schon
mehrfach ein Lastendreirad gesehen, bei dem die Vorderräder in einer Art
Parallelogramm geführt sind, so dass man sich mit dem Ding in die Kurve
legen kann. Kostet aber vermutlich ein Heidengeld und ist zum Parken auf
dem Fußweg auch zu groß.

Frank
Herbert (05.05.2020, 13:43)
Am 04.05.2020 um 11:13 schrieb Martin K.:
> Ich weiß nicht, wie es euch gerade geht. Ich bin seit 2 Monaten im Homeoffice
> und seither keine 100 km (!) mit dem Auto gefahren. Bei einer bisherigen
> Jahresfahrleistung von 15 - 20 tkm/a. Das liegt nicht nur daran, dass die
> Fahrt ins Büro und für Ausflüge entfallen ist, sondern ich in dieser Zeit
> 1500 km mit dem Pedelec gefahren bin z.B. für Einkäufe.


Ich bin bisher ca. 15tkm/Jahr gefahren, jetzt steht mein Auto still. Das
hat weniger damit zu tun, dass ich jetzt Rentner bin: Ins Büro bin ich
früher immer 2/3 des Jahres mit dem Rad gefahren und 1/3 mit dem Auto
(wetterbedingt) und in den letzten Jahren konnte ich zu Fuß ins Büro gehen.

Meine Auto-Fahrstrecken gingen meistens von HH nach BO (Bad Oldesloe),
wo ich viele Verwandte und wenige Häuser habe. Die Verwandten sterben
nach und nach und die Häuser werden verkauft, sobald die Mieter was
Neues brauchen. Da war absehbar, dass die Autofahrten seltener werden.

Nun habe ich mir ein neues Hobby zugelegt: Reisen mit dem Wohnmobil.
Letztes Jahr habe ich, ums mal praktisch auszuprobieren, ein gebrauchtes
WoMo gekauft und runderneuern lassen. Das WoMo ist theoretisch
winterfest, braucht dazu aber einen Stromanschluß. Einen Stellplatz mit
Anschluß fand ich in HH nicht (zu einem vernünftigen Preis) also habe
ich so etwas auf meinem Grundstück eingerichtet.
> Insbesondere durch das Pendeln ins Büro war es bisher für mich undenkbar
> auf ein eigenes Auto zu verzichten und auf Carsharing umzusteigen. Da
> sich mittlerweile die Rente am Horizont abzeichnet, könnte dies sich aber
> auch im Hinblick auf meine Erfahrungen der letzten 2 Monate ändern.


Das kommt darauf an, was du dann vorhast. Dass ich mit einem WoMo reisen
wollte, wusste ich schon aber dass dazu ein Stellplatz in BO gehören
würde, wurde erst später klar. Wer zentral in der Stadt wohnt wie ich,
kann ein WoMo dort eh nirgends dauerhaft abstellen und ob ich 20 oder 50
km zum Stellplatz fahre, macht dann nichts mehr aus.

Wie lange dauerts noch mit der Rente? In der Zwischenzeit kommts darauf
an, ob Home Office bleibt oder nicht. Es hat ja nicht nur Vorteile.
> Der Nachteil vom Ebike ist der schlechte Wetterschutz, die Reichweite ist
> es für die meisten Fahrten bei mir eher nicht, wenn man Zeit hat.


Und als Rentner wirst du mehr haben, vermute ich mal.

Für mich
> stellt sich die Frage, welche Mobile zwischen einem Ebike und einem
> Kompaktklasseauto möglich wären, wenn man ein Carsharingauto bei Bedarf
> nutzen kann?
> Exemplarische Fahrzeugliste:
> Pedelec


Habe ich mal ausprobiert. War ganz nett um an Steigungen anzufahren aber
sonst wie ein normales Rad. Ich habe das Radfahren schon immer als
Training angesehen, da ist ein Pedelec eher kontraproduktiv. Man wird
fauler und bemerkt es nicht.

> BioHybrid:


Cool, wie man jetzt wohl sagt. Ob es sich im Alltag wirklich bewährt,
müsste man ausprobieren. Der Wetterschutz wird in Hamburg, wo ständig
ein starker Wind weht, wohl nicht viel bringen. Und ob man mit dem
Fahrgestell von Bordsteinkanten schräg rauf- und runterfahren kann, ohne
umzukippen?

