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Horst-D.Winzler (08.09.2012, 18:42)
Am 08.09.2012 13:46, schrieb Jens Müller:

> Kapitalerträge fallen bei Arbeitslosigkeit nicht weg. Also braucht man
> sie auch nicht bei der Bemessung des Arbeitslosengeldes zu
> berücksichtigen. Also darf man sie auch nicht der Beitragspflicht zur
> Arbeitslosigkeitsversicherung unterwerfen.
> Gruß Jens


Sozialabgaben sind Solidarbeiträge entsprechend der Leistungsfähigkeit
des Einzelnen.
Und es ist nicht einsehbar das die nur auf unselbstständiger Arbeit
liegen. Wir leben schließlich in einer Volkswirtschaft.
Denn ohne Arbeit von Menschen gibt es auch keine Kapitalerträgen.
Erträge aus Kapital fallen nicht vom Himmel.
Horst-D.Winzler (08.09.2012, 21:05)
Am 08.09.2012 18:06, schrieb Jens Müller:
> Am 08.09.2012 18:42, schrieb Horst-D.Winzler:
> Also AV-Pflicht für Selbständige?


Noch nicht mitbekommen, das auch ehemals Selbstständige plötzlich ohne
Einkünfte sein können?
Und was dann?

>> Denn ohne Arbeit von Menschen gibt es auch keine Kapitalerträgen.
>> Erträge aus Kapital fallen nicht vom Himmel.

> Dann kriege ich also künftig bei sinkenden Zinsen Teilarbeitslosengeld?
> Genial!
> Gruß Jens


Wenn plötzlich dein Vermögen unter Harz_4 liegen sollte, dann kannst du
dich bei der Sozialbehörde melden. Da wird dich dann geholfen.
Jens Müller (08.09.2012, 21:27)
Am 08.09.2012 21:05, schrieb Horst-D.Winzler:
> Am 08.09.2012 18:06, schrieb Jens Müller:
>> Also AV-Pflicht für Selbständige?

> Noch nicht mitbekommen, das auch ehemals Selbstständige plötzlich ohne
> Einkünfte sein können?
> Und was dann?


Dann bekommen sie kein Arbeitslosengeld. Das war jetzt einfach.

Gruß Jens
Erika Cieśla (08.09.2012, 21:56)
Antwort auf eine Nachricht von Jens Müller
> Am 08.09.2012 21:05, schrieb Horst-D.Winzler:
>> Am 08.09.2012 18:06, schrieb Jens Müller:
>>> Also AV-Pflicht für Selbständige?


>> Noch nicht mitbekommen, das auch ehemals Selbstständige plötzlich
>> ohne Einkünfte sein können? Und was dann?

> Dann bekommen sie kein Arbeitslosengeld. Das war jetzt einfach.


Doch, ? die kriegen ALG-II.

Das ALG-I müssen sie allerdings überspringen, das ist richtig.

Aber interessant ist doch, daß so ein abgestürzter Selbständiger keine
Rente kriegt, der kriegt zu 100% die Grundsicherung. Das heißt, auch der
Selbständige ist sozial abgesichert! Muß selbst aber zu dem Sozialsystem
nichts beitragen, *der* kriegt das umsonst, kriegt genau so viel wie ein
Arbeiter, der 40 Jahre lang treu und brav seinen RV-Beitrag zahlte.

Glück auf!
????? ??????
Jens Müller (08.09.2012, 23:38)
Am 08.09.2012 21:56, schrieb Erika Cie?la:
>> Dann bekommen sie kein Arbeitslosengeld. Das war jetzt einfach.

> Doch, ? die kriegen ALG-II.


Wenn ich "Arbeitslosengeld" schreibe, meine ich Arbeitslosengeld, das
kannst Du mir glauben.

Wenn ich Arbeitslosengeld II gemeint hätte, hätte ich das auch
geschrieben. Arbeitslosengeld II ist in diesem Kontext aber irrelevant,
denn es hat nichts mit der Arbeitslosigkeitsversicherung zu tun.

Gruß Jens
Horst-D.Winzler (08.09.2012, 23:59)
Am 08.09.2012 21:27, schrieb Jens Müller:
> Am 08.09.2012 21:05, schrieb Horst-D.Winzler:
> Dann bekommen sie kein Arbeitslosengeld. Das war jetzt einfach.
> Gruß Jens


Und dann? Auf Diebestour gehen oder sich gleich das Leben nehmen?
So einfach wie du dir das offensichtlich vorstellst, ist es nun doch nicht.
Peter Zander (09.09.2012, 08:20)
"Horst-D.Winzler" <horst.d.winzler> schrieb am Sat, 08 Sep 2012
23:59:09 +0200:

>Am 08.09.2012 21:27, schrieb Jens Müller:


[ ]

>>> Noch nicht mitbekommen, das auch ehemals Selbstständige plötzlich ohne
>>> Einkünfte sein können?
>>> Und was dann?

>> Dann bekommen sie kein Arbeitslosengeld. Das war jetzt einfach.