> Renault Twizy:


Das Ding hatte ich mir mal als 'Beiboot' für ein WoMo angesehen, dafür
war es zu schwer.

> Uniti One:
> VW e-Up!
> VW ID.3
> Fahrzeuge mit 2 Sitzen nebeneinander wie den Smart EQ oder den eGo habe
> ich bewußt nicht aufgeführt, weil mir das zu wenig Platzersparnis und
> keine Vorteile beim Luftwiderstand bringt. Vom Uniti One bin ich von den
> Abmessungen etwas enttäuscht. Ich hätte gehofft das wird eine Art Twizy
> mit geschlossener Kabine.


Ich vermute, dass man beim Twizy auf Seitenscheiben bewusst verzichtet
hat, weil in einem E-Mobil nicht genug Energie vorhanden ist, um die
Raumluft trocken zu kriegen.

In Wirklichkeit ist er von den Abmessungen
> eher ein I-MiEV. Ganz ehrich gesagt, da würde ich wegen der
> Zuverlässigkeit den I-MiEV vorziehen, auch wenn der vom Entwicklungsstand
> über 10 Jahre alt ist.
> Irgendwie gefällt mir das Konzept vom BioHybrid. Der läuft als Fahrrad
> und darf Fahrradwege nutzen.


Noch. Die Fahrradpopulisten haben einen Kampf um die Verkehrsfläche vom
Zaun gebrochen, der uns noch mehrere Jahre begleiten wird. In Hamburg
läuft gerade ihr Grossangriff, es werden überall Velorouten geplant (und
an einigen Stellen auch gebaut). Das Ziel ist, dem Auto Fläche
wegzunehmen und die Autofahrer zum Umsteigen auf irgenwas anderes zu
zwingen.

Parallel gegen Fahrradaktivisten mit Maximalforderungen an die
Öffentlichkeit, die sogar Grüne (jedenfalls vor der Wahl) als verrückt
bezeichneten. Wenn es wieder einen Rotgrünen Senat geben sollte (zu Zeit
wird verhandelt, Corona hat alle Pläne umgeworfen) bin ich gespannt, ob
ein zukünftiger grüner Verkehrssenator das dann immer noch so sieht.

Ich denke den könnte ich in der City
> wie ein Fahrrad z.B. vor der Stadtbibliothek abstellen ohne einen Park-
> platz zu suchen.


Jetzt noch. Wenns erstmal mehr werden und sie überall im Weg
herumstehen, kann sich das schnell ändern. Genauso wie sie jetzt gegen
Autos läuft wird dann eine Wutwelle gegen solche fahrradähnlichen
Fahrzeuge losgetreten. Dann darfst du das Ding die Treppe runter in den
Fahrradkeller tragen.

Bietet aber besseren Wetterschutz und mehr Cargospace
> (Getränkekiste) als ein Ebike. Er soll Ende 2020 in Produktion gehen,
> bin sehr gespannt darauf, ...


Ich auch, als 'Beiboot' für ein evtl. größeres neues WoMo würde es wohl
reichen. Das Gewicht kriege ich bei einem max. 7,5 to schweren WoMo noch
rein, einen Twizy nicht mehr.

Herbert
Ralf Koenig (05.05.2020, 20:50)
Am 04.05.2020 um 11:13 schrieb Martin K.:
> Der Nachteil vom Ebike ist der schlechte Wetterschutz, die Reichweite ist
> es für die meisten Fahrten bei mir eher nicht, wenn man Zeit hat. Für mich
> stellt sich die Frage, welche Mobile zwischen einem Ebike und einem
> Kompaktklasseauto möglich wären, wenn man ein Carsharingauto bei Bedarf
> nutzen kann?


Hier noch ein paar, gleich alles ohne Verbrennungsmotor:

* Human Powered Vehicle = Velomobil, z.B.
Alleweder -
in der Regel ohne E-Motor

Mit E-Motor:
PodBike - mit geschlossenem Verdeck, aus Norwegen, günstig


Hase Kettwiesel, Dreirad Liegerad, optional mit E-Motor -


Auch mit Plane als Wetterschutz:


Die ganzen Elektro-Roller oder E-Großroller sind halt offen, aber schmal
und flott:
-------------------------------------------------------------
Unu
E-Schwalbe
BMW C-Evolution
etc. pp.

Was da noch fehlt: Ein E-Roller mit Dach wie beim BMW C1.

1.Sitzer
----------------
CityEL - der Urvater


2011 VW Nils Concept

2-Sitzer hintereinander
------------------------

Toyota i-Road - Erfolgreich in Japan, wo es auch von anderen Herstellern
sowas gibt

hier in Deutschland:

Richtiges Serienfahrzeug!

Bolt Nano - BEV - noch in Entstehung

2019 Seat Minimo Concept - im Prinzip wie ein Twizy


2012 Opel Rake Concept

2013 Audi Urban Concept -
schräg versetzt

Leider fast alles als Concept wieder versauert. Aber wenn der i-Road
hier gut angenommen werden sollte, dann kommt bestimmt auch die
Konkurrenz. Gegen den Twizy mussten sie ja nix bringen, denn der hatte
sich leider selbst nicht gut verkaut.

3-Sitzer
-------
Mia Electric - noch gebraucht
Nobe 100 aus Estland, neu, BEV

ohne Ende chinesische Wägelchen: Neighbourhood electric vehicle
Alibaba: 3 wheel car electric



Die Dinger sind im ländlichen China der Knaller. Obwohl null Förderung
(nur fernstraßentaugliche große BEV werden gefördert). Dafür aber auch
kein Registrierzwang. Und daher weiß auch keiner genau, wieviele es
davon gibt.

oder auch:
Alibaba: 4 wheel car electric

Rikscha/Tuktuk-ähnliche Kisten

Piaggio Apé E-City
Mahindra Treo


- sowas (e-Rikschas aller Coleur) steht in etlichen Varianten am
Brandenburger Tor und wartet auf Gäste

4-Sitzer
---------
Ari Motors 804 - 4 Sitzer, recht billig, Blei oder Li-Ion

> Fahrzeuge mit 2 Sitzen nebeneinander wie den Smart EQ oder den eGo habe
> ich bewußt nicht aufgeführt, weil mir das zu wenig Platzersparnis und
> keine Vorteile beim Luftwiderstand bringt. OK.


Weitere aus der Klasse mit 2 Sitzen nebeneinander, die du dann
ausschließen willst, aber andere vielleicht nicht, wenn die eben ein
kurzes Fahrzeug brauchen, oder doch interessant, wenn besonders schmal:

Aixam eAIXAM - L7e

ARI 802


Artega Karo, vorher: Karolino - L7e

Citroën Ami - billig, L6e, kommt bald


Microlino- L7e - die e-Isetta


Morgan EV3 Threewheeler - teuer, groß


Tazzari Zero - L7e - gebraucht


Kewet Buddy - noch so Altmetall aus Norwegen


Twike III, dann Twike 5 und Twike 6 - obwohl an sich richtig
interessant! weil klein, leicht, sparsam, aber neu halt recht teuer.
Gebraucht geht's.

> Vom Uniti One bin ich von den
> Abmessungen etwas enttäuscht. Ich hätte gehofft das wird eine Art Twizy
> mit geschlossener Kabine.


Ist oben auch dabei: Toyota i-Road, Seat Minimo, Podbike.

> In Wirklichkeit ist er von den Abmessungen
> eher ein I-MiEV.


Der uniti ist ja auch gewechselt von L7e auf M1. Genau wie der eGo Life.

Ein Grund: die L7e bekommen die Förderungen in den meisten Ländern
nicht. Und sicherlich: Sicherheits-Vorbehalte der Kunden gegenüber zu
kleinen/leichten Fahrzeugen im realen Straßenverkehr, gerade Landstraße
und Autobahn.

> Ganz ehrich gesagt, da würde ich wegen der
> Zuverlässigkeit den I-MiEV vorziehen, auch wenn der vom Entwicklungsstand
> über 10 Jahre alt ist.
> Irgendwie gefällt mir das Konzept vom BioHybrid. Der läuft als Fahrrad
> und darf Fahrradwege nutzen. Ich denke den könnte ich in der City
> wie ein Fahrrad z.B. vor der Stadtbibliothek abstellen ohne einen Park-
> platz zu suchen. Bietet aber besseren Wetterschutz und mehr Cargospace
> (Getränkekiste) als ein Ebike. Er soll Ende 2020 in Produktion gehen,
> bin sehr gespannt darauf, ...


Da gibt's noch mehr von.