>Und dann? Auf Diebestour gehen oder sich gleich das Leben nehmen?
>So einfach wie du dir das offensichtlich vorstellst, ist es nun doch nicht.


Dann müssen sie die Grundsicherung beantragen. Siehe etwa



Verhungern muss in unserem Sozialstaat niemand, aber sich u.U. auf das
Lebensnotwendige einschränken. Für einen ehemals Selbstständigen kann
das eine unüberwindbare Hürde sein und er sucht Wege, wie von Dir
angesprochen.

Peter Zander
Rainer Freis (09.09.2012, 10:36)
Am 09.09.2012 12:19, schrieb Horst-D.Winzler:
> Aber die Diskussion greift zu kurz wenn sie lediglich die Sozialabgaben
> von Arbeitern und Angestellten im Auge hat. In einer Volkswirtschaft wie
> die Deutsche, die sich im internationalen Wettbewerb befindet, müssen
> für die Grundsicherung alle in die Pflicht genommen werden. Also auch
> Beamte, Selbstständige sowie Kapitalerträge. Und warum nicht auch Bischöfe?
> Das geht eigentlich nur über die Steuer. Alles andere ist immer
> irgendwie Murks.


Beamte und Bischöfe werden aber nicht arbeitslos. Von daher wirst du
Schwierigkeiten haben, sie zu einer Versicherung heranzuziehen, die sie
definitiv nicht brauchen werden.

Rainer
Jens Müller (09.09.2012, 12:02)
Am 09.09.2012 12:19, schrieb Horst-D.Winzler:
> Aber die Diskussion greift zu kurz wenn sie lediglich die Sozialabgaben
> von Arbeitern und Angestellten im Auge hat. In einer Volkswirtschaft wie
> die Deutsche, die sich im internationalen Wettbewerb befindet, müssen
> für die Grundsicherung alle in die Pflicht genommen werden. Also auch
> Beamte, Selbstständige sowie Kapitalerträge.


Werden sie ja auch. Grundsicherung ist steuerfinanziert.
Horst-D.Winzler (09.09.2012, 12:19)
Am 09.09.2012 08:20, schrieb Peter Zander:
> "Horst-D.Winzler" <horst.d.winzler> schrieb am Sat, 08 Sep 2012
> 23:59:09 +0200:
> [ ]
> Dann müssen sie die Grundsicherung beantragen. Siehe etwa
>
> Verhungern muss in unserem Sozialstaat niemand, aber sich u.U. auf das
> Lebensnotwendige einschränken. Für einen ehemals Selbstständigen kann
> das eine unüberwindbare Hürde sein und er sucht Wege, wie von Dir
> angesprochen.


Eben, auf das Lebensnotwendige beschränken. Wenn das jemand nicht
gelernt hat, so wird er es eben lernen müssen. Ich habe kein Mitleid.
Andererseits bin ich uneingeschränkt für eine Grundsicherung.

Aber die Diskussion greift zu kurz wenn sie lediglich die Sozialabgaben
von Arbeitern und Angestellten im Auge hat. In einer Volkswirtschaft wie
die Deutsche, die sich im internationalen Wettbewerb befindet, müssen
für die Grundsicherung alle in die Pflicht genommen werden. Also auch
Beamte, Selbstständige sowie Kapitalerträge. Und warum nicht auch Bischöfe?
Das geht eigentlich nur über die Steuer. Alles andere ist immer
irgendwie Murks.
Peter Zander (09.09.2012, 19:35)
"Horst-D.Winzler" <horst.d.winzler> schrieb am Sun, 09 Sep 2012
12:19:08 +0200:

>> Verhungern muss in unserem Sozialstaat niemand, aber sich u.U. auf das
>> Lebensnotwendige einschränken. Für einen ehemals Selbstständigen kann
>> das eine unüberwindbare Hürde sein und er sucht Wege, wie von Dir
>> angesprochen.

>Eben, auf das Lebensnotwendige beschränken. Wenn das jemand nicht
>gelernt hat, so wird er es eben lernen müssen. Ich habe kein Mitleid.


Manche Menschen geraten schuldlos in die Situation, auf Hilfe durch
den Sozialstaat angewiesen zu sein.

>Andererseits bin ich uneingeschränkt für eine Grundsicherung.


Ich auch.

>Aber die Diskussion greift zu kurz wenn sie lediglich die Sozialabgaben
>von Arbeitern und Angestellten im Auge hat. In einer Volkswirtschaft wie
>die Deutsche, die sich im internationalen Wettbewerb befindet, müssen
>für die Grundsicherung alle in die Pflicht genommen werden. Also auch
>Beamte, Selbstständige sowie Kapitalerträge. Und warum nicht auch Bischöfe?
>Das geht eigentlich nur über die Steuer. Alles andere ist immer
>irgendwie Murks.