Bester Showcase: einfach mal nach Kopenhagen oder Amsterdam fahren. Da
gibt's sowas wirklich an jeder Ecke.

Grüße, Ralf
Martin K. (06.05.2020, 09:17)
Am Montag, 4. Mai 2020 20:35:32 UTC+2 schrieb Frank Kemper:
> Nimm dieses BioHybrid. Das soll
> also offiziell ein Fahrrad sein und auf Radwegen fahren dürfen? Für viele
> Radwege, die ich kenne, ist es einfach zu groß.


Ich habe mal gemessen, die meisten Radwege (kombiniert für Fußgänger) bei
mir sind 2,5m breit, ältere 2,3m einer wo auch landwirtschaftliche
Fahrzeuge fahren dürfen 3m. Über eine Autobahnbrücke aus den1970ern sind
es nur 2,0m. Der wurde nachträglich errichtet, Radfahrer und insbesondere
Fußgänger waren damals in der Prioritätenliste offensichtlich ganz hinten.

Ich schätze die Spurbreite vom BioHybrid ungefähr auf 70cm, der Lenker von
meinem Rad hat 67cm. Eigentlich auch nicht viel weniger, allerdings kann
bei einem Zweirad der Lenker über den Radweg überstehen. Mit Ausnahme
besagter Autobahnbrücke, weil dort beidseitig ein höheres Geländer ist.
Und bei 2,0m Breite muss man bei Gegenverkehr immer verdammt aufpassen, dass
man mit dem Lenker nicht im Geländer oder im Gegenverkehr hängen bleibt.

> Das wäre ja alles kein Problem, wenn es mit den "neuen"
> muskelkraftbetriebenen Fahrzeugen keine Probleme gäbe. Gibt es aber:So
> steigt die Zahl der Unfälle mit Pedelecs rasant an.


Wo ich sicherheitstechnisch immer ein Problem sehe ist, dass oft die Radwege
innerhalb den Ortschaften aufhören. Und weil es meist nur auf einer Seite
einen Radweg gibt, muss man dann je nach Fahrtrichtung die Autofahrbahn
überqueren.

In meiner Region wurden in den letzten Jahren recht viele Radwege als
Verbindungen zwischen Ortschaften gebaut. Und es sind Radschnellwege in
der Überlegeung, welche Städte miteinader verbinden. Die müssen dann 4m
breit sein. Und ich vermute die müssen dann auch durchgängig sein..

> Ich habe übrigens schon
> mehrfach ein Lastendreirad gesehen, bei dem die Vorderräder in einerArt
> Parallelogramm geführt sind, so dass man sich mit dem Ding in die Kurve
> legen kann.


Z.B. Sortimo baut so eines:

Btw, da muss ich mal wieder in Zusmarshausen vorbeischauen, was deren
gepanter Schnellladepark macht.
Marc Stibane (06.05.2020, 10:22)
Ralf Koenig <ralfkoenig> wrote:

> Die ganzen Elektro-Roller oder E-Großroller sind halt offen, aber schmal
> und flott:
> Unu
> E-Schwalbe
> BMW C-Evolution
> etc. pp.
> Was da noch fehlt: Ein E-Roller mit Dach wie beim BMW C1.


Predige ich seit Jahren (seit ich den C-Evolution probegefahren bin):
Das optimale Stadtgefährt wäre ein Dreiradroller mit der Front vom
Piaggio MP3 (oder der Yamaha Niken), dem Antriebstrang des C-Evolution
und dem Überrollbügel/Dach des C1.
Martin K. (06.05.2020, 11:18)
Am Dienstag, 5. Mai 2020 13:43:54 UTC+2 schrieb Herbert:
> Nun habe ich mir ein neues Hobby zugelegt: Reisen mit dem Wohnmobil.


Das habe ich auch vor. Problem bei mir ist nicht der Stellplatz, sondern
die Motorart der handelsüblichen WoMos.

> Wie lange dauerts noch mit der Rente? In der Zwischenzeit kommts darauf
> an, ob Home Office bleibt oder nicht.


1 - 13 Jahre, je nach finanziellem Abschlag. Ich bin mitterweile der Meinung
es ist genug gearbeitet und genug Reichtümer angehäuft. Es gibt auch noch
etwas anderes. Außerdem egal wo ich gerade hinschaue, bei Bekannten, bei
Nachbarn, in der Verwandschaft, ... ich habe einige die kaum älter sind als
ich und gerade wie auch immer in Rente gehen oder aufhören zu arbeiten..
Da ziehts mich irgendwie mit :-) Homeoffice war und ist grundsätzlich
möglich, aber nicht zu 100% wie aktuell.

> Noch. Die Fahrradpopulisten haben einen Kampf um die Verkehrsfläche vom
> Zaun gebrochen, der uns noch mehrere Jahre begleiten wird. In Hamburg
> läuft gerade ihr Grossangriff, es werden überall Velorouten geplant (und
> an einigen Stellen auch gebaut). Das Ziel ist, dem Auto Fläche
> wegzunehmen und die Autofahrer zum Umsteigen auf irgenwas anderes zu
> zwingen.


Ich sehe das so: Nach dem Krieg wurde alles aufs Auto ausgerichtet, nicht
nur die Wege, sondern auch die ganzen Strukturen, z.B. Einkaufszentren auf
der grünen Wiese zum wöchentlichen Großeinkauf. Alles anderewie Bahn,
Radfahrer, Fußgänger, ÖPNV, ... wurde an den Rand gedrückt. Und jetzt
versuchen diese ihren zustehenden Anteil wieder zurück zu holen.

Ich persönlich bin dazu übergangen die Lebensmittel möglichst nicht mehr
bei Rewe, Aldi und Co zu kaufen, sondern wo es geht direkt beim
Produzenten mit Direktvermarktung. Angefangen hat es mit den Eiern und
diesem Film:

Mitterweile kaufe ich Eier nur noch dort, wo ich die Hennen mit eigenen
Augen begutachten kann. Da habe ich z.B. die Auswahl von einem Bioladhof
mit kleinem, stationären Stall und 2 konventionellen Landwirten mit
Mobilställen mit je nur 150 Hennen, welche alle paar Tage die Ställe
umstellen.

Und wenn man sich umschaut, findet man das für viele andere Produkte,
z.B. gestern habe ich Spargel gekauft, der ein paar Stunden vorher
in einem Nachbarort geerntet wurde. Und hier ist alles andere als ein
Spargelanbaugebiet.

Natürlich muß man da mal eine Runde von 20 - 30 km fahren um alles
zusammen zu haben. So eine Runde habe ich früher auch immer mit dem
Ebike gedreht, halt nur als Freizeittätigkeit.
Ralf Koenig (07.05.2020, 03:26)
Am 06.05.2020 um 09:17 schrieb Martin K.:

> Btw, da muss ich mal wieder in Zusmarshausen vorbeischauen, was deren
> gepanter Schnellladepark macht.


Hier auf Google Maps (Bilder von 2020) sieht man zumindest schon eine
große Baustelle:


Hier gibt's sogar tagesaktuelle Satellitenbilder (unsere EU-Gelder sind
doch für etwas gut ...), nur nicht ganz so hoch auflösend:



Die bauen noch ...

Grüße, Ralf
Herbert (07.05.2020, 10:31)
Am 06.05.2020 um 11:18 schrieb Martin K.:
> Am Dienstag, 5. Mai 2020 13:43:54 UTC+2 schrieb Herbert:
> Das habe ich auch vor. Problem bei mir ist nicht der Stellplatz, sondern
> die Motorart der handelsüblichen WoMos.
> 1 - 13 Jahre, je nach finanziellem Abschlag. Ich bin mitterweile der Meinung
> es ist genug gearbeitet und genug Reichtümer angehäuft.


Das hat mit den Freiberuflern angefangen, die mit ihren steuergünstigen
Kapitalanlagen immer wieder über den Tisch gezogen wurden/auf die Nase
gefallen sind. Inzwischen sind es schon die höheren Tarifklassen der
Festangestellten, die weniger arbeiten wollen, weil höhere Einkommen im
bodenlosen Steuereimer verschwinden. Ich habe kurz vor der Rente
erstaunt festgestellt, dass ich einer der letzten Vollzeitbeschäftigten
war. Die jüngeren Kollegen hatten ihre Arbeitswoche alle um einige
Stunden reduziert.

Es gibt auch noch
> etwas anderes. Außerdem egal wo ich gerade hinschaue, bei Bekannten, bei
> Nachbarn, in der Verwandschaft, ... ich habe einige die kaum älter sind als
> ich und gerade wie auch immer in Rente gehen oder aufhören zu arbeiten.
> Da ziehts mich irgendwie mit:-) Homeoffice war und ist grundsätzlich
> möglich, aber nicht zu 100% wie aktuell.