Etwa ich zahle für Kapitalerträge Steuern. Auch Selbstständige und
Beamte zahlen Einkommenssteuer. Wie das mit Bischöfen ist, weiß ich
nicht, die dürften eigentlich nur am Rande der Armutsgrenze leben,
weil sie allen Besitz verkauft haben und mit den Armen teilen ;-))

Peter Zander
Herbert Huber (09.09.2012, 21:12)
In article <5akp485bb11pkg01djm9k109ln16v6g87c>,
Peter Zander <HPeterZander> wrote:

> "Horst-D.Winzler" <horst.d.winzler> schrieb am Sun, 09 Sep 2012
> 12:19:08 +0200:
> Manche Menschen geraten schuldlos in die Situation, auf Hilfe durch
> den Sozialstaat angewiesen zu sein.
> Ich auch.
> Etwa ich zahle für Kapitalerträge Steuern. Auch Selbstständige und
> Beamte zahlen Einkommenssteuer. Wie das mit Bischöfen ist, weiß ich
> nicht, die dürften eigentlich nur am Rande der Armutsgrenze leben,
> weil sie allen Besitz verkauft haben und mit den Armen teilen ;-))

Den Bischöfen dürfte diese Diskussion am Hintern vorbei gehen, da sie
fürstlich vom Staat bezahlt werden. Für die Dozenten und sonstigen
Kosten an den theologischen Fakultäten an den deutschen Universitäten
kommen ebenfalls wir Steuerzahler auf. Im Gegenzug darf dafür der Staat
an diesen Fakultäten den Kirchen lehrmäßig etc. nicht dreinreden ;-) In
Bayern gibt es sogar außertheologische Lehrstühle, für deren Besetzung
die Kirche Vorschlags- und Vetorecht hat, die sog. Konkordatslehrstühle
(zur Erinnerung: Konkordat = Vertrag zwischen Hitler und Vatikan, der
von Bayern x-mal erneuert wurde.)
Siegfrid Breuer (09.09.2012, 23:06)
HPeterZander (Peter Zander) schrieb:

> Manche Menschen geraten schuldlos in die Situation, auf Hilfe durch
> den Sozialstaat angewiesen zu sein.


Und andere sind ganz begeistert von dieser Situation (siehe Sig)
und bringen damit die anderen in Verruf.
Peter Zander (10.09.2012, 07:56)
Herbert Huber <gavagai> schrieb am Sun, 09 Sep 2012 21:12:40
+0200:

>Den Bischöfen dürfte diese Diskussion am Hintern vorbei gehen, da sie
>fürstlich vom Staat bezahlt werden. Für die Dozenten und sonstigen
>Kosten an den theologischen Fakultäten an den deutschen Universitäten
>kommen ebenfalls wir Steuerzahler auf. Im Gegenzug darf dafür der Staat
>an diesen Fakultäten den Kirchen lehrmäßig etc. nicht dreinreden ;-) In
>Bayern gibt es sogar außertheologische Lehrstühle, für deren Besetzung
>die Kirche Vorschlags- und Vetorecht hat, die sog. Konkordatslehrstühle
>(zur Erinnerung: Konkordat = Vertrag zwischen Hitler und Vatikan, der
>von Bayern x-mal erneuert wurde.)


Dass den Bischöfen die Diskussion am Hintern vorbei geht, glaube ich
weniger. Ihnen brennt eher ein Feuer unter dem Hintern, weil sie den
Untergang der rkK miterleben müssen und machtlos sind, wenn die Bosse
der Kirche als Lügner und Betrüger bezeichnet werden.

Was Deine Kritik betrifft, die stimmt natürlich. Doch auch das
Konkordat ist ein Auslaufmodell, weil eben die Kritik an der Kirche
nicht fruchtlos ist.

Peter Zander
Daniel Mandic (10.09.2012, 12:33)
Peter Zander wrote:

> Dass den Bischöfen die Diskussion am Hintern vorbei geht, glaube ich
> weniger. Ihnen brennt eher ein Feuer unter dem Hintern, weil sie den
> Untergang der rkK miterleben müssen und machtlos sind, wenn die Bosse
> der Kirche als Lügner und Betrüger bezeichnet werden.


Das glaube ich nicht, Tim. Bei dem Konzept welches die Kirche vertritt,
ist es unwahrscheinlich, daß sich gar keiner mehr dafür interessiert.
Du solltest mal aus deinen eigenen vier Wänden raus und sehen, wieviel
gut besuchte Events die Christen so abhalten.

Sonntagsfernsehen im Deutschen z.B..... das hat Klasse! Da kommen die
steifen Briten nicht mit (obwohl sie so gut Musik machen können,
seltsam) und das sage ich als alter English Enthusiast.
Dort die Religionen abschaffen? Da führst du vorher noch den Euro ein.

Steigern sich Lug und Trug, hinterlistige Machenschaften und
Kriegsspionage und weitere Auslaufmodelle aus der Sodhom und Ghomorra
Zeit, könntest du recht behalten und eine neue Qualität des Glaubens
wird errichtet werden.

Geht es aber in die richtige Richtung, sind die Verse der Bibel heute
schon kaum zu unterbieten ;-) (es noch besser zu machen als dort steht)
Die Bringschuld ist nach wie vor hoch...

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