Ich würde damit noch warten, bis klar ist, was aus unserer Wirtschaft
nach der Corona-Krise wird.>
> Ich sehe das so: Nach dem Krieg wurde alles aufs Auto ausgerichtet, nicht
> nur die Wege, sondern auch die ganzen Strukturen, z.B. Einkaufszentren auf
> der grünen Wiese zum wöchentlichen Großeinkauf.


Stimmt, aber das war kein 'Grosser Plan' sondern geschah als Reaktion
auf die Wünsche der Bevölkerung. Wer konnte, hat das Fahrrad weggestellt
und sich ein Auto gekauft, weil das viel praktischer war. Je mehr Autos
rumfuhren umso mehr wurde die Infrastruktur angepasst. Für Hamburg kann
ich sagen, dass die damals regierende SPD dieser Sache eher ablehnend
gegenüberstand. Man hielt Autofahren für der Oberschicht zugehörig, die
damals von der CDU vertreten wurde und befürchtete wohl, dass
autofahrende SPD-Wähler zur CDU wechselten.

Alles andere wie Bahn,
> Radfahrer, Fußgänger, ÖPNV, ... wurde an den Rand gedrückt.


In einer einigermassen freien Konkurrenz wurde der ÖPV auf die drei As
(Arme, Alte und Ausländer) reduziert - Alte, weil die Renten schon
damals zwar sicher waren aber auch sehr niedrig. So, wie sie bald wieder
sein könnten.

Radfahren konnte man entgegen aller Propaganda der
Radfahrerorganisationen in Hamburg immer - wenn das Wetter mitspielte.

Und jetzt
> versuchen diese ihren zustehenden Anteil wieder zurück zu holen.


Wieviel wäre das? Ich könnte da keinen Prozentwert nennen. Die Frage,
wem wieviel von der Verkehrsfläche 'zusteht', ist unlösbar weil falsch
gestellt.
[..]
> Natürlich muß man da mal eine Runde von 20 - 30 km fahren um alles
> zusammen zu haben. So eine Runde habe ich früher auch immer mit dem
> Ebike gedreht, halt nur als Freizeittätigkeit.


So schmeckt es sicher besser, aber - wann hast du dann noch Zeit für
dein Wohnmobil?

Herbert
Martin K. (07.05.2020, 11:56)
Am Donnerstag, 7. Mai 2020 03:26:34 UTC+2 schrieb Ralf Koenig:
> Am 06.05.2020 um 09:17 schrieb Martin K.:
> > Btw, da muss ich mal wieder in Zusmarshausen vorbeischauen, was deren
> > gepanter Schnellladepark macht.

> Hier auf Google Maps (Bilder von 2020) sieht man zumindest schon eine
> große Baustelle:
>


Für Bayern sind die Daten von den Vermessungsämtern auch recht gut:


Für geschichtsinteressierte Menschen wie mich gibts dort auch historische
Karten ab Anfang des 19. Jahrhunderts.

> Hier gibt's sogar tagesaktuelle Satellitenbilder (unsere EU-Gelder sind
> doch für etwas gut ...), nur nicht ganz so hoch auflösend:
>


Muss ich mal ansehen, ...
Martin K. (10.05.2020, 21:57)
Am Mittwoch, 6. Mai 2020 10:22:06 UTC+2 schrieb Marc Stibane:
> Predige ich seit Jahren (seit ich den C-Evolution probegefahren bin):
> Das optimale Stadtgefährt wäre ein Dreiradroller mit der Front vom
> Piaggio MP3 (oder der Yamaha Niken), dem Antriebstrang des C-Evolution
> und dem Überrollbügel/Dach des C1.


Sowas? Leider nur 45 km/h:
Ralf Koenig (11.05.2020, 09:32)
Am 10.05.2020 um 21:57 schrieb Martin K.:
> Am Mittwoch, 6. Mai 2020 10:22:06 UTC+2 schrieb Marc Stibane:
>> Predige ich seit Jahren (seit ich den C-Evolution probegefahren bin):
>> Das optimale Stadtgefährt wäre ein Dreiradroller mit der Front vom
>> Piaggio MP3 (oder der Yamaha Niken), dem Antriebstrang des C-Evolution
>> und dem Überrollbügel/Dach des C1.

> Sowas? Leider nur 45 km/h:


Ein durchaus interessantes Teil. Nur mit dem 45er Limit könnte man
generell wieder hadern. Da hat die EU grundsätzlich was verbockt,
solange das keine 55 km/h werden als neues Limit im Interesse des
Verkehrsflusses.

Und der Antriebsstrang des C-Evolution wäre aber schon ne ganze Ecke
potenter:

BMW C-Evolution Carver
35 kW peak 2x2 kw = 4 kW peak
(im Schein stehen "nur" 11 kW
Dauerleistung für Fahrerlaubnis)

Mittelmotor mit Zahnriemen 2 Radnabenmotoren

Beschleunigung 0-50 km/h: 2,8 s 0-45 km: 8 sec

72 Nm max. E-Motor-Drehmoment
mit 8,28 Untersetzung: 600 Nm Gesamt-Radmoment Hinterachse:
Radmoment am Hinterrad 2 x 150 Nm = 300 Nm

120 km/h 45 km/h

Batterien:
8 kWh/60Ah : 100 km 5,4 kWh : 100 km Reichweite
12,5 kWh/94 Ah: 160 km (WMTC)

Masse (leer):
275 kg 260 kg

In den Niederlanden ist der Carrver außerdem auch vom Servicenetz schon
besser beheimatet als bisher hier. Mal schauen, ob sich auch die
deutsche Kundschaft solchen Leichtfahrzeugen (im Vergleich zum Auto)
oder Schwergewichten (im Vergleich zum Roller) emotional öffnet.

Beim Renault Twizy war das bisher noch nicht so recht der Fall. Kurzer
Hype, schnell verklungen. Kaum wurde der Sprit billiger und kaum waren
die Fahrverbote/Dieselskandal-Geschichten verklungen, ging es dann doch
wieder in Richtung Kleinstwagen (ICE, selten BEV), Kleinwagen oder "City
SUV".

Viele Grüße,
Ralf
Martin K. (11.05.2020, 16:20)
Am Montag, 11. Mai 2020 09:32:05 UTC+2 schrieb Ralf Koenig:
> Am 10.05.2020 um 21:57 schrieb Martin K.:
> > Sowas? Leider nur 45 km/h:

> Ein durchaus interessantes Teil. ...
> Und der Antriebsstrang des C-Evolution wäre aber schon ne ganze Ecke
> potenter:


Den Carver gabs früher schon mal in ähnlicher Form als Verbrennermit
deutlich mehr Wumms:

Es ist immer sehr schwer solche schmalen Autos von Design her gefällig
hinzubekommen. Renault ist das mit dem Twizzy perfekt gelungen, für
eine geschlossene Kabine ist der Carver ein eher positives Beispiel.
Michael Landenberger (11.05.2020, 17:53)
"Martin K." schrieb am 11.05.2020 um 16:20:22:

> Es ist immer sehr schwer solche schmalen Autos von Design her gefällig
> hinzubekommen. Renault ist das mit dem Twizzy perfekt gelungen,


Das war jetzt ein Witz, oder? Der Twizy ist eines der hässlichsten Fahrzeuge,
die ich kenne. Natürlich hat er trotzdem seine Daseinsberechtigung, aber als
Beispiel für gelungenes Design taugt er ganz und gar nicht.

Gruß

Michael
Martin K. (11.05.2020, 23:18)
Am Montag, 11. Mai 2020 17:53:57 UTC+2 schrieb Michael Landenberger:
> "Martin K." schrieb am 11.05.2020 um 16:20:22:
> > Es ist immer sehr schwer solche schmalen Autos von Design her gefällig
> > hinzubekommen. Renault ist das mit dem Twizzy perfekt gelungen,

> Das war jetzt ein Witz, oder? Der Twizy ist eines der hässlichsten Fahrzeuge,
> die ich kenne. Natürlich hat er trotzdem seine Daseinsberechtigung, aber als
> Beispiel für gelungenes Design taugt er ganz und gar nicht.


Design ist Geschmacksache, aber allein die Tatsache, dass Designelemente vom
Twizy sich in einer ganzen Reihe Fahrzeuge wiederfinden, zeigt doch schon
wie gut dieser Entwurf ist. Nur als Beispiel, der BioHybrid oder die
4 sichtbaren Räder beim VW Nils.

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